News in einfacher Sprache 19.11.2025, 20:25

Grüne fordern: "Nur Ja heißt Ja" bei sexuellen Handlungen

Die Grünen wollen den Grundsatz "Nur Ja heißt Ja" in das Sexual-Strafrecht aufnehmen. Der Grundsatz bedeutet: Sexuelle Handlungen sind nur dann okay, wenn das alle beteiligten Menschen eindeutig wollen. Man nennt das auch: einvernehmlich. Die Grünen haben dafür einen Dringlichen Antrag gestellt. Sie meinen: Die Politik muss sich weiterhin stark für Gewaltschutz einsetzen.

Es ist noch nicht sicher, ob der Nationalrat die Forderung annimmt. Die SPÖ und die NEOS unterstützen den Antrag. Aber sie müssen das Thema noch mit der ÖVP besprechen. Die ÖVP ist zu Gesprächen bereit. Aber die ÖVP hat auch Zweifel: Wird eine Gesetzes-Änderung wirklich zu mehr Verurteilungen bei Vergewaltigung führen? Die ÖVP-Abgeordnete Juliane Bogner-Strauß meint: "Beweis-Regeln" sind wichtiger. Dazu gehören zum Beispiel mehr Gewaltschutz-Ambulanzen. Der ÖVP-Abgeordnete Wolfgang Gerstl findet: Die Unschulds-Vermutung muss weiter gelten. Und es darf keine Beweislast-Umkehr geben. Das bedeutet: Jeder Mensch gilt bis zu einer gültigen Verurteilung als unschuldig. Und das Opfer muss die Vergewaltigung beweisen.

Die NEOS-Abgeordnete Sophie Marie Wotschke findet: Das ist ohnehin klar. Aber Gerichts-Prozesse sollen in Zukunft vor allem klären: War der Täter ganz sicher, dass das Opfer die sexuellen Handlungen wollte? Es geht nicht darum, ob das Opfer laut genug "nein" gesagt hat. Die SPÖ unterstützt den Antrag von den Grünen. Die SPÖ meint: Österreich soll die Gesetze bei diesem Thema an die Gesetze von anderen europäischen Ländern anpassen.

Die FPÖ findet eine Gesetzes-Änderung nicht notwendig. Der Grundsatz "Nein heißt Nein" gilt schon jetzt und genügt. Die FPÖ-Abgeordnete Rosa Ecker meint: Sexuelle Gewalt ist schon eine Straftat. Sie findet andere Dinge wichtiger: Zum Beispiel keine Milde bei den Strafen und ein Ende für das Aufenthalts-Recht bei Straftätern aus dem Ausland.

Grünen-Klubchefin Leonore Gewessler setzt sich für weiterhin starke Gewaltschutz-Politik ein.

Gewaltschutz-Politik weiterführen

Der Dringliche Antrag war auch eine Folge von der internationalen Aktion "16 Tage gegen Gewalt an Frauen". Die Grünen und die Grünen-Klubobfrau Leonore Gewessler haben in der Aktion mehrere Maßnahmen gefordert. Vor Gesundheits-Einrichtungen für Schwangerschafts-Abbrüche gibt es Schutz-Zonen. Die Grünen wollen dafür einheitliche Regelungen für ganz Österreich. Die Grünen wollen auch die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen stärken. Deshalb wollen sie ein Recht auf Kinder-Betreuung ab dem 1. Geburtstag. Die Grünen wollen eine gerechtere Aufteilung der Eltern-Karenz zwischen Müttern und Vätern. Die Grünen wollen eine Pflicht zu Einkommens-Berichten für Unternehmen mit mehr als 35 Angestellten.

Begriffe einfach erklärt

Die Arbeit im Parlament ist sehr umfangreich und vielfältig. Es gibt viele Fachbegriffe. Diese Begriffe werden auf der Parlaments-Website einfach verständlich erklärt: 

Begriffe einfach erklärt

Der Antrag hat keine Mehrheit bekommen. Denn die Regierungs-Parteien sagen: Wir haben schon viele Maßnahmen für den Schutz und die Unterstützung von Frauen umgesetzt. Zu den Maßnahmen gehört zum Beispiel das "Dickpic-Verbot". Das bedeutet: Das Verschicken von Penis-Fotos ohne ausdrücklichen Wunsch ist verboten. Zu den Maßnahmen gehört auch eine Werbeaktion gegen K.O.-Tropfen. Zu den Maßnahmen gehört auch ein strengeres Waffen-Gesetz. Zu den Maßnahmen gehört auch das Ende von Steuern auf Menstruations-Artikel. Außerdem plant die Regierung einen Unterhalts-Garantie-Fonds. Zu den Maßnahmen gehört auch mehr Geld für das Frauen-Ministerium. Zu den Maßnahmen gehört auch die kostenlose Betreuung von Frauen in ganz Österreich, die Gewalt erleben.

Frauen-Ministerin Eva-Maria Holzleitner hat für die Regierung gesagt: Gewaltschutz ist eine langfristige Aufgabe für die Politik. Gewaltschutz ist aber auch eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft. Männer sind für die Sicherheit von Frauen verantwortlich. Die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen ist eine wichtige Voraussetzung dafür. Nur dann können sie jederzeit eine Beziehung beenden. Die Frauenministerin will bald einen Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt gegen Frauen vorstellen. Aber es soll dafür "keinen Cent mehr Budget" geben. Das finden die Grünen nicht gut.

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