News in einfacher Sprache 12.11.2025, 09:34

Wie die Erste Republik Österreich entstanden ist

Die Monarchie

Bis 1918 gab es die Monarchie Österreich-Ungarn. Dazu haben viele Gebiete gehört, die heute eigene Länder sind oder zu anderen Ländern gehören. Zum Beispiel Ungarn, Kroatien und Teile von Rumänien.

Ein Kaiser und eine Kaiserin haben über alle Gebiete geherrscht.

Die Situation im Herbst 1918

1914 hat der Erste Weltkrieg begonnen. Im Herbst 1918 war Österreich-Ungarn also schon 4 Jahre lang im Krieg.

Es gab keine Rohstoffe und kein Material mehr. Die Menschen wollten Frieden. Immer mehr Soldaten haben Befehle nicht ausgeführt. Die Arbeiterinnen und Arbeiter in den Waffen-Fabriken haben protestiert.

Die Monarchie zerfällt

Die verschiedenen Völker in Österreich-Ungarn wollten nicht mehr zur Monarchie gehören. Sie haben eigene Parlamente gegründet und sind unabhängig geworden.

Kurz gesagt: Die Monarchie ist zerfallen.

Offiziell hat es die Regierung der Monarchie noch gegeben. Aber in Wirklichkeit hatte sie keine Macht mehr.

Die Übergangs-Lösung

Von der Monarchie sind 208 Abgeordnete des Reichsrats übrig geblieben. Der Reichsrat war das Parlament in der Monarchie.

Die Abgeordneten waren bei der Wahl 1911 gewählt worden. Sie waren aus den Gebieten der Monarchie, in denen die Menschen hauptsächlich Deutsch gesprochen haben.

Diese Abgeordneten haben die "Provisorische National-Versammlung für Deutsch-Österreich" gebildet, also das vorläufige Parlament. Sie wollten einen neuen Staat organisieren und Wahlen vorbereiten.

Viele Unklarheiten

Das klingt schon kompliziert. In Wirklichkeit war es aber noch schwieriger.

Am 21. Oktober 1918 hat die erste Sitzung der National-Versammlung stattgefunden. Dabei haben die Abgeordneten nicht gewusst, welche Staatsform der neue Staat haben soll. Sie wussten auch nicht, welche Gebiete eigentlich zum Staat gehören werden.

Schnelle Lösung

Schließlich ist es schnell gegangen: In Wien haben tausende Menschen demonstriert. Sie haben einen Neubeginn gefordert.

Am 11. November 1918 hat Kaiser Karl I. erklärt: Er wird nicht mehr regieren und seine Regierung absetzen.

Die National-Versammlung hatte davor schon angekündigt, dass Österreich ab 12. November eine Republik ist.

Die neue Republik

Ab diesem Tag gab es also den neuen Staat Deutsch-Österreich. Er war eine demokratische Republik. Das bedeutet: Das Volk wählt die Regierung. Die Macht geht vom Volk aus, nicht von einer einzelnen Person wie dem Kaiser oder der Königin.

Feier vor dem Parlament

Vor dem Parlament haben sich auf der Ringstraße hunderttausende Menschen versammelt. Sie wollten dieses wichtige Ereignis miterleben.

Vor dem Parlament haben sich viele Menschen versammelt. Sie wollten Teil der Geschichte werden.

Die National-Versammlung hatte 2 Präsidenten: Franz Dinghofer von der deutsch-nationalen Partei und Karl Seitz von der sozial-demokratischen Partei.

Sie haben auf der Rampe des Parlaments ihre Reden gehalten.

2 Todesopfer

Danach sollte die rot-weiß-rote Fahne aufgehängt werden.

In der Menge waren auch Menschen, die für mehr Sozialismus demonstriert haben. Einige von ihnen haben das weiße Stück aus der Fahne gerissen. Denn die Fahne der sozialistischen Bewegung war rot.

Dadurch ist die Streit ausgebrochen. Es gab Schlägereien und eine Schießerei. 2 Menschen sind gestorben.

Kein Teil von Deutschland

Die National-Versammlung hat festgelegt, dass Deutsch-Österreich eigenständig und unabhängig ist. Aber gleich in der nächsten Bestimmung hat sie dem widersprochen: Darin stand, dass Deutsch-Österreich zur Deutschen Republik gehören soll.

Aber dazu ist es nicht gekommen. Deutsch-Österreich durfte sich Deutschland nicht anschließen. Das haben die Länder verboten, die den Ersten Weltkrieg gewonnen haben.

Aus Deutsch-Österreich wird Österreich

Im September 1919 wurde der Friedensvertrag von Saint Germain unterschrieben. Er hat Österreich verpflichtet, ein selbstständiger Staat zu sein.

Wenige Wochen später wurde aus Deutsch-Österreich die Republik Österreich.

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