23. Sitzung des Nationalrates der Republik Österreich
14. Mai 2025
XXVIII. Gesetzgebungsperiode
Nationalratssaal
Stenographisches Protokoll
23. Sitzung des Nationalrates der Republik Österreich
XXVIII. Gesetzgebungsperiode
Mittwoch, 14. Mai 2025
1. Punkt: Erste Lesung: Bundesgesetz über die Bewilligung des Bundesvoranschlages für das Jahr 2025 (Bundesfinanzgesetz 2025 – BFG 2025)
samt Anlagen
2. Punkt: Erste Lesung: Bundesgesetz über die Bewilligung des Bundesvoranschlages für das Jahr 2026 (Bundesfinanzgesetz 2026 – BFG 2026) samt Anlagen
Inhaltsverzeichnis
Wortmeldungsarten
RNRandnummer
Zitierbeispiel: Sten. Prot. NR 11. Sitzung, 7.3.2025, RN 8
Impressum
Parlamentsdirektion
1017 Wien
Sitzungsbeginn
9.05 Uhr
Sitzungsende
15.18 Uhr
Personalien
Verhinderungen
Ordnungsruf
Geschäftsbehandlung
Redezeitbeschränkung nach Beratung in der Präsidialkonferenz gemäß
§ 57 Abs. 5 GOG
Ausschüsse
Verhandlungen
Gemeinsame Beratung über
1. Punkt: Erste Lesung: Bundesgesetz über die Bewilligung des Bundesvoranschlages für das Jahr 2025 (Bundesfinanzgesetz 2025 –
BFG 2025) samt Anlagen (67 d.B.)
2. Punkt: Erste Lesung: Bundesgesetz über die Bewilligung des Bundesvoranschlages für das Jahr 2026 (Bundesfinanzgesetz 2026 –
BFG 2026) samt Anlagen (68 d.B.)
Herbert Kickl (FPÖ) | wm |
August Wöginger (ÖVP) | wm |
MMag. DDr. Hubert Fuchs (FPÖ) | tb |
Philip Kucher (SPÖ) | wm |
Mag. Yannick Shetty (NEOS) | wm |
Mag. Werner Kogler (Grüne) | wm |
Bundesminister Dr. Markus Marterbauer | rb |
Mag. Arnold Schiefer (FPÖ) | wm |
Mag. Andreas Hanger (ÖVP) | wm |
Kai Jan Krainer (SPÖ) | wm |
Dipl.-Ing. Karin Doppelbauer (NEOS) | wm |
Leonore Gewessler, BA (Grüne) | wm |
Staatssekretärin MMag. Barbara Eibinger-Miedl | rb |
MMag. DDr. Hubert Fuchs (FPÖ) | wm |
Nico Marchetti (ÖVP) | wm |
Barbara Teiber, MA (SPÖ) | wm |
Mag. Martina von Künsberg Sarre (NEOS) | wm |
Dr. Alma Zadić, LL.M. (Grüne) | wm |
Staatssekretär Josef Schellhorn | rb |
Dr. Barbara Kolm (FPÖ) | wm |
Dipl.-Ing. Georg Strasser (ÖVP) | wm |
Reinhold Binder (SPÖ) | wm |
Dr. Nikolaus Scherak, MA (NEOS) | wm |
Mag. Dr. Jakob Schwarz, BA (Grüne) | wm |
Mag. Michael Hammer (ÖVP) | wm |
Sabine Schatz (SPÖ) | wm |
MMag. Markus Hofer (NEOS) | wm |
Barbara Neßler (Grüne) | wm |
Mag. (FH) Kurt Egger (ÖVP) | wm |
Rudolf Silvan (SPÖ) | wm |
Johannes Gasser, BA Bakk. MSc (NEOS) | wm |
Süleyman Zorba (Grüne) | wm |
Andreas Ottenschläger (ÖVP) | wm |
Mag. Heinrich Himmer (SPÖ) | wm |
Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS) | wm |
Mag. Werner Kogler (Grüne) | tb |
Mag. Johanna Jachs (ÖVP) | wm |
Wolfgang Moitzi (SPÖ) | wm |
Dominik Oberhofer (NEOS) | wm |
Gabriel Obernosterer (ÖVP) | wm |
Mag. Selma Yildirim (SPÖ) | wm |
Ing. Manfred Hofinger (ÖVP) | wm |
Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ) | wm |
Mag. Friedrich Ofenauer (ÖVP) | wm |
Mag. Elke Hanel-Torsch (SPÖ) | wm |
Mag. Dr. Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) | wm |
Mag. Markus Koza (Grüne) | wm |
Dr. Dagmar Belakowitsch (FPÖ) | wm |
Nico Marchetti (ÖVP) | tb |
Mag. Gerhard Kaniak (FPÖ) | wm |
Mag. Dr. Rudolf Taschner (ÖVP) | wm |
Wolfgang Kocevar (SPÖ) | wm |
Hermann Brückl, MA (FPÖ) | wm |
Lukas Brandweiner (ÖVP) | wm |
Rosa Ecker, MBA (FPÖ) | wm |
Mag. Lukas Hammer (Grüne) | wm |
Mag. Karin Greiner (SPÖ) | wm |
MMag. Alexander Petschnig (FPÖ) | wm |
Mag. Ernst Gödl (ÖVP) | tb |
Michael Fürtbauer (FPÖ) | wm |
Tanja Graf (ÖVP) | wm |
Maximilian Linder (FPÖ) | wm |
Ing. Harald Thau (FPÖ) | wm |
Klaus Seltenheim (SPÖ) | wm |
Mag. Gernot Darmann (FPÖ) | wm |
Irene Neumann-Hartberger (ÖVP) | wm |
Manuel Pfeifer (FPÖ) | wm |
Christoph Steiner (FPÖ) | wm |
Mst. Joachim Schnabel (ÖVP) | wm |
Mag. Lukas Hammer (Grüne) | tb |
Douglas Hoyos-Trauttmansdorff (NEOS) | wm |
Mag. Gernot Darmann (FPÖ) | tb |
Julia Elisabeth Herr (SPÖ) | wm |
Anhang
Eingebracht wurden
Regierungsvorlagen
Zurückziehung: 87 und Zu 87 d.B.
Bundesgesetz, mit dem das Einkommensteuergesetz 1988, das Körperschaftsteuergesetz 1988, das Grunderwerbsteuergesetz 1987,
das Gebührengesetz 1957, das Konsulargebührengesetz 1992, das Verfassungsgerichtshofgesetz 1953, das Verwaltungsgerichtshofgesetz 1985,
das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz, das Gewerbliche Sozialversicherungsgesetz, das Bauern-Sozialversicherungsgesetz, das Beamten-Kranken- und Unfallversicherungsgesetz und das Arbeitsmarktservicegesetz geändert werden (Budgetsanierungsmaßnahmengesetz 2025 Teil II – BSMG 2025 II) (91 d.B.)
Bericht
Bericht des Bundesministers für Finanzen betreffend Österreichischer Fiskalstrukturplan für die Jahre 2025-2029, Fortschrittsbericht 2025
und Übersicht über die österreichische Haushaltsplanung 2025 und 2026
(III-172 d.B.)
Anträge der Abgeordneten
Mag. Gernot Darmann, Kolleginnen und Kollegen betreffend Informationsoffensive zu sicherheitsrelevanten Migrationsfolgen (272/A(E))
Wendelin Mölzer, Kolleginnen und Kollegen betreffend Obligatorischer Instrumentalunterricht für angehende Volksschullehrkräfte (273/A(E))
Christian Hafenecker, MA, Kolleginnen und Kollegen betreffend Nationale Strategie und Förderprogramm für erneuerbare Kraftstoffe (274/A(E))
Christoph Steiner, Kolleginnen und Kollegen betreffend Reformen für das Tourismusland Österreich (275/A(E))
Anfragen der Abgeordneten
Mag. Agnes Sirkka Prammer, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Abschiebung um jeden Preis? Riskieren Sie Menschenrechte für Showpolitik, Herr Minister Karner? (2316/J)
Sigrid Maurer, BA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Bildung betreffend Schulbücher und Schulbuchkommission (2317/J)
Mag. Meri Disoski, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten betreffend Position Österreichs zur humanitären Notsituation in Gaza sowie zur Einhaltung des Völkerrechts sowie des humanitären Völkerrechts seitens der Regierung Netanjahus (2318/J)
Alois Kainz, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Landesverteidigung betreffend Mangelhafte Vorbereitung auf einen Blackout-Fall
(2319/J)
Alois Kainz, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Mangelhafte Vorbereitung auf einen Blackout-Fall (2320/J)
Christian Hafenecker, MA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Verletzung der Neutralität durch ausländische Militärtransporte bei der Durchquerung österreichischen Staatsgebietes (2321/J)
Christian Hafenecker, MA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Landesverteidigung betreffend Verletzung der Neutralität durch ausländische Militärtransporte bei der Durchquerung österreichischen Staatsgebietes (2322/J)
Christian Hafenecker, MA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur betreffend Verletzung der Neutralität durch ausländische Militärtransporte bei der Durchquerung österreichischen Staatsgebietes (2323/J)
Rosa Ecker, MBA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Europa, Integration und Familie betreffend Situation der österreichischen Frauen-
und Mädchenberatungsstellen (2324/J)
Rosa Ecker, MBA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Situation
der österreichischen Frauen- und Mädchenberatungsstellen (2325/J)
Rosa Ecker, MBA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Gewaltdelikte gegen obdachlose Personen (2326/J)
Rosa Ecker, MBA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung betreffend Gewaltschutzstrategie zur Koordinierung und Vernetzung mit Fokus auf Beratung gewaltbetroffener Frauen in Österreich 2024 (2327/J)
Rosa Ecker, MBA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Wirksamkeit des Brustkrebs-Früherkennungsprogramms (2328/J)
Rosa Ecker, MBA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung betreffend Wirksamkeit des Brustkrebs-Früherkennungsprogramms (2329/J)
Rosa Ecker, MBA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Finanzen betreffend Zugangshürden bei FinanzOnline-Einstieg (2330/J)
Rosa Ecker, MBA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Europa, Integration und Familie betreffend Wirksamkeit der Wertekurse (2331/J)
Rosa Ecker, MBA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Situation der österreichischen Frauen- und Mädchenberatungsstellen (2332/J)
Rosa Ecker, MBA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung betreffend Maßnahmen gegen Gewalt an
Frauen (2333/J)
Rosa Ecker, MBA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport betreffend Anzahl der Delogierungen 2023/2024 (2334/J)
Rosa Ecker, MBA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Verwendung des „Stillen Notrufs“ (2335/J)
Dr. Susanne Fürst, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport betreffend Fehlende Transparenz
bei der Finanzierung internationaler Organisationen (2336/J)
Werner Herbert, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Graffiti im öffentlichen Raum und an öffentlichen Verkehrsmitteln (2337/J)
Michael Schnedlitz, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Finanzen betreffend Autofahrer-Abzocke und Spritpreiswucher durch
die Bundesregierung im Jahr 2023 (2338/J)
Michael Schnedlitz, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Finanzen betreffend Autofahrer-Abzocke und Spritpreiswucher
durch die Bundesregierung im Jahr 2021 (2339/J)
Reinhold Maier, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Mehraufwand an Personal bei der Polizei in den letzten Jahren
bis heute – Steiermark (2340/J)
Manuel Litzke, BSc (WU), Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung betreffend Mutmaßlicher Missbrauch
von ÖH-Zwangsbeiträgen durch die ehemalige ÖH-Vorsitzende des
VSStÖ Nora Hasan an der Universität Wien (2341/J)
Rosa Ecker, MBA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Anzahl
der Delogierungen 2023/2024 (2342/J)
Rosa Ecker, MBA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Justiz betreffend Anzahl der Delogierungen 2023/2024 (2343/J)
Dr. Susanne Fürst, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Fehlende Transparenz bei der Finanzierung internationaler Organisationen (2344/J)
Dr. Susanne Fürst, Kolleginnen und Kollegen an den Bundeskanzler
betreffend Fehlende Transparenz bei der Finanzierung internationaler Organisationen (2345/J)
Dr. Susanne Fürst, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin
für europäische und internationale Angelegenheiten betreffend Fehlende Transparenz bei der Finanzierung internationaler Organisationen
(2346/J)
Dr. Susanne Fürst, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft betreffend Fehlende Transparenz bei der Finanzierung internationaler Organisationen (2347/J)
Dr. Susanne Fürst, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Finanzen betreffend Fehlende Transparenz bei der Finanzierung internationaler Organisationen (2348/J)
Dr. Susanne Fürst, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für
Bildung betreffend Fehlende Transparenz bei der Finanzierung internationaler Organisationen (2349/J)
Dr. Susanne Fürst, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin
für Justiz betreffend Fehlende Transparenz bei der Finanzierung internationaler Organisationen (2350/J)
Dr. Susanne Fürst, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister
für Inneres betreffend Fehlende Transparenz bei der Finanzierung internationaler Organisationen (2351/J)
Dr. Susanne Fürst, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister
für Wirtschaft, Energie und Tourismus betreffend Fehlende Transparenz bei der Finanzierung internationaler Organisationen (2352/J)
Dr. Susanne Fürst, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung betreffend Fehlende Transparenz bei der Finanzierung internationaler Organisationen (2353/J)
Dr. Susanne Fürst, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Europa, Integration und Familie betreffend Fehlende Transparenz bei der Finanzierung internationaler Organisationen (2354/J)
Dr. Susanne Fürst, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur betreffend Fehlende Transparenz bei der Finanzierung internationaler Organisationen (2355/J)
Dr. Susanne Fürst, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin
für Landesverteidigung betreffend Fehlende Transparenz bei der Finanzierung internationaler Organisationen (2356/J)
Tina Angela Berger, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin
für Frauen, Wissenschaft und Forschung betreffend Zusammensetzung des Gremiums zur Erarbeitung des Aktionsplans gegen Gewalt an Frauen
und Mädchen (2357/J)
Mag. Gernot Darmann, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Sicherheitslage an Kärntens Hauptbahnhöfen –
Wann wird endlich gehandelt? (2358/J)
Mag. Gernot Darmann, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft betreffend Wasserrechtlicher Bescheid betreffend Staubalken in der Glanfurt, Klagenfurt am Wörthersee (2359/J)
Christian Lausch, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Justiz betreffend Jugendgefängnis Münnichplatz (2360/J)
Christian Lausch, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Justiz betreffend Umsetzung, Finanzierung und gesetzliche Absicherung
der Gewaltambulanzen und der Gerichtsmedizinischen Institute in Österreich (2361/J)
Maximilian Linder, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister
für Wirtschaft, Energie und Tourismus betreffend 380 kV-Leitung durch Kärnten (2362/J)
Maximilian Linder, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für
Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Corona-Maßnahmen in den Gemeinden (2363/J)
Wendelin Mölzer, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport betreffend Österreichbeitrag
Architektur-Biennale 2025: Agency for Better Living (2364/J)
Mag. Norbert Nemeth, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Europa, Integration und Familie betreffend Vertragsverletzungsverfahren
der Europäischen Union gegen Österreich (2365/J)
Mag. Katayun Pracher-Hilander, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport betreffend Rolle der „Faktenchecker“ als „vertrauenswürdige Hinweisgeber (Trusted Flagger)“ zur Überwachung von Hassrede und Desinformation auf Onlineplattformen (2366/J)
Mag. Katayun Pracher-Hilander, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Finanzen betreffend Rolle der „Faktenchecker“ als „vertrauenswürdige Hinweisgeber (Trusted Flagger)“ zur Überwachung von Hassrede und Desinformation auf Onlineplattformen (2367/J)
Mag. Katayun Pracher-Hilander, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen
und Wasserwirtschaft betreffend Sicherung des Grundrechts auf Trinkwasser und Umgang mit der EU-Wasserpolitik (2368/J)
Michael Schnedlitz, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister
für Finanzen betreffend Autofahrer-Abzocke und Spritpreiswucher durch die Bundesregierung im Jahr 2020 (2369/J)
Michael Schnedlitz, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister
für Finanzen betreffend Autofahrer-Abzocke und Spritpreiswucher durch die Bundesregierung im Jahr 2022 (2370/J)
Michael Schnedlitz, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister
für Finanzen betreffend Autofahrer-Abzocke und Spritpreiswucher durch die Bundesregierung im Jahr 2024 (2371/J)
Michael Schnedlitz, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin
für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Schweigen der Ministerin bei Autofahrer-Abzocke und Spritpreiswucher (2372/J)
Christofer Ranzmaier, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur betreffend Deutschlands Blockadehaltung beim Brennerbasistunnel und dem Nordzulauf (2373/J)
Manuel Litzke, BSc (WU), Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung betreffend Angriff auf RFS-Vertreter
vor der Universität Wien u.a. durch Funktionäre des VSStÖ (2374/J)
Christian Lausch, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Justiz betreffend Langzeitbesuch – Sexualbesuch in den Justizanstalten (2375/J)
Elisabeth Heiß, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Finanzen betreffend Debanking – Kontokündigungen aufgrund politischer Weltanschauung (2376/J)
Rosa Ecker, MBA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Justiz betreffend Umsetzung der Entschließung 279/E und aktuelle Maßnahmen gegen sexuellen Kindesmissbrauch (2377/J)
Maximilian Linder, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Einsatz
von Mehlwürmern in Lebensmitteln, speziell im Gebäck (2378/J)
Mag. Marie-Christine Giuliani-Sterrer, BA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Aktueller Zustand der psychosozialen Versorgung in Österreich (2379/J)
Mag. Marie-Christine Giuliani-Sterrer, BA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Bildung betreffend Verpflichtende Nutzung der
ID Austria im Bildungsbereich (2380/J)
Mag. Marie-Christine Giuliani-Sterrer, BA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Unterscheidung zwischen „an“ und „mit“ COVID-19 Verstorbenen in Österreich (2381/J)
Lisa Schuch-Gubik, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten betreffend Wirtschaftlichkeitsaspekte der A8-Anschaffung für Staatssekretär Schellhorn (2382/J)
Thomas Spalt, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung betreffend Ideologische Voreingenommenheit bei der Vergabe öffentlicher Fördermittel für wissenschaftliche Forschungsvorhaben? (2383/J)
Christoph Steiner, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Justiz betreffend Causa Baukartell, Prozessfinanzierung (2384/J)
Christoph Steiner, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur betreffend Würden Sie selbst noch
über die Luegbrücke fahren, Herr Minister? (2385/J)
RN/1
Beginn der Sitzung: 9.05 Uhr
Vorsitzende: Präsident Dr. Walter Rosenkranz, Zweiter Präsident Peter Haubner, Dritte Präsidentin Doris Bures.
RN/2
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Die 23. Sitzung des Nationalrates ist eröffnet.
RN/2.1
Als verhindert gemeldet sind die Abgeordneten Ricarda Berger, Sebastian Schwaighofer, Mag. Karoline Edtstadler, Andreas Minnich,
Norbert Sieber, Bettina Zopf, Josef Muchitsch, Veit Valentin Dengler und Mag. Meri Disoski.
RN/2.2
Einlauf und Zuweisungen
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Hinsichtlich der eingelangten Verhandlungsgegenstände und deren Zuweisungen verweise ich gemäß § 23 Abs. 4 der Geschäftsordnung auf die verteilte Mitteilung.
Die Mitteilungsliste ist unter folgendem Link abrufbar:
RN/2.3
Ich gebe bekannt, dass diese Sitzung abgesehen vom Parlamentslivestream auch von ORF 2 bis 13 Uhr übertragen wird. ORF III wird diese Sitzung
bis 19.15 Uhr senden, anschließend wird die Sitzung auf ORF ON übertragen.
RN/2.4
Behandlung der Tagesordnung
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Es ist vorgeschlagen, die Debatten über die Punkte 1 und 2 der Tagesordnung zusammenzufassen.
Wird dagegen ein Einwand erhoben? – Das ist nicht der Fall.
RN/2.5
Redezeitbeschränkung
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Zwischen den Mitgliedern der Präsidialkonferenz wurde Konsens über die Dauer der Debatten erzielt. Demgemäß
wurde eine Tagesblockzeit von 5 „Wiener Stunden“ vereinbart, sodass sich folgende Redezeiten ergeben: FPÖ 85, ÖVP 78, SPÖ 68, NEOS 43 sowie
Grüne 40 Minuten.
Wir kommen sogleich zur Abstimmung über die eben dargestellten Redezeiten.
Ich bitte jene Damen und Herren, die diesem Vorschlag zustimmen,
um ein diesbezügliches Zeichen. – Danke, das ist einstimmig angenommen.
Wir gehen in die Tagesordnung ein.
RN/3
Erste Lesung: Bundesgesetz über die Bewilligung des Bundesvoranschlages für das Jahr 2025 (Bundesfinanzgesetz 2025 –
BFG 2025) samt Anlagen (67 d.B.)
Erste Lesung: Bundesgesetz über die Bewilligung des Bundesvoranschlages für das Jahr 2026 (Bundesfinanzgesetz 2026 –
BFG 2026) samt Anlagen (68 d.B.)
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Wir gelangen zu den Punkten 1 und 2 der Tagesordnung, über welche die Debatten unter einem durchgeführt
werden.
Wir gehen in die Debatte ein.
Zu Wort gemeldet ist Herr Klubobmann Kickl. Ich erteile es ihm. Eingemeldete Redezeit: 10 Minuten.
RN/4
9.07
Abgeordneter Herbert Kickl (FPÖ): Danke schön, Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Liebe Österreicherinnen und Österreicher! Wir haben gestern, vor ungefähr 24 Stunden, hier von Ihnen, Herr Finanzminister, von der Regierungsbank aus eine – ich sage es einmal so – einigermaßen langatmige Vorlesung zum Themenbereich Budget 2025/26 gehört.
Sie haben dieses Machwerk mit einem einigermaßen schwülstigen Titel versehen: „Die Staatsfinanzen sanieren. Das Richtige tun. Für Zuversicht sorgen.“ Sie haben sich wahrscheinlich gedacht, Sie müssen ein bisschen
auf die Optimismustube drücken, Sie müssen irgendwie Bewegung in die Sache bringen, Sie müssen irgendwie ein bisschen einen Spirit draußen in der Bevölkerung entwickeln, so frei nach dem Motto: Liebe Österreicher, es wird schon alles gut werden. Diese Bundesregierung stellt jetzt die Weichen.
Liebe Leute, glaubt uns doch: Das Joch, das wir euch jetzt auferlegen, ist nur zu eurem Besten, und dass ihr zur Ader gelassen werdet, das dient nur eurer Gesundheit!
Was Sie und Ihre Spindoktoren, die Ihnen diese Rede geschrieben haben, dabei völlig vergessen haben, ist, dass das Ganze nicht funktioniert, weil Ihre Vorgänger als Finanzminister – allesamt im Übrigen Vertreter der selbst ernannten Wirtschaftspartei in diesem Haus – anlässlich ihrer Budgetpräsentationen der österreichischen Bevölkerung im Grunde genommen genau das Gleiche versprochen haben: andere Worte, aber der gleiche Inhalt,
und da rede ich nur von den letzten Jahren.
2021 hat es geheißen: „‚Gemeinsam durch die Krise‘ / Aus Verantwortung für Arbeitsplätze und Standort“. 2022 haben wir dann gehört: Das Budget
bringt „Aufschwung, Stabilität und Nachhaltigkeit“. 2023 haben wir gehört, dass die Regierung mit dem Budget Verantwortung für das Morgen übernimmt –
und das Morgen aus der damaligen Sicht ist ja die Zeit, in der wir jetzt
leben. Jetzt können wir schauen, was alle diese wunderschönen Worte wert sind, was das alles wert ist. Was bedeutet es, wenn Sie von Übernahme
von Verantwortung sprechen; wenn die Vertreter der Einheitspartei von Politik für den Standort, für die Arbeitsplätze, vom Durch-die-Krise-Kommen
sprechen; wenn Sie uns Stabilität und Aufschwung versprechen?
Ich sage Ihnen, was es bedeutet: Es bedeutet ein unglaubliches Budgetdefizit. Es bedeutet den größten Schuldenhaufen in der Geschichte dieser
Zweiten Republik. Es bedeutet die größte Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Es bedeutet, dass wir in der Zwischenzeit das dritte Jahr hindurch immer ärmer werden. Es bedeutet, dass Österreich Schlusslicht in Sachen Wettbewerb in der EU ist. Es bedeutet, dass wir mehr als 400 000 Arbeitslose haben, Tendenz steigend. Es bedeutet, dass jeden Monat fast 20 Unternehmen zusperren. Es bedeutet, dass vier von fünf Unternehmen Verluste machen. Es bedeutet, dass die Teuerung bei uns die höchste
im gesamten Euroraum ist.
