Ein großes Thema war Hass im Netz. Zadić berichtete von ihren Erfahrungen als Justizministerin: "Als ich Ministerin geworden bin, habe ich 25.000 Hass- und Hetze-Nachrichten bekommen". Viele davon waren Fälle für das Strafrecht.
Frauen sind besonders oft von Hass im Netz betroffen. Es ist deshalb wichtig, dass man die Betroffenen unterstützt. Man soll Hass-Kommentare melden und anzeigen, sagte Zadić. Sie forderte die Zuseherinnen und Zuseher auf, bewusst positive Kommentare zu schreiben. Solche Gegenstimmen waren sehr wichtig für sie. Frauen sollen sich nicht aus Angst aus dem digitalen Raum zurückziehen: "Dann bleiben nur noch die Täter zurück."
Alma Zadić ist nicht für eine Klarnamen-Pflicht. Viele Menschen schreiben schon jetzt unter ihrem Klarnamen. Es gibt auch die Möglichkeit der digitalen Nachforschung. "Es sollte schon möglich sein, dass man sich im Netz anonym äußern kann."
Zadić ist klar für ein Social-Media-Verbot für Junge. Die Regierung diskutiert derzeit ein Modell für ein Verbot der sozialen Medien für unter 14-Jährige. Zadić hält eine solche Einschränkung für notwendig, weil soziale Medien Kinder und Jugendliche "fesseln" können. Zu viel Zeit auf Plattformen kann Angststörungen, Aggression oder Depressionen fördern. Kinder brauchen Freiräume ohne soziale Medien, sagte sie.