Die Erdöl-Lagergesellschaft (ELG) als Verwalterin der Pflichtnotstandsreserven wird damit angewiesen, der OMV als Betreiberin der einzigen Raffinerie Österreichs bis zu 325.000 Tonnen Rohöl aus ihren Beständen anzubieten. Die damit produzierten Fertigprodukte wie Diesel und Benzin dürfen nur in Österreich verkauft werden. Damit soll sichergestellt werden, dass Engpässe in anderen Staaten nicht durch Österreichs Reserven ausgeglichen werden. Die Freigabe erfolgt ab 1. April für sechs Monate.
Im Ausschuss betonte Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer, dass die Versorgungslage in Österreich und Europa derzeit noch stabil sei. In Asien gebe es mittlerweile aber massive Mangellagen. Niemand könne ausschließen, dass es auch in Europa zu Marktverwerfungen oder Mangellagen kommen könne.
Die freigegebenen Mengen werden der OMV zu marktüblichen Preisen angeboten, so der Minister. Die OMV könne entscheiden, ob sie sie annimmt oder nicht, abhängig von der Versorgungssituation zu dem Zeitpunkt. In einem ersten Schritt habe man sich mit der OMV geeinigt, im April 65.000 Tonnen Rohöleinheiten zur Verfügung zu stellen. Es sei bewusst Rohöl und nicht die ebenso eingelagerten raffinierten Produkte gewählt worden, sagte Hattmannsdorfer. Denn noch habe man Zeit, um das Rohöl zu verarbeiten. Für den Fall, dass eine Mangellage eintrete, seien dann noch raffinierte Produkte im Lager.