News in einfacher Sprache 05.12.2025, 18:19

Jugendparlament spricht über Belohnungen für Schülerinnen und Schüler

Nationalratspräsident Walter Rosenkranz hat die Jugendlichen ins Parlament eingeladen. Im Jugendparlament ging es um einen erfundenen Gesetzes-Vorschlag zum Thema "Leistung muss sich lohnen – auch in der Schule".

Über diesen Gesetzes-Vorschlag haben die Jugendlichen diskutiert. Sie haben verschiedene Rollen übernommen. Sie spielten Abgeordnete, Reporterinnen und Reporter, Mitglieder des Social-Media-Teams und Redakteurinnen und Redakteure der Parlaments-Korrespondenz.

So haben die Jugendlichen selbst erlebt, wie Gesetze und politische Entscheidungen entstehen.

Unterstützung bei der Entscheidung

Die Jugendlichen konnten dabei Fragen an "echte" Abgeordnete von allen Parteien stellen. Die Antworten gaben Maximilian Weinzierl (FPÖ), Margreth Falkner (ÖVP), Paul Stich (SPÖ), Ines Holzegger (NEOS) und Ralph Schallmeiner (GRÜNE).

Auch Bedienstete der Parlamentsdirektion haben die Jugendlichen unterstützt.

Inhaltliche Unterstützung bekamen die Jugendlichen von 2 Personen: Michaela Fasching und Árpád Krämer. Fasching ist Bildungs-Psychologin, Krämer ist der Schuldirektor vom Wiener Gymnasium am Augarten.

Höhepunkt: Die Abstimmung

Der Höhepunkt war die Abstimmung über den erfundenen Gesetzes-Vorschlag. Sie fand während der Plenar-Sitzung des Jugendparlaments im Nationalrats-Saal statt.

"Echte" Abgeordnete von allen Parteien haben die Fragen der Jugendlichen beantwortet.

Klub-Sitzungen und Ausschuss-Sitzungen

Vor der Plenar-Sitzung gab es mehrere Klub- und Ausschuss-Sitzungen. Die Jugendlichen haben dabei den Gesetzes-Vorschlag besprochen.

Sie haben sich genau mit den Vorteilen und Nachteilen beschäftigt. Außerdem haben die Jugendlichen Anträge dazu gemacht und versucht, Mehrheiten für ihre Ideen zu finden.

Inhalt des Gesetzes-Vorschlags

Im Gesetzes-Vorschlag sind folgende Punkte gestanden:

Wenn Jugendliche im ersten Semester sehr gute Leistungen haben, sollen sie im zweiten Semester Vorteile bekommen. Das soll ab der neunten Schulstufe gelten.

Als sehr gute Leistung gilt ein Noten-Durchschnitt von maximal 1,5. Die Jugendlichen sollen dafür folgende Vorteile haben:

  • Sie dürfen im zweiten Semester bis zu 7 Tage frei nehmen.
  • Sie dürfen bis zu 10 Hausübungen auslassen.
  • An Schultagen mit mehr als 6 Stunden: Sie dürfen ab der siebten Stunde ihr Handy oder Tablet verwenden.

Wenn die Jugendlichen unter 18 sind, dürfen ihre Erziehungsberechtigten diesen Vorteilen aber widersprechen.

Meinung vor der Plenar-Sitzung

Eine Schülerin aus Tirol hat vor der Plenar-Sitzung gesagt: Sie hat noch eine gemischte Meinung zum Gesetzes-Vorschlag. Aber im Ausschuss hat es einen Antrag auf eine Änderung gegeben, den die Schülerin als guten Kompromiss empfindet.

Für die Schülerin war es "sehr cool" am Ausschuss teilzunehmen. Am Anfang hat sich niemand getraut, etwas zu sagen. Aber dann ist schnell ein gutes Gespräch entstanden.

Natürlich haben die Jugendlichen vor der Plenar-Sitzung auch Interviews geführt.

Plenar-Sitzung

In der Plenar-Sitzung hatte Nationalratspräsident Walter Rosenkranz den Vorsitz.

Die Klubs haben ihre Meinungen zum Gesetzes-Vorschlag vorgestellt. Die Jugendlichen haben gefordert, dass Schülerinnen und Schüler eine "angemessene Belohnung" bekommen. Sie soll zum Lernen motivieren.