Ich könnte es auch anders formulieren, ich könnte auch sagen: Der Bund ist pleite, die meisten Länder sind pleite, die Gemeinden sind pleite, die Krankenkassen sind pleite. (Beifall bei der FPÖ.) Und wissen Sie was? – Ganz Österreich – ganz Österreich, jeder Einzelne der Menschen, die das
gestern gehört haben und die das in den letzten Jahren gehört haben – weiß das. Und was noch viel schlimmer ist: Alle spüren das. Sie alle spüren
das, und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht.
Und deshalb, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Einheitspartei, von dieser Verliererampel, von dieser Koalition der Neuwahlflüchtlinge (Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ): Nein, nein und noch einmal nein! Sie sind nicht die großen Problemlöser, als die Sie sich darstellen – überhaupt nicht!
Nein, Sie haben es ja auch gestern wieder versucht. In Wahrheit sind Sie die Problemverursacher. (Beifall bei der FPÖ.) Sie sind die Problemverursacher, die Problemverlängerer, die Problemvervielfältiger und die Problemvergrößerer. Das ist auch der Grund, warum Ihnen, dieser Verliererampel und Ihrem Stützradl da aus dieser Pseudoopposition, kein Mensch mehr vertrauen kann, und zwar gerade dann, wenn es um die Fakten geht –
gerade dann! Die Vertrauensbasis der Bevölkerung ist zerstört. Da ist viel zu viel passiert.
Das ist auch der Grund, Herr Finanzminister, warum kein Funke von
Ihnen, von dieser Regierung zur Bevölkerung überspringt (Abg. Kogler [Grüne]: Na, beim Zündeln sind Sie Weltmeister!), warum Sie zwar viel von einer gemeinsamen Kraftanstrengung und von einem Schulterschluss reden können – das haben Sie ja gestern versucht –, warum das alles ins Leere geht
(Zwischenruf des Abg. Höfinger [ÖVP]): weil Sie nämlich die Punze des Versagens und des Vertrauensbruchs auf Ihrer Stirn tragen! (Beifall bei der FPÖ.)
Das ist das Problem.
RN/4.1
In der Situation kommen Sie dann so wie gestern wieder daher und reden groß von Verantwortung: Sie übernehmen Verantwortung. Sie übernehmen Verantwortung. (Abg. Höfinger [ÖVP]: Du hast sie nicht übernommen! – Zwischenruf des Abg. Egger [ÖVP].) Das ist das neue Mantra: Verantwortung!
Also der Arzt – nein, Arzt kann man dazu nicht sagen –, der Kurpfuscher, der Verantwortung übernommen hat und ein gesundes Österreich zunächst
einmal krank gemacht hat und dann an den Rand des Grabes gebracht hat, dieser Kurpfuscher übernimmt weiter Verantwortung, indem er dieselbe Medikation und dieselbe Therapie weiter einsetzt. Wissen Sie, was das ist? – Das ist die ultimative Verhöhnung der österreichischen Bevölkerung. Das ist eine Beleidigung der Intelligenz der Steuerzahler! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Gerstl [ÖVP].)
Verantwortung wäre etwas ganz anderes gewesen: Verantwortung wäre gewesen, den Weg für Neuwahlen freizumachen, aber dafür hat Ihnen der Mut gefehlt. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Taschner [ÖVP]: Das wäre die Lösung? – Zwischenruf des Abg. Gerstl [ÖVP].)
Die Menschen wissen ganz genau, was Verantwortung aus Ihrem Mund bedeutet: Verantwortung aus dem Mund der Einheitspartei bedeutet, zunächst das Land zu ruinieren und dann vor der Wahl noch schnell die Wirtschaftsprognosen und das eigene Budget zu frisieren, damit man dann irgendwie noch einmal die Überfuhr schafft und sich an der Macht halten kann. Das
bedeutet Verantwortung aus Ihrem Mund. Verantwortung aus dem Mund der Einheitspartei bedeutet, die politischen Bruchpiloten, die Versager (Abg. Wöginger [ÖVP]: Versager?!), die uns das alles eingebrockt haben – ich nenne die Namen Brunner und Nehammer, die zwei Herren unseligen Angedenkens –,
dann für dieses Versagen mit Topjobs und Luxusgagen zu belohnen und die Bevölkerung mit den Aufräumarbeiten für den Wahnsinn, den die angerichtet haben, zu bestrafen. (Beifall bei der FPÖ.)
Verantwortung bedeutet für Sie, in Zeiten der angeblichen Sparnotwendigkeit für alle die größte und teuerste Regierung aller Zeiten zusammenzuschustern: 21 Privilegierte mit einem riesigen Mitarbeiterstab und einem standesgemäßen Fuhrpark, das muss man in Tagen wie diesen
dazusagen – Audi A8, Edition Staatssekretär mit der extra Beinfreiheit für den langbeinigen Sepp. (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des
Abg. Strasser [ÖVP].) Ich meine: Geht’s noch?
Und Verantwortung heißt für Sie dann vor allem auch, die Bevölkerung die grausliche Suppe auslöffeln zu lassen, die Sie den Menschen eingebrockt haben. Sie haben schwer gesündigt, und Buße tun muss jetzt die Bevölkerung.
(Abg. Shetty [NEOS]: Was haben Sie eigentlich für einen Dienstwagen, Herr Kickl?) Das ist das Budgetmodell der Österreichischen Volkspartei. (Beifall bei
der FPÖ.)
Dafür knöpfen Sie den Pensionisten jetzt höhere Krankenversicherungsbeiträge ab, machen also eine Pensionskürzung. (Rufe bei der ÖVP: Die Sie unterschrieben haben!) Das ist eine Schande! Sie nehmen es denjenigen weg, die tatsächlich Verantwortung übernommen haben, weil sie nämlich dieses
Land aufgebaut haben, weil sie gearbeitet haben, weil sie den Wohlstand erwirtschaftet haben, nebenher Kinder großgezogen haben – den Wohlstand, den Sie ruinieren. (Zwischenruf der Abg. Reiter [ÖVP].) Das ist ein Dankeschön, gerade in Tagen wie diesen, in denen ein Jubiläum das nächste jagt! (Beifall bei der FPÖ.)
Und während Sie das tun, während Sie also diese Pensionen kürzen, sind Sie gleichzeitig unglaublich großzügig und spendabel in Richtung der Völkerwanderer, die Sie alle seit 2015 in einer Koproduktion, gemeinsam in dieses Land geholt haben. Da ist Österreich weiterhin ein All-inclusive-Klub,
der alle Stückel spielt. So schaut sie aus, die sozialistische Solidarität im Jahr 2025 (Zwischenruf der Abg. Reiter [ÖVP]): Solidarität mit den Völkerwanderern und bei den Pensionisten kürzen! (Beifall bei der FPÖ.) Und so schaut sie aus, die angeblich strenge Asylpolitik der ÖVP: diesen Tisch
zu decken, der die Leute ins Land lockt!
Wir wollten das abstellen! Wir wollten das abstellen und wir wollten vor allem auch diejenigen zur Kasse bitten und einen Beitrag von denen verlangen,
die als Asylanten im Land sind und die noch nichts – aber gar nichts! – für dieses Land geleistet haben.
Oder: Sie bestrafen die hart arbeitenden Menschen, und Sie tun das,
indem Sie ihnen den Zugang zur Pension immer schwieriger machen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Die arbeiten hart, die arbeiten lange, und was ist Ihre Botschaft für sie? – Bitte warten, bitte warten, bitte warten! Es geht immer später in die Pension, der Zugang wird immer schwerer. (Abg. Michael Hammer [ÖVP]: Nicht genügend, setzen!) Statt Leistung zu belohnen und Anreize für diejenigen, die überhaupt noch können, zu schaffen, damit sie länger
in Beschäftigung bleiben – das ist das, was wir wollten –, fahren Sie eine Strafaktion gegen diese Leute.
Das wird in der Realität bedeuten, dass ganz, ganz viele Menschen, die vielleicht wollen, die aber nicht mehr können, weil sie nach den vielen Jahren harter Arbeit fertig sind, dann nicht vom Arbeitsprozess in die Pension gehen, sondern vom Arbeitsprozess in die Arbeitslosigkeit, vielleicht in den Notstand und
dann in die Pension. Na das ist eine schöne Dankbarkeit der Zweiten Republik an die Aufbaugeneration.
Das ist im Übrigen auch ein fatales Signal an die jungen Leute, denn
denen sagen Sie: Wir brauchen zwar Facharbeiter, aber fangt ja nicht zu früh mit dem Erwerbsprozess an! Bitte überlegt euch das gut, ob ihr überhaupt so früh zu arbeiten beginnt – eine Lehre oder etwas Ähnliches macht –, weil wenn ihr dann die Jahre beieinander habt (Zwischenruf der Abg.
Reiter [ÖVP]), dann hilft euch das alles nichts, weil wir euch nämlich alles wieder herunterreißen, wenn ihr dann vor dem 65. Lebensjahr in Pension gehen
wollt. – Das ist ein Anreiz in die falsche Richtung! (Beifall bei der FPÖ.)
Sie stehlen den Pensionisten die Pensionsanpassung im ersten Jahr. Sie stehlen ihnen das, und das ist ein nachhaltiger Schaden, der dann bis zum Ende
der Pension reicht. Die Sozialisten waren diejenigen, die das in der Vergangenheit kritisiert haben – zu Recht kritisiert haben –, und jetzt machen Sie
genau diesen Wahnsinn mit. Was ist aus der Sozialdemokratie geworden, nur damit Herr Babler Vizekanzler spielen kann? Aber bei den Luxuspensionen,
die es immer noch gibt – bei den Altpolitikern, da gibt es ja viele auch (in Richtung SPÖ weisend) in Ihren Reihen; da gibt es immer noch welche mit
einer Durchschnittspension von 5 700 Euro im Monat –, wird nicht eingegriffen, weil dort der Vertrauensschutz gilt. Also dort gilt der Vertrauensschutz –
bei der privilegierten Kaste –, bei der einfachen Bevölkerung gibt es keinen Vertrauensschutz. (Beifall bei der FPÖ.) Bravo, kann man da nur sagen!
Sie kürzen die Familienleistungen – nehmen Sie von der ÖVP nie mehr den Begriff Familienpartei für sich in Anspruch, nie mehr! (Abg. Wurm [FPÖ]:
Nie mehr!) Sie schädigen und Sie schwächen damit das wichtigste Fundament für unsere Zukunft, Sie schädigen und Sie schwächen den Kern für eine funktionierende Gesellschaft, aber Sie kappen oder reduzieren nicht
den Zugang zu Sozialleistungen, Gesundheitsleistungen, zu Wohnraum für die Völkerwanderer, so wie wir das wollten. Nein, Sie investieren im Gegenteil Millionenbeträge für traumtänzerische, muss man sagen, Integrationsprojekte, die in der Sache überhaupt nichts bringen werden und die nur
dazu dienen, ihr eigenes Versagen in diesem ganzen Asylbereich zu kaschieren. (Beifall bei der FPÖ.) Das ist nichts anderes als die fortgeschriebene Umverteilung vom Inländer zum Ausländer. Umgekehrt muss es sein, das war unser Ziel: Quote null, Festung Österreich! (Heiterkeit und Zwischenrufe bei
den Grünen.)
Sie setzen im Übrigen auch keinerlei Entlastungsschritte für die Leistungsträger, und es ist egal, ob diese Leistungsträger Arbeitnehmer sind oder
Unternehmer – Stichwort Lohnnebenkosten, Steuersenkung, Innovationsanreize. Keine Großoffensive für den Wirtschaftsmotor, der ins Stocken geraten ist, überhaupt nichts! Im Gegenteil: Sie erhöhen die Steuerquote.
Dann kommen Sie mit 1 000 Euro steuerfrei daher und tun so, als ob Sie
das den Menschen geben würden. Gar nichts zahlen Sie – die 1 000 Euro müssen die Unternehmer zunächst einmal selber erwirtschaften. Und Sie
klopfen sich auf die Schulter, weil Sie sagen: Wir reißen euch diesmal nichts davon herunter, so wie es damals bei den Pflegekräften der Fall war! – Aber Sie machen es den Unternehmen immer schwerer, diese 1 000 Euro auch tatsächlich zustande zu bringen. (Beifall bei der FPÖ.)
Wissen Sie, was der einzige Impuls für die Wirtschaft, für die Industrie ist? – Das ist die Hoffnung, das ist die vage Annahme, dass sich irgendwo
anders in Europa, irgendwo in Deutschland vielleicht, etwas tut, und sei es
durch ein noch so wahnsinniges Rüstungsprojekt, das uns nur in die Nähe eines katastrophalen Krieges bringt. Da hoffen Sie dann, dass für Sie auch etwas abfällt, dass Sie dann einmal mehr in der Bugwelle mitfahren können.
Wissen Sie, was das ist? – Das ist eine Totalkapitulation. Sie haben sich selber und Österreich aufgegeben – mehr ist das nicht.
Mir fallen da in diesem Zusammenhang, gerade jetzt, die Worte von Leopold Figl bei seiner Weihnachtsansprache 1945 ein (Abg. Wöginger [ÖVP]: Ja, genau!): „Glaubt an dieses Österreich!“ (Zwischenruf des Abg. Ofenauer [ÖVP].) – Sie sind diejenigen, denen dieser Glaube längst abhandengekommen ist. (Beifall bei
der FPÖ. – Abg. Reiter [ÖVP]: Das ist aber eine Chuzpe! – Abg. Scherak [NEOS]: Der Figl dreht sich gerade im Grab um!)
Abschließend: Da passt es ja nur noch ins Bild (Abg. Michael Hammer [ÖVP]:
Erster sinnvoller Satz: abschließend!), dass Sie uns jetzt auch noch trotz dieses Belastungspakets in ein EU-Defizitverfahren hineintreiben, was ja nichts anderes bedeutet, als dass Sie nicht schnell sanieren wollen, so wie
ein Unternehmer das machen würde. (Abg. Reiter [ÖVP]: Man merkt, dass Sie nur 8 Stunden in den Verhandlungen waren!) Sie wollen nicht schnell sanieren,
damit man dann Planungssicherheit und eine solide Basis hat, sondern Sie wollen eine Never-ending Story produzieren. Sie wollen das bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag zelebrieren und setzen uns damit der Gefahr aus, dass die kleinste Kleinigkeit an einer neuen Krise, die daherkommt, all das zunichtemacht, was die Österreicher jetzt einsparen. (Beifall bei der FPÖ.)
Ich weiß nicht, ob Sie sich das auch irgendwann einmal überlegt haben: Der kleinste Störfaktor reicht. Sie liefern uns der Europäischen Union aus,
natürlich lassen Sie sich besachwalten. Ich meine, dass Sie das gerne haben, verstehe ich, denn Sie können sich jetzt hinter der Europäischen Union verschanzen (Abg. Krainer [SPÖ]: In was für einem Paralleluniversum wachen Sie jeden Tag auf?), das ist ganz klar, aber die ÖVP hat ja noch ins Regierungsprogramm hineinschreiben lassen, dass sie ein EU-Defizitverfahren verhindern will. – Na gut, das ist jetzt auch schon wieder ein paar Monate her. Was
soll’s, was Sie vor ein paar Monaten versprochen haben, kümmert Sie ohnehin nicht. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Wöginger [ÖVP]: Ja, genau, das musst
gerade du sagen!)
Das ist der Punkt, meine Damen und Herren: Wissen Sie, wenn Sie am Bahnhof in einen Zug steigen (Abg. Höfinger [ÖVP]: Du bist auf dem Abstellgleis!) und dieser Zug in die falsche Richtung fährt (Abg. Michael Hammer [ÖVP]: Geisterzug!), dann weiß jeder Mensch, dass es immer teurer wird, je später Sie wieder aussteigen, um dann wieder in die richtige Richtung zu fahren.
Das wird immer teurer: Mit jedem Kilometer wird das teurer.
(Abg. Krainer [SPÖ]: Mit dem Klimaticket nicht!) In der Politik ist es ganz genauso. Sie sitzen schon viel zu lange in diesem falschen Zug. Sie haben die Ausstiegsmöglichkeit, Station Budget 2025/26, wieder nicht genützt, um endlich in die richtige Richtung zu fahren, nämlich in Richtung von guten Jahren für die österreichische Bevölkerung. (Abg. Höfinger [ÖVP]: Das kannst du nicht beurteilen!)
Ihr Zug, das ist der Zug nach nirgendwo. (Abg. Hanger [ÖVP]: Sie fahren auf der Geisterbahn!) Das wird kein gutes Ende nehmen, und deswegen sage ich
Ihnen eines (Abg. Michael Hammer [ÖVP]: ... in der Transsibirischen ...!): Wir als Freiheitliche setzen alles daran, Ihre Zeit als Regierung so kurz wie möglich und damit den Schaden für die österreichische Bevölkerung so gering wie möglich zu halten. (Beifall bei der FPÖ.)
Das und nichts anderes ist staatspolitische Verantwortung. (Anhaltender
Beifall bei der FPÖ.)
9.23
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Als Nächster zu Wort gemeldet: Herr Klubobmann Wöginger. Eingemeldete Redezeit: 8 Minuten. (Abg. Krainer [SPÖ]: Hallo, da waren Ordnungsrufe dabei, Herr Präsident! Ist Ihnen das nicht aufgefallen? Herr Präsident, Ordnungsrufe sind da jetzt! Ordnungsrufe sind fällig! Haben Sie nicht zugehört? Was ist das für eine parteiische Vorsitzführung? Sie
haben Ordnungsrufe zu erteilen! Herr Präsident, was machen Sie eigentlich beruflich?)
RN/5
9.24
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Vielleicht zwei Ad-hoc-Bemerkungen zu Klubobmann Kickl: Herr Klubobmann, man soll nicht mit Steinen werfen, wenn man selber im Glashaus sitzt. Ich glaube,
du bist auch nicht der größte Mensch in der Republik (Heiterkeit des Abg. Zarits), fährst aber das größte Auto, nämlich einen S-Klasse-Mercedes. (Rufe bei
der ÖVP: Oh! Ah!) Also man soll nicht auf andere hinweisen, wenn man selber die größte Luxuskarosse in der Republik fährt. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie
bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Kickl [FPÖ]: ...! Einen Audi Q7!)
Das Zweite, lieber Herbert Kickl: Du hättest es selber in der Hand gehabt. (Ruf bei der FPÖ: Genau!) Du hättest es in der Hand gehabt, du könntest heute Bundeskanzler in Österreich sein (Abg. Kickl [FPÖ]: Mit euch nicht! –
Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Mit euch geht’s leider nicht! – Abg. Kassegger [FPÖ]: Na mit euch nicht!), wenn du es nur gewollt hättest. (Abg. Kickl [FPÖ]: Ich hätte
den Nehammer nicht zum Banker gemacht!) Du hast es nämlich nicht gewollt, und nach dieser Rede muss ich auch sagen: Du kannst es auch nicht. (Beifall bei
ÖVP, SPÖ und NEOS.)
Du hast es vergeigt, du hast diese Chance vertan. Und als ÖVP-Klubobmann bitte ich dich: Zitier nicht mehr Leopold Figl! Leopold Figl war ein Staatsmann, der würde sich in diesen Sekunden im Grabe umdrehen (Zwischenrufe bei der FPÖ), denn Leopold Figl, der selber in der Todeszelle gesessen ist, hätte
mit euch gar nichts zu tun haben wollen – gar nichts. (Beifall bei ÖVP und NEOS sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Aber mit euch
auch nicht!)
Weiters: Leopold Figl war ein Staatsmann, ein Kanzler, der es wollte und der es auch konnte. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Das ist lang her, und jetzt habts keinen ...! – Abg. Kickl [FPÖ]: Der hat für Österreich gekämpft!) Das ist genau das Gegenteil von dir, lieber Herbert Kickl. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zur sogenannten Eisenbahn: Entweder ist die FPÖ auf der Transsibirischen Eisenbahn zum Freund Putin nach Russland unterwegs, oder es ist eine Geisterbahnfahrt, die wir hier mit diesen Reden von dir hören. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Was war falsch an der Rede?) Man soll also nicht auf andere zeigen, wenn man selber eigentlich gar nicht in der Lage ist, das Richtige
zu tun. Wir tun mit dieser Bundesregierung das Richtige – für Österreich, für die Menschen und für das Land. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Nein! – Abg.
Stefan [FPÖ]: Seit Jahren! – Ruf bei der FPÖ: Für euch selber! – Abg. Stefan [FPÖ]: Jedes Jahr aufs Neue!)
Diesen Titel, den wir auch für das Regierungsprogramm gewählt haben,
kann man auch über dieses Budget 2025/26 stellen. Ja, es sind wahrlich keine einfachen Zeiten, es ist herausfordernd, daher gilt es, zu konsolidieren,
zu reformieren und auch zu investieren. Es muss gespart werden, die Leistung rückt wieder stärker in den Vordergrund, und die Gratismentalität muss
beendet werden. (Abg. Stefan [FPÖ]: Koste es, was es wolle!)
Wir haben jetzt das dritte Jahr kein Wirtschaftswachstum – das ist übrigens seit dem Jahr 1955 ein absolutes Novum –, und das ist auch der Hauptgrund
(Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Das habts gut gemacht! – Abg. Kassegger [FPÖ]: Gute Leistung!): Dass wir kein Wachstum haben, ist der Hauptgrund, warum die budgetäre Situation so angespannt ist. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Grandiose ÖVP-Politik der letzten Jahre!)
Ich möchte zu den drei Bereichen kurz auch einige Punkte erwähnen – also
zum Konsolidieren, zum Reformieren und zum Investieren.
Zum Konsolidieren: Ausgabenseitig sparen wir in etwa zwei Drittel des Gesamtvolumens ein. (Abg. Kassegger [FPÖ]: Ihr machts 82 Milliarden neue Schulden!)
Das heißt, das sind natürlich auch Abschaffungen von Förderungen. Ich nenne hier den Klimabonus mit 2 Milliarden Euro, den es nicht mehr geben wird.
(Abg. Martin Graf [FPÖ]: ... eingeführt!)
Auch Kürzungen bei Förderungen: Wir haben in den letzten Jahren
sehr viel gefördert, das wird wieder auf ein normales Maß zurückgeschraubt. Wir sparen auch in der Verwaltung, in den Ministerien: rund 1,1 Milliarden Euro im heurigen Jahr, 1,3 Milliarden im nächsten Jahr. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Wir schaffen die Bildungskarenz ab. Es gibt zwar eine Weiterbildungszeit
als Ersatz, aber grundsätzlich wird die Bildungskarenz abgeschafft, weil es in diesem Bereich auch sehr viele Mitnahmeeffekte gegeben hat.
Im Übrigen: Die Maßnahmen, die ich hier gerade vorgelesen habe, haben wir eins zu eins auch mit der Freiheitlichen Partei vereinbart gehabt. (Abg.
Ragger [FPÖ]: So ein Blödsinn! – Abg. Kickl [FPÖ]: Erstens falsch und zweitens: Wie geht’s weiter?) – Du bist ja dabeigesessen, du musst es wissen, nicht? (Zwischenruf des Abg. Leinfellner [FPÖ].) – Die waren eins zu eins mit der FPÖ vereinbart; also diese Maßnahmen sind auch im Papier mit der FPÖ ausgewiesen gewesen, im Übrigen einige andere auch noch, aber dazu komme ich noch.
Die Sanierungsmaßnahmen insgesamt für das heurige Jahr betragen 7 Milliarden Euro – 6,4 Milliarden sind sozusagen die Nettokonsolidierung, 600 Millionen für Offensivmaßnahmen. Im nächsten Jahr sind es
insgesamt 10,3 Milliarden Euro – 8,7 Milliarden Konsolidierung, 1,6 Milliarden für Offensivmaßnahmen. (Abg. Schnedlitz [FPÖ]: Warum zitterst denn so?)
Die Steuer- oder Einnahmenseite: Ja, auch dort setzen wir Maßnahmen. Wir haben uns auf eine zusätzliche Bankenabgabe in der Höhe von 350 Millionen Euro (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Wie viel haben die Gewinne geschrieben?) und auf einen Beitrag der Energiekonzerne in der Höhe von 200 Millionen
Euro geeinigt.
Die Ausweitung der Tabaksteuer bringt im Endausbau dann auch 200 Millionen Euro – heuer können wir ja mit vielen Maßnahmen erst mit Mitte des
Jahres beginnen, weil wir erst in der Beschlussfassung stehen.
Höhere Abgaben auf das Glücksspiel bringen auch rund 200 Millionen Euro. Die motorbezogene Versicherungssteuer für Kfz bei E-Autos bringt 130 Millionen Euro. Im Übrigen bleibt da die Sachbezugsbefreiung aufrecht – da habe ich in den letzten Tagen viele Nachfragen bekommen.
Eine höhere Besteuerung bei Umwidmungen und spekulativen Immobiliengeschäften bringt 150 Millionen Euro, es gibt auch Anpassungen bei
Stiftungen – um hier nur einige Beispiele auf der Einnahmenseite zu erwähnen.
