News 25.02.2026, 19:52

Grüne fordern Einführung von Erbschafts- und Schenkungssteuern

In einem Dringlichen Antrag sprachen sich die Grünen für die Wiedereinführung von Erbschafts- und Schenkungssteuern für Millionenerbschaften aus. "Treffsichere Erleichterungen" solle es insbesondere für die Übergabe von klein- und mittelständischen Familienbetrieben und für die Übertragung von Eigenheimen geben. Es gehe um einen "solidarischen Beitrag von leistungslosen Einkommen", um unter anderem eine "faire und sozial ausgewogene Budgetsanierung" sicherzustellen, betonte Antragstellerin und Grünen-Klubobfrau Leonore Gewessler im Plenum.

Der Antrag der Grünen fand nach einer lebhaften Debatte keine Mehrheit, da er von keiner der anderen Fraktionen unterstützt wurde. ÖVP, FPÖ und NEOS sprachen sich dezidiert gegen neue Steuern aus. Die Rednerinnen und Redner der SPÖ hielten Vermögenssteuern zwar für richtig, wiesen aber "Zurufe der Grünen" zurück. Derzeit sei für eine Erbschaftssteuer auch keine Mehrheit im Nationalrat zu finden.

Leonore Gewessler (Grüne) sieht ein massives Ungleichgewicht bei der Steuerbelastung.

Marterbauer: Für und Wider sachlich diskutieren

Für Finanzminister Markus Marterbauer würden sachliche Argumente eher für als gegen Erbschafts- und Schenkungssteuern sprechen. In seiner Stellungnahme machte er jedoch deutlich, dass er nicht erwartet, dass sie in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden können.

 

Finanzminister Marterbauer plädiert für eine "sachliche Debatte" über Modelle von Erbschafts- und Schenkungssteuern.

Pröll: Aufschwung auch ohne Erbschaftssteuern machbar

Staatssekretär Alexander Pröll lehnte die Einführung von Vermögens- und Erbschaftssteuern ab. Diese Maßnahme sei nicht Teil des Regierungsprogramms. Da Österreich bereits ein "Hochsteuerland" sei, setze man auf "Entlastung anstatt einer weiteren Belastung". Die Bundesregierung habe in ihrem ersten Jahr zudem gezeigt, dass der Aufschwung in Österreich auch ohne Erbschaftssteuern machbar sei.

Grüne und SPÖ für, ÖVP, FPÖ und NEOS strikt gegen neue Steuern auf hohe Vermögen

Die Opposition zeigte sich in der Frage von Erbschafts- und Schenkungssteuern geteilter Meinung. Während die Grünen einen Beitrag für mehr soziale Gerechtigkeit sehen, sprechen sich die Freiheitlichen dezidiert gegen jede Form von neuen Steuern aus. Auch innerhalb der Koalition zeigten sich unterschiedliche Zugänge. ÖVP und NEOS argumentierten unter anderem, dass Substanzsteuern etwa Betriebsübergaben und den Vermögensaufbau erschweren würden. Aus Sicht der SPÖ bleibt es sehr wohl wichtig, hohe Vermögen stärker für die Budgetkonsolidierung heranzuziehen, den Steueranteil von Kapital und Vermögen zu erhöhen.