Parlamentskorrespondenz Nr. 666 vom 26.09.2007
Porträt von Nationalratspräsident a.D. Khol enthüllt
Wien (PK) – Nationalratspräsidentin Barbara Prammer enthüllte heute Abend das von dem steirischen Künstler Josef Kern gestaltete Porträt ihres Amtsvorgängers Andreas Khol im Empfangssalon des Hohen Hauses. An dem feierlichen Akt nahm ein ebenso zahlreiches wie prominentes Publikum teil, darunter der Zweite Präsident des Nationalrates Michael Spindelegger, die Klubobmänner Josef Cap und Alexander van der Bellen, Rechnungshofpräsident Josef Moser und Altvizekanzler Alois Mock.
Prammer sprach von einem ganz besonderen Anlass, der sich auch an der großen Anzahl der Anwesenden zeige. Es sei mittlerweile eine Tradition, Präsidenten des Nationalrates, wenn sie aus ihrem Amte ausscheiden, in Form eines Porträts im Empfangssalon des Parlaments gleichsam zu verewigen. Seit Präsident Rudolf Pöder habe man aber mit der malerischen Tradition früherer Jahre gebrochen, gehe es nun nicht mehr nur darum, eine Person bildlich festzuhalten, sondern dem Werk auch den Stempel der Zeit aufzudrücken. Dies zeige sich etwa am Porträt von Heinz Fischer, welches von Xenia Hausner gestaltet wurde. Auch dieses Gemälde habe zunächst für Gesprächsstoff gesorgt, doch sei es mit der Zeit "uns sehr lieb geworden". Prammer zeigte sich überzeugt, dass es mit dem Werk von Josef Kern genauso sein werde.
Khol habe sich, wie auch seine Vorgänger, den Künstler selbst ausgesucht, und die Wahl sei auf Josef Kern gefallen, der gerade in letzter Zeit mit einigen Porträts von sich reden machte - so schuf er unter anderem jene von Karl Heinz Hackl und Martin Schwab im Wiener Burgtheater – und internationale Ausstellungserfolge feiern konnte. Das Bild, das hier heute enthüllt werde, sei ein aus Zirbenholz geschnitztes Relief, wobei die Umrahmung der Person eine maßgebliche Rolle für das Porträt spiele. Es sei dies eine Weißgoldauflage, die einen beredten Hintergrund liefere, woraus sich eine gelungene Synthese ergebe. Kern habe sich intensiv mit der Person Khols auseinandergesetzt, meinte die Präsidentin, die auch auf zwei klassische Kennzeichen Khols – den blauen Anzug und die rotweißrote Krawatte – verwies, die allen in Erinnerung bleiben werden.
Khol sprach den Anwesenden seinen Dank aus und meinte, es sei sehr interessant gewesen, sich während der Porträtsitzungen mit dem Künstler zu unterhalten. Besonders freute sich der ehemalige Präsident, wie er betonte, über den im Porträt festgehaltenen "Schalk im Nacken".
Der Künstler Josef Kern
Josef Kern zählt zu den so genannten "Neuen Wilden", eine jüngere Malergeneration, die Mitte der 80er Jahre unter dieser Bezeichnung zusammengefasst wurde und der unter anderen auch Hubert Schmalix, Siegfried Anzinger und Alois Mosbacher zugerechnet werden. Im Schaffen Kerns gibt es immer wieder thematische wie auch formale Brüche, die figurale Ausrichtung jedoch zieht sich konsequent und obsessiv durch alle Phasen seines künstlerischen Wirkens. Besonderes Interesse zeigt Josef Kern dabei am Lebendigen, am sich Verändernden.
In den von ihm gestalteten Porträts dominieren beredte Gesichter, die lebendig, höchst individuell und signifikant sind. Vor dem diagnostischen Auge des Malers gewinnen einzelne Details an Ausdrucksstärke, er behält es sich vor, die Physiognomie assoziativ zu betonen bzw. zu ergänzen. Josef Kern wurde 1953 im steirischen Schiefer geboren und studierte 1972-1979 an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Kern stellte oftmals im In- und Ausland aus (unter anderem in Jugoslawien, Deutschland, Italien, Frankreich und der Schweiz), er lebt und arbeitet in Wien.
HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung finden Sie – etwas zeitverzögert – auf der Website des Parlaments im Fotoalbum : www.parlament.gv.at (Schluss)