Der Bereich der Reformen wird im Bereich der Pensionen gestartet (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Das ist keine Reform, das ist eine Verschlechterung!), natürlich auch beginnend im Bereich unserer Gesundheitspolitik. Bei den
Pensionen – das ist schon interessant –: Die Korridorpension wird ja sehr heftig diskutiert, weil wir das Antrittsalter von 62 in kleinen Schritten auf 63
anheben. Das geht in Zweimonatsschritten pro Quartal, damit der Vertrauensschutz gewahrt bleibt. Die Versicherungsjahre werden von 40 auf 42 Jahre erhöht.
Wissen Sie, was das Eigenartige ist? – Eigentlich müsste dieser Beschluss ja bis auf die Grünen einstimmig gefasst werden, denn auch diese Maßnahme
war mit der FPÖ vereinbart. (Beifall bei ÖVP und NEOS sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Diese Maßnahme war mit der FPÖ im Sozialkapitel vereinbart –
die Unterlagen sind nach wie vor da –, auch die Neuregelung der Aliquotierung. Das heißt, wenn man heuer in Pension geht, wie viel bekommt man
nächstes Jahr Anpassung? Da haben wir in den letzten 20 Jahren unterschiedlichste Regelungen gehabt, zuletzt hat man alles bekommen. Wir haben
uns jetzt auf die Hälfte verständigt, denn es hat acht oder neun Jahre gar keine Anpassung in diesem Bereich gegeben, und ich glaube, 50 Prozent ist da
eine gute Wahl – im Übrigen auch mit der FPÖ vereinbart.
Wir führen eine Teilpension ein. Das ist überhaupt eine sehr intelligente Maßnahme (Abg. Ragger [FPÖ]: ... mit den NEOS ...!): dass man die Pension zum
Teil in Anspruch nehmen kann, zum Beispiel zur Hälfte, und zur Hälfte weiterarbeiten kann.
Wir verankern auch einen Nachhaltigkeitsmechanismus (Abg.
Belakowitsch [FPÖ]: Ja, grandios!), so, wie wir ihn vor über 20 Jahren, bei der damaligen Schüssel-Reform, schon einmal im Gesetz stehen gehabt
haben: Wenn sich das faktische Pensionsalter nicht bis zu einem gewissen Zeitpunkt entsprechend an das gesetzliche annähert, müssen Maßnahmen gesetzt werden. Das haben wir im Übrigen damals auch mit den Freiheitlichen beschlossen (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Nein, falsch! Das ist eine glatte Lüge!), zwar in einer anderen Zusammensetzung, aber der Nachhaltigkeitsmechanismus war Teil der Pensionsreform Schüssel, da waren wir in Koalition mit der FPÖ. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie bei den
NEOS.) Wir schränken auch den geringfügigen Zuverdienst bei Arbeitslosigkeit ein, um die Leistung stärker in den Vordergrund zu rücken.
RN/5.1
Und jetzt zur berühmten Krankenversicherungsbeitragserhöhung (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Nächste Lüge!): Es ist ja müßig, dieses Thema zum zigsten Male hier zu wiederholen. (Abg. Kassegger [FPÖ]: Dann lassen wir es
bleiben!) Es ist auch müßig, wenn immer wieder FPÖ-Politiker hier herausgehen, die gar nicht am Tisch gesessen sind und die gar nicht - - (Abg.
Schnedlitz [FPÖ]: Ihr habt die Homepage vom Finanzministerium gefälscht! – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Die Homepage ist aber komischerweise jetzt ...!) –
Na, du kannst es sicher nicht beurteilen, Schnedlitz, weil du bei diesen Verhandlungen nie dabei warst. Keine einzige Stunde bist du dabeigesessen. (Abg. Kickl [FPÖ]: Stimmt ja gar nicht! Wieder falsch!) – Und Herr Klubobmann Kickl! Was ist eigentlich deine Unterschrift wert? (Der Redner stellt eine Tafel auf das Redner:innenpult, auf der ein durch zwei Unterschriften unterzeichneter behördlicher Brief zu sehen ist. Eine der Unterschriften ist eingeringelt, darüber ist ein Smiley mit nachdenklichem Gesicht abgebildet. –
Beifall bei ÖVP, SPÖ und NEOS. – Abg. Kickl [FPÖ]: Ja, zeig die Beilagen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. )
RN/5.2
Was ist deine Unterschrift wert? Was ist das wert? Kennst du sie? Ich hoffe, du kennst deine Unterschrift. (Abg. Steiner [FPÖ]: Die Tafel ist größer wie du!
Pass auf, dass du nicht ...!) 6,4 Milliarden Euro wurden nach Brüssel gemeldet. (Der Redner wendet die Tafel. Auf der Rückseite ist eine Tabelle zu sehen,
in der die Zeilen „Pensions“, „-0,15“ sowie „Health insurance", „0,27“ hervorgehoben sind.) Das ist eine Excel-Tabelle. Die anderen Maßnahmen kann man
schwer lesen, aber da ist ausgewiesen: „0,27“ Milliarden Euro
„Health insurance“. (Abg. Schnedlitz [FPÖ]: Wo steht Pensionisten? Wo steht denn Pensionisten? – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Wo stehen jetzt die Pensionisten?) –
Na, mit Englisch habt ihr es nicht so, das weiß ich schon, aber das heißt Krankenversicherung (Heiterkeit bei der FPÖ), und da geht es um die Krankenversicherungsbeiträge der Pensionisten (Abg. Belakowitsch [FPÖ]:
Nein! Das steht dort eben nicht! Das ist eben nicht dort! – Abg. Kickl [FPÖ]: Das hätten wir da nicht hingeschrieben!), die von 5,1 auf 6 Prozent angehoben werden, und etwas anderes haben wir nie vereinbart. Nie! Und ich bin in jeder Minute am Tisch gesessen, liebe Damen und Herren von der FPÖ! (Beifall
bei ÖVP, SPÖ und NEOS. – Abg. Kickl [FPÖ]: Das ist interessant, dass du es nicht präsentiert hast!)
Also: Bleiben Sie einfach bei der Wahrheit! Das ist ja peinlich! (Abg.
Kickl [FPÖ]: Du hast es nicht präsentiert!) Es ist peinlich, wenn man wochenlang verhandelt, und dann steht man nicht zu dem, was man ausgemacht hat.
(Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Wo steht dort Pensionisten?) Aber so ist die
FPÖ: einfach kein Verlass auf diese Partei. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS.)
Zum Nächsten: Wissen Sie überhaupt, dass die FPÖ seit 2020 insgesamt 73 Milliarden Euro Ausgaben zugestimmt hat? 73 Milliarden seit 2020! (Abg. Kaniak [FPÖ]: Das ist nicht einmal ein Jahresbudget! – Ruf bei der
FPÖ: ... halbes Jahresbudget! – Abg. Wurm [FPÖ]: Ha!) Ich habe hier nur den brutalsten Antrag (ein Schriftstück in die Höhe haltend), das ist der
„1.000 Euro Österreich-Gutschein“ für alle österreichischen – natürlich – Staatsbürgerinnen und Staatsbürger. (Abg. Wurm [FPÖ]: Von wem ist der? – Abg. Kassegger [FPÖ]: Ja! Für die eigenen Leute! Nicht für ...! – Zwischenruf des
Abg. Shetty [NEOS].) 7,4 Milliarden Euro! (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Ja, ihr schickt es halt in die Ukraine!) – Gott sei Dank hat das eine Mehrheit im Hause verhindert, denn sonst würden wir bei diesem Budget ganz andere Diskussionen führen. (Beifall bei ÖVP und NEOS sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Schartel [FPÖ].)
Im Übrigen hat die FPÖ alleine heuer im Zeitraum vom 13. März bis 3. April – das muss man sich einmal vorstellen, das ist nicht einmal ein Monat –
Anträge, die Kosten in Höhe von 4,2 Milliarden Euro verursachen würden, eingebracht! – Kollege Kucher hat das sehr professionell vorgerechnet.
(Abg. Kaniak [FPÖ]: ... in drei Tagen 6,4 Milliarden eingespart!) In nicht einmal einem Monat will die FPÖ in Zeiten wie diesen noch einmal 4,2 Milliarden Euro ausgeben. Was ist das, meine Damen und Herren? – Eine völlig unglaubwürdige Politik à la FPÖ. Völlig unglaubwürdig! (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP, SPÖ und NEOS. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Wir konsolidieren, wir reformieren (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Ihr reformiert
gar nichts! Ein Weiter-wie-bisher!) und wir investieren – zum Beispiel
beim Arbeiten im Alter: Wenn man bis zum gesetzlichen Pensionsantrittsalter gearbeitet hat, bekommt man in Zukunft eine einheitliche Besteuerung
von 25 Prozent. Das ist Anreiz, um im Erwerbsleben zu bleiben. (Beifall des Abg. Taschner [ÖVP].) – Danke, Herr Professor. (Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Wir befreien die kleinen Kastenwägen, die Handwerkerautos, von der NoVA, und da gibt es auch keinen Sachbezug, denn die fahren ja mit dem Auto
heim und am nächsten Tag wieder auf die Baustelle. Wir heben den Pendlereuro von 2 auf 6 Euro an, weil die Pendler natürlich extrem belastet sind, da sie
zur Arbeit fahren müssen und das Auto brauchen – das ist eine Verdreifachung.
Wir führen das zweite Kindergartenjahr ein, Deutschförderung an den
Schulen, und die Pflegeberufe werden als Schwerarbeit anerkannt (Abg. Kickl [FPÖ]: Meine Güte!), weil diese Berufsgruppen es sich wirklich verdient
haben. (Abg. Kickl [FPÖ]: Das ist ja die nächste Verhöhnung!) Sie haben unseren Respekt, unsere Wertschätzung und auch unsere Anerkennung verdient, deshalb stufen wir die Pflege als Schwerarbeit ein.
Und: Last, but not least unterstützen wir unsere Gemeinden, die Kommunen – danke, Herr Finanzminister –, unbürokratisch, automatisch überwiesen: 880 Millionen Euro ab heuer bis 2028, in den kommenden vier Jahren. Das ist eine wirkliche Unterstützung für die Gemeinden. (Beifall bei Abgeordneten
von ÖVP und SPÖ.)
Was bedeutet das für meine kleine Heimatgemeinde Sigharting? – Da bedeutet das 63 000 Euro, heuer noch 15 000 Euro – wir haben nur 800 Einwohner –;
oder die Gemeinde, in der ich aufgewachsen bin, das ist eine 3 000-Einwohner-Gemeinde: 336 000 Euro, heuer beginnend mit 48 000 Euro. Damit unterstützen wir den regionalen Wirtschaftsmotor. Das sind unsere Kommunen, und das ist auch eine Maßnahme für das Comeback von Arbeit und Wirtschaft.
Das wollen wir mit diesem Budget – auch den Menschen Zuversicht geben, dass Österreich wieder dorthin kommt, wo wir hin müssen, nämlich
an die Spitze der Wirtschaftsleistung und auch der Wirtschaftskraft in Europa. Das wollen wir mit diesem Budget! (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: So wie in den letzten Jahren! – Abg. Kassegger [FPÖ]: So wie die letzten drei Jahre! – Zwischenruf des Abg. Linder [FPÖ]. – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Setzen, Nicht genügend!)
Danke für die Vorlage, Herr Finanzminister! Wir beschließen das Budget, damit dieses Land in eine gute Zukunft geht und nicht mit der Geisterbahn unterwegs ist. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und NEOS.)
9.36
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Abgeordneter Fuchs zu Wort gemeldet. – Sie kennen die einschlägigen Bestimmungen. 2 Minuten ist die Redezeit.
RN/6
9.36
Abgeordneter MMag. DDr. Hubert Fuchs (FPÖ): Danke, Herr Präsident! – Klubobmann Wöginger hat zum x-ten Mal behauptet, dass die FPÖ zugestimmt hätte, die Krankenversicherungsbeiträge der Pensionisten (Abg.
Reiter [ÖVP]: Das ist ja nicht einmal eine tatsächliche Berichtigung! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP) von 5,1 auf 6 Prozent zu erhöhen, und hat
sich diesbezüglich auf die Excel-Liste, die nach Brüssel übermittelt wurde, bezogen. – Das ist falsch, Herr Kollege!
Ich darf zitieren: „Health insurance“, „Adjustment of the health insurance contribution“, „0,27“; und wenn man die „Comment“-Zeile anschaut, sieht man:
Da steht nichts drinnen. (Abg. Krainer [SPÖ]: Weil ihr es rausgelöscht
habt! – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ihr habt vorgeschlagen, die KV-Beiträge zu erhöhen, und wir haben gesagt, wir wollen das nicht, und daher steht
da nichts drinnen. Das heißt, ihr habt es gefordert, und wir haben es abgelehnt, und die SPÖ hat es mitbeschlossen! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Michael
Hammer [ÖVP]: Also Kickl sein Niveau ...! – Abg. Deimek [FPÖ]: Wenn das eigene Versagen aufkommt!)
9.37
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Als Nächster zu Wort gemeldet: Herr Klubobmann Kucher. Eingemeldete Redezeit: 7 Minuten.
RN/7
9.38
Abgeordneter Philip Kucher (SPÖ): Vielen Dank, Herr Präsident! Hohes
Haus! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Wir werden hier jetzt fast unfreiwillig Zeuge einer therapeutischen Sitzung, in der die FPÖ versucht, die
letzten Wochen aufzuarbeiten. Die Verantwortung dafür scheint
offenbar Markus Marterbauer zu tragen: Er hat gestern mit seiner Rede, die sehr, sehr positiv und sachlich war, bei Herbert Kickl einiges aufgewühlt.
Er hat nämlich etwas gemacht: Er hat uns alle an die Vergangenheit und die Geschichte der Zweiten Republik erinnert. Er hat uns erzählt, was in Summe uns in diesem Land immer stark gemacht hat, bei allen Krisen, die wir miteinander schultern mussten: Es war immer der Geist des Zusammenhaltes, des Miteinanders, der uns auch zu einem der reichsten Länder der Welt gemacht hat.
Das dürfte Herbert Kickl schon ordentlich radikalisiert haben: dass es eine Einladung an alle Parteien gegeben hat, in diesen schwierigen Zeiten auch einen Beitrag zu leisten. Da war die Reaktion: Ja um Gottes willen, Lösungen, mitarbeiten, Zusammenhalt – all das kann es doch in diesem Land nicht geben! – Das Einzige, was wir jetzt erlebt haben, sind in Wahrheit Herumschreiereien ohne eine einzige Lösung. Da hat es von der FPÖ eine Nullmeldung gegeben. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS.)
Ich möchte mich da nicht abputzen! Ich könnte es mir auch ganz, ganz einfach machen, ich könnte mich jetzt hinstellen und sagen: Die SPÖ hat im
Jahr 2017 ein ausgeglichenes Budget hinterlassen. (Abg. Belakowitsch [FPÖ] – erheitert –: Das hat sie ja nicht gemacht! Das stimmt nur leider nicht!) Ich
könnte jetzt lange in die Vergangenheit gehen und aufzählen, wer am Milliardendesaster und am Schuldenberg, der heute da ist, schuld ist.
Da könnte ich Leonore Gewessler ansprechen und sagen: Nur weil du
eine grüne Ministerin warst und das Geld mit beiden Händen zum Fenster hinausgeworfen hast, ist das Geld noch lange nicht erneuerbar! (Beifall
bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS. – Abg. Kassegger [FPÖ]: Ihr habt ja überall mitgestimmt!) Ich könnte Werner Kogler anschauen und
sagen: Als Chefvolkswirt der Republik hast du ja immer gute Ideen, aber leider oft auch zu spät; es war schon auch deine Verantwortung, dass du nichts
gegen die Inflation getan hast und sie einfach hast durchrauschen lassen! (Zwischenruf der Abg. Gewessler [Grüne].)
Ich könnte auch in Richtung FPÖ schauen und sagen: Die Konzernsteuersenkungen ohne Gegenfinanzierung, das war schon die FPÖ!, nur: All das bringt uns nicht weiter. Wir stehen vor einer ganz schwierigen Situation,
und es geht jetzt darum, gemeinsam Verantwortung für die Republik zu übernehmen (Abg. Kogler [Grüne]: Das ist so was von - -! Das sind die, die gesagt
haben, ...! Das war immer noch zu wenig!), denn: Was passiert, wenn man einfach nur Parteitaktik über die Interessen der Menschen stellt? – Dann leidet
dieses Land darunter, und das schadet diesem Land. Wir übernehmen diese Verantwortung, auch wenn wir für das Bugdetdesaster nicht verantwortlich sind, weil wir es den Menschen in diesem Land schuldig sind. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kogler [Grüne]: Das ist ja unfassbar! Ihr wolltet das Gleiche,
nur dreimal so viel!)
Herbert, ich sage dir das ganz offen: Zuerst in der Regierung sitzen und die Milliarden mit beiden Händen beim Fenster hinauswerfen, dann zu
feige sein, Verantwortung zu übernehmen, und sich dann hierherstellen und Haltungsnoten verteilen, das geht sich einfach nicht aus! (Beifall bei der
SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS. – Abg. Kickl [FPÖ]: Dir ist ein bissl was in der Zeitleiste durcheinandergekommen! – Weitere Zwischenrufe
und Heiterkeit bei der FPÖ.)
Ich muss auch Folgendes sagen, und ich muss da fast um Verständnis bitten, denn ich bin wahrscheinlich den Kollegen und Kolleginnen von der ÖVP
und den NEOS in den letzten Monaten ordentlich auf die Nerven gegangen, weil wir immer und immer wieder die breiten Schultern angesprochen
haben – ihr konntet es wahrscheinlich irgendwann nicht mehr hören – und gesagt haben, gerecht heißt eben auch, dass Banken, Energiekonzerne
und Stiftungen in dieser schwierigen Zeit einen Beitrag leisten müssen. (Abg. Gewessler [Grüne]: Du meinst die Einmalzahlung der Banken? – Abg.
Kickl [FPÖ]: Die Penserln zahlen mehr als die Banken!)
Werfen wir einen Blick darauf, was Herbert Kickl in dieser Phase gemacht hat! Herbert Kickl war ganz stolz, dass er nach drei Tagen mit den Budgetverhandlungen fertig war. Nach drei Tagen war er fertig! So billig wie Herbert hat es beim Budget in Österreich niemand gegeben. Nach drei Tagen
war er fertig mit den Verhandlungen – aber da war nichts mit gerecht, da war nichts mit kleinem Mann. In Wahrheit ist die Verhandlung zwischen
FPÖ und ÖVP nicht am Budget gescheitert (Ruf bei der FPÖ: Deshalb wird es übernommen, oder wie?) – da warst du ganz billig unterwegs –, sondern gescheitert ist es an den Posten, weil dir die Macht persönlich wichtiger war (Abg. Kickl [FPÖ]: Meine Güte ...!) als die Verantwortung für dieses Land.
(Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Gasser [NEOS].)
Das kann jeder nachlesen. (Abg. Kickl [FPÖ]: Ich glaub’, du bist heut’
noch nicht ganz auf der Höh’!) Und dann hat sich Herbert Kickl bei dem Budget, das er vorgelegt hat, mit einem Feuerwehrmann verglichen. (Abg.
Wurm [FPÖ]: Das ist absolut unlogisch!) Er hat gesagt, das ist ein Löscheinsatz, er wird diesen Brand löschen. (Abg. Wurm [FPÖ]: Das ist ein Widerspruch
in sich!) Lieber Herbert, wenn du löschst, dann ist das meistens eher ein Zündeln, und du löschst dann meistens mit Benzin. Mit Löschen hat das
Ganze gar nichts zu tun gehabt (Beifall bei der SPÖ – Abg. Kickl [FPÖ]: Beim Brand kennst du dich aus!), denn du warst die Person, die die
Kürzungslisten – und danke für den Beweis heute! – nach Brüssel eingemeldet hat, die in Wahrheit die Pensionskürzungen vorangetrieben hat.
Der Vergleich macht auch da sicher (Abg. Kickl [FPÖ]: Wenn es uns nicht
gäbe, täte es nicht einmal die Bankenabgabe geben!): Der Unterschied ist, dass wir die blauen Giftzähne gezogen haben, und ein Beispiel dafür ist, dass es für schwerkranke Menschen in diesem Land in Zukunft einen Medikamentenpreisdeckel gibt. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Was? Da ist aber nichts drin im Budget!) Das ist der Unterschied zwischen der Unterschrift von Herbert Kickl und einer sozialen Handschrift in diesem Budget. (Abg. Kickl [FPÖ]: Ohne uns hättet ihr nicht einmal die Bankenabgabe zusammengebracht! Nicht einmal
das!) Der Vergleich macht da sicher! (Beifall bei der SPÖ.)
Ich möchte in dieser Runde sagen: Glaubt irgendjemand, dass wir es uns in dieser Phase leicht machen, dass Markus Marterbauer es sich als Finanzminister sozusagen leicht macht, dass er in einer der schwersten Zeiten der Republik diese Entscheidung übernommen hat? Ganz viele der Maßnahmen sind Kompromisse gewesen, für die wir wochen- und monatelang verhandelt haben, weil es richtig ist für dieses Land, wir aber auch gemeinsam schauen wollen, dass wir dieses Land miteinander wieder auf Kurs
bringen. Ich glaube – wenn wir die Zahlen noch einmal hernehmen –, selbst wenn man die Ausgaben für den gesamten Sicherheitsbereich in
Österreich, vom Militär bis zum Bundesheer – da geben wir ungefähr 6 Milliarden Euro aus –, für die gesamte Krankenpflege, alle Ärztinnen und Ärzte,
für alle Hebammen im Gesundheitsbereich – da sind wir bei
12,5 Milliarden Euro – zusammenzählt, kommt man noch immer nicht auf den Schuldenberg, den wir in Summe abdecken müssten, um dieses Budget
zu sanieren. (Abg. Kassegger [FPÖ]: Also gelingt es euch nicht!) Das
ist eine gigantische Herausforderung, die wir alle miteinander auch nur gemeinsam schaffen werden. Der Unterschied ist: Wir machen das auf eine soziale Art und Weise mit dem Beitrag der breiten Schultern und
schauen, dass wir in diesen schwierigen Zeiten niemanden zurücklassen, dass wir trotzdem Geld in die Hand nehmen und investieren – in den Gesundheitsbereich, weil es wieder so sein muss, dass die Menschen, wenn sie krank sind, innerhalb eines vernünftigen Zeitraums auch einen Arzttermin bekommen,
dass in Zukunft wieder die E-Card zählt und nicht die Kreditkarte.
(Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Du willst die Gebühr jetzt erhöhen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wir investieren jetzt in die Beschäftigung, weil wir keinen einzelnen Menschen zurücklassen wollen – deswegen wird trotzdem investiert. (Beifall bei der SPÖ.)
Wir wollen, dass jeder junge Mensch in diesem Land, dass alle Kinder die besten Chancen bekommen, und investieren deswegen in die Kinderbetreuung.
(Abg. Kickl [FPÖ]: Genau! Da muss man die Familienleistungen kürzen!) Wir investieren jetzt, in diesen Zeiten, in den Arbeitsmarkt, weil wir keinen Menschen zurücklassen wollen. Das ist der Unterschied (Abg. Wurm [FPÖ]: Bla, bla, bla!): dass wir neben all den Sparbemühungen auch schauen, dass wir
jeden Euro so einsetzen, dass kein Mensch in diesem Land zurückgelassen wird. Das ist in Wahrheit die Politik, die wir jetzt brauchen! (Beifall bei der SPÖ
und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: ...! Ihr macht das genaue Gegenteil!)
Ich weiß, man gewinnt keinen Schönheitspreis damit, wenn man aufzählt,
was man alles verhindert hat, welche Maßnahmen, aber ich sage trotzdem dazu, was in diesen Zeiten gelungen ist: Wir haben geschaut, dass es eben keine Lohn- und Pensionskürzungen gibt, wie sie Herbert Kickl durchsetzen
wollte. (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch [FPÖ].) Wir haben geschaut, dass es keine automatische Erhöhung des Pensionsantrittsalters für alle pauschal auf 67 Jahre, wurscht ob Krankenschwester oder Dachdecker, gibt. Das sind Dinge, die wir nicht gemacht haben. Wir schauen, dass wir miteinander das faktische Pensionsantrittsalter erhöhen, dass die Menschen auch gesund in Pension gehen können. Das sind Maßnahmen gewesen. Es
gibt mit uns auch keine Massensteuererhöhungen, durch die die Lebensmittelpreise über die Mehrwertsteuer angehoben werden. (Abg.
Wurm [FPÖ]: ... wollten Senkungen haben!)
Das sind Maßnahmen, die wir setzen (Abg. Kassegger [FPÖ]: 3 Milliarden Mehrbelastung! Hast du das nicht gelesen? 3 Milliarden Mehrbelastung für unsere Leut’!): ein gerechter Beitrag von allen, wobei wir schauen, dass wir in schwierigen Zeiten keinen Menschen in diesem Land zurücklassen. Ich bin persönlich davon überzeugt, und ich bitte alle Kolleginnen und Kollegen hier: Schauen wir miteinander, dass wir dieses Land wieder auf Kurs bringen! Wahlkampfgetöse, so wie man es heute von den Blauen erlebt hat, macht das Leben der Menschen in diesem Land nicht besser. (Beifall bei der SPÖ. –
Abg. Kogler [Grüne]: Unter jedem Niveau! – Abg. Belakowitsch [FPÖ]:
Eine schwache Rede!)