Zu hoher Noten-Durchschnitt

Viele Jugendlichen haben gesagt, dass der Noten-Durchschnitt von 1,5 zu hoch ist. Viele können ihn gar nicht erreichen. Deshalb hat sich das Jugendparlament darauf geeinigt, dass der Noten-Durchschnitt maximal 2 sein darf.

Kein Mitsprache-Recht für Eltern

Im Gesetzes-Vorschlag stand, dass Eltern über die Belohnung mitentscheiden können. Das fanden die Jugendlichen unpassend. Denn viele Eltern sind zu streng. Außerdem sind die Schülerinnen und Schüler selbstständig genug. Sie können sich ihre Ziele selbst einteilen.

Keine Handys

Die Jugendlichen waren dagegen, dass Handys und Tablets als Belohnung gelten. Denn sie sind eine Ablenkung im Unterricht.

Unterstützung für Inklusions-Kinder

Ein Jugendlicher hat gesagt: Auch Inklusions-Kinder sollen die Möglichkeit haben, die Belohnungen zu erreichen. Das gilt zum Beispiel für Kinder mit Behinderungen. Denn Inklusion ist "keine Bitte, sondern ein Menschenrecht."

Entscheidung

Im Ausschuss haben die Jugendlichen mehrere Änderungen zum Gesetzes-Vorschlag erarbeitet. Mit diesen Änderungen hat die Mehrheit im Jugendparlament dem Gesetzes-Vorschlag zugestimmt.

Auch 2 Entschließungs-Anträge hat das Jugendparlament angenommen. Einerseits soll es auch Belohnungen für Zwischen-Erfolge geben. Andererseits soll das neue Belohnungs-System überprüft werden, wenn es 1 Jahr gelaufen ist.

Keine Zustimmung zu 2 Forderungen

Außerdem gab es im Jugendparlament 2 weitere Forderungen: Es sollte eigene Räume und Regelungen für Jugendliche mit Lernschwierigkeiten geben.

Diese Forderungen haben keine Mehrheit bekommen.

In der Plenar-Sitzung haben die Klubs ihre Standpunkte vorgestellt.

Großes Lob der „echten“ Abgeordneten

Am Ende haben die "echten" Abgeordneten gesprochen. Sie waren vom Einsatz der Jugendlichen begeistert.

Maximilian Weinzierl von der FPÖ hat gesagt: Die Jugendlichen können sehr gut reden. Sie sollen sich weiter mit Kommunikation beschäftigen.

Margreth Falkner von der ÖVP wünschte sich: Es soll noch viel mehr Veranstaltungen wie das Jugendparlament geben. So können Jugendliche besser verstehen, wie Demokratie funktioniert.

Paul Stich von der SPÖ hat betont: In jedem Gesetzes-Vorschlag gibt es gute und schlechte Punkte. Das haben die Jugendlichen in ihren Diskussionen sehr gut besprochen. So konnten die Jugendlichen viel lernen und Demokratie besser verstehen.

Ines Holzegger von den NEOS hat sich gefreut, dass die Jugendlichen so motiviert dabei waren. Sie hat besonderen Respekt vor allen, die im Plenar-Saal eine Rede gehalten haben.

Ralph Schallmeiner von den Grünen sagte: Die Jugendlichen haben das sehr gut gemacht. In den Diskussionen sind sie wirklich gut auf unterschiedliche Punkte und Sichtweisen eingegangen.

Schlussworte des National­rats­präsidenten

In seinen Schlussworten hat Nationalratspräsident Walter Rosenkranz betont: Beim Jugendparlament konnten die Jugendlichen im Parlament Reden halten. Das war nicht ihre einzige, sondern ihre erste Möglichkeit dafür. Vielleicht machen sie das in Zukunft öfter.

Denn Rosenkranz hat die Jugendlichen ermutigt, sich weiter mit politischen Abläufen zu beschäftigen. Es zahlt sich aus, in die Politik zu gehen. Es ist ein sehr schöner Dienst für die Allgemeinheit, sagte Rosenkranz.

Ziel des Jugendparlaments

Durch das Jugendparlament sollen Jugendliche erleben, wie demokratische Abläufe funktionieren. Gleichzeitig sollen sie besser verstehen, wie das Parlament arbeitet.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.reininsparlament.at

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