Parlamentskorrespondenz Nr. 574 vom 17.06.2026

Haushaltsplanung 2027/28 mit Fokus auf EU-Vorgaben

Wien (PK) – Das Finanzministerium hat die Übersicht über die österreichische Haushaltsplanung für die Jahre 2027 und 2028 vorgelegt (III 350 d.B.). Darin wird dargelegt, wie Österreich den von der Europäischen Union vorgegebenen Nettoausgabenpfad einhalten will. Für 2027 wird ein Nettoausgabenwachstum von 1,6 %, für 2028 von 1,8 % - und damit ein Wert unter den zulässigen Obergrenzen - erwartet. Die Budgetplanung dient der Überwachung durch die Europäische Kommission im Rahmen des laufenden Defizitverfahrens.

Wirtschaftliche Erholung bleibt verhalten

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben laut dem Bericht herausfordernd. Nach einem Wachstum von 0,6 % im Jahr 2025 rechnet das WIFO für 2026 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,9 % und für 2027 um 1,3 %. Belastend wirken insbesondere der jüngste Energiepreisschock infolge geopolitischer Spannungen im Nahen Osten sowie eine erhöhte Unsicherheit für Unternehmen und Konsumentinnen und Konsumenten. Die Inflation soll laut Prognose von 2,7 % im Jahr 2026 auf 2,3 % im Jahr 2027 und 2,1 % im Jahr 2028 zurückgehen.

Das gesamtstaatliche Maastricht-Defizit soll von 4,2 % des BIP in den Jahren 2025 und 2026 auf 3,5 % im Jahr 2027 sinken. Für 2028 wird ein Defizit von unter 3 % des BIP angestrebt. Gleichzeitig soll der Anstieg der Staatsschuldenquote durch Konsolidierungsmaßnahmen gebremst werden. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungsträger leisten dazu Beiträge im Rahmen des neuen Stabilitätspakts.

Konsolidierungsanstrengungen im Doppelbudget vorgesehen

Das Doppelbudget 2027/2028 sieht zusätzliche Konsolidierungsmaßnahmen von 2,1 Mrd. € im Jahr 2027 und 5,0 Mrd. € im Jahr 2028 vor. Beiträge kommen unter anderem von Unternehmen, Banken, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, Pensionistinnen und Pensionisten sowie durch Anpassungen bei Familienleistungen und Förderungen. Gleichzeitig plant die Bundesregierung Offensivmaßnahmen in Höhe von 0,6 Mrd. € im Jahr 2027 und 2,5 Mrd. € im Jahr 2028. Schwerpunkte liegen auf der Stärkung des Standorts, der aktiven Arbeitsmarktpolitik, der Pflege, der Armutsbekämpfung sowie Investitionen in Bildung und Kinderbetreuung.

Die freiwerdenden budgetären Spielräume sollen dazu beitragen, die öffentlichen Finanzen zu stabilisieren und gleichzeitig Zukunftsinvestitionen zu ermöglichen. Insgesamt bezeichnet das Finanzministerium das Maßnahmenpaket als wirtschafts- und sozialpolitisch ausgewogen und als Grundlage für die weitere Haushaltskonsolidierung bis 2028. (Schluss) gla

HINWEIS: Der Budgetdienst des Parlaments bietet ökonomische Analysen zur Budgetpolitik und zu Vorlagen des Bundesministeriums für Finanzen. Alle aktuellen Daten zum Budgetvollzug (Monatsberichte) finden Sie auf der Website des Finanzministeriums.