9.45
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Es gibt eine weitere Wortmeldung zu einer tatsächlichen Berichtigung von Abgeordnetem Fuchs. (Ruf bei der
ÖVP: Geh bitte! – Abg. Reiter [ÖVP]: Aber bitte in der richtigen Form, wär’ schön!)
RN/8
9.45
Abgeordneter MMag. DDr. Hubert Fuchs (FPÖ): Vielen Dank, Herr Präsident. – Klubobmann Kucher hat behauptet, dass die SPÖ 2017 ein ausgeglichenes Budget hinterlassen hat.
Ich berichtige tatsächlich: Der Bundesrechnungsabschluss für das Jahr 2017 weist ein Defizit von 6,9 Milliarden Euro aus. (Ruf bei der FPÖ: Das ist
bei den Sozialisten eh schon ausgeglichen!) Das ist kein ausgeglichenes Budget. (Abg. Wurm [FPÖ]: Das ist eh ausgeglichen für die! Für euch ist das eh pari!)
Aufwärts gegangen ist es erst unter einer FPÖ-Regierungsbeteiligung: Wir haben 2019 einen Überschuss erwirtschaftet.
Und übrigens sollst du nicht alles glauben, was die ÖVP dir erzählt. (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Bravo, Hubert! – Abg. Krainer [SPÖ]: Da zeigt jemand, dass er keine Ahnung hat vom Budget!)
9.46
RN/8.1
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Herr Abgeordneter Fuchs, das war jetzt zum Teil keine ausschließliche tatsächliche Berichtigung. (Abg. Krainer [SPÖ]:
Das war überhaupt keine! Das war ein Zeichen dafür, dass er die Budgetpolitik nicht versteht, dass er die Grundzüge von Budgetpolitik nicht versteht! Das ist eine Offenbarung gewesen!)
Als Nächster zu Wort gemeldet: Herr Abgeordneter Klubobmann Shetty. Eingemeldete Redezeit: 7 Minuten. (Abg. Wurm [FPÖ]: Yannick, das gilt für dich
auch, gell: Nicht alles glauben!)
RN/9
9.46
Abgeordneter Mag. Yannick Shetty (NEOS): Vielen Dank, Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Finanzminister! Frau Staatssekretärin! Das ist heute das
erste Budget, das unter einer NEOS-Regierungsbeteiligung vorgelegt wird, und ich sage Ihnen ganz ehrlich, auch vor dem Hintergrund der Verhandlungen
in den letzten Wochen: Hätten wir uns eine andere Situation gewünscht? Hätten wir es gerne einfacher gehabt, wie viele der vergangenen Regierungen? – Ja, logisch. (Abg. Wurm [FPÖ]: Steuerquote! Die hohe Steuerquote!) Jeder von uns ist in der Politik, weil er gern gestalten möchte, weil er gern in seinen Bereichen, für die er in die Politik gegangen ist, investieren möchte (Ruf bei der FPÖ: Was sind denn das für Bereiche?); und ein Budget, das einen – sagen wir es einmal freundlich – sehr knappen Rahmen bietet,
ist natürlich nicht die einfachste Ausgangslage.
Noch nie war das, was im Hinblick auf das Budget vor einer Wahl gesagt wurde, so weit von dem entfernt, was nach der Wahl die Wahrheit war. Das hat
uns in die schwierige Situation geführt, dass diese Regierung dazu gezwungen war, ein Sanierungs- und ein Konsolidierungsbudget auf den Tisch zu
legen. (Ruf bei der FPÖ: Außer der Sepp! – Abg. Kickl [FPÖ]: Eigentlich hätte man die Lügner zur Verantwortung ziehen müssen!)
Das haben drei Parteien gemacht (neuerlicher Zwischenruf bei der FPÖ: Außer der Sepp! – Abg. Kickl [FPÖ]: Ja, die Lügner hätte man zur Verantwortung ziehen müssen!) – Herr Kickl, weil Sie schon nach 20 Sekunden reinschreien müssen –, die bereit waren, Verantwortung zu übernehmen, um das Richtige zu tun
(Abg. Kickl [FPÖ]: Nehmen Sie das Wort Verantwortung nicht in den Mund!) und nicht vor der Verantwortung zu flüchten, so wie Sie es gemacht haben.
(Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ich möchte mich eingangs auch explizit bei Ihnen, Herr Finanzminister, auch bei Ihnen, Frau Staatssekretärin, bei beiden Koalitionspartnern für die vertrauensvolle Zusammenarbeit bedanken. (Ruf bei der FPÖ: Ah, oh! – Abg. Kickl [FPÖ]: Der wird noch was ganz Hohes, der Shetty!) Es waren nächtelange Sitzungen dabei, es war oft sehr mühsam, ich habe mich oft geärgert, aber es war vertrauensvoll. Das ist etwas, was man nicht genug hervorstreichen
kann. Niemand hat dieser Regierung zugetraut, so rasch ein Doppelbudget auf den Boden zu bringen, und wir haben es geschafft. Ich glaube, darauf
können wir auch stolz sein. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
RN/9.1
Was waren unsere Ziele – um das einmal auszuschildern – während dieser Budgetverhandlungen? – Wir wollten erstens einen soliden Staatshaushalt (Abg. Wurm [FPÖ]: Was heißt solide für dich?) und das Drücken der Stopptaste
für das Motto der Vergangenheit „koste es, was es wolle“. (Ruf bei
der FPÖ: Außer der Sepp! – Abg. Wurm [FPÖ]: Was ist solide?) Dieses Prinzip, das unverantwortlich gegenüber der nächsten Generation ist, ist beendet.
(Ruf bei der FPÖ: Ja, der Sepp! – Abg. Wurm [FPÖ]: Der ist solide?) Warum ist das so wichtig? (Abg. Wurm [FPÖ]: Ein so ein Verlust ist eine solide Gschicht
bei euch?) – Wenn wir den Kurs der Vergangenheit weitergeführt hätten – ich möchte Ihnen das einmal zeigen (eine Tafel, auf der unter der Aufschrift
„Sparkurs wirkt: Wir sanieren das Budget“ eine Grafik mit zwei Kurven zu sehen ist, die die Entwicklung der „Staatsverschuldung ohne Sparkurs“ sowie der „Staatsverschuldung nach Sparkurs“ abbilden, in die Höhe haltend), das ist die obere Kurve, die rote –, dann wären wir 2029 bei einer Staatsverschuldungsquote von fast 100 Prozent gewesen. Stellen Sie sich das einmal vor! (Abg. Kickl [FPÖ]: Da hat er ja gestern gesagt, das wär’ gar nicht so schlimm!)
Wenn man den Kurs der letzten Regierung fortgeführt hätte, wären
wir hier. (Abg. Kogler [Grüne]: Wer hätte denn so was gemacht? Das ist ja absurd!) Mit unserem Konsolidierungsbudget aber werden wir 2029 die Staatsschuldenquote auf 86,9 Prozent dämpfen. Das ist der Erfolg (Ruf bei der FPÖ: Vom Sepp!) dieses Sanierungsbudgets (Ruf bei der FPÖ: Das ist der
Erfolg vom Sepp!), und das muss man auch einmal klar so ausschildern. (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Oxonitsch [SPÖ]. – Abg. Stefan [FPÖ]: Was nicht
alles ein Erfolg ist!)
Wir sanieren aber nicht nur; obwohl es dieses Budget und diese Situation
so schwer machen, zu investieren, tun wir das eben auch: Wir investieren in die Zukunft, und zwar in einem Bereich, von dem wir immer der Meinung waren und immer gesagt haben, das ist der Bereich, in dem man als Letztes sparen darf (Abg. Steiner [FPÖ]: Beim Sepp!), nämlich bei den Kindern und bei den Jugendlichen. Wir halten unser Versprechen, das wir seit der Gründung von NEOS geben (Abg. Wurm [FPÖ]: Die Steuerquote steigt! Die Steuerquote!),
wir stellen Bildung über alles andere und haben – trotz dieser schwierigen Situation – ein Rekordbudget für die Bildung auf die Beine gestellt.
(Beifall bei den NEOS.)
Wir investieren mehr Geld in die Kindergärten, mehr Geld in die Schulen und in die Integration. (Abg. Steiner [FPÖ]: Mehr Geld fürn Sepp!) Das ist das offensivste Bildungsbudget, das es je gab. Wir starten damit eine echte Deutschförderoffensive. Wir führen einen Chancenbonus ein – einen, der den Namen verdient und nicht so einen wie unter der letzten Regierung –, und wir bauen die Elementarpädagogik deutlich aus. (Abg. Steiner [FPÖ]: Und vom Sepp!) Ich verspreche Ihnen: Mit heute – spätestens vor zwei Monaten mit
Beginn der Regierung, jetzt ist es mit Geld hinterlegt – beginnt die dringend notwendige Aufholjagd in der Bildung.
Wir hätten – ich habe es ja schon am Anfang gesagt – natürlich gerne
mehr Spielraum gehabt. Es geht, glaube ich, jedem Politiker so. (Abg. Steiner [FPÖ]: Der Sepp hat schon einen Spielraum!) Aber wenn ich mir so die
Kritik anhöre – gestern hat man es ja schon von der einen Seite gehört, heute von der FPÖ –, habe ich das Gefühl, dass diese beiden, diese Allianz
aus der Opposition, einerseits an einer Regierungsamnesie und andererseits an einer Regierungsphobie leiden. Ich gehe kurz darauf ein: Bei den Grünen
habe ich das Gefühl, dass es möglich ist – ich finde das ja faszinierend –, auf Knopfdruck fünf Jahre zu vergessen. Also man drückt den Knopf und
alles, was fünf Jahre davor passiert ist, das gibt es nicht mehr! Das ist nie passiert! (Abg. Steiner [FPÖ]: Das macht aber die ÖVP auch! – Abg. Kickl [FPÖ]:
Die ÖVP hat das nicht!?)
Ich darf Sie erinnern, Frau Gewessler: Es war Ihr Budget, das um 5 Milliarden Euro explodiert ist. Es war Ihr Ressort, in dem Förderungen, die auf vier
Jahre ausgelegt waren, im ersten Jahr ausgeräumt waren. (Abg.
Gewessler [Grüne]: Weil Menschen Unterstützung gekriegt haben, die ihr jetzt kürzt!) Es war Ihr Ressort, in dem man für den Klimabonus 3,4 Milliarden Euro mit der Gießkanne verteilt hat, für jeden Abgeordneten hier, für jeden
Minister (Abg. Kogler [Grüne]: Das ist doch ein Blödsinn!) – der hat den Klimabonus bekommen –, weit mehr, als die CO2-Steuer eingebracht hat.
Das waren schon Sie. Daran möchte ich Sie schon erinnern, Frau Gewessler. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. –
Zwischenrufe der Abgeordneten Lukas Hammer [Grüne] und Gewessler [Grüne].)
Ich habe bei den Grünen schon so das Gefühl: Ich habe einen Mitschüler gehabt, der war immer bei jedem Blödsinn dabei, aber wenn dann die Gruppe erwischt worden ist, dann hat er nichts damit zu tun gehabt. (Zwischenruf des Abg. Linder [FPÖ].) Und ganz ehrlich: Das ist weder sympathisch noch ehrlich, liebe Grüne. (Beifall bei den NEOS.)
Ich habe jetzt noch ein paar Worte zum Kollegen Kickl und zur FPÖ zu
verlieren. Bei euch hat man das Gefühl – und ich weiß nicht, vielleicht geht ihr auch einmal in euch, und vielleicht ist ja etwas Wahres dran an dem,
was ich jetzt sage, auch aus eurer Perspektive –, egal, was man macht, egal, wer hier steht, egal, welche Maßnahmen ergriffen werden: Für euch ist es
nie genug. Für euch passt es nie. (Abg. Steiner [FPÖ]: Aber für den Sepp ... genug!) Euch kann man es nie recht machen. Wenn man zu wenig spart, dann
kommt die Hayek-Fraktion heraus und sagt: Zu wenig gespart! Wenn man zu viel spart, dann kommt die sozialistische Fraktion heraus und sagt: Zu
viel gespart! (Ruf bei der FPÖ: Die sitzen da drüben, die sozialistische Fraktion!) Euch kann man es nie recht machen, und das merkt man auch an der Budgetdebatte heute. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Abg. Wurm [FPÖ]: Freilich, weil unsere Latte sehr hoch liegt! –
Abg. Kickl [FPÖ]: Aber Sie können es leider der Bevölkerung nicht recht machen!)
Okay, lassen wir uns das einfach einmal in die Kategorie Populismus
einordnen. Was aber wirklich schwierig ist – und Kollege Wöginger hat es ja auch schon gesagt –, ist, wenn Sie hier am Rednerpult unehrlich werden. Das können Sie vielleicht bei Ihren Veranstaltungen im Bierzelt machen, aber hier am Rednerpult sollte man schon eine gewisse Ehrlichkeit an
den Tag legen.
RN/9.2
Sehr geehrte Damen und Herren, das (eine Tafel mit einer Tabelle und den blauen vergrößerten Worten „Klimabonus“, „Pensionen“ und „Sozialversicherung“
sowie einem Foto und der Unterschrift von Herbert Kickl in die Höhe haltend – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: ... wo steht jetzt ... Pensionisten?! Jetzt zeigen Sie mir,
wo!) ist das offizielle Dokument, hier hinterlegt, das die Verhandler von ÖVP und FPÖ an Brüssel geschickt haben. Hier herausgehoben (auf die blau hervorgehobenen Worte deutend) sind die Zeilen, in denen die Parteien vereinbart haben, die damals eine Koalition bilden wollten, wo sie einsparen
werden. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Wo sind die Pensionisten?!) Klimabonus – weggestrichen, FPÖ. Pensionen – Antrittsalter angehoben. (Abg.
Belakowitsch [FPÖ]: Wo? Wo?) – Ja, wo, Frau Belakowitsch? – Ich weiß, Englisch (Abg. Wurm [FPÖ]: Oh! Yannick!), aber schauen Sie: „Pensions. Effective retirement age“. (Abg. Steiner [FPÖ]: Wir hätten uns den Sepp gespart!) Und dann schauen Sie in das Dokument, das dem angehängt war, und dann
sagen Sie mir jetzt ehrlich ins Gesicht, Frau Belakowitsch: War damit die Anhebung der Korridorpension gemeint? Ja oder nein? (Rufe: Ja! –
Abg. Wurm [FPÖ]: Nein! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ja oder nein?! Nein?! – Na ja, dann bitte machen Sie sich selber ein Bild! Machen
Sie eine Google-Recherche. Das ist unwahr! (Beifall bei NEOS, ÖVP und SPÖ.)
Ganz grundsätzlich hat man den Eindruck, dass das bei der FPÖ eine
sowieso permanente Daueraufregung ist, um vielleicht von den dauernden Versprechen, die gebrochen werden, abzulenken. Volkskanzler haben
Sie versprochen – gebrochen, dazu waren Sie nicht bereit.
(Abg. Schnedlitz [FPÖ]: Budgetrede und Thema: Kickl, Kickl, Kickl!) Einen Corona-U-Ausschuss am Tag eins nach der Angelobung des Parlaments haben
Sie versprochen – gebrochen, weil Sie in Geiselhaft Ihrer Coronahardliner sind, die da in Ihren Reihen sitzen. (Abg. Kickl [FPÖ]: Tag eins, das war der Trump!) Dafür schämen Sie sich ja selber. Das ist die Wahrheit. (Beifall bei NEOS und ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
RN/9.3
Die Pensionen zu erhöhen, haben Sie versprochen, und was haben Sie gemacht? (Der Redner zeigt neuerlich die Tafel mit einer Tabelle und den blauen vergrößerten Worten „Klimabonus“, „Pensionen“ und „Sozialversicherung“
sowie einem Foto und der Unterschrift von Herbert Kickl.) – Sie hätten das Pensionsantrittsalter erhöht. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Das stimmt ja
überhaupt nicht!) Das ist eine richtige Maßnahme, deswegen haben wir das auch beschlossen, aber man soll den Menschen schon sagen, was Sie ihnen versprechen und was Sie am Ende des Tages machen wollten.
Sehr geehrte Damen und Herren, diese Regierung arbeitet in einer
schwierigen Zeit, während andere anscheinend nur daran interessiert sind, immer nur Zwietracht und Streit zu suchen. Mit diesem Budget
sanieren wir, damit wir im nächsten Schritt reformieren und dann investieren können. Das ist ja kein Selbstzweck, was wir heute machen. (Abg.
Belakowitsch [FPÖ]: In die Ukraine wollts investieren! Ist bekannt!) Alle, die sich daran konstruktiv beteiligen wollen – das erwarte ich bei Ihnen (in Richtung FPÖ) nicht, vielleicht finden die Grünen ja wieder auf den Weg –, sind herzlich dazu eingeladen. (Beifall bei NEOS und ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Gewessler [Grüne]: Ja dann machts es ihr als Erstes!)
9.55
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Klubobmann Kogler. Eingemeldete Redezeit: 10 Minuten. (Ruf bei den Grünen: Jetzt zuhören, Yannick!)
RN/10
9.55
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Danke, Herr Präsident! Staatssekretärin und Staatssekretär! Geschätzter Herr Finanzminister! Ich möchte mit Ihrem Zitat von gestern beginnen: „Österreich“ – und
sofort anschließend beim Kollegen Shetty, können wir einlösen – „ist ein gutes Land.“ – Ist ausgeborgt, aber Sie haben das sicherlich nicht umsonst
gesagt, und zwar Bezug habend auf den Wirtschaftsstandort und auf den sozialen Zusammenhalt. Ich halte diese Aussage für zutreffend, und deshalb ist es ja auch unser Anliegen, dass wir für die aufgerufene Zukunft hier auch
weiter konstruktiv zusammenarbeiten.
Sie haben die Budgetrede betitelt mit: „Für Zuversicht sorgen.“ Das halte ich für außerordentlich wichtig. Es muss einmal Schluss mit dieser Krankjammerei
und Herumsuderei sein. (Abg. Wurm [FPÖ]: Jammerei?!) Wo soll denn
das hinführen? Ich finde es nur interessant, dass jetzt in den Reihen der Sozialdemokratie genickt wird, denn – und da ist natürlich der Finanzminister ausgenommen – als wir damals die Maßnahmen gemacht haben, um –
da kann man jetzt viel streiten, ich lasse mich gerne darauf ein – die Teuerung auszugleichen und dieses und jenes zu tun, da ist immer der Eindruck
erweckt worden: Alles zu wenig! Bloß Einmalzahlungen! – Ja, das Wesen der Einmalzahlungen ist, dass sie längst ausgelaufen sind, sonst würden sie
jetzt auch noch weiterlaufen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Herr [SPÖ]: In die Preise hätte man eingreifen müssen!)
Der Punkt ist ja, dass es auch diese Krankjammerei war, die mit zur
Krise beigetragen hat. – Aber sei’s drum, ist halt Opposition. Wir werden versuchen, es anders zu machen, deshalb auch Zuversicht. Nur: Diese
Geschichte werde ich Ihnen lange nicht durchgehen lassen, wenn Sie, Herr Klubobmann Kucher – gerade ist er nicht da –, so auf die Grünen
zeigen. Die Ausgaben des Klimaministeriums, aber auch aller anderen grünen Ministerien waren immer im Budgetrahmen, der hier beschlossen
wurde. (Abg. Wurm [FPÖ]: Ha ha!) Sie waren immer im Budgetrahmen. Jetzt beweisen Sie einmal das Gegenteil! (Beifall bei den Grünen.)
Was ich Ihnen aber wirklich in so einer Situation nicht durchgehen lassen kann – und das sollte man anders machen (Zwischenruf des Abg.
Scherak [NEOS]) –, ist: Weil Maßnahmen notwendig sind – das sagen wir ja auch, ich werde gleich darauf eingehen –, kann man nicht umgekehrt
so tun, bei allen Krisen, als ob die Hälfte der Bevölkerung verhungern würde und die Hälfte, die nicht verhungert, erfrieren würde. – Das war Ihr Text,
und das, glaube ich, muss aufhören! Wir werden uns an dem Unsinn
nicht beteiligen. (Beifall bei den Grünen.)
Das war unverantwortlich. – Wenn sich der Klubobmann hier so herstellt, kann ich ihm das nicht ersparen.
Jetzt wieder zum Positiven – oder was man anders machen könnte, muss
ich natürlich dazusagen –: „Das Richtige tun.“ „Die Staatsfinanzen sanieren.“ – Jetzt haben wir alle Titel der Budgetrede einmal durch. Ja, am Schluss
sind die Staatsfinanzen zu sanieren, wenn wir über das Budget reden, das ist schon klar, aber das „Das Richtige tun“ könnte man auch auf die Wirtschaftslage beziehen. Jetzt muss man schon noch einmal in Erinnerung rufen – das wird immer verkehrt dargestellt –: Ja, Österreich steht gut da, haben
wir gesagt. Aber ist es gut, bleibt es gut? – Nein! Das sehen wir auch. Sie haben ja auf den ersten Seiten – ich habe es noch einmal nachgelesen – schon ausgeführt, dass wir in einer schwierigen Situation sind, dass das alles andere als einfach ist. (Abg. Wurm [FPÖ]: Eine sehr ... Rede!)
Ich stimme Ihnen völlig zu, und auch die Grünen in einer Regierungsbeteiligung hätten jetzt sparen müssen, na selbstverständlich. Wir werden aber gleich darüber reden, wo und wie. Man muss aber schon einmal die Dinge vom Kopf auf die Füße stellen. Noch einmal: Zuerst war die Wirtschaftskrise.
Da kann man streiten: Wo kommt sie her und wie wurde sie bekämpft? Dann waren die Auswirkungen aufs Budget. Das haben Sie auch zutreffend ausgeführt, nur verstehen es hier herinnen nicht alle, deshalb muss ich das wiederholen. Und deshalb - - (Abg. Wurm [FPÖ]: Realitätsverweigerer!) –
Ja, gut, von der Seite - - (Abg. Wurm [FPÖ]: Gib’s einmal zu!) – Wer so wenig versteht! Da versteht wieder umgekehrt keiner, dass Sie dauernd zwischenrufen müssen.
Jedenfalls haben wir natürlich gerade auch bei den Bundesländern – nicht,
dass die schuld sind, um Gottes willen, das ist wichtig – genau wie beim Bund – vielleicht noch mehr sogar – Abweichungen, weil die Ausgaben gestiegen
sind und vor allem die Einnahmen zurückgeblieben sind, aber das ist ja nicht so, weil ein Landeshauptmann oder Herr Finanzminister Brunner was gefladert
hat, sondern weil die Wirtschaftsentwicklung so war. Und ja, es ist richtig – Kollege Kucher ist immer noch nicht da –: Man hätte in der Vergangenheit auch anders eingreifen können. Man hätte vielleicht tatsächlich bei den Preisen mehr hingreifen müssen, aber Sie wissen, wie es bei den Kompromissen in der Regierung ist: Es ist nicht immer gleich. Eine Mietpreisbremse hat es im Übrigen damals auch schon gegeben – leider zu spät, das sage ich selbst.
Insgesamt muss man zur Kenntnis nehmen, dass wir die wildesten Krisen überhaupt hatten: Pandemie, Lieferkettenprobleme und vor allem der Angriffskrieg Putins. (Beifall bei den Grünen.)
Und was auch dazu beigetragen hat: dass wir eine Gasabhängigkeit hatten, die so groß ist wie sonst fast nirgendwo. Dazu haben viele hier herinnen beigetragen, nur nicht die NEOS und die Grünen, das muss einmal gesagt werden, wenn man die Dinge wieder geraderückt. (Beifall bei den Grünen.)
Jetzt zur Zukunft: Wir ziehen den Karren aus dem Dreck, sage ich Ihnen an dieser Stelle. Tun Sie das weiter, damit wir endlich aus diesen Abhängigkeiten herauskommen, das wird helfen.
Ja, zu sparen ist sinnvoll, sagen wir. Was ist denn jetzt das Richtige, wenn es heißt: „Das Richtige tun“? Wir könnten sagen: Was sind die großen Themen der Gegenwart? Wie müssten wir sie angehen? – Sozial gerecht, wirtschaftlich vernünftig und ökologisch nachhaltig. Das wird Sie nicht wundern. Es
gibt immer wieder Beweise dafür – leider zu viele und nicht zu wenige –, dass man sagen kann: bei dem Budget wird das nicht eingelöst, da ist etwas Unsoziales drinnen – nicht nur, es sind auch brauchbare, gute Maßnahmen enthalten, das sage ich extra dazu, aber oft auch unsoziale –, da und dort sind wirtschaftsfeindliche und insgesamt und vor allem umweltschädliche Maßnahmen drinnen. Das kann ich Ihnen, nämlich jenen, die es hier beschließen, nicht ersparen.
