Parlamentskorrespondenz Nr. 1153 vom 28.11.2014
Gedenken neu gedacht - Wien gedenkt vergessener Opfer
Wien (PK) – Das Gedenken an die vergessenen Opfer des Nationalsozialismus und Fragen der Gedenkpolitik stehen im Mittelpunkt der Jahresfachkonferenz der Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen (WASt). Die Tagung behandelt zeithistorische und gesellschaftliche Dimensionen des Gedenkens an homosexuelle und transgender NS-Opfer und wurde in Zusammenarbeit mit QWien – Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte organisiert. Der Auftakt der Veranstaltung findet auf Einladung von Nationalratspräsidentin Doris Bures am Freitag, 28. November, um 14.00 Uhr im Palais Epstein statt.
Die Eröffnung der Tagung erfolgt durch Stadträtin Sandra Frauenberger und Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny. Der thematische Bogen der anschließenden Fachvorträge ist weit gespannt. So widmen sich Corinna Tomberger (Humboldt-Universität zu Berlin) und Andreas Pretzel (Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft Berlin) den Themen Gedenkpolitik und Mahnmalsdiskursen in Bezug auf eine lang vergessene Opfergruppe des Nationalsozialismus. Sie fragen dabei nach der gesellschaftspolitischen Bedeutung dieses Gedenkens.
Wolfgang Wilhelm (WASt) spricht über historische Kontinuitäten der Verfolgung und den Perspektivenwechsel der Gesellschaft in Bezug auf LGBT-Personen. Andreas Brunner und Hannes Sulzenbacher vom Verein QWien bieten zeithistorische Fakten zur Verfolgung Homosexueller und Transgender im NS-Regime und in der Zweiten Republik.
Eine von Wolfgang Wilhelm geleitete Gesprächsrunde erörtert abschließend unter dem Titel "Was will die Wiener Community?" Fragen der Verankerung des Gedenkens in der Stadt Wien und ihrer LGBT-Community. Es beteiligen sich Andreas Brunner (QWien), Eva Fels (TransX), Marty Huber (Türkis Rosa Lila Tipp), Jennifer Kickert (Gründe Andersrum), Kurt Krickler (HOSI Wien), Mariam Vedadinejad (QueerAmnesty) und Manfred Lang (Sozialdemokratische LSBTI Organisation).
Die Tagung wird Samstag, 29. November, um 08.30 Uhr im Wappensaal des Wiener Rathauses mit Referaten und Workshops fortgesetzt, die gedenkpolitische und künstlerisch-ästhetische Aspekte von Mahnmaldiskursen behandeln. (Schluss) sox
HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung finden Sie im Fotoalbum auf www.parlament.gv.at.