News in einfacher Sprache 21.01.2026, 17:43

Nationalrat: Messenger-Überwachung sorgt weiter für Aufregung

Die Grünen sind verärgert. Innenminister Gerhard Karner hat aus ihrer Sicht mehrere schriftliche Anfragen zur Messenger-Überwachung "vollkommen unzureichend" beantwortet. Die Grünen wollten wissen:
Wie weit ist der Beschaffungsvorgang für die Überwachungs-Software fortgeschritten?
Gibt es bereits konkrete Gespräche mit Anbietern? Welche Kosten sind für die Messenger-Überwachung im Budget vorgesehen?

Abgeordneter Süleyman Zorba wies bei einer Debatte im Nationalrat darauf hin, dass die Koalition bei der Beschlussfassung umfassende Transparenz versprochen hat.

Gerhard Karner verweigerte die meisten gewünschten Auskünfte. Er wies dabei auf die Sicherheitsinteressen Österreichs hin. Staatssekretär Jörg Leichtfried verteidigte diese Vorgangsweise im Nationalrat. Seiner Meinung nach ist der geheime Unterausschuss des Innenausschusses der richtige Ort, um diese Fragen zu diskutieren. Dieser Ausschuss ist für die Kontrolle des Staatsschutzes zuständig.

FPÖ und Grünen legen Beschwerde beim Verfassungs-Gerichtshof ein. Dieser wird die "Messenger-Überwachung" prüfen.

Beschwerde beim Verfassungs­gerichtshof

Die Regierungsparteien sind sicher, dass der Verfassungs-Gerichtshof keinen Einspruch gegen die Messenger-Überwachung haben wird. Er hatte eine frühere Regelung aufgehoben. In der neuen Regelung geht es nicht um Massenüberwachung, sondern um eine gezielte Überwachung von Gefährdern. Man braucht neue Ermittlungs-Methoden, um Terror-Anschlägen und anderen verfassungsfeindlichen Angriffen vorzubeugen. ÖVP, SPÖ und NEOS verweisen auch auf bestehende Kontroll-Mechanismen.

FPÖ und Grüne sind überzeugt, dass der Verfassungs-Gerichtshof auch das neue Gesetz kippen wird. Sie haben gemeinsam Beschwerde beim Höchstgericht eingelegt. Zorba gab technische Probleme zu bedenken: Man kann verschlüsselte Messenger-Kommunikation nicht überwachen, ohne gleichzeitig einen Zugriff auf andere Inhalte wie private Fotos zu bekommen. Er sieht auch eine massive Gefährdung der Cyber-Sicherheit: Sicherheitslücken müssen bewusst offen gehalten werden, um Spionage-Software einsetzen zu können. Christian Hafenecker (FPÖ) sprach von einem "massiven Angriff auf Grund- und Freiheitsrechte". Spionage-Software könnte ohne strafrechtliches Ermittlungsverfahren eingesetzt werden.

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