Ich weiß gar nicht, ob ich Sie (in Richtung Bundesminister Marterbauer)
so in die Pflicht nehmen kann, Sie haben halt diese Rede gehalten, die aber eh ein bisschen am Budget vorbei war. Das wundert mich nicht, weil es ja grundsätzlich ein blau-schwarzes Budget gewesen ist. Darüber haben Sie ja schon lamentiert. Sie haben also eine Rede gehalten, ein bisschen am
Budget vorbei, das jetzt vorliegt, oder umgekehrt formuliert: Das Budget ist nicht das, worüber Sie gesprochen haben. (Beifall bei den Grünen.)
Reden wir einmal darüber! Wenn wir die Valorisierung der Familienleistungen und vor allem der Sozialleistungen aussetzen, könnte man es ja so
machen – und ich sage jetzt gleich dazu, wie es auch anders ginge –, dass es die Familieneinkommen – oder Förderungen, wenn man so will, liebe ÖVP –,
die höher sind, dass es die, die mehr haben, trifft. Darüber könnte man ja reden. Wir zahlen hohe Beträge, weltweit fast einmalig, im Rahmen der finanziellen Förderung von Familien aus. Vielleicht wäre es gut, mehr Sachleistungen vorzusehen. Wenn ich aber schon hingreife, dann bitte doch nicht so,
dass so etwas herauskommt: Je weniger Einkommen eine Familie hat, desto höher – zumindest relativ, öfter auch absolut – ist die Kürzung. Das
geht nicht, sorry, das ist unsozial. Beweis erbracht! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Herr [SPÖ]: Wer hat die Erhöhung des Familienbonus beschlossen?)
Und es geht so weiter: Je weniger Einkommen, je mehr Kinder eine Familie hat und je abgelegener sie wohnt, Stichwort Klimabonus, desto höher ist die Kürzung. Das ist in jedem dieser drei Punkte genau verkehrt herum. (Beifall bei den Grünen.) Es geht auch anders!
Zum Thema Abschaffung der kalten Progression, zum Thema soziales Drittel – für die, die uns via Fernsehen zuschauen: es ist sehr kompliziert –, kann
ich Ihnen nur sagen: Ja, man kann das dritteln; Sie aber greifen genau dort hin, wo schon der Name verrät, worum es geht. Genau das soziale Drittel
wird gekürzt. Auch dort hätte man es umgekehrt machen können – nein, wieder Fehlanzeige, wieder unsozial! – und man hätte noch immer Geld eingespart,
und zwar keinen Cent weniger als Sie, das ist mir wichtig. Von mir aus,
ich akzeptiere Ihren Budgetpfad, obwohl man das vielleicht auch anders hätte machen können, aber wir würden auch sparen, nur eben so herum.
Das Gleiche gilt natürlich erst recht beim Klimabonus. Der Punkt ist doch: Das, was da erzählt wird, ist ein völliger Schmäh. Im Ergebnis ist das eine Steuererhöhung, die sich gewaschen hat, er ist nämlich ausdrücklich dazu gemacht worden, um die CO2-Bepreisung zu kompensieren. (Abg.
Shetty [NEOS]: Der war ja über der CO2-Steuer! Das gibt es ja nicht!) Die Einzigen, die an dieser Stelle glaubwürdig sind, sind die Freiheitlichen, weil die
nämlich gar keinen CO2-Preis wollen – so brauchen wir auch keinen Klimabonus, das ist völlig logisch. (Abg. Shetty [NEOS]: Ja, no na!) Das muss ich einmal anmerken.
Jetzt kann man natürlich darüber reden: Dass der zu hoch ausbezahlt
worden ist, ist natürlich ein Problem. Deshalb schlagen wir ja vor, dass wir da in den nächsten Jahren so glätten, dass wir über fünf bis zehn Jahre genau
das auszahlen, was eingenommen wurde. Dann kann man das auch noch sozial staffeln, indem man das in die Einkommensteuer einberechnet. Es liegen
alle Vorschläge auf dem Tisch, man braucht nicht so zu tun.
Im Übrigen ist das eine Steuererhöhung, wenn das 2 Milliarden von den 6 Milliarden Euro, von denen Sie reden, ausmacht. Es ist nämlich genau umgekehrt, einnahmenseitig organisieren Sie zwei Drittel, ausgabenseitig ein Drittel, darstellen tun Sie es genau andersrum. Das ist wirklich unseriös und auch
Ihrer nicht würdig. (Beifall bei den Grünen.) Aber gut, da ist man Gefangener der Realpolitik, da kann man ja ein bisschen Verständnis entwickeln.
Mindestpensionist:innen werden stärker getroffen, logisch. Brauchen wir
das? Frauen werden stärker getroffen. Warum? – Weil immer, wenn die unteren Einkommensschichten stärker betroffen sind, Frauen stärker betroffen sind,
weil sie nämlich weniger verdienen. Deshalb ist es doch völlig logisch, dass das so ausgeht. (Beifall bei den Grünen.)
Ökologie: Dieselprivileg, Dienstwagenprivileg – alles bleibt aufrecht
(Abg. Herr [SPÖ]: Hättet ihr es abgeschafft!), Sie hauen sogar noch zusätzliche umweltschädliche Subventionen für Lkws drauf – zusätzliche! –, aber betreffend E-Autos streichen Sie. (Zwischenruf der Abg. Voglauer [Grüne].) In einer Tour geht es so dahin. Das Pendlerpauschale wird nicht sozial
organisiert, nein, es bleibt so. Und das müssen Sie sich halt vorrechnen lassen. Das ist im Ergebnis unsozial und unökologisch – beides, wie gesagt –
und obendrein wirtschaftsfeindlich. (Beifall bei den Grünen. – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Herr [SPÖ] und Voglauer [Grüne]. – Abg. Wöginger [ÖVP]: Aber der Pendlereuro ist sozial?)
Man hätte ja gleich sagen können: Österreich ist das Land der Diesel-SUVs und des Bodenverbrauchs, nicht das Land der Äcker. Deshalb passt es ja dazu,
wenn Sie weiter mit Milliarden Autobahnen betonieren wollen, anstatt das Geld bei den ÖBB anzusiedeln. (Abg. Moitzi [SPÖ]: Stimmt ja gar nicht!) Da wird
jetzt gekürzt, und das sind die Diskrepanzen.
Im Ergebnis sehen wir, wenn wir den Transformationsfonds für die Industrie anschauen, dass da Chancen verwirkt werden, weil in der Transformation, in der Modernisierung der Wirtschaft natürlich – jetzt wieder zum Positiven –
viele Zukunftschancen stecken. Genau dort aber greifen Sie rein. Es wäre genug Anlass für Optimismus, wenn man es denn richtig angeht: ökologisch, wirtschaftsfreundlich und vor allem sozial gerecht. Da ist etwas drinnen. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen.)
Und ein Allerletztes: Für diese großen Reformen brauchen Sie Zweidrittelmehrheiten. Wir vermissen bis heute, dass wir darüber geredet haben. Vielleicht waren Sie ja im Stress. (Ruf bei der ÖVP: Logisch!) Jetzt wird den Gemeinden das Geld so nachgeschmissen, ohne dass es Auflagen gibt, und das ist auch
wieder nicht gut. Ich sage Ihnen: Es wird nicht helfen, wenn Sie allein mit den Landeshauptleuten reden, wir werden nämlich hier eine Zweidrittelmehrheit brauchen. Schauen Sie, wie Sie sie kriegen! Das ist wirklich unglaubwürdig: Jeden Tag höre ich von Riesenreformen, es hat aber noch kein einziger
Mensch mit uns geredet. Wir werden jetzt auf Sie zugehen und Sie werden uns nicht entkommen – das mit der Absicht der Zuversicht. (Heiterkeit und
Beifall bei den Grünen. – Rufe bei den Grünen: Jawohl! Bravo! –
Abg. Wöginger [ÖVP]: Wird schon ..., Werner!)
10.06
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Der Herr Bundesminister für Finanzen, den ich samt den beiden Staatssekretären jetzt offiziell in unserer Mitte
herzlich begrüßen darf, hat sich zu Wort gemeldet. – Bitte.
RN/11
10.07
Bundesminister für Finanzen Dr. Markus Marterbauer: Sehr geehrte Damen und Herren! Ich danke für eine intensive Debatte – zunächst in der Runde
der Klubobleute – zum Budget, das wir gestern dem Hohen Haus vorgelegt haben. Ich denke, es ist immer gut, diese Debatte auf Basis von Fakten und
Daten zu führen. Das ist auch der Zugang gewesen, den wir für die Erstellung des Budgets gewählt haben und den wir hier in dieser Debatte auch
einbringen wollen.
Zur Ausgangssituation: Ich habe gestern schon versucht, das umfassend zu beschreiben. Wir übernehmen das Budget in einer extrem ernsten
Lage. Das Budgetdefizit – ich wiederhole das, was ich gestern ausgeführt habe – wäre ohne Sanierungsmaßnahmen im heurigen Jahr für den Gesamtstaat bei 5,8 Prozent des BIP gelegen, das sind fast 29 Milliarden Euro. Der mittelfristige Ausblick, den die Beamtinnen und Beamten des Finanzministeriums auf Basis der vorliegenden Wirtschaftsprognosen erstellt haben, war, dass das Budgetdefizit bis zum Ende der Legislaturperiode kaum unter diese
6-Prozent-des-BIP-Marke sinkt. Das hätte impliziert, dass die Staatsschuldenquote bis 2029 auf 96,6 Prozent des BIP gestiegen wäre. Das sind Dimensionen, in denen Österreich nie war. In Relation zu diesem Szenario muss man die Konsolidierungsanstrengungen dieser Koalition, die wirklich
umfassend sind, die große Sparpakete sind und erfolgreiche Sparpakete sein werden, sehen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Gasser [NEOS].)
Vor diesem Hintergrund möchte ich auch sagen, dass wir schnell sanieren. Dieses Budgetpaket ist ein front-loaded Budgetpaket, am Anfang kommen die stärksten Dinge. Es wird uns deshalb gelingen, von diesen 5,8 Prozent
des BIP, die für das heurige Jahr an Budgetdefizit vorhergesagt werden, schon heuer auf 4,5 Prozent herunterzukommen. Das ist ein gewaltiges Sparpaket, eines, das es in dieser Größenordnung noch nie gab.
Wir werden im nächsten Jahr einen kleinen weiteren Schritt auf 4,2 Prozent des BIP machen. Damit sind wir noch nicht dort, wo wir hin wollen, das ist
völlig klar. Wir werden aber innerhalb dieser Legislaturperiode noch das Ziel erreichen, unter die 3-Prozent-Maastrichtgrenze zu kommen, und es
wird uns mit diesen Maßnahmen gelingen, die Staatsschulden zumindest zu stabilisieren. Auch das ist nicht ausreichend, wir wollen weiter herunter,
aber das ist das, was in dieser mittleren Frist und angesichts dieser enormen Herausforderungen möglich ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei
Abgeordneten der NEOS.)
Dass wir schnell und umfassend sanieren, ist nur möglich, indem alle dazu beitragen. Ich habe es gestern gesagt und meine das ernst: Es wird niemanden
geben, der nicht zu diesem Sparpaket beitragen kann. Es geht gar nicht anders. Ich kann nicht 7 Milliarden heuer und 10 Milliarden im nächsten Jahr,
wenn ich die Finanzierung der Offensivmaßnahmen dazurechne, einsparen, ohne dass das die Bevölkerung merkt. Das geht nicht. (Abg. Kogler [Grüne]: Ja eh, aber wer wie viel?)
Ich glaube, Herr Klubobmann Kogler, dass es tatsächlich so ist, dass zwei
Drittel auf der Ausgabenseite saniert werden, weil die Abschaffung des Klimabonus natürlich eine ausgabenseitige Maßnahme ist, das ist ja finanzwissenschaftlich vollkommen klar. (Abg. Kogler [Grüne]: Ja eh, am Papier!)
Wir bringen mit diesen Maßnahmen Österreich budgetär wieder auf Kurs, und das ist in ganz vielen Bereichen der Fall. Das betrifft nicht nur den Klimabonus, das betrifft auch umfangreiche Einsparungen bei den Förderungen. Ich möchte noch einmal darauf aufmerksam machen, dass wir schon im
heurigen Jahr die Förderungen um 1,3 Milliarden Euro kürzen, im Übrigen auch im folgenden Jahr. Gleichzeitig setzen wir diese Fördertaskforce ein,
die bis zum Ende der Legislaturperiode noch einmal 800 Millionen Euro pro Jahr bringen wird. Das muss erst mit Leben erfüllt werden, in die Realität
umgesetzt werden, aber tatsächlich tun wir in ganz vielen anderen Ausgabenbereichen Ähnliches.
Und ich komme jetzt noch einmal zu den Familienleistungen: Es ist
tatsächlich so, dass das schmerzhafte Maßnahmen sind, wenn wir die Familienleistungen nicht an die Inflation anpassen, also um ungefähr 3 Prozent
im kommenden Jahr nicht erhöhen und im Jahr 2027 vielleicht in der gleichen Größenordnung – wir kennen die Inflation noch nicht. Doch mir ist es
wichtiger, diese sehr breit streuende Maßnahme der Valorisierung der Familienleistungen zwar nicht zu setzen, gleichzeitig aber die sozialen Dienste
gerade für Familien und Kinder massiv auszubauen, was natürlich vor allem jenen Kindern hilft, die aus unteren Einkommensschichten kommen!
(Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS. – Zwischenruf der Abg. Zadić [Grüne].)
Wir sorgen für das zweite verpflichtende Kindergartenjahr. Wir bauen
die psychosoziale Versorgung von Kindern und Jugendlichen aus, wir fördern im Bildungsbereich, gerade in jenen Bereichen, in denen die Kinder, die es
nicht so leicht haben, unterstützt werden – ich denke an den Chancenbonus und Ähnliches. Das sind massive Verbesserungen, die wir trotz dieses Sparpakets umsetzen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS.)
Vielleicht auch noch ein paar Worte zu den Pensionen, weil diese hier
sehr kritisch angesprochen wurden: Das österreichische Pensionssystem ist ein besonders gutes, und wir wollen es erhalten. Erhalten bedeutet aber
auch, die Finanzierbarkeit zu erhalten, und das ist schon ganz entscheidend (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS): Wenn
man ein gutes Pensionssystem will, dann muss man laufend auf die Herausforderungen reagieren. Wir wissen, was die Herausforderungen für die Finanzierbarkeit des Pensionssystems sind: im Wesentlichen die Beschäftigungsquote und die Einkommen – wenn es gelingt, dass beide hoch
sind, dann sind die Pensionen ganz gut finanzierbar. Wichtig sind eine hohe Beschäftigungsquote und gute Einkommen gerade auch bei den
Älteren, also bei den 60- bis 64-Jährigen. Das ist der Anspruch der Bundesregierung. Wir setzen eine Reihe von Maßnahmen, die das effektive
Antrittsalter erhöhen werden, wir setzen eine Reihe von Maßnahmen, die gerade den älteren Beschäftigten zugutekommen, gerade jenen, die wenig qualifiziert sind, damit sie länger im Erwerbsleben bleiben können. Das sind die Voraussetzungen für die Finanzierbarkeit des Pensionssystems, und das
sind vielleicht nicht die ganz einfachen Dinge, die wir hier machen, aber es sind die notwendigen Dinge.
Ein dritter Punkt in dem Zusammenhang noch: Ich glaube, um das noch
einmal allgemein zu sagen – vielleicht ist es ein bissel pathetisch, aber ich meine es so, wie ich es jetzt sage –: Der Sozialstaat ist neben der Demokratie die größte Errungenschaft des 20. Jahrhunderts in diesem Land (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS), und wir sorgen dafür, dass
dieser Sozialstaat langfristig finanzierbar bleibt, indem wir ihn an die Herausforderungen anpassen, indem wir Beschäftigungspolitik betreiben, indem
wir da und dort redimensionieren, zusätzliche Leistungen einführen und ausbauen, die gerade denen helfen, die sich nicht so leichttun. (Beifall bei
der SPÖ.)
Trotz dieser sehr schwierigen Lage gelingt es uns, bei knappen Kassen in einer Reihe von Bereichen Offensivmaßnahmen zu setzen – und das ist mir
schon ganz wichtig: dass wir in den Standort investieren, in die Beschäftigung investieren, in soziale Dienste investieren, in die Gesundheit investieren
und vor allem auch Investitionen in die Bildung vornehmen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS.)
Ich möchte deshalb sagen: Im Mittelpunkt unserer Budgetpolitik steht zunächst die Sanierung. Das ist nicht der angenehmste Teil der Wirtschafts- und Budgetpolitik, aber wir sanieren, um Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die großen Krisen dieser Zeit bewältigt werden: Das ist die Wirtschaftskrise, in der wir uns immer noch befinden, das ist die Ungleichheitskrise die Lebensbedingungen der Menschen betreffend, und das ist die Klimakrise,
und ich glaube, wir können für uns in Anspruch nehmen, dass wir zwar mit anderen Mitteln als in der Vergangenheit, aber mit dem gleichen Ziel diese
Krisen bekämpfen.
Ich möchte sagen: Bei der Wirtschaftskrise ist das Entscheidende wirklich diese Ausrichtung der Politik der Bundesregierung in Richtung Zusammenarbeit
und Kompromiss. Wir sind drei unterschiedliche Parteien mit unterschiedlichsten Vorstellungen, und ich finde das gut, weil das die Debatte und die Auseinandersetzung belebt. Wenn man unterschiedliche Argumente vorbringt, wird man in der Zusammenschau dann gescheiter und bringt vielleicht
den Kompromiss besser zustande. Wir haben aber gestern im Zuge der Budgetrede darauf hingewiesen, dass es nicht reicht, wenn der Kompromiss innerhalb der Bundesregierung gefunden wird, sondern wir sind darum
bemüht, die Oppositionsparteien einzubinden, und ich nehme das Gesprächsangebot sehr gerne an, die Gebietskörperschaften einzubinden, die Sozialpartner einzubinden und alle einzubinden, die guten Willens sind. Dieses Angebot steht. Nur gemeinsam werden wir diese Wirtschaftskrise überwinden können und damit auch das Vertrauen schaffen können.
Es sind alle Voraussetzungen da, dass die Konsument:innen wieder mehr ausgeben und weniger sparen, dass die Unternehmen wieder mehr investieren und weniger auf ihrer Liquidität sitzen bleiben. Die Voraussetzung ist aber
der Kompromiss, die Zusammenarbeit, die Stabilität, der Pragmatismus, die diese Bundesregierung vorlebt. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von
ÖVP und NEOS.)
Die zweite Krise ist die Ungleichheitskrise. Gerade in der Frage der Verteilungspolitik gibt es große Unterschiede, die wir in den letzten zehn Wochen intensiv diskutiert haben und in den nächsten Wochen und Monaten weiter intensiv diskutieren werden. Es sind aber in diesem Budget eine
Reihe von Ansatzpunkten vorhanden, die die zu großen Unterschiede in den Lebensbedingungen der Menschen ansprechen. Ich möchte darauf
hinweisen – und mir ist das ein persönliches Anliegen –, dass eben in der Budgetsanierung ein Drittel über die Einnahmenseite kommt. Nur durch diese einnahmenseitigen Maßnahmen ist es möglich, auch die großen Konzerne
und die Spitzenverdiener:innen in diese Budgetpolitik einzubeziehen. Ich nenne die Bankenabgabe, den Energiekrisenbeitrag der Energiewirtschaft, ich
nenne die Erhöhung der Grunderwerbssteuer bei den Share-Deals, ich nenne die Umwidmungsabgaben, ich nenne den Spitzensteuersatz, ich nenne
die Stiftungen und so weiter. Man könnte das immer weiter fortführen. Die Einnahmenseite ist im Budget notwendig, nicht nur, weil sie kurzfristig Aufkommen bringt, sondern auch, weil sie für Gerechtigkeit sorgt. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS.)
Letzter Punkt: Eine der größten Krisen, vor der wir stehen, ist die Klimakrise. (Zwischenruf der Abg. Doppelbauer [NEOS].) Ich denke durchaus, dass die letzte Bundesregierung große Anstrengungen unternommen hat (Abg. Doppelbauer [NEOS]: Nein!), um gegen die Klimakrise zu arbeiten
(Abg. Doppelbauer [NEOS]: Auf dem ..., wo wir jetzt sind ...!), und ich erkenne das auch an. Wir sind aber jetzt in einer Budgetsituation, in der ich leider
sagen muss, dass wir uns Förderungen dieses Ausmaßes und ohne ausreichende Zielgerichtetheit nicht mehr leisten können. Das Geld ist nicht mehr
da! Deshalb, weil das Geld nicht mehr da ist, müssen wir neue Formen in der Klimapolitik finden. Und wieder: Ich bin zu jedem Diskurs und zu jedem Versuch, gemeinsam diese Ziele zu erreichen, bereit, aber die Botschaft ist klar: Wir haben das Geld für die umfangreichen Förderungen und Subventionen nicht mehr. Wir werden stärker auf budgetneutrale Regulierungen setzen müssen. Wir werden da und dort weiterhin Förderungen zur Verfügung
stellen: Die Mittel des Klien sind verringert worden, aber es gibt ihn nach wie vor und wir werden ihn zielgerichtet einsetzen. Im Infrastrukturbereich
werden wir die Bahn zielgerichtet weiter ausbauen, das Klimaticket ist weiter da. Wir versuchen also weiterhin, auf die konkreten Maßnahmen zu
setzen, aber vielleicht etwas zielgerichteter, gescheiter, wenn ich das so sagen darf, und ökonomisch effizienter. (Beifall bei der SPÖ.)
Ich glaube, das ist auch das, was das gesamte Budget prägt: Wir versuchen, nüchtern von der Ausgangssituation auszugehen: Wo starten wir, wohin wollen wir? Wir versuchen, die ökonomisch effizientesten und sozial gerechtesten Maßnahmen zu finden, um die Ziele zu erreichen, und wir versuchen, das mit Pragmatismus und Kompromiss zu erreichen. Ich glaube,
dieser Dreierpack ist es, warum diese Budgetsanierung zum Schluss erfolgreich sein wird. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von
ÖVP und NEOS.)
10.18
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Danke, Herr Bundesminister.
Nächste Wortmeldung: Herr Abgeordneter Schiefer. Eingemeldete Redezeit: 7 Minuten.
RN/12
10.19
Abgeordneter Mag. Arnold Schiefer (FPÖ): Hohes Haus! Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Vielleicht eine Anmerkung zu Beginn: Wir
reden über euer Budget, nicht über Einzelmaßnahmen, die vielleicht die FPÖ auch irgendwann einmal mit der ÖVP diskutiert hat. (Abg. Reiter [ÖVP]:
Das ist unrelevant, oder?) Es ist euer Budget, das gehört euch, das
könnt ihr selbst beschließen (Abg. Höfinger [ÖVP]: Kindesweglegung heißt das!), und bleibt bitte dabei und übernehmt die Verantwortung für diese
Maßnahmen! (Beifall bei der FPÖ.)
Historiker haben es immer ein bissel leichter als Propheten. Ich werde mich heute in beiden Rollen versuchen.
Vielleicht zur historischen Rolle: Man muss dem Herrn Finanzminister ja gratulieren, dass er in seiner Budgetrede zumindest einmal das Wort Sanierung hat verwenden dürfen. Als wir mit der ÖVP gesprochen haben, ist man
immer nur von Konsolidierung und von Konsumkrise ausgegangen, und auch uns hat man ja erst zu dem Zeitpunkt, als wir mit ihnen gesprochen haben, eben diese 6,4 Milliarden Euro offenbart. Dieses schwarze Budgetloch ist ja
dann schrittweise immer größer geworden. So gesehen ist jetzt endlich einmal auch hier im Hohen Haus das Wort Sanierung dort angekommen,
wohin es gehört. – Herzlichen Dank, Herr Finanzminister! (Beifall bei der FPÖ.)
Wenn wir uns das jetzt historisch anschauen: Es ist unglaublich, was da
passiert ist: nahezu 100 Prozent Staatsschuldenquote, 6 Prozent Maastrichtdefizit wäre dann das Nächste gewesen, 30 Milliarden Euro jährlich Budgetdefizit! – Also bitte, tut mir einen Gefallen: das Wort Wirtschaftskompetenz nicht mehr verwenden. Herzlichen Dank! (Beifall bei der FPÖ.)
Dann schauen wir uns jetzt in der Rolle als Prophet – oder vielleicht auch vorwärtsgewandter Poet, wie Schlegel gesagt hat – einmal den Budgetentwurf an: Wir bauen trotz der angekündigten Einsparungen in den nächsten vier, fünf Jahren rund 80 Milliarden Euro neue Schulden auf. Das Maastrichtdefizit wird erst – und das hoffentlich, da ist das Prinzip Hoffnung dahinter – 2028/29 wieder Richtung 3 Prozent wandern. Das heißt, auch dann
werden noch Schulden aufgebaut. Und man muss festhalten: Alles das, was da jetzt an Grauslichkeiten oder notwendigen Maßnahmen kommuniziert
wird, hat zur Folge, dass wir dennoch weit weg von einem konsolidierten Haushalt sind.
