Parlamentskorrespondenz Nr. 1118 vom 24.11.2014
Vorlagen: Budget
Wien (PK) – Ein aktueller Bericht des Finanzressorts zum Budgetvollzug zeigt mit Stand Ende Oktober 2014 ein Plus bei den Einzahlungen von 2,8% gegenüber dem Vergleichsergebnis des Vorjahres. Maßgeblich dafür waren neben der Rückzahlung von Partizipationskapital der Banken stark zunehmende Erlöse aus Lohn-, Einkommen- und Kapitalertragsteuern sowie aus Alkoholsteuer, Tabaksteuer und der motorbezogenen Versicherungssteuer. Da die Auszahlungen mit -0,3% im Jahresvergleich sanken, nahm der Nettofinanzierungsbedarf (=Defizit) gegenüber Ende Oktober des Vorjahres um 1,738 Mrd. € oder 25,7% ab. In der Ergebnisrechnung, die Erträge und Aufwendungen verbucht, verbesserte sich der Saldo im Jahresvergleich um 735,5 Mio. € oder um 15,1%, vor allem wegen stark steigender Erträge bei den öffentlichen Abgaben (+1,196 Mrd. € oder 3,3%) (48 BA).
Aktuelle Budgetdaten (Finanzierungsrechnung) im Jahresvergleich
| Allgemeine Gebarung in Mio. € | Jän-Okt 2013 | Jän-Okt 2014 | Differenz in Mio. € | Differenz in Prozent |
| Einzahlungen | 54.914,4 | 56.446,5 | 1.532,0 | 2,8 |
| Auszahlungen | 61.675,8 | 61.469,9 | -205,9 | -0,3 |
| Nettofinanzierungsbedarf | -6.761,4 | -5.023,4 | 1.737,9 | 25,7 |
Aktuelle Budgetdaten (Ergebnisrechnung) im Jahresvergleich
| Allgemeine Gebarung in Mio. € | Jän-Okt 2013 | Jän-Okt 2014 | Differenz in Mio. € | Differenz in Prozent |
| Erträge | 53.815,1 | 54.899,6 | 1.084,5 | 2,0 |
| Aufwendungen | 58.700,5 | 59.049,6 | 349,0 | 0,6 |
| Nettoergebnis | -4.885,4 | -4.149,9 | 735,5 | 15,1 |
Bedeutende Einzahlungszuwächse
| Einzahlungen in Mio. € | Jän-Okt 2013 | Jän-Okt 2014 | Differenz in Mio. € | Differenz in Prozent |
| Öff. Abgaben | 36.036,4 | 37.121,0 | 1.084,5 | 3,0 |
| Bankenpaket | 1.697,1 | 2.455,4 | 758,4 | 44,7 |
| Arbeit | 4.599,7 | 4.853,0 | 253,3 | 5,5 |
| Familie&Jugend | 5.175,8 | 5.368,8 | 193,0 | 3,7 |
Wo wurde mehr ausgegeben?
| Auszahlungen in Mio. € | Jän-Okt 2013 | Jän-Okt 2014 | Differenz in Mio. € | Differenz in Prozent |
| Pensionsversicherung | 8.758,1 | 9.432,8 | 674,6 | 7,7 |
| Arbeit | 5.444,6 | 5.978,0 | 533,4 | 9,8 |
| Beamtenpensionen | 7.075,6 | 7.407,6 | 332,0 | 4,7 |
| Zinsen/Staatsschuld | 6.176,2 | 6.434,4 | 258,3 | 4,2 |
Bedeutende Einsparungen
| Auszahlungen in Mio. € | Jän-Okt 2013 | Jän-Okt 2014 | Differenz in Mio. € | Differenz in Prozent |
| Bankenpaket | 2.051,8 | 755,7 | -1.296,0 | -63,2 |
| Bundesvermögen | 1.600,0 | 904,4 | -695,6 | -43,5 |
| Bildung/Frauen | 7.008,3 | 6.611,1 | -397,2 | -5,7 |
Die Entwicklung der Steuererlöse
Die Einzahlungen aus öffentlichen Abgaben lagen im Zeitraum Jänner bis Oktober 2014 mit 62,8163 Mrd. € um 1,8642 Mrd. € oder 3,1% über dem Vergleichsbetrag des Vorjahres. Netto - nach Abzug von Ertragsanteilen und Überweisungen an andere Rechtsträger – blieb dem Bund ein Ertrag von 37,121 Mrd. €. Die Ertragsanteile der Länder stiegen um 578,6 Mrd. € oder 4,9%, jene der Gemeinden um 335 Mio. € oder 4,6%. Der Beitrag zur EU stieg um 54,8 Mio. € oder 2,3%. Die Entwicklung der Bruttoerlöse wichtiger Abgaben zeigt folgende Tabelle:
| Steuererlöse in Mio. € | Jän-Okt 2013 | Jän-Okt 2014 | Differenz in Mio. € | Differenz in Prozent |
| Lohnsteuer | 19.928,9 | 21.082,2 | 1.153,3 | 5,8 |
| Internation. Abgeltung | 688,6 | 263,5 | -425,1 | -61,7 |
| Körperschaftsteuer | 4.391,2 | 4.253,6 | -137,5 | -3,1 |
| Veranl.Einkommensteuer | 1.881,6 | 2.139,4 | 257,8 | 13,7 |
| Umsatzsteuer | 20.520,1 | 20.934,1 | 413,9 | 2,0 |
| Mineralölsteuer | 3.433,4 | 3.411,3 | -22,0 | -0,6 |
| Normverbrauchsabgabe | 386,8 | 373,6 | -13,2 | -3,4 |
| Versicherungsst./Motor | 1.398,1 | 1.646,6 | 248,6 | 17,8 |
| Kapitalertragsteuern | 1.711,8 | 1.952,9 | 241,1 | 14,1 |
| Tabaksteuer | 1.389,6 | 1.434,4 | 44,8 | 3,2 |
| Alkoholsteuer | 109,1 | 152,5 | 43,4 | 39,7 |
