News 12.05.2026, 14:54
Inflationsbekämpfung

Finanzausschuss beschließt Umsatzsteuersenkung für Grundnahrungsmittel

Angesichts der weiterhin spürbaren Teuerung im Lebensmittelbereich sollen ab dem 1. Juli 2026 statt bisher 10 % nur 4,9 % an Umsatzsteuer für bestimmte Grundnahrungsmittel eingehoben werden. Dafür hat der Finanzausschuss mehrheitlich grünes Licht gegeben. Dies soll für folgende Lebensmittel gelten: Milch einschließlich laktosefreier Milch, Joghurt, Butter, frische Eier von Hühnern, frisches und (tief)gekühltes Gemüse, Früchte, Reis, Weizenmehl und -grieß, Teigwaren ungekocht bzw. unbefüllt, Brot sowie Speisesalz.

Die Gastronomie ist von der Umsatzsteuersenkung nicht umfasst.

Für Finanzminister Markus Marterbauer handelt es sich um eine verteilungspolitisch wichtige Maßnahme, die zur Inflationsdämpfung beitragen werde. Die Vertreterinnen und Vertreter von ÖVP und SPÖ zeigten sich ebenfalls von den Maßnahmen erfreut, die überproportional kleinen Einkommen zu Gute kommen würden.

FPÖ und Grüne kritisierten die von der Bundesregierung zur Gegenfinanzierung geplante Einführung einer Paketabgabe von 2 € pro Sendung. Dadurch verpuffe die Entlastungswirkung für die Bevölkerung und es komme zu einer "neuen Steuer für alle".

Zoll griff 2025 gefälschte Waren im Wert von 12 Mio. € auf

Zudem diskutierten die Abgeordneten zwei Berichte des Finanzministers. Laut dem Produktpiraterie-Bericht wurden im vergangenen Jahr vom österreichischen Zoll insgesamt 3.204 Sendungen mit gefälschten Waren aller Art im Gesamtwert von 12 Mio. € beschlagnahmt. Die im Vergleich zu 2024 gemessene Halbierung der Produktpiraterie-Aufgriffe wird auf verbesserte Kontrollverfahren der Zollbehörden zurückgeführt. Österreich sei in der Bekämpfung von gefälschten und illegalen Waren führend, stellte der Finanzminister im Finanzausschusses fest. 

Ein weiterer Bericht informiert über die Entwicklung des Katastrophenfonds in den Jahren 2024 und 2025. Ein wesentlicher Teil der Ausgaben floss in den Hochwasserschutz, die Unterstützung privater Geschädigter sowie in die technische Ausstattung der Feuerwehren. Auch das Hochwasser von September 2024 ist darin Thema.