News 12.12.2024, 16:01

"Wir haben viel voneinander gelernt"

Sechs Wochen, eineinhalb Monate, dauert das Westbalkan-Stipendium, das das österreichische Parlament in Kooperation mit dem European Fund for the Balkans anbietet. Gerade haben drei Teilnehmer:innen der vierten Generation ihren Aufenthalt in Österreich beendet. Wie hat es ihnen gefallen?

Die Westbalkan-Stipendiat:innen der vierten Generation kamen an ihrem letzten Arbeitstag in der Säulenhalle für ein Gruppenfoto zusammen. Von links: Marko Joković (Serbien), Elena Kotevksa (Nordmazedonien) und Valon Dobruna (Kosovo).

Lektionen zum Mit-nach-Hause-nehmen

"Jetzt werde ich fast ein bisschen emotional", sagt die 27-jährige Elena Kotevksa an ihrem letzten Arbeitstag im österreichischen Parlament. Die Juristin arbeitet seit einem Jahr im Parlament der Republik Nordmazedonien und hat die vergangenen Wochen in der Abteilung Plenarsitzungsangelegenheiten verbracht. "Es hat mich sehr inspiriert, wie transparent, offen und zugänglich das österreichische Parlament ist – und wie sehr man das in der Arbeit hier merkt. Diese Lektion will ich mit nach Hause nehmen."

Valon Dobruna ist seit über zehn Jahren als Jurist im Parlament der Republik Kosovo tätig. Im Rahmen des Westbalkan-Stipendiums hat er in Österreich einen neuen Bereich kennengelernt – nämlich Internationale Kooperationen. "Ich wollte etwas ganz neues lernen. Es war eine tolle Möglichkeit und die sechs Wochen sind so schnell vergangen", so der 44-jährige.

Marko Joković war der Einsatzbereich im österreichischen Parlament hingegen nicht ganz fremd. Der 39-jährige arbeitet seit 2022 in der Personalabteilung des serbischen Parlaments und hat im Hohen Haus sechs Wochen lang die Abteilung Verwaltungsinnovation verstärkt. "Wir haben unsere Erfahrungen ausgetauscht und voneinander gelernt", sagt Joković.

Elena Kotevksa hat während ihres Aufenthalts in Österreich nicht nur Plenarsitzungen, sondern auch Christkindlmärkte besucht.

Stärkung der Demokratie in Westbalkan-Ländern

Das Stipendienprogramm wurde 2019 zur Stärkung der Demokratie, des Parlamentarismus und der Rechtsstaatlichkeit in den Ländern des Westbalkans ins Leben gerufen. Es richtet sich an Mitarbeiter:innen der Parlamente von Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien. Das Ziel: Ein vertiefender Austausch nicht nur auf politischer, sondern auch auf administrativer Ebene. Elena Kotevksa, Valon Dobruna und Marko Joković waren Teil der vierten Generation des Stipendienprogramms.

Galerien und Glühwein

Trotz der vollen Tage im Parlament, blieb den Stipendiat:innen auch Zeit, die Stadt zu erkunden. "Ich bin sehr viel gegangen", sagt Joković und lacht, "meine Familie hat mich besucht und wir haben uns einige Museen angesehen." Elena Kotevksa freut sich, dass sie genau in der Vorweihnachtszeit in Wien war: "Ich habe viele Weihnachtsmärkte besucht und Glühwein probiert. Den mochte ich sehr."