News in einfacher Sprache 07.05.2026, 10:53

Yannick Shetty: Ich gehe auch mit Grün und Blau etwas trinken

NEOS-Klubobmann Yannick Shetty teilt fast täglich politische Meinungen auf TikTok. Er hat dort mehr als 71.000 Followerinnen und Follower.

Im TikTok-Livestream des Parlaments war es diesmal umgekehrt: Im Rahmen des Jahres-Schwerpunkts "teilhaben teilsein" stellte er sich den Fragen der Parlaments-Community.

Ein Thema war, warum er ein Social-Media-Verbot für unter 14‑Jährige wichtig findet. Andere wollten wissen, warum er der Diskussion über eine Viertage-Woche nichts abgewinnen kann oder wie er Kontakt zu Abgeordneten anderer Parteien pflegt.

Den Livestream von Donnerstag, 30. April, können Sie hier und auf YouTube nachsehen. Teile davon können Sie hier nachlesen.

Im nächsten "Fragestunde"-Livestream am 26. Mai stellt sich die grüne Abgeordnete Alma Zadić den Fragen der Community.

Fehlende junge Abgeordnete und Hass im Netz

Zu Beginn des Gesprächs kam die Frage, inwiefern die 183 Abgeordneten im Nationalrat die österreichische Bevölkerung widerspiegeln. Shetty ist heute 31. Er zog mit 24 Jahren in den Nationalrat ein und war schon damals einer von wenigen jungen Abgeordneten.

Auch heute sind nur 3 Prozent der Abgeordneten unter 30 Jahre alt. Laut Statistik Austria sind aber 17 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung unter 30 Jahre alt.

Shetty findet, dass es da eine Schieflage gibt. Ein Beispiel dafür ist das geplante Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren. Shetty sagt, dass viele im Parlament zwar wissen, was TikTok ist. Sie verstehen aber nicht, wie junge Menschen die Plattform nutzen und wie sie funktioniert.

Shetty sieht das Verbot als eine "Freiheit". Er möchte einen sicheren Raum für Kinder unter 14 Jahren schaffen, ohne soziale Medien. Social Media kann süchtig machen und die Grenze zwischen echt und falsch verschwimmen lassen. Kinder und Jugendliche sehen dort oft Botschaften, die Gewalt und Hass zeigen. Shetty findet es wichtiger, dass junge Menschen soziale Fähigkeiten im echten Leben lernen.

Politische Inspiration durch YouTube

Digitale Medien können auch nützlich sein und prägend. Das zeigt sich im Fall von Shetty. Als Maturant hat er auf YouTube eine Rede von NEOS-Gründer Matthias Strolz gesehen. Die Rede hat ihn sehr beeindruckt: Diese andere, authentische Art, über Bildungspolitik zu sprechen, erinnert er sich. Er schrieb Matthias Strolz eine E-Mail. Auf Einladung begann er dann, sich politisch zu engagieren. Und was empfiehlt Shetty jungen Menschen, wenn es sie auch in die Politik zieht? Er findet, sie sollten zuerst einen Beruf erlernen, bevor sie in die Politik gehen. Shetty selbst hat ein Jus-Studium abgeschlossen.

Shetty kritisch bei Viertage-Woche

Shetty ist kritisch gegenüber der Idee einer 4-Tage-Woche. Er findet 3 Tage Wochenende zwar schön, aber eine allgemeine 4-Tage-Woche hält er für falsch. Er sagt, dass das schlecht für die Wirtschaft wäre. In einer Zeit, in der der Wohlstand gefährdet ist, sollte man der Wirtschaft keine Arbeitskraft entziehen.

Auf ein Bier mit "Grün bis Blau"

Shetty hält er für ein großes Privileg, dass er als Abgeordneter arbeiten kann. Der "Wiener mit Tiroler Migrationshintergrund" sieht sich selbst als bodenständig an und hat "einen ganz normalen Freundeskreis aus Menschen, die nicht in der Politik tätig sind." Sein politisches Netzwerk ist strategischer angelegt: Durch die Zusammenarbeit in der Koalition ist der Austausch mit ÖVP und SPÖ besonders eng. Aber auch mit manchen Kolleginnen und Kollegen "von Grün bis Blau" gibt es eine "gewisse Vertrauensbasis". Man kann gemeinsam etwas trinken gehen und sich etwas ausmachen. Dieser überparteiliche Austausch ist wichtig für die Demokratie. Auch zwischenmenschlich hält Shetty fest: Jemand kann bei einer ganz anderen Partei sein und trotzdem ein netter Mensch.

Audio-Artikel "Nachrichten in einfacher Sprache"

Jetzt kommt man noch leichter zu Informationen über Parlament und Demokratie. Denn man kann sich die Nachrichten in einfacher Sprache auch anhören.

Seit November 2025 bietet das Parlament alle Nachrichten in einfacher Sprache auch als Audio-Artikel. Man kann sich die Nachrichten also anhören. Man muss sie nicht mehr selbst lesen. Die Stimme ist von einer KI. Das ist die Abkürzung für Künstliche Intelligenz.

Es gibt jeden Tag neue Folgen. Man kann die Audio-Artikel auf diesen Kanälen hören: bei YouTube, Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music.

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