Das heißt, man hat sich für eine langsame Konsolidierung entschieden,
ein Defizitverfahren ist unumgänglich, aber wir bleiben weiter Schuldenmeister. Wir bleiben unter den top vier, fünf in der Europäischen Union, wenn es
um negative Zahlen geht, und wir werden so auch unser Wirtschaftswachstum, bei dem wir übrigens ganz hinten sind – Vorletzter, glaube ich –, nicht ankurbeln. Also ich sage Ihnen ganz klar: So wird das nichts mit der Budgetsanierung. (Beifall bei der FPÖ.)
Wenn ich mir das jetzt anschaue – also ein ganz kurzes Blitzlicht, wir
werden die Einzelmaßnahmen in den Budgetberatungen noch diskutieren –: Das einzig Positive, das mir darin auffällt, ist dieser Vorschlag mit den Pauschalierungen für die kleineren Gewerbetreibenden, und der ist aus unserer Arbeitsgruppe von Kollegen Fuchs gekommen. Sonst kann ich da drinnen eigentlich fast nichts Positives entdecken. (Zwischenruf der Abg.
Baumgartner [ÖVP]. – Abg. Hanger [ÖVP] – in Richtung FPÖ –: Applaus!)
Schauen wir: Was fehlt dem Ganzen eigentlich noch? – Es fehlen Investitionsfreibeträge. Die würden übrigens sehr wohl in den nächsten drei, vier
Jahren mit den Investitionen dann etwas rückspielen. Da müsste man sich also schon überlegen, wenn man schon diesen längeren Weg geht, ob man
nicht doch versucht, Investitionen zu stimulieren, um das private Kapital – Sie haben es schon erwähnt – doch irgendwie in Bewegung zu kriegen,
weil es eh schon wurscht ist, wenn wir eh bis 2028/29 und wahrscheinlich noch viel länger in solch einem Defizitverfahren hängen werden. Wahrscheinlich
wird die nächste Regierung noch, in sieben Jahren, in diesem Defizitverfahren bleiben. Darum, bin ich der Meinung, ist es jetzt auch egal, dann kann
man auch ein paar Dinge, die vielleicht konjunkturstimulierend sind, wirklich angehen – zum Beispiel Entlastung beim Thema Überstundenentlohnung; warum nicht? –, um zumindest den privaten Bereich ein bisschen
zu stimulieren. Nur sparen wird uns da nicht nützen. (Beifall bei der FPÖ.)
Ich brauche für die Prognose, dass wir da die nächsten fünf bis sieben
Jahre herumwursteln werden, nicht einmal einen Rauschebart und eine Glaskugel, sondern das hat mittlerweile – und das zeigt sich jeden Tag, der
jetzt nach der Budgetpräsentation vergeht – natürlich auch schon die Expertenschaft in Österreich, die auch außerhalb des Hauses ist, erkannt.
Ich zitiere: Der Fiskalrat, der Ihnen aus der Historie heraus ja grundsätzlich positiv gesonnen ist, hat das jetzt, freundlich formulierend, als ersten
guten Schritt in die richtige Richtung bezeichnet. Aber auch der Herr Fiskalratspräsident sagt: Wir brauchen ab 2027 mindestens ein zweites Paket.
Die Agenda Austria, den NEOS ja sicherlich gut bekannt, spricht
beim Budget von einem „Placebo“ oder von einem „PR-Gag“, sprich Public-Relations-Gag. – Liebe NEOS, vielleicht solltet ihr über das Budget
doch noch einmal ein bissl drübergehen, sodass eure Handschrift da ein bisschen deutlicher wird.
Die „Presse“ meint, zur wirklichen Sanierung fehlt einiges, in „Oe24“
wird das Budget als visionslos bezeichnet, im „Kurier“ als Sparpaket ohne Reformen. (Zwischenruf der Abg. Brandstötter [NEOS].)
Sie haben jetzt meines Erachtens folgende Chance: Canceln Sie Ihren Sommerurlaub! Machen Sie gleich weiter! Machen Sie den zweiten Teil des Paketes, nämlich richtige Reformen in der Struktur, die auch nachhaltig wirken! (Abg. Wöginger [ÖVP]: Wir hackeln sowieso durch! – Zwischenrufe der Abgeordneten Hanger [ÖVP], Ottenschläger [ÖVP], Doppelbauer [NEOS] und Taschner [ÖVP].) Denn: Sie werden es sowieso brauchen.
Also ich sage jetzt einmal: Normalerweise müsste ich Ihnen für den vorliegenden Budgetentwurf, bitte schön, empfehlen: Bleiben Sie in Österreich! Verbringen Sie Ihren Urlaub hier (Abg. Erasim [SPÖ]: Ihr nehmt euch nicht
einmal mehr selbst ernst!) und arbeiten Sie ein bisschen, auch am Wochenende! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Wöginger [ÖVP]: Natürlich, wir arbeiten! –
Zwischenruf der Abg. Reiter [ÖVP].)
Vielleicht gelingt es Ihnen ja dann mit einer Nachschärfung in einer zweiten Runde, ein sozial gerechtes, innovatives Budget vorzulegen. Und machen Sie es bitte schnell! (Abg. Wöginger [ÖVP]: Es ist eh schon da! – Abg. Reiter [ÖVP]:
Heute ist eh die erste Lesung!) Denn, Herr Finanzminister, Sie haben es angesprochen: Das Hauptproblem, mit dem wir konfrontiert sein werden, wird die Zinslandschaft für unsere Schulden sein. Wenn wir nicht glaubwürdig kommentieren und etwas abgeben, dass wir eine Idee haben, wie wir schneller als in vier bis fünf Jahren wieder stabil sind, dann werden uns die Zinsen
bei der gesamten Sanierung wirklich in den Rücken fallen. Sie haben es selbst gesagt: 1 Prozent höhere Zinsen kosten uns bei unseren Finanzierungsvolumina 3 bis 4 Milliarden Euro jährlich, die wir eigentlich in Schulen, in Kindergärten und anderes investieren könnten. (Abg. Marchetti [ÖVP]: Wo
will die FPÖ sparen? Sagt es! – Abg. Wöginger [ÖVP]: Bei den Ausländern! – Abg. Reiter [ÖVP]: Da muss er selber lachen! – Zwischenruf der Abg.
Erasim [SPÖ].) – Wenn Sie von der ÖVP mir noch ein bisschen zuhören würden, täte es, glaube ich, nicht schaden.
Ich glaube wirklich, dass, wenn wir es schaffen können, ein Konzept vorzulegen - - (Zwischenruf des Abg. Wöginger [ÖVP].) – Kollege Wöginger, ich kann Ihnen dann auch noch erklären, wie das mit diesen Pensionsgeschichten tatsächlich war. (Abg. Wöginger [ÖVP]: Ja, ich auch, ich erklär' es dir auch! Wenigstens einmal einer, der dabei gewesen ist!) Also der Punkt
ist – wenn Sie jetzt zuhören –: Wenn wir es schaffen und am Finanzmarkt glaubwürdig auftreten, haben wir, weil andere Länder in Europa auch
so schlecht sind, eine Chance, dass unsere Anleihen halbwegs billig bleiben. Mit dem, was wir hier vorliegen haben, werden wir es aber nicht schaffen.
Es wird zum Schluss der Worst Case eintreten, wir werden die Budgetsanierung nicht schaffen, die Zinsen werden uns in den Rücken fallen und die Skier
wird es ordentlich auseinanderziehen. (Abg. Reiter [ÖVP]: Das waren super Tipps, aber was sind Ihre Lösungen?)
Sie persönlich, sage ich dazu - - (Abg. Wöginger [ÖVP]: Dann hätten wir es aber mit unserem Papier auch nicht geschafft!) – Richtig. (Abg. Erasim [SPÖ] – erheitert –: „Richtig“!) Aber ihr habt uns auch nicht die richtigen Zahlen gegeben, das muss man auch dazusagen. Wir haben ja von euch nicht die richtigen
Zahlen gehabt. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Wöginger [ÖVP]: Ja genau! Du hast sie ja selber besorgt, die Zahlen! Du hast ja mehr gewusst wie wir!) Also euer Budgetloch ist ja wöchentlich gewachsen, muss man dazusagen.
Also das möchte ich schon noch einmal ganz klar dazusagen.
Bitte eine Botschaft noch: Wenn ihr nur bei diesem Budgetentwurf bleibt, nichts dazulegt, ist die Regierung schon auf dem Weg zum Scheitern. Das, was ihr jetzt geschafft habt, ist ja nur, mit einer Strukturliste aus Brüssel überhaupt ein paar Maßnahmen zusammenzukratzen. (Abg. Marchetti [ÖVP]: Wo wollts ihr sparen? Sagt es halt!) Die nächsten Maßnahmen für die nächsten Milliarden bringt ihr in dieser Dreierkoalition sicher nicht so zusammen. (Abg. Wöginger [ÖVP]: Werden wir tun!) – Herzlichen Dank. (Beifall bei der
FPÖ. – Abg. Wöginger [ÖVP]: Es gibt keinen Kanzler Kickl!)
10.27
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Als Nächster zu Wort gemeldet: Herr Abgeordneter Hanger. Eingemeldete Redezeit: 5 Minuten.
RN/13
10.27
Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Danke, Herr Präsident! Herr Finanzminister! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Werte Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Eine kurze Replik, Herr Kollege Schiefer:
Wir haben jetzt fast ein bisschen schmunzeln müssen (Abg. Wöginger [ÖVP]: Ja, ich auch!): Sie haben viele salbungsvolle Worte gefunden, aber keinen
einzigen konkreten Lösungsvorschlag gebracht. Das ist schon bezeichnend. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der NEOS sowie der Abg.
Erasim [SPÖ].) Das ist schon bezeichnend für die FPÖ-Politik, die wir jetzt seit vielen Wochen kennen. (Abg. Hafenecker [FPÖ]: Red einmal über die
Migration! Was habt ihr denn da vor? Der Klubobmann hat gestern ...! – Abg. Reiter [ÖVP]: Geh, machts keine Ablenkungsmanöver!)
Wir starten oder haben gestern mit der Budgetrede des Finanzministers
die Budgetberatungen zum Doppelbudget 2025/2026 gestartet. Ich glaube, es ist schon auch ein guter Zeitpunkt, einen Befund zu erstellen: Wo stehen
wir denn aktuell? – Und ja, der Herr Finanzminister hat es ausgeführt,
wir stehen vor Herausforderungen. Das Maastrichtdefizit ist eindeutig zu hoch, wir haben Probleme beim Wirtschaftswachstum, bei der Wettbewerbsfähigkeit müssen wir ganz genau hinschauen. Aber – und das ist mir jetzt ganz, ganz wichtig (Abg. Wurm [FPÖ]: Ihr seids nicht schuld!), und ich habe mir
in den letzten Tagen wirklich sehr viele Zahlen angesehen, und der Herr Finanzminister sagt ja immer, wir sollen auf Basis von Daten und Fakten argumentieren – ich habe mir angeschaut: Wie ist denn die Wohlstandssituation unserer Volkswirtschaft, Österreichs? (Abg. Wurm [FPÖ]: Ha, jetzt kommt
wieder diese Geschichte: Es wird eh alles besser!) Und ich sage Ihnen aus tiefster Überzeugung: Heute ist der 15. Mai 2024 - - (Abg. Krainer [SPÖ]:
14. Mai! – Heiterkeit des Abg. Wurm [FPÖ]. – Rufe bei der FPÖ: 25! ... tatsächliche Berichtigung!) – Entschuldigung, danke! Wir schreiben den 14. Mai 2025
und wir leben in einem der reichsten und wohlhabendsten Länder weltweit. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Shetty [NEOS]. – Ruf bei der FPÖ: Ja sicher! – Zwischenruf des Abg. Deimek [FPÖ].)
Ich kann das auch mit Zahlen, Daten, Fakten untermauern. Welche Kennzahlen nehmen wir denn? – Nehmen wir zum Beispiel das Bruttoinlandsprodukt
pro Kopf: Die Waren und Dienstleistungen gesamthaft zusammengerechnet, heruntergebrochen auf einen Einwohner, sind wir kaufkraftbereinigt
das fünfzehntreichste Land weltweit, das fünftreichste Land europaweit.
Oder betreffend Kaufkraft haben wir erst gestern eine Studie des Budgetdienstes bekommen, und darin ist einmal mehr bewiesen: Die Kaufkraft in Österreich ist letztes Jahr über alle Einkommensdezile um 3,5 Prozent gestiegen, in den unteren Einkommensbereichen übrigens am stärksten.
Eine dritte Kennzahl vielleicht noch – die ist überhaupt ganz spannend –,
wenn wir uns den privaten Konsum in Österreich anschauen und wenn wir dann die staatlichen Leistungen noch dazuzählen: Da sind wir das zweitreichste
Land in Europa. (Ruf bei der FPÖ: Geh, hör auf!) Bei all den Problemen
und Herausforderungen, die wir haben, muss man das auch sehen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Shetty [NEOS]. – Abg. Stefan [FPÖ]: Ja, dann passt
es eh! Warum saniert ihr dann? Ihr habt doch gerade gesagt, es soll mehr konsumiert werden!)
Das sei jetzt der FPÖ ins Stammbuch geschrieben: Wieso ist denn das so
in Österreich? – Dafür gibt es eine Reihe von Gründen.
Das ist zum einen der Zusammenhalt, der seit Gründung der Zweiten Republik über die politischen Gruppierungen hinweg in Österreich gelebt wird, die Sozialpartnerschaft, der Interessenausgleich.
Das ist eine starke Wirtschaft, die von hervorragenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern getragen wird. Starke Industrie, starkes Gewerbe, Dienstleistungssektor, Landwirtschaft – da ist Österreich vorne dabei, bei all den Herausforderungen, die wir haben.
Und, liebe FPÖ, ein ganz wichtiger Punkt: Wichtig für den Wirtschaftsstandort ist politische Stabilität. (Abg. Darmann [FPÖ]: Ihr seid ja genau das Gegenteil!) Ich habe manchmal den Eindruck, diese politische Stabilität ist
euch überhaupt nicht wichtig. Wenn Kollege Schnedlitz zum Beispiel von einem kaputten Parlament spricht, so ist das kein Beitrag für politische Stabilität,
die wir dringend brauchen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS. – Abg. Martin Graf [FPÖ]: Wie viele Kanzler hattet ihr? Immerhin
in sechs Jahren drei Kanzler! Ist das stabil?)
Was ist zu tun? – Unbestritten: Konsolidieren mit Augenmaß! Das vorliegende Doppelbudget 2025/2026 macht das. 6,4 Milliarden Euro 2025,
noch einmal 2,5 Milliarden Euro dazu. Alle Gruppen sind da zu involvieren.
Für uns als ÖVP unglaublich wichtig ist der Begriff: Leistung muss sich lohnen, weg von der Gratismentalität. Wir sehen da ganz klare Maßnahmen, zwei möchte ich anführen:
Das ist zum einen die 1 000-Euro-Mitarbeiterprämie steuerfrei. Man kann dazu wieder sagen, das ist nichts, ich sage: Ein Tausender ist ein Tausender, und
wenn der quasi auch steuerfrei und abgabenfrei ausbezahlt werden kann, so ist das wichtig.
Oder ein anderes Modell, das ich als unglaublich wichtig einschätze:
Arbeiten im Alter wird attraktiver. Wenn man ab dem gesetzlichen Pensionsantrittsalter zukünftig freiwillig arbeiten will, zahlt man keine SV-Beiträge mehr, und es gibt eine Flattax von 25 Prozent.
Wir müssen die Wirtschaft ankurbeln, machen wir uns nichts vor! Entscheidend wird sein, dass zukünftig die Wirtschaft angekurbelt wird,
dass wir Wirtschaftswachstum haben, und da gibt es zwei Zugänge: die Wirtschaft krankjammern, alles schlechtreden (Abg. Kassegger [FPÖ]:
Neue Steuern machen!) oder mit Optimismus, mit Zuversicht in die Zukunft gehen.
Noch ein ganz wichtiger Punkt: Wir als ÖVP verstehen uns eben auch sehr stark als die Partei der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, der Gemeinderätinnen und Gemeinderäte. Ich möchte wirklich ausdrücklich für das Gemeindeinvestitionspaket danken, das reformiert wird und durch das die
Gemeinden in ihrer täglichen Arbeit unterstützt werden. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Auf in eine gute Zukunft! Das Doppelbudget 2025/2026 ist ein sehr
guter Entwurf. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
10.32
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Als Nächster zu Wort gemeldet: Herr Abgeordneter Krainer. Eingemeldete Redezeit: 6 Minuten.
RN/14
10.32
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Danke, Herr Präsident. – Die Lage ist ernst. Die Republik steht in Wahrheit vor den schwierigsten Herausforderungen, die es jedenfalls in den letzten Jahrzehnten gegeben hat. Im Vergleich dazu war die Situation nach der Finanzkrise und so weiter einfacher, weil das ein externer Schock war. Wir haben jetzt das Problem, dass wir hausgemachte Probleme haben, die wir selber lösen müssen. Von seiner ausgestreckten Hand haben wir gestern von Finanzminister Marterbauer alle
gehört. Er hat gesagt, dass wir das nur gemeinsam werden schaffen können, so wie das in der Republik auch schon oft geschafft wurde. Wir werden
nicht im Gegeneinander aus der Wirtschaftskrise kommen, wir werden nicht im Gegeneinander das Budget sanieren können und wir werden auch nicht
im Gegeneinander die Systeme in Österreich reparieren oder besser machen, ob das jetzt das Gesundheitssystem oder das Bildungssystem ist, sondern
das werden wir nur miteinander schaffen, das wird nicht anders gehen. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Shetty [NEOS].)
Natürlich kann man sich jetzt stundenlang darüber unterhalten, wer
schuld an dieser Situation ist. Das können wir gerne, das haben wir, ich stehe gerne bereit, das auch zu machen. Ich habe das in der Vergangenheit
gemacht, ich glaube, das auch zu Recht, weil man natürlich aus den Fehlern der Vergangenheit auch lernen kann und lernen muss. Aber am Ende des Tages
ist ja entscheidend, was wir heute für morgen machen, und nicht, wer gestern was falsch gemacht hat, das das Heute schwierig macht.
Zu einem der Dinge, die wir jetzt zum Beispiel übernommen haben:
Wir haben ja zuerst einmal eine Koalition zwischen ÖVP, NEOS und SPÖ verhandelt. Das ist gescheitert. Wir alle wissen noch, woran es
damals gescheitert ist: an der Bankenabgabe.
Dann haben die Freiheitlichen den Regierungsauftrag bekommen, haben mit der ÖVP verhandelt, haben dann ein 6,4-Milliarden-Euro-Paket ausverhandelt, haben das brav unterschrieben, also Kickl hat das gleich unterschrieben und nach Brüssel geschickt. Dann ist das gescheitert. Wieso das gescheitert ist, weiß ich nicht, ich war ja nicht dabei. Die einen sagen, weil ihr das Budget
nicht sanieren wolltet, die anderen sagen, es waren Postenfragen.
Es ist mir auch egal. Macht eine Therapiesitzung, macht euch aus, woran es gescheitert ist! Es ist aber auch egal.
Dann haben wir wieder verhandelt, und eine der Bedingungen, nein,
ich sage gar nicht Bedingungen, aber was die ÖVP wollte, da dieses 6,4-Milliarden-Euro-Paket schon nach Brüssel geschickt worden war, war, dass
dieses Paket Teil des Regierungsprogramms wird. Wir haben gesagt: Okay, es ist nicht unser Programm, aber ja, wir machen das, wir tragen es mit. Das ist
euer Programm (in Richtung FPÖ), euer gemeinsames, das ist zu 99 Prozent das, was ihr damals ausgemacht habt.
Das, was wir anders gemacht haben, ist, dass wir gesagt haben: Ja,
aber es braucht aus unserer Sicht auch mehr soziale Handschrift: Bankenabgabe, Beitrag der Energiekonzerne, Beitrag von Stiftungen. Also eine Reihe
von Sachen, die nicht drin waren, sind dazugekommen. (Zwischenruf
des Abg. Steiner [FPÖ].) Und wenn Sie das Budget, das jetzt vorgelegt wurde, kritisieren, dann kritisieren Sie ehrlich gesagt die Bankenabgabe und
den Beitrag der Energiekonzerne. Die waren nämlich nicht drin in Ihrem Paket und sind jetzt drin. Alles andere haben Sie unterschrieben. Sie haben
es ausverhandelt und unterschrieben. (Beifall bei der SPÖ.)
Ehrlich gesagt ist das verantwortungslos, was Sie hier machen. Das ist verantwortungslos, wiewohl ich weiß, dass es bei Ihnen ja einige gibt, die
konstruktiv mitarbeiten wollen und die auch Vorschläge haben. Aber, Kollege Schiefer, schauen Sie sich einmal Ihre Rede an, das, was Sie gesagt
haben. Sie haben gesagt: Wir sparen zu wenig, wir müssen mehr sparen, und dann haben Sie ausschließlich Vorschläge gemacht, die das Defizit
größer machen würden. Keinen einzigen Vorschlag haben Sie gemacht, damit das Defizit kleiner wird. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von
ÖVP und NEOS.)
Sie haben nur Vorschläge gemacht, die das Defizit vergrößern würden. – Hallo?! Das kann jeder, das hat aber nichts mit verantwortungsvoller Arbeit
zu tun. (Abg. Gewessler [Grüne]: Da habt ihr besonders viel Erfahrung damit!) Hierherzukommen und zu sagen: Ihr spart zu wenig!, und dann nur Vorschläge
zu machen, durch die die Schulden größer werden, das ist ehrlich gesagt zu billig. Das ist mir einfach zu billig, auch für einen Oppositionspolitiker. Das
ist zu wenig.
Für die Grünen ist es ein bisschen schwierig, sie sind noch in der Verleugnungsphase. Das ist so: Schock, dann kommt die Verleugnung. Sie sagen, es ist gar nicht so arg, das Defizit ist gar nicht so schlimm, sie können gar nichts dafür. Sie reden das halt noch klein. Ich weiß, dann kommen noch Wut und Trauer – und irgendwann kommt die Akzeptanz. Vielleicht können wir dann reden, das wäre vernünftig, die ausgestreckte Hand ist ja da.
Wir glauben auch, dass wir nicht ohne die Grünen, sondern nur gemeinsam mit den Grünen das Klima zu retten versuchen müssen (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und NEOS), und ich hoffe, dass Sie dabei sind – halt ohne Geld, weil das Geld nicht da ist.
Eines muss man schon auch sagen: Dieses Budget ist kein schönes Budget,
nein, es ist ein Sparbudget. Es leistet jeder seinen Beitrag, jeder in
Österreich spürt das. Jeder wird das spüren, jeder wird einen Beitrag leisten – jeder! (Abg. Steiner [FPÖ]: Außer der Sepp!) Aber es hat auch eine soziale Handschrift, nämlich: dass das auch die starken Schultern mittragen und es auch Investitionen geben wird, um Österreich besser zu machen.
Nur Kaputtsparen ist zu wenig, deswegen sind Gelder dafür vorgesehen, den Arbeitsmarkt anzukurbeln, deswegen gibt es auch Extrageld dafür, das Gesundheitssystem zu reparieren. Beim Kaputtmachen des Gesundheitssystems waren übrigens die Freiheitlichen vorne dabei. Ich erinnere an
Frau Hartinger-Klein, die selber zugegeben hat, dass die Patientenmilliarde ein PR-Schmäh war und nichts mit der Realität zu tun hat.
Wir machen unsere Schulen besser. Wir schauen, dass die Kinderbildung früher anfängt und dass die Menschen, die in Österreich aufwachsen, früher und besser Deutsch lernen.
Ja, das sind die Sachen, die wir machen – Sie sind eingeladen, dabei zu sein.
Schön ist das Budget nicht, ein Sanierungsbudget ist halt kein schönes
Budget, aber es hat auch eine soziale Handschrift und es investiert auch in die Zukunft. Deswegen tragen wir das mit.
Ich bin gespannt auf Ihre Vorschläge. Wenn das heute der Tag der Opposition ist, dann ist es ein trauriger Tag, denn das, was Sie da heute
geliefert haben, war noch gar nichts. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS.)
10.38
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Als Nächste zu Wort gemeldet: Frau Abgeordnete Doppelbauer. Eingemeldete Redezeit: 5 Minuten.
RN/15
10.38
Abgeordnete Dipl.-Ing. Karin Doppelbauer (NEOS): Herr Präsident!
Werte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Ich möchte eigentlich damit starten, dass ich mich einmal bei all jenen bedanke, die in den
letzten zehn Wochen Tag und Nacht verhandelt haben; vor allem gilt der Dank den Mitarbeiter:innen des Hauses. (Beifall bei NEOS, ÖVP, SPÖ und Grünen.)
