News 10.10.2023, 16:30

Wirtschaftsprognose: Verhaltener Aufschwung nach milder Rezession

Österreichs Wirtschaft befinde sich in einer Rezession, führte Holger Bonin vom Institut für Höhere Studien (IHS) im Rahmen einer Aktuellen Aussprache im Wirtschaftsausschuss aus. Auf eine milde Rezession soll 2024 ein verhaltener Aufschwung folgen. Gedämpfte Kaufkraft, hohe Energiepreise und starke Zinssteigerungen führen 2023 zu der milden Rezession in Österreich, erklärte Stefan Schiman-Vukan vom Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO). Während generell von einer Konjunkturerholung ausgegangen wird, soll sich die Rezession im Bauwesen verstärken. Der Bausektor leidet unter mehreren Faktoren und wird laut den Prognosen 2024 um fast 4 % schrumpfen. Insbesondere der Hochbau ist betroffen, betonten die Experten.

"Das Schlimmste liegt hinter uns", warnte der Experte des IHS vor Eingriffen, die den Aufschwung belasten könnten. Die Schwierigkeit an preissenkenden Maßnahmen liege daran, sicherzustellen, dass diese an die Endkund:innen weitergegeben werden. Schiman-Vukan erkannte Risiken eines Beschäftigungsabbaus in der Baubranche. Bonin ging von einer "konjunkturellen Delle" der Bauindustrie für drei Jahre aus. Daher bedürfe es Maßnahmen, die schnell greifen, unterstrich er.

E-Control blickt auf Energie-Krisenjahr 2022 zurück

Anlass für eine intensive Debatte mit den Vorständen der E-Control Wolfgang Urbantschitsch und Alfons Haber gab den Abgeordneten der Tätigkeitsbericht der Behörde für 2022. Das vergangene Jahr war aufgrund der Krisen am Energiesektor das herausforderndste Jahr seit Beginn der Liberalisierung und machte eine Reihe an Sofortmaßnahmen erforderlich, wird darin festgehalten. Die Themen in der Diskussion reichten von Energielenkungsmaßnahmen und Versorgungssicherheit über den Anteil an russischem Gas und den Boom bei Photovoltaik bis hin zu Energiepreissteigerungen und Preistransparenz.

Erweiterung der Gas-Speicherverpflichtungen für Gasversorger

Mit den Stimmen von ÖVP, SPÖ und Grünen gab der Wirtschaftsausschuss außerdem grünes Licht für die Erweiterung der Speicherverpflichtungen der Gasversorger für Erdgas, die künftig für 45 Tage gewährleistet sein soll. Der Zeitraum verkürzt sich durch einen entsprechenden Nachweis auf die bisherigen 30 Tage, wenn die vorzuhaltenden Gasmengen ausschließlich nicht-russischer Herkunft sind. Weiters soll mit der Sammelnovelle gewährleistet werden, dass die Gaskund:innen die Preise für Standardprodukte mit aktuellen Angeboten besser vergleichen und somit Preisvorteile erkennen können.