Im Palais Epstein treffen sich zur Zeit die Regierungsverhandler:innen von ÖVP, SPÖ und NEOS. Genauer gesagt in der prunkvollen "Beletage", dem ersten Stock des über 150 Jahre alten Ringstraßenbaus. Hier lebte einst die Familie Epstein. Bankier Gustav Ritter von Epstein hatte das Palais beim Architekten Theophil Hansen, der auch beim Parlament verantwortlich zeichnete, in Auftrag gegeben – 1871 war es unter der Federführung des Baumeisters Otto Wagner fertiggestellt worden.
Gustav Ritter von Epstein und seine Frau Emilie, sowie ihre Kinder Friedrich, Caroline und Margarethe bewohnten die prachtvoll ausgestatteten und reich möblierten Räume im ersten Stock ab 1872. Die drei zentralen Räume an der Ringstraßenfront – der Empfangssaal, der Fest- bzw. Tanzsaal und der Speisesaal – waren der Repräsentation gewidmet.
Wie kam es, dass nun dort, wo einst gefeiert wurde, jüngste Politikgeschichte geschrieben wird? Ein Rückblick darauf, wie das Palais Epstein 1998 zum parlamentarischen Gebäude wurde.
Der sandbarbene Festsaal oder Tanz- bzw. Spiegelssaal im Palais Epstein wurde von Theophil von Hansen und Carl Rahl geplant.