Parlamentskorrespondenz Nr. 518 vom 26.06.2007

Klimawandel-Appell junger Menschen an die Mächtigen der Welt

Wien (PK) – Die Generation, die heute Entscheidungen trifft, ist nicht die Generation, die davon betroffen ist. Mit dieser Feststellung begrüßte heute die Dritte Präsidentin des Nationalrats, Eva Glawischnig-Piesczek, zunächst "Betroffene" des Klimawandels, Schülerinnen und Schüler, im Abgeordneten-Sprechzimmer des Parlaments. Auf der "Tagesordnung" stand die Verleihung der Preise zum Abschluss eines von Glawischnig initiierten Aufsatzwettbewerbs zum Thema Klimawandel. Im Rahmen der Veranstaltung wurden Appelle junger Menschen an die VertreterInnen der USA, der EU, der UNO, Deutschlands, Chinas und an Grünen-Chef Alexander van der Bellen übergeben. In Vertretung von Umweltminister Pröll nahm ÖVP-Abgeordnete Anna Höllerer die an den Minister gerichteten Appelle entgegen. Bundeskanzler Alfred Gusenbauer überreichten die SchülerInnen außerdem Plakate, die sie zum Thema Klimawandel angefertigt hatten. Sieger des Wettbewerbs wurde der 17jährige Matthias Mayer aus Telfs mit einem "Märchen vom Klimawandel". Im Herbst sollen die Aufsätze auch als Buch veröffentlicht werden.

"Global denken – lokal handeln" war einer der Grundgedanken der Aktion, zu der neben vielen Schülerinnen und Schülern auch deren LehrerInnen und die VertreterInnen der Kooperationspartner in Medien, Museen und Unternehmen gekommen waren. So geriet die Veranstaltung im Parlament zu einer bunten Mischung aus Honoratiorentreffen und Jugendlager. Die meisten Schülerinnen und Schüler hatten es sich auf dem Parkett des Abgeordneten-Sprechzimmers gemütlich gemacht, die Erwachsenen drückten die parlamentarischen Sitzmöbel. Andreas Jäger, als TV-Wettermoderator quasi dem Klimaschutz nahe, las aus den Werken der PreisträgerInnen, eine Salzburger Schule gab einen "Klimasong" zum besten und erhielt dafür vom Direktor des Naturhistorischen Museums, Bernd Lötsch, einen Sonderpreis: Unter dem Titel "Wien und große Tiere" gibt es Führungen im Naturhistorischen Museum und im Parlament. Ein weiterer Sonderpreis: Exkursionen in die Donauauen und zum Ökohaus Petronell.

Bundeskanzler Gusenbauer wurde von den Schülern gefragt, ob für den Klimaschutz genug getan werde. Der Bundeskanzler räumte ein, dass die selbstgesteckten Ziele nicht erreicht würden und skizzierte drei Bereiche, in denen es zu handeln gelte: beim Verkehr, und zwar sowohl beim selbstgemachten wie beim Transitverkehr, bei der Heizung, wo im Bereich der thermischen Altbausanierung noch viel zu holen sei, und bei der erneuerbaren Energie.

Für die Schülerinnen und Schüler, die sich an "Clim-8" beteiligt haben, ist zwar der Aufsatzwettbewerb vorüber, die "Sache" allerdings geht weiter: Sie warten ungeduldig, ob ihnen die Mächtigen antworten werden und ob sie demnächst Post von US-Präsident Bush, EU-Kommissionspräsident Barroso, der deutschen Kanzlerin Merkel, dem chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao und UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon bekommen werden.

HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung finden Sie – etwas zeitverzögert – auf der Website des Parlaments im Fotoalbum : www.parlament.gv.at (Schluss)