| Bankenabgabe | 464,9 | 489,6 | 24,7 | 5,3 |
| Grunderwerbsteuer | 644,0 | 717,0 | 73,0 | 11,3 |
| Kapitalverkehrsteuern | 51,2 | 71,0 | 19,8 | 38,8 |
| Glückspielgesetz | 394,9 | 397,1 | 2,2 | 0,6 |
| Schaumweinsteuer | 0,9 | 3,9 | 3,0 | 326,0 |
Beschäftigungsentwicklung im Spiegel der Finanzierungsrechnung
Daten zum Vollzug des Bundeshaushalts geben vielfach Hinweise auf die konjunkturelle Entwicklung, vor allem auch die Auszahlungen und Einzahlungen in der Untergliederung "Arbeit" (UG 20). Der Geldbedarf des Bundes für aktive und passive Arbeitsmarktpolitik hängt eng mit der Entwicklung der Beschäftigung zusammen: Die Auszahlungen steigen mit der Arbeitslosigkeit und sinken mit jedem Arbeitssuchenden, der wieder in Beschäftigung kommt. Umgekehrt verhalten sich die Einzahlungen: Nimmt die Beschäftigung zu, steigen die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung und damit die Einzahlungen in der UG 20. Der Saldo dieser beiden Größen gibt nicht nur den Finanzierungsbedarf der Arbeitsmarktpolitik an, er ist auch eine aussagekräftige Messgröße für die aktuelle Entwicklung der Beschäftigung.
| UG 20 Arbeit in Mio.€ | Jan 2014 | Feb 2014 | Mär 2014 | Apr 2014 | Mai 2014 | Jun 2014 | Jul 2014 | Aug 2014 | Sep 2014 | Okt 2014 |
| Ausz. | 588 | 609 | 583 | 603 | 551 | 568 | 598 | 548 | 537 | 793 |
| Einz. | 439 | 429 | 445 | 460 | 433 | 534 | 643 | 547 | 457 | 467 |
| Saldo | -149 | -180 | -138 | -143 | -118 | -34 | +45 | -1 | -80 | -326 |
Ergebnisrechnung und Finanzierungsrechnung
Betragliche Differenzen zwischen Finanzierungsrechnung und Ergebnisrechnung sind im Bereich der Zinsen und Staatsschuld mit unterschiedlich abgegrenzten Perioden und der Berücksichtigung nicht finanzierungswirksamer Aufwendungen im Ergebnishaushalt zu erklären. Beim Bankenpaket und bei der Verwaltung des Bundesvermögens ist der Unterschied zwischen Finanzierungs- und Ergebnishaushalt auf Investitionstätigkeiten zurückzuführen, bei den Öffentlichen Abgaben erklärt sich die Differenz durch Wertberichtigungen und Abschreibungen von Abgabenforderungen.
Ein Beispiel: Beim Ausbau der Eisenbahnen nimmt die ÖBB-Infrastruktur AG Schulden auf. Der Bund übernimmt diese Verbindlichkeiten zu mindestens 75% und verbucht sie zum Zeitpunkt des Eingehens im Ergebnishaushalt. Im Finanzierungshaushalt scheinen nur die jährlichen Annuitäten-Auszahlungen auf.
Erträge und Aufwendungen in ökonomischer Gliederung
Eine Darstellung der Ergebnisrechnung Jänner bis Oktober 2014 nach ökonomischen Kriterien zeigt, dass die Transfers mit bislang 41,3591 Mrd. € gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 3,6% zunahmen und an der Spitze der Aufwendungen stehen. 6,798 Mrd. €, um 1,3% mehr als im Vorjahr, wurden in diesem Zeitraum für den Personalaufwand verbraucht, 5,282 Mrd. € entfielen auf den Sachaufwand, um 13,4% weniger als von Jänner bis Oktober 2013. Der Finanzaufwand schlug mit 5,611 Mrd. € zu Buche, um 5,8% weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Herkunft der Erträge
Bei den Erträgen stammten 54,025 Mrd. € aus Verwaltungstätigkeit und Transfers (+2,1% gegenüber Jänner bis Oktober 2013), wobei beim Netto-Abgabenertrag ein Plus von 1,196 Mrd. € oder 3,3% gegenüber dem Vorjahreswert errechnet wurde. Aus den Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung resultierte für den Bund ein Ertrag von 4,527 Mrd. € (+4,3%), aus jenen zum Familienlastenausgleichsfonds 5,104 Mrd. € (+3,0%). Die Finanzerträge machten Jänner bis Oktober 2014 874,5 Mio. € (-4,7%) aus. (Schluss) fru/gro
HINWEIS: Der Budgetdienst des Parlaments bietet ökonomische Analysen zur Budgetpolitik und zu Vorlagen des Bundesministeriums für Finanzen im Menüpunkt "Parlament aktiv/Budget-Analysen" auf www.parlament.gv.at.
Alle aktuellen Daten zum Budgetvollzug (Monatsberichte) finden Sie auf der Homepage des Finanzministeriums www.bmf.gv.at.