Der Europa-Rat ist eine Organisation, die nach dem 2. Weltkrieg gegründet wurde. Der Europa-Rat setzt sich für Menschenrechte und Demokratie in seinen 46 Mitgliedsstaaten ein. Im Februar 1956 hat die Bundesregierung unter dem damaligen Bundeskanzler Julius Raab beschlossen, dass Österreich dem Europa-Rat beitreten soll. Er hat aber angeblich vergessen, dass man für eine so wichtige Entscheidung auch die Zustimmung des Parlaments braucht. So stellte es jedenfalls der KPÖ-Abgeordnete Ernst Fischer damals in seiner Rede dar.
Die Sitzung des Nationalrats am 1. März 1956 musste unterbrochen werden, damit der für den Antrag notwendige Ausschuss stattfinden konnte. Die Sitzung musste deshalb für 115 Minuten unterbrochen werden. Das war äußerst unüblich. Ein weiterer Grund für die Eile war, dass man bei dieser Sitzung auch die Neuwahlen besprechen musste. Der KPÖ-Abgeordnete Ernst Fischer hat damals kritisiert, dass man den Betritt zum Europa-Rat so schnell entschieden hat.
Die anderen Abgeordneten haben dem Antrag aber zugestimmt, und darum ist Österreich am 16. April 1956 Mitglied des Europa-Rats geworden. Das ist jetzt 70 Jahre her.
Am 16. April 1956 trat Österreich dem Europa-Rat bei.