BundesratStenographisches Protokoll791. Sitzung / Seite 17

HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite

Natürlich muss man dafür werben. Ich habe im Herbst eine Werbekampagne verab­schiedet, die sehr knackig und ansprechend ist, wenn ich das so salopp formulieren darf, weil sie Klischees bedient. Es ist klar, dass man auffällt, wenn man Klischees be­dient und überzeichnet. Wenn der Biker mit seinem Kinderwagen durch die Gegend fährt und seine Freunde auf der Harley grüßt, dann fällt das auf.

Aber das ist nicht alles. Es ist uns gemeinsam mit den Sozialpartnern und dem Herrn Sozialminister auch gelungen, 100 000 € aufzustellen. Wir wollen ab dem nächsten Jahr eine Seminarreihe, eine Informationsoffensive für die Wirtschaft starten – die Wirt­schaftskammer hilft uns wirklich sehr, weil sie uns nicht nur die Räumlichkeiten, son­dern auch ihr Know-how zur Verfügung stellt. Wir werden Betriebe und Personalisten und Personalistinnen einladen, um ihnen die rechtlichen Möglichkeiten der Väterkarenz näherzubringen.

Wir möchten aber auch dafür werben, dass es keinen Karriereknick bedeutet, wenn Männer eine Zeit lang daheim sind, und dass es für die Unternehmen nicht von Nach­teil sein muss, wenn Väter in Karenz gehen. Abgesehen von der Möglichkeit des ein­kommensabhängigen Kindergeldes von bis zu 2 000 € im Monat wird diese Bewerbung im nächsten Jahr dazu beitragen und helfen, dass man als Mann auch nicht mehr schief angeschaut wird, wenn man in Karenz geht. Auch dafür wollen wir alle gemein­sam werben.

 


Präsident Martin Preineder: Wird eine Zusatzfrage gewünscht? – Bitte, Frau Bundes­rätin.

 


Bundesrätin Inge Posch-Gruska (SPÖ, Burgenland): Zu der Werbekampagne, die im Herbst verabschiedet worden ist, möchte ich nur eine Anmerkung machen: Es ist das erste Mal, dass eine Frauenministerin etwas gemacht hat, und ich das nicht gesehen habe, sondern von einem Mann darauf angesprochen wurde, was da für eine tolle Kampagne gestartet wurde. Ich denke, das zeigt, dass die Kampagne wahrscheinlich wirklich da getroffen hat, wo sie hingehört.

Sie haben als zuständiges Regierungsmitglied auch die Möglichkeit, im öffentlichen Dienst Maßnahmen zur Väterkarenz zu setzen. Haben Sie diesbezüglich etwas geplant oder vor?

 


Präsident Martin Preineder: Bitte, Frau Bundesministerin.

 


Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst Gabriele Heinisch-Hosek: Wir können noch vor Weihnachten den Papamonat für den öffentlichen Dienst gesetz­lich verabschieden. Wir haben uns – und das darf ich auch so sagen – am Land Ober­österreich ein Beispiel genommen, dort gibt es den Papamonat schon in dieser Form. Wir werden ihn jetzt für den Bundesdienst installieren, das heißt, es gibt einen Rechts­anspruch von einer bis zu vier Wochen während des Beschäftigungsverbotes der Mut­ter darauf, dass Väter beim Kind daheim sein können. Leider ist das unbezahlt, das sa­ge ich dazu, weil es im Moment keine budgetären Möglichkeiten gibt, das auch auszu­finanzieren. Sollte sich die finanzielle Situation bessern, werden wir sofort eine Novelle machen und das ermöglichen. Aber immerhin sind Versicherungszeiten und die Anrech­nung für die Pensionszeiten gewährleistet.

Als Vater im öffentlichen Dienst kann man bis zu vier Wochen daheim sein, wenn ein Kind geboren wird. Ich meine, der Papamonat für den öffentlichen Dienst könnte und sollte auch ein Vorbild für die Privatwirtschaft sein. Die große Frage ist natürlich, wer das bezahlt, und wie man den Papamonat in der Privatwirtschaft finanzieren kann, da­mit die Unternehmen keine zu großen Verluste hinnehmen müssen. Diese Verhand­lungen gab es schon, sie waren jetzt eine Zeit lang unterbrochen. Ich hoffe doch, dass diese durch die Motivation Papamonat im öffentlichen Dienst wieder aufgenommen wer­den.

 


HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite