Eine zentrale Grundlage zur Bewertung der Auswirkungen liefert die langfristige Wahlstudie AUTNES (Austrian National Election Study) der Universität Wien. Sie untersucht seit Jahren das Wahlverhalten verschiedener Altersgruppen. Erste Ergebnisse nach der Wahl 2008 sorgten für Aufmerksamkeit: Die Wahlbeteiligung der 16- und 17-Jährigen lag damals beinahe auf dem Niveau der Gesamtbevölkerung, während die nächsten Altersgruppen junger Wähler und Wählerinnen deutlich wenig an den Wahlen interessiert waren. Forschende sahen darin Hinweise auf den sogenannten "first time voter effect" – die Annahme, dass frühes Wählen die Wahlbeteiligung erhöht und auch langfristig zu höherer politischer Beteiligung führt.
Spätere Untersuchungen relativierten diesen Effekt jedoch. Bei der Nationalratswahl 2013 sank die Beteiligung der jüngsten Wählerinnen und Wähler deutlich und lag unter dem Durchschnitt. Forschende gehen heute davon aus, dass Faktoren wie die Bedeutung einer Wahl, politische Mobilisierung sowie persönliche Lebensumstände den größeren Einfluss auf die Wahlbeteiligung haben und ein dauerhafter Gewöhnungseffekt kaum nachweisbar ist.