News 12.03.2026, 17:13

Pflichtschulen erhalten mehr Ressourcen für administrative Aufgaben

Der Verfassungsausschuss des Nationalrats hat grünes Licht für die Einführung eines "mittleren Managements" an Pflichtschulen gegeben. Neben den Koalitionsparteien stimmten auch die Grünen für eine von der Regierung vorgeschlagene Dienstrechtsnovelle, die auch mehr Ressourcen für Administration an allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) bringt. Das "mittlere Management" wird stufenweise die erst vor kurzem eingeführten pädagogisch-administrativen Fachkräfte an Volks- und Mittelschulen ersetzen und soll sowohl die Schulleitung als auch das Lehrerkollegium entlasten. Änderungen am Gesetzentwurf wurden vorerst nicht vorgenommen, das vom Ausschuss durchgeführte Begutachtungsverfahren könnte laut Staatssekretär Alexander Pröll jedoch noch zu Adaptierungen im Zuge der Beratungen im Plenum führen.

Beim "mittleren Management" handelt es sich um keine neue Hierarchieebene an Volks- und Mittelschulen, wie die Regierung in den Erläuterungen zum Gesetzentwurf hervorhebt. Vielmehr sollen bestimmte Lehrerinnen und Lehrer administrative Aufgaben wie die Organisation schulischer Veranstaltungen, die Koordination von Arbeitsgruppen oder die Aufbereitung von Informationen übernehmen und im Gegenzug ihre Unterrichtstätigkeit reduzieren. Wie viele Ressourcen dafür zur Verfügung stehen, hängt von der Größe der Schule ab. Für die Verteilung der Aufgaben und die Auswahl geeigneter Lehrkräfte wird – im Sinne einer Stärkung der Schulautonomie – die Schulleitung zuständig sein.

Abgelehnt wurde das Gesetzesvorhaben von der FPÖ: Sie kritisiert, dass weiterhin Lehrerinnen und Lehrer für administrative Aufgaben eingesetzt werden sollen, statt klar zwischen administrativem und pädagogischem Bereich zu trennen.

Der Verfassungsausschuss des Nationalrats hat mit breiter Mehrheit für die Einführung eines mittleren Managements an Pflichtschulen gestimmt.

Keine Ministeranklage gegen Ex-Umweltministerin Leonore Gewessler

Nicht durchsetzen konnte sich die FPÖ mit ihrer Forderung, Ex-Umweltministerin Leonore Gewessler wegen des Stopps des Lobautunnels und anderer Straßenbauprojekte beim Verfassungsgerichtshof anzuklagen. Ein entsprechender Antrag wurde von allen anderen Fraktionen abgelehnt. Auch ein Entschließungsantrag der Grünen, der darauf abzielt, das mit der Dienstrechts-Novelle 2025 eingeführte Zulagensystem für freigestellte Personalvertreterinnen und Personalvertreter im öffentlichen Dienst wieder zurückzunehmen und dieses "fair und transparent" zu gestalten, fand keine Mehrheit. Die Beratungen über weitere Oppositionsanträge wurden vertagt.