News in einfacher Sprache 25.03.2026, 22:20

Grüne stimmen im Plenum der Spritpreis-Bremse zu

Schon zu Beginn der Sitzung des Nationalrats am Mittwoch war die aktuelle Energiekrise aufgrund des Iran-Kriegs das zentrale Thema. In einer Aktuellen Stunde diskutierten die Abgeordneten die gestiegenen Preise für fossile Energie. Die Grünen hatten dieses Thema gewählt.

Notwendige Zweidrittel-Mehrheit gesichert

Wegen der aktuell hohen Treibstoff-Preise haben die Regierungsparteien dem Nationalrat Maßnahmen für eine "Spritpreis-Bremse" vorgelegt. Damit sollen Treibstoff-Preise um 10 Cent pro Liter billiger werden. Ab 1. April soll es möglich sein, per Verordnung die Mineralölsteuer zu senken. Auch die Gewinnspannen von Raffinerien und Tankstellen sollen begrenzt werden können.

Für die Beschränkung der Gewinnspannen war eine Zweidrittel-Mehrheit notwendig. Nach längeren Verhandlungen stimmten die Grünen am Mittwoch doch zu.

Am Rednerinnenpult steht Klubobfrau Leonore Gewessler (Grüne). Während der Sitzung einigten sich die Regierungsparteien mit den Grünen.

"Wir werden sicher nicht als Ausrede dafür herhalten, wenn es der Regierung nicht gelingt, die Spritpreise zu senken", sagte Grünen-Klubchefin Leonore Gewessler. Die Grünen befürchten aber nach wie vor, dass Unternehmen die geplanten Entlastungen umgehen könnten. Keine Zustimmung der Grünen gab es für die Senkung der Mineralölsteuer. Diese wurden mit einer einfachen Mehrheit von ÖVP, SPÖ und NEOS beschlossen.

Viel Kritik an den Plänen der Regierung kam von der FPÖ. Abgeordnete Barbara Kolm warnte davor: Die Spritpreis-Bremse wird zu einer Verknappung des Angebots führen. Dadurch kann die Inflation weiter steigen. Kolm sprach sich für eine Senkung der Steuern und die Abschaffung der CO₂-Bepreisung aus.

Die übrigen Gesetze im Rahmen der Spritpreis-Bremse wurden mit einer einfachen Mehrheit von ÖVP, SPÖ und NEOS beschlossen.

E-Mopeds künftig auf der Straße unterwegs

Auf der Tagesordnung stand auch eine Novelle der Straßenverkehrs-Ordnung. E-Mopeds sollen ab Oktober nicht mehr auf Radwegen fahren dürfen. Sie müssen dann die Fahrbahn benutzen.

Auch die Regeln für das Fahren mit E-Scootern wurden verschärft. Alle Personen unter 16 Jahre müssen ab 1. Mai einen Helm tragen. Man darf keine Gegenstände oder weitere Personen mit E-Scootern mitnehmen. E-Scooter brauchen auch Klingeln und Blinklichter. Die Beschlüsse fielen mit breiter Mehrheit.

Es wird auch härtere Strafen für das Schummeln bei der Führerschein-Prüfung geben. Wer erwischt wird, muss künftig 18 statt neun Monate warten, bis sie oder er wieder zur Prüfung antreten darf.

Begriffe einfach erklärt

Die Arbeit im Parlament ist sehr umfangreich und vielfältig. Es gibt viele Fachbegriffe. Diese Begriffe werden auf der Parlaments-Website einfach verständlich erklärt: 

Begriffe einfach erklärt

Antisemitismus-Strategie

Die Tagesordnung am Mittwoch hat mit der sogenannten Nationalen Strategie gegen Antisemitismus begonnen. Antisemitismus ist der Hass gegenüber Jüdinnen und Juden. Insgesamt wurden 49 Maßnahmen definiert, die das jüdische Leben in Österreich schützen sollen. Ein Schwerpunkt soll auf dem Ausbau von Melde- und Erfassungssystemen und der Schließung von gesetzlichen Lücken liegen.

Am Mittwoch standen insgesamt 24 Punkte auf der Tagesordnung.

Das Engagement der Zivilgesellschaft im digitalen Bereich und in den Medien soll gestärkt werden. Dazu sollen Melde- und Beratungseinrichtungen stärker unterstützt werden. Die Strategie wurde im Nationalrat einstimmig angenommen.

Neues Management in Schulen und Medienpaket

Mit den Stimmen von ÖVP, SPÖ, NEOS und Grünen wurde ein Gesetz zum "mittleren Management" an Pflichtschulen beschlossen. Bildungsminister Christoph Wiederkehr sieht dadurch vor allem eine Entlastung für Schuldirektorinnen und -direktoren und das Lehrpersonal. Diese können sich nun auf die Weiterentwicklung der Lehrmethoden konzentrieren. Sigrid Maurer von den Grünen nannte die Gesetzes-Initiative "überschaubar". Die Freiheitlichen lehnten den Vorstoß vollkommen ab.

Die Abgeordneten debattierten auch über Änderungen im Medien-Gesetz. Dadurch soll eine EU-Richtlinie umgesetzt werden, mit der die Pflichten zur Kennzeichnung für politische Werbung EU-weit vereinheitlicht werden. Auch die Regeln für Regierungsinserate sollen gelockert werden. Das Gesetz wurde mehrheitlich angenommen.

Ministerinnen-Anklage und Zulagen für Personalvertretungen

Die FPÖ stellte den Antrag, Ex-Umweltministerin Leonore Gewessler wegen ihres Stopps des Lobau-Tunnels anzuklagen. Der Antrag fand keine Mehrheit. Abgelehnt wurde auch eine Gesetzesinitiative der Freiheitlichen zur Abschaffung der Bundesstelle für Sektenfragen.

Die Grünen brachten eine Forderung zur Dienstrechts-Novelle 2025 ein: Das damit eingeführte Zulagensystem für Personalvertreterinnen und Personalvertreter im öffentlichen Dienst soll wieder abgeschafft werden. Es soll durch "faire" Regelungen ersetzt werden. Auch das wurde vom Nationalrat mehrheitlich abgelehnt. Nun könnte diese Frage vor dem Verfassungsgerichtshof landen. Grünen-Abgeordnete Sigrid Maurer kündigte an, eine Anrufung des Höchstgerichts zu prüfen. Auch die FPÖ sprach sich für einen solchen Schritt aus.

Elke Hanel-Torsch hat ihr Mandat zurückgelegt. Deshalb wurde zu Beginn der Sitzung Christoph Matznetter (SPÖ) angelobt.

Audio-Artikel "Nachrichten in einfacher Sprache"

Jetzt kommt man noch leichter zu Informationen über Parlament und Demokratie. Denn man kann sich die Nachrichten in einfacher Sprache auch anhören.

Seit November 2025 bietet das Parlament alle Nachrichten in einfacher Sprache auch als Audio-Artikel. Man kann sich die Nachrichten also anhören. Man muss sie nicht mehr selbst lesen. Die Stimme ist von einer KI. Das ist die Abkürzung für Künstliche Intelligenz.

Es gibt jeden Tag neue Folgen. Man kann die Audio-Artikel auf diesen Kanälen hören: bei YouTube, Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music.

Jetzt reinhören