News in einfacher Sprache 19.03.2026, 16:31

Nationalrat berät am 25. März über die Straßenverkehrsordnung

Am 25. und am 26. März sind Nationalratssitzungen. Am 25. März wird es unter anderem um Maßnahmen für mehr Sicherheit im Verkehr gehen. Zum Beispiel sollen E-Mopeds nicht mehr auf Fahrradwegen fahren dürfen. Viele Essenszusteller verwenden E-Mopeds. Diese bekommen Zeit, sich auf diese neuen Regeln einzustellen.

Außerdem soll es strengere Regeln für E-Scooter geben. Zum Beispiel sollen sie Blinker haben. Es soll eine Helmpflicht für unter 16-Jährige und eine Alkoholgrenze von 0,5 Promille geben. Für E-Bikes soll eine Helmpflicht für unter 14-Jährige kommen.

In der Änderung der Straßenverkehrsordnung soll auch stehen, dass es in bestimmten Bereichen Zufahrtskontrollen geben wird. Zum Beispiel in der Wiener Innenstadt. Diese Kontrollen sollen herausfinden, welche Fahrzeuge ohne Erlaubnis in solche Bereiche hineinfahren.

Radfahrerinnen und Radfahrer ohne Helm sollen nach Unfällen mehr von den Kosten übernehmen.

Der Nationalrat wird nächste Woche unter anderem über ein Radweg-Verbot für E-Mopeds beraten.

Für Schummeln bei der Führerscheinprüfung soll es strengere Strafen geben. Momentan muss man 9 Monate auf den nächsten Prüfungstermin warten, wenn man schummelt. In Zukunft sollen es 18 Monate sein. Für Personen, die den Prüfungsbetrug organisieren und durchführen, wird es außerdem eine Verwaltungsstrafe geben.

In den Führerscheinklassen C und D müssen über 60-Jährige den Führerschein alle 2 Jahre verlängern lassen. In Zukunft wird das auf 5 Jahre verlängert. Das ist die Frist, die jetzt für jüngere Menschen gilt.

Bundesstraßennotfallgesetz, Spritpreisbremse

Es soll außerdem eine Änderung der Gesetze für neue Verkehrssysteme geben. Die Daten für Verkehrsdienste sollen zu den neuen EU-Regeln passen. Und es wird ein neues Bundesstraßennotfallgesetz geben. Straßentunnel sollen bei Blackouts und anderen Notfällen offenbleiben.

Die Regierung will schnell über eine "Spritpreisbremse" entscheiden lassen. Wenn der Wirtschaftsausschuss rechtzeitig mit seinen Beratungen fertig ist, werden die Abgeordneten darüber beraten. Dafür sind Änderungen beim Preisgesetz und beim Mineralölsteuergesetz nötig. Darüber soll der Nationalrat in einer Sondersitzung beraten. Am Dienstag wird die Spritpreisbremse im Wirtschaftsausschuss Thema sein. Wenn es dort eine Einigung gibt, wird über die Spritpreisbremse am Mittwoch in der nächsten Nationalratssitzung abgestimmt.

Der Treibstoff soll ungefähr 10 Cent pro Liter billiger werden. Zum Beispiel soll dafür die Mineralölsteuer niedriger werden. Die Regierung will außerdem Gewinne und Aufschläge während der Herstellung und des Verkaufs einfrieren. Unternehmen sollen also die Preise nicht weiter erhöhen dürfen.

Mehr Klarheit bei der Wahl des ORF-Direktoriums

Der Verfassungsausschuss hat zwei große Pakete mit neuen Medien-Regeln vorbereitet. Sie kommen jetzt in das Parlament zur Abstimmung. Die Regeln setzen zwei EU-Gesetze um. Es geht um folgende Punkte:

  • Es soll klarer werden, wie das ORF-Direktorium gewählt wird.
  • Es soll eine zentrale Datenbank mit Anbietern von Mediendiensten geben.
  • Die Regeln für die Prüfung von Zusammenschlüssen von Medienunternehmen werden angepasst.
  • Für politische Werbung gelten neue EU-Vorschriften. Wer sich nicht daran hält, muss hohe Strafen zahlen.
  • Politische Werbung muss gut erkennbar sein. Es geht aber auch um besonders sensible persönliche Daten. Zum Beispiel über Herkunft, Religion, politische Meinung oder sexuelle Orientierung. Diese Daten darf man nicht für politische Werbung nutzen. Zum Beispiel in sozialen Medien.
  • Die Regierung will noch eine Änderung: Das bisher sehr strenge Verbot für Werbung der Regierungsstellen soll lockerer werden.

