News 26.06.2025, 16:10

Schumann wirbt in Bundesrat für Teilpension

Die Teilpension sei "ein wirklich gutes System" zeigte sich Bundesministerin Korinna Schumann in der Aktuellen Stunde des Bundesrats überzeugt. Es handle sich dabei um eine von mehreren Maßnahmen, die zur Nachhaltigkeit des Pensionssystems beitragen werden. Sie kündigte zudem an, dass im Herbst im Zuge einer Dienstrechtsnovelle auch die Mitarbeiter:innen des öffentlichen Dienstes Zugang zur Teilpension erhalten sollen. Es war ihr auch wichtig festzuhalten, dass trotz der schwierigen budgetären Lage das gesetzliche Pensionsantrittsalter nicht angehoben, nicht in das Pensionskonto eingegriffen und keine Änderungen bei der Schwerarbeiterregelung vorgenommen werden. Während die Redner:innen der Koalitionsparteien die Reformmaßnahmen im Pensionsbereich unterstützten, zeigte sich die FPÖ enttäuscht. Die Freiheitlichen sprachen von Kürzungen auf "dem Rücken der Schwächsten" und hätten sich zumindest die Wiedereinführung der sogenannten Hacklerregelung erwartet. Die Grünen begrüßten zwar ausdrücklich die Einführung der Teilpension, lehnten jedoch die Kürzung des Anspruchs auf Altersteilzeit von fünf auf drei Jahre ab.

Aufgrund der budgetären Situation sei die Regierung vor der Herausforderung gestanden, das Pensionssystem nachhaltig abzusichern und andererseits zu schauen, wie Menschen länger in Beschäftigung gehalten werden können, erklärte Schumann.

Bundes­rat gibt grünes Licht für Budgetbegleitgesetz

Außerdem befasste sich der Bundesrat heute mit dem Budgetbegleitgesetz. Nach einer regen mehrstündigen Diskussion stimmten die Mandatar:innen der Vorlage schließlich mehrheitlich zu. Damit nahmen die Abschaffung des Klimabonus, der erschwerte Zugang zur Korridorpension, das Einfrieren der Familienbeihilfe und weiterer Familienleistungen für zwei Jahre sowie zahlreiche weitere Maßnahmen die letzte parlamentarische Hürde. Finanzminister Markus Marterbauer sah in der Budgetsanierung die Sicherung der Stärken Österreichs. Sie schaffe Spielräume für wichtige Investitionen. Während die Mandatar:innen der ÖVP und SPÖ die Maßnahmen verteidigten und deren Vorteile hervorhoben, kritisierten die Freiheitlichen unter anderem Einschnitte bei der Landwirtschaft und bei Pensionist:innen. Die Grünen sahen falsche Prioritätensetzungen und einen Rückschritt im Klimaschutz. 

Finanzminister Marterbauer erklärte, dass mit der Budgetsanierung Spielräume geschaffen würden. So spare man in etwa eine Milliarde Euro an Zinsausgaben jährlich.

Erleichterungen für die Opfer von Graz

Nach dem Amoklauf am Grazer BORG Dreierschützengasse gedachte der Bundesrat mit einer Trauerminute den Opfern. Zudem befürworteten die Ländervertreter:innen Erleichterungen für die diesjährigen Maturant:innen der betroffenen Schule. Damit können deren Schüler:innen, müssen aber nicht die mündliche Matura ablegen.

Leichtere Anstellung von US-Wissenschaftler:innen

Weiters diskutierten die Bundesrät:innen eine Novelle des Universitäts- und des Bildungsdokumentationsgesetzes. Damit soll den Universitäten unter anderem angesichts aktueller Entwicklungen die Anstellung von wissenschaftlichem Personal aus den USA erleichtert werden. Zudem sollen mit der Novelle auch Schritte für die Schaffung eines österreichweiten digitalen Studierendenausweises gesetzt werden.

Vorsitzwechsel Anfang Juli

Am 1. Juli wird die Steiermark den Vorsitz in der Länderkammer übernehmen. Die scheidende Präsidentin Andrea Eder-Gitschthaler zog daher aus diesem Anlass zu Beginn der Bundesratssitzung Bilanz über das vergangene Halbjahr, das unter dem Motto "Miteinander wachsen – Brücken der Generationen bauen" stand. Sie betonte dabei die zentrale Rolle des Bundesrats in der aktiven Zukunftsgestaltung.

Da die demografische Entwicklung zweifellos eine der größten aktuellen Herausforderungen darstelle, sei ihr der Dialog zwischen den Generationen ein zentrales Anliegen gewesen, betonte Eder-Gitschthaler.

Angelobung von neuen Bundesrät:innen

Aufgrund des Ergebnisses der Landtagswahlen in Wien wurden die neuen bzw. wiedergewählten Mitglieder der Länderkammer angelobt. Zudem zog Sebastian Stark (ÖVP/NÖ) in den Bundesrat ein, der das Mandat von Matthias Zauner übernimmt. Nachdem die Wien-Wahl für Mandatsverschiebungen im Bundesrat gesorgt hatte, mussten die 24 Ausschüsse der Länderkammer neu gewählt werden. Sie werden künftig 13 statt wie bisher 16 Mitglieder haben. Neu gewählt wurden auch die Mitglieder des Ständigen gemeinsamen Ausschusses des Nationalrats und des Bundesrats sowie die Vizepräsidenten, Schriftführer:innen und Ordnerinnen für das zweite Halbjahr 2025.

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