Wir werden dieses Doppelbudget in den nächsten Wochen in den Ausschüssen verhandeln, und ich freue mich wirklich darauf, denn eines ist gelungen:
Es ist eine Trendwende, eine dringend notwendige Trendwende, die wir hier und heute mit diesem Budget für 2025 und 2026 einleiten.
Warum ist das so notwendig? – Ja, und ich glaube, darin sind wir uns alle einig, wir starten mit einer desaströsen Budgetsituation in die nächsten Jahre.
Das hat natürlich externe Gründe, da stimme ich zu, Kollege Kogler, aber es hat als Grund natürlich auch hausgemachte Probleme, die wir hier zu lösen
haben. Ich als Budgetsprecherin von den NEOS sage seit 2017 immer wieder, dass wir zu viel Geld ausgeben, es mit der Gießkanne ausgeben, es
ineffizient ausgeben. Es geht um Steuergelder, daher müssen wir das schlicht und einfach ändern und beenden.
Wir liegen jetzt bei 6 Prozent Maastrichtdefizit – ohne die Maßnahmen,
die wir treffen –, und das ist wirklich desaströs, und deswegen müssen wir so rasch entschlossene Maßnahmen treffen. Diese Maßnahmen, die wir
hier treffen werden, sind auf drei Ebenen angesiedelt: Wir sanieren, wir starten die ersten Reformprojekte und wir modernisieren in die Zukunft.
Es gibt zwei Ziele: Das eine ist, wir brauchen einen soliden Haushalt, um nämlich dann als Konsequenz daraus wieder Spielraum für Investitionen und vor allem auch für Entlastungen zu haben, denn über die Entlastungen für die Menschen haben wir heute noch sehr wenig gesprochen.
Ich möchte eines sagen: Wenn wir über Entlastungen und über die Sanierungspotenziale reden, die wir in diesem Land haben – und ich habe gehört, Kollege Schiefer, was Sie gesagt haben, als Sie die Überschriften vorgelesen haben: wir sanieren zu wenig über Ausgaben –, muss man auch erwähnen, 70 Prozent der Maßnahmen, die wir treffen, sind ausgabenseitig angesiedelt. Jetzt kann man natürlich sagen, das ist zu wenig – ich persönlich wäre da auch höher gegangen und glaube auch, wir hätten
100 Prozent über die Ausgaben regeln können –, aber, wie der Bundespräsident ganz richtig gesagt hat, es ist die Kunst des Machbaren und es ist die
Art des Kompromisses, den wir jetzt zu finden haben. Deswegen ist es tatsächlich eine gute Lösung, die breit getragen werden kann. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Ich möchte schon auch sagen – und das ist jetzt in Richtung FPÖ generell gesprochen –, 72 Milliarden Euro entsprechen den Maßnahmen,
die ihr die letzten fünf Jahre, in der letzten Legislaturperiode, mitgetragen habt, 72 Milliarden Euro! Dass ihr also so überhaupt nicht für die Situation mitverantwortlich seid, in der wir jetzt mit diesem Riesenbudgetdefizit gerade sind, geht wirklich in die Richtung – und ich muss es so hart sagen –:
Was interessiert mich denn mein Geschwätz von gestern?! (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Was ich während der heutigen Diskussion auch spannend gefunden
habe, ist Folgendes: Ja, Kollege Fuchs, ihr habt in Brüssel eingemeldet, dass die KV-Beiträge für die Pensionisten erhöht werden, und ihr habt auch eingemeldet, dass das faktische Pensionsantrittsalter erhöht wird. Das war in euren Plänen drinnen. Jetzt hast du eine tatsächliche Berichtigung dahin gehend gemacht, dass ihr nur 0,3 Prozent bei den KV-Beiträgen in euren Plänen drinnen gehabt habt. Ihr wusstet aber auch noch nicht, dass wir ein
6-Prozent-Defizit haben. Ich bin mir daher recht sicher, wenn ihr diese Zahlen, die wir jetzt haben, gehabt hättet, dann wärt auch ihr da höher gegangen.
Das ist dann auch noch im Konnex zu dem, was Kollege Schiefer
gesagt hat, besonders spannend. Kollege Schiefer hat von uns Reformen eingefordert, große Reformen hat er eingefordert. Die erste große
Reform – und das sagt jeder, der sich in diesem Land irgendwann einmal mit dem Budget beschäftigt hat – ist aber die Pensionsreform. Kollege
Schiefer hat also etwas eingefordert, was ihr offenbar nicht mittragen wollt – auch spannend! (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP. –
Abg. Shetty [NEOS]: Das ist, weil sich der sozialistische Flügel durchgesetzt hat bei der FPÖ! – Abg. Herr [SPÖ]: Nix „sozialistisch“!)
Die nächste große Geschichte, bei der die FPÖ ja auch nicht immer besonders konsensfreundlich ist, ist natürlich die Föderalismusreform: Ja, es gibt Doppelgleisigkeiten, und auch da werden wir einsteigen müssen, und ich hoffe wirklich, dass die „Hayek-Fraktion“, wie es vorhin so schön genannt
worden ist – zu der ich mich übrigens auch dazuzähle –, hier gemeinsam arbeiten kann. (Beifall bei den NEOS.)
Weil wir schon so viele Zurufe zum Budget bekommen haben, ob wir zu
viel sparen, zu wenig sparen, einnahmenseitig, ausgabenseitig, möchte ich mit einer Mär eigentlich auch noch aufräumen – das ist mir wirklich wichtig –:
Man hört immer wieder, Sparen heißt, den Menschen etwas wegzunehmen (Abg. Steiner [FPÖ]: Außer beim Sepp!), und man müsse das Budget eher einnahmenseitig sanieren. Liebe Freunde, einnahmenseitig zu sanieren heißt auch nichts anderes, als den Menschen, die in diesem Land arbeiten,
etwas wegzunehmen. (Abg. Steiner [FPÖ]: Außer beim Sepp!)
Wir haben eine der höchsten Abgabenquoten weltweit. Die Abgaben- und Steuerquote beträgt in diesem Land 45 Prozent – im Augenblick
stabil bleibend –, das ist eine der weltweit höchsten Wegnehmquoten, die wir in diesem Land haben. (Abg. Darmann [FPÖ]: Auf das kann man doch nicht stolz
sein! Das ist eine Katastrophe!) Da müssen wir natürlich auch etwas
machen, denn wir müssen auch auf jene Menschen schauen, die viel zum System beitragen. (Beifall bei den NEOS.)
Es sei mir noch ein Satz zu den Reformen erlaubt: Im Pensionssystem gehen wir die ersten Reformen an. Wir haben viel über die Erhöhung des faktischen Pensionsantrittsalters gesprochen. Ich glaube, es ist auch etwas ganz,
ganz Wichtiges drinnen – mein Kollege Hansi Gasser wird es nachher noch einmal in der Tiefe erklären –, und das ist die Pensionssicherungsautomatik, nämlich der Nachhaltigkeitsmodus. Das ist ein ganz, ganz wichtiger Hebel, der nicht morgen wirken wird, der aber für die nächsten Jahre
und Jahrzehnte eine Systemänderung, eine Trendwende ist – und damit ist in diesem Bereich etwas Großes gelungen. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Last, not least zur Innovation: Für uns NEOS ist natürlich Bildung das Wichtigste und das Herzensthema. Ja, da passiert einiges, und wir werden es mit diesem Geld schaffen, die Aufholjagd in der Bildung zu starten (Abg. Darmann [FPÖ]: So wie in Wien: Totalchaos angerichtet!), damit wir jedem Kind und jedem jungen Menschen in diesem Land den Weg in ein wirklich selbstbestimmtes Leben ermöglichen. – Vielen Dank. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
10.44
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Gewessler. Eingemeldete Redezeit: 5 Minuten.
RN/16
10.45
Abgeordnete Leonore Gewessler, BA (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Regierungsmitglieder! Lieber Herr Finanzminister! Der Herr Finanzminister hat in diesem Hohen Haus gestern ein Budget präsentiert, das es in sich hat, ein Budget, das mit dem Abrissbagger –
und anders kann ich es leider nicht ausdrücken – klima- und sozialpolitische Errungenschaften wieder niederreißt. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Steiner [FPÖ]: Ja, weil der Sepp zwei Autos hat! Das ist umweltschädlich!)
Herr Finanzminister, ich kann mir vorstellen, es muss entsprechend schmerzhaft sein, wenn sich Yannick Shetty und Gust Wöginger hier herausstellen und
mit Stolz – man wird den Eindruck nicht los – verkünden, dass Sie ein
FPÖ-ÖVP- Paket umsetzen. Ich kann mir vorstellen, dass das für Sie nicht ganz angenehm ist, aber es ist halt trotzdem Ihr Budget. (Abg. Darmann [FPÖ]:
Der Finanzminister schüttelt den Kopf!) Es ist Ihr Budget, das uns
Zukunft zusammenstreicht und – ja, dieses Gefühl bekommt man – das vor allem bei jenen Kürzungen vorsieht, die sich nicht laut wehren und nicht so laut wehren können (Abg. Shetty [NEOS]: Dabei hat der Kollege Kogler so
konstruktiv angefangen!): Bei den Familien, bei den Kindern, beim Gratisklimaticket, beim Naturschutz, da rollt der Abrissbagger drüber, und zwar
ohne Wenn und Aber. Da wird herz- und planlos gekürzt. (Beifall bei den Grünen.)
Sie sind gerade hier gestanden, Herr Finanzminister, und haben gesagt,
wir können uns das leider nimmer leisten. Sie haben dieses Paket
als unausweichlich und quasi unvermeidlich beschrieben (Abg. Herr [SPÖ]: Na ja, eh!), aber damit haben Sie nicht die ganze Geschichte erzählt. Damit
haben Sie nicht die ganze Geschichte erzählt, denn – seien wir ehrlich – offensichtlich haben Sie jene Dinge unter den Tisch fallen lassen, von denen
diese Regierung meint, wir können sie uns auch weiter leisten. Lassen Sie mich deswegen vielleicht das Bild vervollständigen und diesen Punkt nun
nachholen. (Abg. Krainer [SPÖ]: Die KöSt-Senkung von Ihnen? Ihre KöSt-Senkung? – Abg. Kogler [Grüne]: Ja, die hätten wir eh erhöhen sollen wieder!)
Ihre Regierung ist offensichtlich der Meinung, wir können uns Milliarden an Straßenbau weiterhin leisten – Naturschutzgebiet: völlig egal! (Abg.
Krainer [SPÖ]: Ihre KöSt-Senkung? Ihre Familienbonuserhöhung?) Ihre Regierung ist offensichtlich der Meinung, wir können uns die Steuerprivilegien für Diesel
und die Dienstwägen weiter leisten, klimaschädliche Subventionen zahlen (Beifall bei den Grünen – Abg. Krainer [SPÖ]: Ja, Ihr Familienbonus!), und Sie sind
auch der Meinung, wir können es uns weiter leisten, Techkonzerne so
zu besteuern, dass sie keinen gerechten Beitrag zahlen. Das halte ich für einen Irrtum, und das ist kurzsichtige Politik. Die Zeche dafür zahlen unsere
Kinder und unsere Enkel. (Beifall bei den Grünen.)
Es geht dabei nicht nur um die Zahlen im Budget, sondern es geht um die Menschen in diesem Land, die das ganz konkret betrifft. Es geht
um die Familien in Österreich, die auf 1 000 Euro im Jahr verzichten müssen, damit man den Gemeinden das Geld, das für den Klimaschutz gedacht
war, jetzt für den Straßenbau nachschmeißen kann (Abg. Herr [SPÖ]: Geh! – Abg. Leinfellner [FPÖ]: Die Elektroautos können auch noch nicht fliegen!),
sodass die Parteifreunde in Wien weiter durchs Naturschutzgebiet betonieren können. (Abg. Greiner [SPÖ]: Die ganze Geschichte, bitte! – Abg. Darmann [FPÖ]: Die Gemeinden haben gar kein Geld mehr für den Straßenbau! – Abg.
Krainer [SPÖ] gähnt laut.) Es geht darum, dass die jungen Menschen in unserem Land auf ein Jahr Freiheit verzichten müssen – da oben sitzen Schulklassen –, dass die jungen Menschen in unserem Land auf das Gratisklimaticket verzichten müssen, damit die italienischen Frächter weiter subventioniert
durch unser Land fahren können (Zwischenruf des Abg. Steiner [FPÖ]),
und es geht darum, dass diejenigen, die das Klima schützen, jetzt die Dummen sind, die Zeche zahlen, damit die Techgiganten aus den USA weiter
fette Gewinne einstreichen können. Das haben Sie entschieden, werte Bundesregierung! (Beifall bei den Grünen.)
Das haben Sie entschieden, das sind Ihre Prioritäten, das ist dieses Budget! Es ist – ja! – bezeichnend, dass sich der erste sozialdemokratische Finanzminister seit vielen Jahren, der es eigentlich besser wissen müsste und eigentlich besser weiß – das glaube ich auch –, hier herausstellt und dieses
schwarz-blaue Paket weiterführt, aber man muss halt zur Kenntnis nehmen – und da sei mir ein Vermerk an Yannick Shetty erlaubt –, offensichtlich
ist dann, wenn man dann einmal im Kabinett, im Amt sitzt, das Versprechen von gestern nicht mehr so viel wert. (Widerspruch bei SPÖ und NEOS.)
Er ist immer groß im Austeilen. Ich freue mich daher schon auf das Einbringen aller Anträge der NEOS aus den letzten Jahren betreffend klimaschädliche Subventionen, denn wir haben welche abgeschafft, ihr führt wieder welche ein, Herr Shetty – ihr führt wieder welche ein! (Beifall bei den Grünen. –
Abg. Shetty [NEOS]: Also welche der 6 Milliarden Euro habts ihr abgeschafft?)
Umweltschädlich ist dieses Paket durchgängig, sozial ist an diesem Kürzungspaket sicher nichts. (Abg. Shetty [NEOS]: Wie viel Prozent der klimaschädlichen Subventionen habts ihr abgeschafft? Wie viele?) Sie haben
dort gespart, wo der geringste Widerstand zu erwarten war, bei den Kindern, sowohl was die Leistung betrifft als auch was die Lebensgrundlage
betrifft, die sind nämlich leiser als die Techkonzerne, die sind leiser als die italienischen Frächter. (Abg. Krainer [SPÖ]: Geh bitte!) Bei allen berechtigten Sparbedürfnissen (Ruf bei den NEOS: Das stimmt einfach nicht!): Das halte ich für zukunftsvergessen. (Zwischenrufe bei SPÖ und NEOS.)
Sie werden vor Ihrer Verantwortung in diesem Bereich auch nicht davonlaufen können. (Abg. Steiner [FPÖ]: Doch, der Sepp fährt davon! – Heiterkeit bei
der FPÖ.) – Schauen Sie, die FPÖ freut es! (Zwischenruf des Abg. Steiner [FPÖ].) – Was Sie hier mit diesem Paket vorgelegt haben, entspricht nicht Notwendigkeiten und Zwängen, sondern Ihren politischen Prioritäten und Ihren politischen Entscheidungen. Sie kürzen auf dem Rücken der Menschen,
Sie kürzen auf dem Rücken unserer Lebensgrundlage, damit einige wenige weiterhin fossile Projekte verfolgen können. Sie kürzen unserem Land die
Zukunft weg, und das werden wir in diesem Haus und wir als Grüne sicher nicht einfach so hinnehmen und unkommentiert lassen. – Herzlichen Dank.
(Beifall bei den Grünen.)
10.50
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Zu Wort gemeldet hat sich die Frau Staatssekretärin. – Bitte schön.
RN/17
10.50
Staatssekretärin im Bundesministerium für Finanzen MMag. Barbara Eibinger-Miedl: Vielen Dank, Herr Präsident! Geschätzter Herr Finanzminister! Herr Staatssekretär! Werte Damen und Herren Abgeordnete! Werte Zuhörerinnen und Zuhörer! Das Doppelbudget für die Jahre 2025 und 2026 liegt jetzt vor, es wurde heiß ersehnt. (Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg.
Wurm [FPÖ]: Heiß ersehnt!) Wir haben es auch schon heiß debattiert. Meine Damen und Herren, aus meiner Sicht ist dieses Doppelbudget einer
der ersten ganz großen Meilensteine dieser neuen Bundesregierung. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und NEOS.)
Diesen Meilenstein legen wir nach nur rund zehn Wochen vor. Es war
eine sehr intensive Zeit, die hinter uns liegt. Wir haben wirklich mit Hochdruck daran gearbeitet, haben die ersten Schritte bereits wenige Tage nach
der Angelobung gemeinsam gesetzt und haben bereits damals hier im Hohen Haus die ersten Budgetsanierungsmaßnahmen auf den Weg gebracht.
Meine Damen und Herren, so intensiv diese Verhandlungen auch waren – es waren nächtelange Diskussionen dabei, es waren auch emotionale
Momente dabei –, so bin ich jetzt doch sehr erleichtert und froh – und es stimmt mich zuversichtlich –, dass es heute in dieser Form vorliegt.
Ich glaube, man darf auch nicht vergessen, dass es das erste Mal ein Budget gibt, das von drei Regierungspartnern ausverhandelt wurde. Das macht
die Sache noch komplexer.
Umso wichtiger ist es mir auch, zu betonen, in welcher Art und Weise diese Verhandlungen geführt worden sind. Denn: Bei all den Diskussionen, bei all den unterschiedlichen Standpunkten, die die drei Parteien hier eingebracht
haben (Abg. Darmann [FPÖ]: Waren die Posten das Wichtigste!), ist es doch immer gelungen, dass wir diese Dinge intern ausdiskutieren, dass wir uns nicht öffentlich etwas ausrichten. (Abg. Steiner [FPÖ]: Außer der Sepp!) Das, meine Damen und Herren, ist der neue Stil dieser Bundesregierung, der Stil
der konstruktiven Zusammenarbeit. Ich werde jedenfalls meinen Beitrag dazu leisten, dass dieser Stil auch in den kommenden Monaten so gegeben bleibt. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und NEOS.)
Mit dem vorliegenden Doppelbudget haben wir aber auch den weiteren Budgetpfad definiert. Unser Ziel ist es, dass wir das Maastrichtdefizit von
maximal 3 Prozent im Jahr 2028 erreichen werden. Dazu haben wir uns einen Maßnahmenmix vorgenommen. Dieser Maßnahmenmix besteht zu einem Drittel aus einnahmenseitigen Maßnahmen, wobei es uns sehr wichtig war, dass gerade diese Einnahmenseite so konjunkturschonend wie möglich
gestaltet sein soll, und zu zwei Dritteln wird die Budgetkonsolidierung ausgabenseitig erfolgen, denn das war gerade meiner Fraktion auch immer
wichtig, zu betonen: Wir haben in Österreich kein Einnahmenproblem, sondern wir haben ein Ausgabenproblem. (Abg. Steiner [FPÖ]: Der Sepp nicht! Mit Ausgaben hat der Sepp überhaupt kein Problem!) Genau dieses packen wir jetzt an, meine Damen und Herren. (Beifall bei ÖVP und NEOS.)
So schaffen wir im heurigen Jahr, geschätzte Abgeordnete, eine Konsolidierung von 6,4 Milliarden Euro und nächstes Jahr von 8,7 Milliarden Euro.
Damit erreichen wir auch die Budgetziele, die wir uns vor rund zehn Wochen gemeinsam vorgenommen haben. Ich kann mich erinnern, dass auch
in dieser Zeit immer wieder daran gezweifelt wurde, ob es überhaupt möglich sein wird, diese Volumina zu bringen. Meine Damen und Herren, es ist
uns gelungen, wir haben diese Ziele, die wir uns gesteckt haben, zum heutigen Tag auch tatsächlich erreicht. Das war kein leichter Weg, aber es gilt,
das Richtige zu tun, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS.)
Drei Dinge möchte ich herausstreichen, drei Dinge sind mir da besonders wichtig. Das erste: Ja, es gilt jetzt, das Budget zu sanieren. Gleichzeitig ist es
aus meiner Sicht aber auch besonders wichtig, dass wir erste Reformschritte setzen – Reformen, die dann auch nachhaltige Wirkung entfalten. Und
zum Dritten braucht es auch gerade in einer herausfordernden Zeit entsprechende Zukunftsinvestitionen. Alle diese drei Bereiche werden
mit dem vorliegenden Doppelbudget auch entsprechend adressiert.
Ich möchte kurz zum ersten Punkt kommen, zur Budgetkonsolidierung: Da, meine Damen und Herren, haben wir auch eine Trendumkehr eingeleitet. Auch da haben wir ein Umdenken eingeleitet, und zwar insofern, als wir uns Förderungen in Zukunft ganz genau anschauen. Wir werden in
Zukunft nicht mehr wie bisher in manchen Fällen nach dem Gießkannenprinzip vorgehen können, sondern wir müssen darauf achten, dass die Förderungen in Zukunft treffsicher erfolgen. (Abg. Steiner [FPÖ]: Aber nicht auf Kosten der Beinfreiheit!)
Da kann ich jetzt bei Frau Abgeordneter Gewessler anschließen, weil die Abschaffung des Klimabonus genannt wurde: Ja, das war so eine Gießkannenförderung. Stattdessen wird es jetzt eine Nachfolgeregelung geben,
mit der wir Pendlerinnen und Pendler, die gerade im ländlichen Raum tagtäglich auf das Auto angewiesen sind, um zwischen Wohnort und Arbeitsort zu pendeln, entlasten. (Zwischenruf der Abg. Gewessler [Grüne].)
Oder die Bildungskarenz – ich glaube, die wurde heute noch nicht angesprochen –: Auch die Bildungskarenz war eine sehr breit angelegte Förderung. Uns ist es wichtig, mit einem Nachfolgemodell, mit der sogenannten Weiterbildungszeit, in Zukunft passgenaue Weiterqualifizierung zu unterstützen. Es ist uns klar, dass das Thema der Qualifizierung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch in den nächsten Jahren ein ganz wichtiger Bereich sein wird, aber wir haben uns vorgenommen, das in Zukunft
noch besser zu machen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der NEOS.)
Der zweite Bereich, den ich ansprechen möchte, ist der Bereich der
Reformen: Da ist ganz besonders der Bereich der Pensionen hervorzustreichen. Wir setzen mit diesem Doppelbudget erste konkrete Schritte, um das
faktische Pensionsantrittsalter weiter zu erhöhen. Wir sind tatsächlich vom gesetzlichen Pensionsantrittsalter doch noch ein Stück weit entfernt, und
wenn man sich vor Augen führt, dass jeder Monat, in dem wir alle miteinander später in Pension gehen, dem Budget 200 Millionen Euro bringt – ein
Monat! –, dann sieht man schon, wie viel Potenzial darin liegt. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit diesen Reformschritten, die wir setzen, auch
wirklich gut vorankommen werden.
Wir sind damit aber natürlich noch nicht am Ende unserer Arbeit und unserer Pläne. Der Herr Finanzminister hat es bereits angesprochen: Ganz
wichtig wird auch sein, dass wir im Rahmen einer neu eingesetzten Förder-Taskforce, die unter Federführung des Finanzministeriums arbeiten
wird, noch genauer hinschauen, ob die Förderungen in Österreich wirksam sind, ob sie treffsicher sind, wo es Doppelgleisigkeiten gibt, die wir in Zukunft
so nicht mehr haben können. Da, meine Damen und Herren, haben wir auch ein großes Volumen für die nächsten Jahre in unserem Doppelbudget eingestellt. Denn eines ist klar: In Zeiten knapper Budgets muss jeder Steuereuro so effektiv wie möglich eingesetzt werden. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und
NEOS. – Abg. Steiner [FPÖ]: Außer beim Sepp!)
Auch die Ministerien leisten ihren Beitrag, und zwar jedes einzelne Ministerium – in Zahlen ausgedrückt: im heurigen Jahr 1,1 Milliarden Euro
und im nächsten Jahr 1,3 Milliarden Euro. Ich weiß, dass man sich in ganz vielen Ministerien bereits seit Jahresanfang auf den Weg gemacht hat, um Einsparungsmöglichkeiten zu finden. Ich weiß, dass das kein leichter Schritt war – ich spreche da auch aus acht Jahren Erfahrung als Ressortverantwortliche in einer Landesregierung –, das ist herausfordernd. Ich möchte mich daher an dieser Stelle bei allen Ministerinnen und Ministern der Bundesregierung dafür sehr herzlich bedanken. Wir haben in unseren Gesprächen mit allen Ressortverantwortlichen großes Verständnis dafür gesehen. Es ist
auch wirklich jeder bereit, bei dieser Kraftanstrengung der Budgetsanierung entsprechend mitzumachen und einen Beitrag zu leisten. Also bitte
an alle: ein herzliches Dankeschön dafür. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und NEOS.)