Die Abgeordneten werden auch über mehr Klarheit bei der Wahl der ORF-Spitze sprechen.

Mehr Mittel für die Verwaltung von Schulen

Bildungsminister Christoph Wiederkehr möchte das Dienstrecht für den öffentlichen Dienst ändern. Dadurch sollen Schulen mehr Mittel für Verwaltungsaufgaben bekommen. Dafür gibt es ungefähr 20 Millionen Euro. Einen großen Teil dieses Geldes sollen Pflichtschulen bekommen. Dort soll es ein "mittleres Management" geben. Das soll die Schulleitungen, aber auch die Lehrerinnen und Lehrer entlasten.

Lehrerinnen und Lehrer, die bestimmte Aufgaben übernehmen, müssen dafür weniger Stunden unterrichten. So ähnlich war das früher auch schon möglich. Die Schulen sollen außerdem mehr selbst entscheiden, wofür sie das Geld verwenden.

Mehr Frauen in Aufsichtsräten, leichterer Gang an die Börse

Der Justizausschuss ist dafür, dass in Aufsichtsräten von Firmen, die an der Börse sind, mindestens 40% Frauen sein müssen. Bisher waren es 30%.

Wenn man in Österreich die Ausbildung zur Notarin oder zum Notar machen will, muss man sich in das Verzeichnis der Notariatskandidatinnen und -kandidaten eintragen lassen. Bis jetzt hat man für die erstmalige Eintragung in dieses Verzeichnis unter 35 Jahre alt sein müssen. Diese Altersobergrenze soll auf 50 Jahre angehoben werden. Das hat der Justizausschuss einstimmig beschlossen.

Der europäische "Listing Act" soll kleinen und mittleren Unternehmen helfen. Er soll den Börsengang einfacher machen. Die öffentlichen Kapitalmärkte sollen dadurch interessanter werden. Zum Beispiel soll der Mindeststreubesitz statt 25% nur mehr 10% sein müssen. Das ist der Anteil der Aktien eines Unternehmens, die man frei handeln kann. Die Aktien müssen Anlegerinnen und Anlegern gehören, die die Aktien an der Börse kaufen und verkaufen können.

Es soll erst dann verpflichtende Wertpapierprospekte geben, wenn ein Unternehmen mehr als 12 Millionen Euro an Aktien anbietet. Ein Wertpapierprospekt ist ein genaues Informationsdokument über ein Unternehmen.

Der Finanzausschuss hat auch neuen Regeln zugestimmt, die zur ESG‑Rating‑Verordnung gehören. Diese Verordnung bewertet die Nachhaltigkeit von Finanzunternehmen.

Außerdem wird das Fiskalrats- und Produktivitätsratsgesetz überarbeitet. In Zukunft gilt: Der Fiskalrat muss alle fünf Jahre von Fachleuten von außen überprüft werden. Der Fiskalrat in Österreich ist eine Gruppe von unabhängigen Fachleuten. Diese überprüfen zum Beispiel, wie viel Geld der Staat zur Verfügung hat und wie die Regierung dieses Geld ausgibt. Der Fiskalrat schreibt auch Berichte, wie gut die Regierung mit dem öffentlichen Geld umgeht.

Finanzminister Markus Marterbauer kommt zu einer Fragestunde ins Parlament.

Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen, Strategie gegen Antisemitismus

Die Abgeordneten werden über das Vorgehen gegen Antisemitismus und über den Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen diskutieren.

Außerdem wird eine Entscheidung zum Thema weibliche Genitalverstümmelung geben. Weibliche Genitalverstümmelung heißt, dass Frauen und Mädchen ohne medizinischen Grund Teile der Geschlechtsteile abgeschnitten werden. Außerdem wird es Entscheidungen zum Schutz von schwangeren Frauen vor Abtreibungskliniken geben.

Der Nationalrat wird auch ein Ersatzmitglied des Verfassungsgerichtshofes wählen.

Die FPÖ will unter anderem die Abschaffung der Bundessektenstelle. Außerdem wollen die Freiheitlichen Ministeranklage gegen Ex-Umweltministerin Leonore Gewessler erheben. Der Grund ist, dass Gewessler mehrere Straßenbauprojekte gestoppt hat.

Den Grünen wollen, dass die neuen Zulagen für freigestellte Personalvertreterinnen und Personalvertreter im öffentlichen Dienst wieder zurückgenommen werden.

Die Sitzung am Mittwoch beginnt mit einer Aktuellen Stunde. Am Donnerstag gibt es eine Fragestunde mit Finanzminister Markus Marterbauer.

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