News in einfacher Sprache 17.03.2026, 14:23

Weniger als die Hälfte der jungen Menschen vertrauen dem Parlament

Der "Demokratie Monitor" ist ein Projekt, das die Menschen in Österreich jedes Jahr befragt, was sie über Demokratie und das politischen System in Österreich denken. Bei dem Projekt stellt man außerdem 300 jungen Menschen zwischen 16 und 26 Jahren diese Fragen. Für das Jahr 2025 sind zum ersten Mal viel mehr junge Menschen befragt worden. Ungefähr 1.000 junge Menschen haben online oder am Telefon mitgemacht. Die Ergebnisse sind jetzt im Parlament vorgestellt worden.

Hier kommen Sie zu der Studie: Studie 2025 / PDF, 389 KB

Eine der Frauen, die die Jugendstudie gemacht haben, ist Martina Zandonella. Sie hat die Ergebnisse im Parlament vorgestellt.

Interesse an Politik und Parlament

Es heißt immer wieder, dass junge Menschen nicht viel mit Politik zu tun haben wollen. Die Studie von Martina Zandonella und Karoline Bohrn bestätigt das nicht. Im Gegenteil: Junge Menschen beschäftigt Politik mehr als vor dem Jahr 2020. Außerdem wollen die jungen Menschen viel darüber erfahren, was das Parlament arbeitet. Sie wollen auch wissen, wie Gesetze entstehen.

Aber junge Menschen sehen das politische System in Österreich sehr kritisch, sagen Zandonella und Bohrn. Im Jahr 2018 sind 69 Prozent der Meinung gewesen, dass es gut funktioniert. Jetzt sind es nur noch 44 Prozent.

Junge Menschen haben auch viel weniger Vertrauen in das Parlament als früher. 2020 haben 56 Prozent dem Parlament vertraut. 2025 sind es nur noch 41 Prozent gewesen. Auch das Vertrauen in die Regierung ist weniger geworden. 2020 haben noch 51 Prozent der Regierung vertraut. 2025 sind es nur noch 37 Prozent. Aber junge Menschen haben noch mehr Vertrauen als ältere Menschen. Von den über 27-Jährigen finden nur 33 Prozent, dass das System gut funktioniert.

Begriffe einfach erklärt

Die Arbeit im Parlament ist sehr umfangreich und vielfältig. Es gibt viele Fachbegriffe. Diese Begriffe werden auf der Parlaments-Website einfach verständlich erklärt: 

Begriffe einfach erklärt

Junge Menschen fühlen sich nicht gut vertreten

Die Autorinnen der Studie sagen: Junge Menschen haben weniger Vertrauen in die Politik, weil sie sich weniger vertreten fühlen. 2018 haben fast zwei Drittel der jungen Menschen geglaubt, dass sie im Parlament gut vertreten sind. Seit 2021 glauben das nur mehr 32 %, also halb so viele. Viele glauben jetzt, dass sie mit politischer Teilnahme kaum etwas ändern können. Die Meinung von jungen Menschen hängt stark davon ab, wie sie leben. Junge Menschen mit mehr Geld fühlen sich besser im Parlament vertreten. Sie finden auch, dass die Politik besser funktioniert. Das gilt auch für Menschen mit Universitätsabschluss gegenüber Menschen ohne Hochschulbildung.

39 Prozent der jungen Männer fühlen sich im Parlament gut vertreten. Aber nur 27 Prozent der jungen Frauen fühlen sich im Parlament gut vertreten. Es ist deshalb keine Überraschung, dass nur 37 Prozent der jungen Frauen dem Parlament vertrauen. Bei den jungen Männern sind es 44 Prozent.

Aber die große Mehrheit der jungen Menschen wollen die Demokratie. Für 89 Prozent der jungen Menschen zwischen 16 und 26 Jahren ist die Demokratie die beste Staatsform. Das sind gleich viele wie im Jahr 2018.

Bei der Diskussion mit Vertreterinnen und Vertretern der Parlamentsparteien ist es auch um das Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige gegangen.

Vier Parteien sind für eine Altersbeschränkung bei Sozialen Medien

Vertreterinnen und Vertretern von allen Parlamentsparteien haben die Ergebnisse der Studie sind bei einer Diskussion besprochen. Dabei ist es auch um ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren gegangen. Die Abgeordneten der Regierungsparteien und Barbara Neßler von den Grünen haben das Verbot unterstützt. Sie sagen, das Verbot schützt Kinder und Jugendliche. Neßler glaubt nicht, dass Jugendliche dadurch weniger über Politik erfahren oder weniger mitmachen.

Paul Stich von der SPÖ sagt: Das Verbot ist nicht für Jugendliche, die wählen dürfen. Es ist für Minderjährige, Man dürfe nicht erlauben, dass 12-Jährige Live-Bilder von Kriegen sehen können.

Sebastian Schwaighofer von der FPÖ ist gegen das Verbot.

Audio-Artikel "Nachrichten in einfacher Sprache"

Jetzt kommt man noch leichter zu Informationen über Parlament und Demokratie. Denn man kann sich die Nachrichten in einfacher Sprache auch anhören.

Seit November 2025 bietet das Parlament alle Nachrichten in einfacher Sprache auch als Audio-Artikel. Man kann sich die Nachrichten also anhören. Man muss sie nicht mehr selbst lesen. Die Stimme ist von einer KI. Das ist die Abkürzung für Künstliche Intelligenz.

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