Parlamentskorrespondenz Nr. 690 vom 21.07.2009

Barbara Prammer ruft zu weltweitem Kampf gegen die Armut auf

Wien (PK) – Armut hat viele Gesichter, Armut gibt es hier in Österreich, aber auch in vielen Staaten der Welt, vor allem in den Ländern des Südens, die Bekämpfung der Armut habe daher weltweit zu erfolgen, sagte Nationalratspräsidentin Barbara Prammer heute anlässlich der Präsentation der Kampagne der Volkshilfe "Für ein Leben ohne Armut". Internationale Solidarität dürfe kein Lippenbekenntnis sein, sondern müsse vielmehr mit konkreten Tätigkeiten unterstrichen werden, betonte Prammer und wies auf die Millenniums-Ziele hin, bei deren Umsetzung Österreich, wie sie zu bedenken gab, "kein leuchtendes Beispiel" sei.

In ihrer Funktion als Volkshilfe-Botschafterin für internationale Solidarität trat Prammer dafür ein, die Menschen zu sensibilisieren und den Egoismus zu überwinden. Gerade in einer Zeit der Wirtschaftskrise dürften die Armen im eigenen Land nicht gegen die Armen in der Dritten Welt ausgespielt werden, es gehe nicht um ein Entweder Oder, sondern um ein Sowohl Als auch, betonte sie mit Nachdruck.

Solidarität ist unteilbar, Armut könne man nur dann bekämpfen, wenn man sie überall in der Welt bekämpft, stand auch für den Präsidenten der Volkshilfe Josef Weidenholzer fest. Er erinnerte vor allem daran, dass die Menschen in den Entwicklungsländern besonders stark unter den Folgen der Wirtschaftskrise zu leiden haben, und beklagte in diesem Zusammenhang den Rückgang der öffentlichen Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit. Österreich sei weit entfernt von der Erreichung der Millenniumsziele. Wenn wir nichts gegen die Armut in den Entwicklungsländern unternehmen, dann brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn immer mehr Menschen aus der Dritten Welt zu uns strömen, warnte Weidenholzer. 

Der Umstand, dass 2009 erstmals eine Milliarde Menschen an Hunger und Unterernährung leiden, sei Anstoß für die aktuelle Kampagne gewesen, erklärte der Bundesgeschäftsführer der Volkshilfe Erich Fenninger. Er unterstrich die steigende Bedeutung von Programmen der Entwicklungszusammenarbeit (EZA) für die Menschen des Südens, deren Lebensbedingungen sich durch die Globalisierung zunehmend verschlechtert haben. Konkret forderte Fenninger eine deutliche Erhöhung der bilateral gestaltbaren EZA-Mittel, mehr Kohärenz in der Entwicklungspolitik sowie einen klaren Stufenplan zur Anhebung der EZA-Leistung auf das von der Regierung anvisierte Ziel von 0,7 % des BIP.

HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung finden Sie – etwas zeitverzögert – auf der Website des Parlaments im Fotoalbum : www.parlament.gv.at

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