Wer heute durch Wien schlendert, kommt immer wieder an Bauten von Theophil Hansen vorbei. Zum Beispiel an der Börse, dem Musikverein, dem Palais Epstein oder natürlich dem Parlament. Wer war der Architekt, der das Wiener Stadtbild mitprägte?
Zum 134. Todestag: Hansen, der Baumeister des Parlaments
Von Kopenhagen über Athen nach Wien
Theophil Hansen wurde 1813 in Kopenhagen geboren. Dort studierte er Architektur an der Königlichen Bauakademie. Anschließend zog es ihn nach Athen, wo er sich intensiv mit dem griechischen Baustil auseinandersetzte. Diese Einflüsse sollten später in vielen seiner Werke erkennbar sein.
Nach seiner Zeit in Athen ließ sich der Däne in Wien nieder. Theophil Hansen wirkte maßgeblich an der Gestaltung der Wiener Ringstraße mit, 1866 erhielt er die österreichische Staatsbürgerschaft. Seine Arbeiten fanden weit über Österreich hinaus Anerkennung. Als sein Lebenswerk betrachtete Hansen selbst allerdings das Parlamentsgebäude.
Ein Lebenswerk mit Liebe zum Detail
1869 wurde Theophil Hansen mit der Planung des Parlaments beauftragt. Der Architekt überließ nichts dem Zufall: Er plante das Gebäude bis ins kleinste Detail. Säulen, Kronleuchter, Türschnallen – jedes Element folgt einer gestalterischen Idee.
An diesem Entwurf des Herrenhauses zeigt sich die Liebe zum Detail.
Bei der Planung ließ sich Hansen von der griechischen Antike inspirieren. Damit wollte er dem Ursprung der Demokratie Rechnung tragen.
Nahezu erblindet und nach längerem Leiden verstarb Theophil Hansen am 17. Februar 1891 in Wien. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Wiener Zentralfriedhof.
In der Parlamentsbibliothek gibt es die Möglichkeit, Theophil Hansens Skizzen und Pläne selbst unter die Lupe zu nehmen. Ein großer Bildschirm lässt Besucher:innen durch die Zeichnungen des Architekten blättern und Details heranzoomen.