News in einfacher Sprache 10.07.2024, 13:47

Grün-Gas-Quote: Bundesrat erhebt Einspruch gegen lückenhaftes Gesetz

Der Grund ist, dass eine Kompetenzdeckungs-Klausel fehlt. Das bedeutet, das im Gesetz die Zuständigkeit nicht geregelt ist. Der Bundesrat hat allen anderen Beschlüssen aus dem Nationalrat vom 3., 4. und 5. Juli zugestimmt. Die FPÖ beschuldigte die ÖVP in einer Dringlichen Anfrage, dass sie das Bildungs-System in Österreich kaputt macht.

Das Erneuerbares-Gas-Gesetz soll für Unternehmen gelten, die Gas liefern. Das Gesetz schreibt diesen Unternehmen vor, dass eine bestimmte Menge der Gaslieferungen aus Biogas bestehen muss. Damit soll Österreich weniger abhängig von Erdgas aus Russland werden. Das Gesetz soll auch die Gas-Versorgung Österreichs sichern. Für dieses Gesetz ist eine Bestimmung in der österreichischen Verfassung notwendig. Aber im Nationalrat hat das Gesetz nicht die notwendige Mehrheit von zwei Dritteln bekommen. Deshalb hat der Nationalrat nur einen Teil des Gesetzes an den Bundesrat weitergeleitet. Auch dieser Teil hat nicht die Zustimmung des Bundesrats bekommen. Als Grund für den Einspruch nannten die ÖVP und die Grünen eben das Fehlen der Kompetenzdeckungs-Klausel.

In der Diskussion betonte Bundesrätin Bettina Lancaster von der SPÖ, dass die SPÖ die Ziele des Gesetzes eigentlich unterstützt. Aber der Weg sei falsch. Auch die FPÖ hat immer noch schwere Zweifel. Umweltministerin Leonore Gewessler hofft, dass man sich trotzdem einigen wird. Sie sagte, dass schon einige Ideen der SPÖ ins Gesetz aufgenommen wurden. Die Regierungsparteien sehen das Gesetz als wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Der verpflichtende Anteil von Biogas würde auch die Landwirtschaft in Österreich stärken. Vielleicht gibt es bis zu den Nationalrats-Wahlen im September keine Mehrheit für das Gesetz. Dann muss der neue Nationalrat über das Thema weiter verhandeln.

Ministerin Gewessler spricht vor dem Bundesrat.

64 National­ratsbeschlüsse haben Zustimmung im Bundes­rat bekommen

Zu allen anderen Beschlüssen des Nationalrats vom 3., 4. und 5. Juli hat der Bundesrat zugestimmt und keinen Einspruch erhoben. Dazu gehören zum Beispiel

  • ein neues Hilfspaket für die Gemeinden,
  • die Auflösung der COFAG,
  • mehr Aufgaben und Verantwortung für Pfleger:innen und Heimhelfer:innen,
  • ein Gesetz zu Tele-Arbeit
  • höhere Beiträge zu Verteidigungskosten in Strafverfahren
  • eine neue Förderung für Podcasts
  • einfachere Möglichkeiten zur Errichtung sogenannter Balkon-Kraftwerke, das sind kleine Photovoltaik-Anlagen im Privat-Bereich.

Außerdem können sich Menschen in Zukunft einfacher an Sammel-Klagen beteiligen. Insgesamt hat der Bundesrat an zwei Sitzungstagen 56 Gesetze des Nationalrats, 5 internationale Abkommen und 4 Vereinbarungen zwischen Bund und Bundesländern verhandelt.

Dringliche Anfrage der FPÖ zur Bildungs-Politik

Die FPÖ stellte eine Dringliche Anfrage, welche Folgen die Zuwanderungs-Politik für die Pflichtschulen in Österreich hat. Die FPÖ meint, dass die ÖVP das Bildungs-System kaputt macht. Sie betonte vor allem die schlechten Deutsch-Kenntnisse von Schüler:innen. Laut FPÖ spricht mehr als die Hälfte der Kinder in Wiener Pflichtschulen daheim nicht Deutsch. Ein weiteres Thema war, dass es immer mehr Gewalt und Extremismus in den Schulen gibt. Bildungsminister Martin Polaschek wies auf zahlreiche Maßnahmen hin, die es bereits gibt oder die geplant sind. Dazu gehören etwa die Deutschförder-Klassen. Gegen Gewalt und Extremismus setzt man auf Vorbeugung. Gewalt und Extremismus darf es in keinem Fall geben. Man nennt das "Null-Toleranz-Politik".

Erste Sitzungen unter Vorsitz von Oberösterreich

Die beiden Sitzungen des Bundesrats waren die ersten unter Vorsitz von Oberösterreich. Am 1. Juli hat Franz Ebner das Amt des Bundesrats-Präsidenten von Margit Göll aus Niederösterreich übernommen. Als Präsident des Bundesrats hat sich Franz Ebner vor allem ein Ziel gesetzt: Er will das Vertrauen in die Demokratie stärken. Der oberösterreichische Landeshauptmann Thomas Stelzer hielt vor dem Bundesrat eine Erklärung. Er betonte, dass die Bundesländer wichtig sind, damit Österreich funktioniert.

Der Landeshauptmann von Oberösterreich: Thomas Stelzer

In der Aktuellen Stunde war Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Kocher zu Gast. Er hält es für wichtig, dass die EU wettbewerbsfähig bleibt. Er machte auch Vorschläge dafür:

  • Unternehmen fördern, die neue Ideen umsetzen
  • den Aufwand für öffentliche Verwaltung senken
  • eine Garantie für Ausbildungen bis zum 25. Geburtstag in ganz Europa.

Am Anfang der Bundesrats-Sitzungen wurde die SPÖ-Mandatarin Maria Fischer aus der Steiermark als neues Mitglied des Bundesrats angelobt. Sie hat das Mandat von Elisabeth Grossmann übernommen. Frau Grossmann ist nun Abgeordnete im Europäischen Parlament.