Mit den Stimmen von ÖVP, SPÖ und NEOS hat sich der Innenausschuss für die innerstaatliche Umsetzung des europäischen Asyl- und Migrationspakts ausgesprochen. Damit soll das österreichische Asyl- und Fremdenrecht umfassend an die unionsrechtlichen Vorgaben angepasst werden. Im Zentrum stehen neben der EU-weiten Vereinheitlichung der Asylverfahren unter anderem verpflichtende Verfahren an den EU-Außengrenzen, vereinfachte Überstellungsverfahren sowie die verpflichtende Durchführung von beschleunigten Verfahren – insbesondere bei missbräuchlich gestellten Anträgen. Zudem wird das bisherige Zulassungsverfahren durch ein vorgelagertes Screening ersetzt und der Familiennachzug neu geregelt.
Innenminister Gerhard Karner bezeichnete das Gesetzespaket im Ausschuss als "größte fremdenrechtliche Verschärfung seit 20 Jahren" und die Koalitionsparteien sahen darin die Grundlage für eine "tragfähige europäische Lösung". Die FPÖ kritisierte die Vorhaben hingegen als unzureichend und sprach von einem "Massenmigrationspackerl", das bestehende Probleme nicht löse, sondern lediglich "weiterverwaltet". Die Grünen äußerten menschenrechtliche Bedenken.
Für Innenminister Karner ist der Asyl- und Migrationspakt ein "essentieller Schritt", um Europa resilienter gegenüber internationalen Krisen zu machen.