Demokratiewerkstatt: Zeitzeugin Katja Sturm-Schnabl im Gespräch mit SchülerInnen
Zum Auftakt des Themenschwerpunkts "Volksgruppen in Österreich" war die Kärntner Slowenin Katja Sturm-Schnabl zum Austausch mit SchülerInnen aus Wien zu Gast in der Demokratiewerkstatt des Parlaments. Die Sprachwissenschaftlerin und Literaturhistorikerin, geboren 1936, wurde von den NationalsozialistInnen mit ihrer Familie im Jahr 1942 in ein Arbeitslager deportiert. Es folgten dreieinhalb Jahre Lagerhaft in Deutschland. Im Zentrum des Gesprächs mit den Jugendlichen standen die persönlichen Erfahrungen Sturm-Schnabls während und nach der Zeit des Nationalsozialismus sowie ihre Einschätzung zur aktuellen Situation der Volksgruppe. Um den Jugendlichen die wechselvolle Geschichte der anerkannten Volksgruppen in Österreich möglichst authentisch zu vermitteln, sollen in den nächsten Monaten weitere ZeitzeugInnen in die Demokratiewerkstatt eingeladen werden.
"Meine eigene Deportation in das Arbeitslager mit sechs Jahren brach wie ein Unwetter über mich herein. Es war ein dramatischer Moment und der Zeitpunkt, wo ich begriff, dass ich einer Minderheit angehöre und mich mein Vater nicht mehr beschützen kann", betonte Katja Sturm-Schnabl bei der Schilderung ihrer Lebensgeschichte. Nach der Befreiung 1945 habe sie zuerst eine Jubelstimmung verspürt und bei der Rückkehr nach Kärnten große Erwartungen gehabt. "Wir haben aber zu spüren bekommen, dass wir als Kärntner Slowenen nicht hierhergehören", es sei keine Rede von Gleichberechtigung gewesen.
Seit der Beilegung des "Kärnter Ortstafelstreits" sieht Sturm-Schnabl jedoch den Konsens in Kärnten im Vordergrund. Vor allem der EU-Beitritt Sloweniens habe viel zur positiven Entwicklung des Bilds der Kärntner Slowenen beigetragen.
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