Der dritte Punkt sind die Zukunftsinvestitionen: Es war uns wichtig,
dass wir trotz der Sparmaßnahmen auch sogenannte Offensivmaßnahmen auf den Weg bringen. Das sind im heurigen Jahr bereits 600 Millionen Euro,
womit wir in spezifische Bereiche noch gezielt investieren. Meine Damen und Herren, dazu zählt der Bereich Wirtschaft und Arbeitsmarkt, dazu zählt
auch der Bereich Gesundheit und Soziales, auch um Sparmaßnahmen da und dort abzufedern, wie es bereits angesprochen wurde, dazu zählt aber
auch – ganz wichtig – der Bereich Bildung, Wissenschaft und Forschung, der für mich ein absoluter Zukunftsbereich ist.
Ich darf daran erinnern, dass wir beispielsweise mit dem Mittelstandspaket erste Schritte auf den Weg bringen, um insbesondere unsere kleineren und mittelständischen Unternehmen im Lande zu entlasten. Das ist
besonders wichtig, weil gerade der Mittelstand das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft ist. Der Mittelstand sichert rund 2,5 Millionen Arbeitsplätze, und dank des Mittelstandes sind wir ein innovatives Land und haben wir uns in den vergangenen Jahren einen entsprechenden Wohlstand erarbeitet.
(Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der NEOS.)
Das sind erste wichtige Schritte, wie beispielsweise die Basispauschalierung, die von 220 000 Euro in zwei Schritten auf 420 000 Euro angehoben wird,
oder auch eine Betriebsausgabenpauschale, die von 12 auf 15 Prozent erhöht wird. All das bedeutet für die Unternehmerinnen und Unternehmer dann
am Ende weniger Bürokratie und mehr Zeit für ihre eigentliche unternehmerische Tätigkeit.
Ich möchte auch noch einmal die Mitarbeiterprämie hervorheben:
1 000 Euro steuerfrei für jene, die besonders viel Leistung erbringen. Meine Damen und Herren, es muss uns ein Anliegen sein, dass diejenigen,
die in unserem Land Leistung erbringen, auch etwas davon haben. Dazu ist diese Mitarbeiterprämie ein erster, wichtiger Schritt. (Beifall bei der
ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS.)
Und ja, selbstverständlich: Wir brauchen sicherlich in den nächsten Monaten noch weitere Signale für die Industrie, für die Wirtschaft, für unseren
Standort (Zwischenruf bei der FPÖ), und genau deswegen, geschätzte Damen und Herren Abgeordnete, sind wir bereits in einen engen Dialog mit den Stakeholdern, auch mit Expertinnen und Experten eingetreten, um mit einer entsprechenden Industrie- und Standortstrategie die Weichen in den
nächsten Monaten zu stellen, denn es muss unser gemeinsames Anliegen sein, dass wir im Bereich der Wettbewerbsfähigkeit Österreichs wieder ein
großes Stück nach vorne kommen. Es wurde schon angesprochen: Nur wenn der Wirtschaftsmotor wieder anspringt, werden wir auch nachhaltig
nicht nur das Budget konsolidieren können, sondern uns auch wieder einen Spielraum erarbeiten können, um weitere Zukunftsinvestitionen in
den nächsten Jahren voranzubringen.
Meine Damen und Herren, Sie sehen also: Wir arbeiten wirklich mit vollem Einsatz. Wir arbeiten auf Hochtouren. Wir arbeiten gemeinsam in einer wirklich vertrauensvollen Zusammenarbeit, für die ich mich sehr herzlich bedanke,
und wir arbeiten faktenbasiert und sachlich. Ich glaube, auch da braucht es in einer herausfordernden Situation diesen kühlen Kopf und diese wirklich
gute gemeinsame Herangehensweise, bei der alle an einem Strang ziehen, aber es ist klar: Wir werden noch weitere Verbündete brauchen, denn die Budgetkonsolidierung ist ganz klar eine gesamtstaatliche Aufgabe. (Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ.) Daher haben wir auch bereits sehr gute Auftaktgespräche mit den Ländern, mit den Gemeinden, auch mit den Sozialversicherungsträgern geführt. Diese sind – das kann ich Ihnen berichten –
äußerst konstruktiv und positiv verlaufen. Insofern stimmt es mich auch zuversichtlich, dass wir da in den nächsten Monaten, in denen es auch darum gehen wird, einen neuen Stabilitätspakt auszuverhandeln, auf einem
guten Weg sein werden.
Meine Damen und Herren, ich bin insgesamt zuversichtlich, denn unser Land hat in der Vergangenheit schon viele Herausforderungen gemeistert,
und ich bin davon überzeugt, dass wir es gemeinsam und konstruktiv auch diesmal sehr gut schaffen werden. – Herzlichen Dank. (Beifall bei ÖVP und NEOS sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
11.02
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Danke, Frau Staatssekretärin.
RN/18
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Bevor ich den nächsten Redner aufrufe: Herr Klubobmann Kickl hat in seiner Rede den Ausdruck Kurpfuscherei
verwendet. Wir haben uns hier im Haus darauf verständigt, dass der Vorwurf strafbarer Taten generell nicht der Würde des Hauses angemessen ist. § 184 StGB sieht den Begriff „Kurpfuscherei“ als Überschrift vor. Ich möchte daher fragen, ob Sie diesen Ausdruck zurücknehmen. (Abg. Kickl [FPÖ]:
Nein!) – Dann erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Abg. Kickl [FPÖ]: Danke! – Abg. Krainer [SPÖ]: So ein rüpelhaftes Verhalten! – Beifall des
Abg. Schallmeiner [Grüne]. – Abg. Krainer [SPÖ]: Ein Rüpel – und stolz drauf!)
Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Fuchs. Eingemeldete Redezeit: 7 Minuten.
RN/19
11.03
Abgeordneter MMag. DDr. Hubert Fuchs (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Finanzminister! Sehr geehrte Staatssekretäre! Ich darf eingangs, bevor die Schülergruppe den Saal verlässt, die Schülergruppe der 4a der Mittelschule Schwaz in Tirol recht herzlich begrüßen. Genießt euren Wienaufenthalt! (Allgemeiner Beifall.)
Frau Staatssekretärin, die Zuversicht, die Sie hier versprühen, kann ich absolut nicht teilen. Dieses Doppelbudget, das ist kein Sanierungsbudget,
sondern das ist ein Dokument des Scheiterns. (Präsident Haubner übernimmt
den Vorsitz.)
Ich darf Ihnen auch erklären, warum: Die schwarz-grüne Vorgängerregierung hat in den Jahren 2020 bis 2024 gigantische 88 Milliarden Euro Defizit erwirtschaftet. Die regierende Verliererkoalition setzt mit diesem Doppelbudget den desaströsen Budgetpfad der Vorgängerregierung nahtlos fort und
plant bis 2029 Budgetdefizite von insgesamt 82 Milliarden Euro. Das sind nur 6 Milliarden Euro weniger, als die katastrophale Vorgängerregierung
verursacht hat. Und das trotz eines Belastungspakets und noch dazu, ohne mit diesem Doppelbudget irgendwelche wesentlichen Impulse für den Wirtschaftsstandort zu setzen. Das muss man erst einmal zusammenbringen. (Beifall bei der FPÖ.)
Kurz zusammengefasst kann man sagen: Der budgetäre Scherbenhaufen,
den uns die schwarz-grüne Vorgängerregierung hinterlassen hat, wird durch diese Verliererkoalition noch einmal verdoppelt werden.
Der Finanzminister hat in seiner gestrigen Budgetrede gemeint, dass für
das Gelingen der Budgetsanierung insbesondere die Budgettransparenz wichtig ist. Herr Finanzminister, ist Ihnen aufgefallen, dass die ÖVP da überhaupt
nicht geklatscht hat? Das ist mir vollkommen klar, denn mit Transparenz fängt die ÖVP überhaupt nichts an. (Beifall bei der FPÖ.)
Herr Finanzminister, - - (Abg. Shetty [NEOS]: Ihr seid die Transparenzpartei, oder? – Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.) – Ihr schon lange nicht mehr, Herr Kollege Shetty. – Herr Finanzminister, Sie haben gestern auch von einer notwendigen Verteilungsgerechtigkeit gesprochen – ich teile das, jeder muss seinen Beitrag zur Budgetsanierung leisten –, aber die Sanierungslast
muss gerecht verteilt werden, haben Sie gemeint. Das ist aber die größte Unwahrheit in Ihrer gestrigen Budgetrede. (Beifall bei der FPÖ.)
Durch die Wiedereinführung der kalten Progression hinsichtlich des letzten Drittels kassiert der Finanzminister über 3,3 Milliarden Euro bis 2029
von den Arbeitnehmern und von den Pensionisten. Und besonders ungerecht und bitter ist – Herr Klubobmann Kogler hat es auch erwähnt –,
dass von diesem letzten Drittel der Progressionsentlastung insbesondere die geringverdienenden Arbeitnehmer und Pensionisten bisher immer überproportional profitiert haben und dies nun nicht mehr tun.
Auf die Pensionisten scheint es diese Bundesregierung aber besonders abgesehen zu haben, denn bei den Pensionisten wird mehrfach abkassiert:
einerseits durch die teilweise Wiedereinführung der kalten Progression, aber andererseits auch durch die Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge
von 5,1 auf 6 Prozent. (Abg. Michael Hammer [ÖVP]: Das war euer Vorschlag!) Allein durch die Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge werden den Pensionisten 258 Millionen Euro im Jahr 2025 weggenommen und
ab 2026 jährlich – ich betone: jährlich! – über 500 Millionen Euro. In Summe sind das fast 2,4 Milliarden Euro bis 2029, die Pensionisten da weggenommen werden.
Abgerundet wird dieses asoziale Budget (Rufe bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS: He!) durch die Nichtvalorisierung der Sozial- und Familienleistungen für die nächsten Jahre, was real eine Kürzung der Sozial- und Familienleistungen ist. Höhere Belastungen für geringverdienende Arbeitnehmer und Pensionisten, Nichtvalorisierung von Sozial- und Familienleistungen: Ist das die Verteilungsgerechtigkeit, Herr Finanzminister, die Sie gestern gemeint
haben? (Beifall bei der FPÖ.)
Und: Herr Kollege Krainer, ist das die soziale Handschrift der SPÖ bei diesem Budget, wie Sie immer behauptet haben?
Herr Kollege Krainer, Sie wollten Einsparungen von uns hören. (Abg. Krainer [SPÖ]: Ja, bitte!) Sie können sich da gleich einmal einen Notizzettel zur
Hand nehmen. (Abg. Krainer [SPÖ]: Hab’ ich schon!) Wo bleiben die Einsparungen im Asyl- und Migrationsbereich? (Abg. Krainer [SPÖ]: Oooh! – Abg.
Kassegger [FPÖ]: Da kriegt er gleich Schnappatmung!) Wo bleiben die echten Einsparungen im System? (Abg. Krainer [SPÖ]: Ah!) Wo bleiben die
massiven Einsparungen bei den Förderungen? Wo bleiben die echten Strukturreformen, Herr Finanzminister? Wir haben immer noch ein massives Ausgabenproblem, aber sicher kein Einnahmenproblem. (Beifall bei der FPÖ.)
Aber das Verbreiten von Budgetunwahrheiten (Abg. Krainer [SPÖ]: Nicht einmal die Hälfte vom Zettel ist voll geworden!) hat bereits unter dem damaligen Finanzminister Brunner begonnen, und das ist auch der Grund (Abg. Krainer [SPÖ]: Echte Einsparungen im System durch massive Einsparungen!),
warum wir Freiheitliche gestern eine Ministeranklage gegen Finanzminister außer Dienst Brunner eingebracht haben. (Abg. Krainer [SPÖ]: Boah!
Jetzt kenn’ ich mich aus!) Nur vier Tage nach der Nationalratswahl hat der damalige Finanzminister die echten, dramatischen Budgetzahlen auf den
Tisch gelegt, die den Wählern davor bewusst verschwiegen wurden. Bereits damals wäre es die Aufgabe des amtierenden ÖVP-Ministers gewesen,
alles erdenklich Mögliche zu tun, um ein EU-Defizitverfahren abzuwenden. Schwarz-Grün hat aber den Kopf in den Sand gesteckt und auf eine
Erholung der Wirtschaft gehofft, die nie eingetreten ist, was aber voraussehbar war.
Besonders skandalös ist aber, dass ÖVP, SPÖ und NEOS keine Sekunde
daran gearbeitet haben, ein Defizitverfahren abzuwenden, obwohl es im Regierungsprogramm drinnen steht. Im Gegensatz zur schwarz-rot-pink-grünen Einheitspartei wollen wir Freiheitliche keine Besachwaltung durch Brüssel, wir lehnen ein Defizitverfahren ab. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Michael Hammer [ÖVP]: ... Kickl besachwaltet ...! – Abg. Hafenecker [FPÖ]: So schön ruhig war’s die ganze Zeit! – Abg. Michael Hammer [ÖVP]: Ja, weil’s so fad ist mit euch!)
Die Regierungspartei und die Grünen sind Befürworter eines Defizitverfahrens, und, Herr Finanzminister, in Ihrer gestrigen Budgetrede haben Sie sogar gemeint, dass die Einleitung eines Defizitverfahrens die Rolle des Finanzministeriums im Sanierungsprozess stärken wird. Also da kann man ja wirklich nur mehr den Kopf schütteln, Herr Finanzminister! (Beifall bei der FPÖ.)
Neben Rekorddefiziten und Rekordschulden hat uns die abgewählte
schwarz-grüne Bundesregierung auch einen massiven Wohlstands- und Wettbewerbsverlust beschert. Das reale BIP pro Kopf reduzierte sich in diesen Jahren um 1,7 Prozent. Wir sind das Schlusslicht von allen EU-Mitgliedstaaten. Nirgendwo in Europa schrumpft die Wirtschaft stärker und länger als in Österreich. Wir befinden uns auch im dritten Rezessionsjahr, und das
hat es in Österreich noch nie gegeben. Vielen herzlichen Dank, ÖVP! (Beifall bei der FPÖ.)
Wifo-Chef Prof. Felbermayr hat der ÖVP auch ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. Ich darf hier aus einem Interview zitieren: „Die Wirtschaftskrise ist hausgemacht, nicht importiert. Sie ist strukturell, nicht zyklisch. Und sie
geht von alleine nicht weg.“ – Und mit diesem Doppelbudget erst recht nicht. (Beifall bei der FPÖ.)
In Wirklichkeit hat sich weder die schwarz-grüne Vorgängerregierung
noch die aktuelle Bundesregierung jemals ernsthaft um eine echte Budgetsanierung gekümmert. Mit dem vorliegenden unsozialen Doppelbudget
ist weder eine nachhaltige Budgetsanierung noch eine Abwendung des Defizitverfahrens möglich. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
11.12
Präsident Peter Haubner: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Nico Marchetti. Ich habe die Redezeit auf 4 Minuten eingestellt.
RN/20
11.13
Abgeordneter Nico Marchetti (ÖVP): Geschätzter Herr Präsident! Liebe Bundesregierung! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Mir hat Kollege
Schiefer vorhin wirklich leidgetan, als er sich gewunden hat, seine Seriosität zu bewahren, die wir ihm ja attestieren, und trotzdem irgendwie die Linie
der FPÖ zu vertreten. Er sagt auf der einen Seite: Zu wenig wird gespart. Gut. Aber von den Punkten, bei denen die FPÖ zugestimmt hat, dass wir
dort 6,4 Milliarden Euro 2025 sparen – was sogar von Herbert Kickl unterschrieben und nach Brüssel geschickt wurde –, distanziert man sich
dann wieder und sagt (Abg. Schnedlitz [FPÖ]: Wir haben uns nicht mehr distanziert, seit ich Generalsekretär bin!): Na das wollten wir eigentlich eh nicht!,
und: Das wollten wir eigentlich nicht!, und: Das wollten wir nicht! – Dann wird das unter dem Strich bei jedem Argument weniger, gleichzeitig ist das
Fazit: Wir hätten mehr sparen müssen.
Das ist alles nicht logisch. (Abg. Kassegger [FPÖ]: Nur weil du’s nicht verstehst, ist es noch lange nicht „nicht logisch“! – Abg. Wurm [FPÖ]: Aber bei euch ist
alles logisch, oder? – Abg. Kassegger [FPÖ]: Das war sehr logisch!) Ich würde wirklich gerne einen Tag in der Fantasiewelt der FPÖ erleben, wo sich das alles ausgeht, wo es keine Fakten gibt, keine komplexen Zusammenhänge und
keine Verantwortung. Ich stelle mir eh vor, dass das lustig und einfach ist, aber es ist halt einfach nicht die richtige Welt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Die Budgethoheit hat der Nationalrat. Und weil die letzten Jahre da von
manchen ein bisschen kritisch beäugt werden: Viele der Beschlüsse, die wir getroffen haben, zum Beispiel in der Coronazeit, wenn wir über die Kurzarbeit reden, über Energiekostenzuschuss, Stromkostenbremse et cetera, haben wir gemeinsam in diesem Haus beschlossen. Seit 2020 hat die
FPÖ bei Anträgen mitgestimmt, die 70 Milliarden Euro gekostet haben. Das haben wir gemeinsam beschlossen, und ich glaube, es war auch richtig,
dass man die Krisenfolgen für die Bevölkerung und für die Unternehmen abfedert. Das haben wir gemeinsam beschlossen, dafür brauchen wir uns
nicht zu entschuldigen. Das war zu dem Zeitpunkt richtig, und deswegen müssen wir jetzt eben das Budget sanieren und wieder weniger ausgeben.
(Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Shetty [NEOS].)
Das ist ganz normal, so ist der Zyklus eines Budgets, eines Staates, und so ist es auch jetzt.
Wir sagen auch, dass wir die Überförderungen, die sich da aufgebaut haben, auch im Klimabereich – der Klimabonus wurde angesprochen –, jetzt
abbauen, wir sagen, okay, es ist jetzt das Ende der Gratismentalität (Abg. Kogler [Grüne]: Der gehört saniert und nicht abgebaut!), und jetzt müssen wir
Leistung in den Vordergrund stellen, denn nur daher kommt unser Wohlstand (Abg. Gewessler [Grüne]: ... CO2-Steuer! – Abg. Lukas Hammer [Grüne]:
Gibt’s jetzt doch eine Erbschaftssteuer?) und nur daher kommt auch der Umstand, dass wir ein Sozialsystem für die Zukunft absichern können. Deswegen
sagen wir: Leistung statt Gratismentalität ist eine der roten Linien auch dieses Budgets, denn ohne Leistung, ohne Wachstum wird auch der Wohlstand
in Österreich nicht steigen, und das ist unser Anspruch an unsere Arbeit. (Beifall bei der ÖVP.)
Das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, ist auch sehr wichtig. Es haben auch die Expertinnen und Experten gesagt, dass wir die Maßnahmen mit Augenmaß treffen, um die Konjunktur nicht abzuwürgen. (Abg. Wurm [FPÖ]: Mehr Abwürgen geht ja gar nicht mehr!) Das haben wir bewusst gemacht (Abg. Wurm [FPÖ]:
Jetzt habt ihr sie drei Jahre abgewürgt!), denn wenn wir in nächster Zeit kein Wirtschaftswachstum zustande bringen, dann werden wir mit dem Konsolidieren nie fertig werden. Das Wirtschaftswachstum ist einfach essenziell
(Abg. Wurm [FPÖ]: Welches Wachstum?), und deswegen haben wir auch proaktive Maßnahmen wie die Mitarbeiterprämie gesetzt. Wir erarbeiten
eine Industriestrategie, damit wir auch den Leitbetrieben wieder Sicherheit für Investitionen geben können. Wir haben auch Bürokratieabbau geplant,
da haben wir zum Beispiel die Belegpflicht unter 35 Euro abgeschafft. Und wir haben viele weitere Schritte gesetzt, weil wir wollen, dass die Wirtschaft
wieder anspringt – das ist gut für die Unternehmerinnen und Unternehmer, das ist gut für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, weil es mehr Arbeitsplätze gibt und weil diese auch sicher sind. Das ist einfach auch die Handschrift der Volkspartei in der Budgetpolitik. (Beifall bei der ÖVP. – Heiterkeit
des Abg. Wurm. – Abg. Steiner [FPÖ]: Endlich muss die ÖVP in die Regierung!)
Und weil die FPÖ gesagt hat, sie würde im Asylbereich sparen: Ja,
ihr sagt es halt, und wir tun es. (Abg. Mölzer [FPÖ]: Was? Schuldenmachen ...!) Aufgrund unserer konsequenten Asylpolitik, weil wir eben weniger Asylanträge haben (Zwischenrufe bei der FPÖ), können wir es uns jetzt
leisten, Asylheime zu schließen. Dass wir allein in diesem Jahr 94 Millionen Euro im Bereich Asyl einsparen, das ist auch unsere Handschrift und ist auch
das Produkt der Arbeit an einer konsequenten Asylpolitik der letzten Jahre. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Ich möchte – es ist heute schon öfter gefallen – auch sagen: Sie haben
es uns nicht zugetraut, Sie haben immer gesagt, die Dreierkoalition wird nur streiten, die wird nichts zusammenbringen. (Abg. Wurm [FPÖ]: Das
Letztere stimmt eh!) – Innerhalb weniger Wochen haben wir ein Doppelbudget – kein einfaches übrigens – (Abg. Steiner [FPÖ]: Und mehr Beinfreiheit!)
gemeinsam ohne öffentlichen Streit zusammenbekommen, wir liefern Ergebnisse, wir tun das, was richtig ist. Das ist die Handschrift dieser Regierung. Da können wir wirklich auch sagen, wir liefern Ergebnisse, wir reden
nicht nur, wir schreien nicht nur, sondern wir tun, und dann auch noch das Richtige für unser Land. Ich glaube, das ist sinnvoller als das, was Sie
machen. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des
Abg. Shetty [NEOS].)
11.17
Präsident Peter Haubner: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Barbara Teiber. Ich habe die Redezeit auf 3 Minuten eingestellt.
RN/21
11.17
Abgeordnete Barbara Teiber, MA (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Regierungsmitglieder! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Liebe Delegation von der GPA Kärnten! Wir haben es gestern von unserem Finanzminister Marterbauer gehört: Das vorliegende Budget ist über weite Strecken ein Sparbudget, das kann man nicht leugnen. (Ruf bei der FPÖ: Belastungsbudget!) Nahezu alle Bevölkerungsgruppen müssen einen Beitrag leisten. (Abg. Steiner [FPÖ]: Außer der Sepp!) Es ist ein wirklicher Kraftakt, und es gibt mit Sicherheit erfreulichere Dinge,
als solch ein Sparpaket zu schnüren, aber die Ausgangslage, ein Rekordbudgetdefizit, ein strukturelles Rekordbudgetdefizit, das wir so noch nie erlebt
haben, mit einem Minus von 4,7 Prozent (Abg. Kogler [Grüne]: Sicher haben wir das schon erlebt! Was war denn in der Finanzkrise?), mit steigenden Zinszahlungen, macht es notwendig, ja, alternativlos.
Angesichts dessen gibt es nicht wenige, die mich in den letzten Wochen gefragt haben, gerade auch in meiner Gewerkschaft GPA: Warum tut sich die
SPÖ das an? Ihr habt diesen finanziellen Scherbenhaufen, vor dem die Republik steht, ja nicht verursacht (Abg. Kogler [Grüne]: Hawedere! – Abg.
Wurm [FPÖ]: Na ja! Na ja!), ihr wart sieben Jahre nicht in Regierungsverantwortung (Abg. Schwarz [Grüne]: Ihr regiert ja in Wien!), ihr habt ja nicht die Notwendigkeit der Gegenfinanzierung in der Budgetpolitik ignoriert! – Ja, das stimmt (Ruf bei der FPÖ: Das stimmt eben nicht!), aber wir übernehmen Verantwortung, und das ist der Unterschied zur FPÖ. (Beifall bei der SPÖ.) Bei uns sind die Regierungsverhandlungen nicht an Posten gescheitert.
(Heiterkeit des Abg. Wurm [FPÖ].)
Wir haben als Sozialdemokratie durchgesetzt, dass auch die breiten, starken Schultern – die Banken, die Energiewirtschaft, die Stiftungen, die Profiteure von Immobiliendeals – einen Beitrag leisten. Das wurde zuvor nicht geschafft. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Steiner [FPÖ].)
Als sozialdemokratische Gewerkschafterin leugne ich auch gar nicht – das sehe ich ähnlich wie Herr Kogler –, dass es positiv gewesen wäre, wenn man
noch mehr Einnahmen von den wirklich Superreichen und Vermögenden erzielen hätte können; dann wären einige bittere Dinge, bittere Kompromisse wahrscheinlich so auch nicht notwendig gewesen, wie Einsparungen bei der Bildungskarenz. Aber für mehr Steuergerechtigkeit gibt es leider keine politische Mehrheit in diesem Haus, das muss man leider so festhalten.
Wir haben aber Beiträge für Offensivmaßnahmen in der Bildung, in der Gesundheit, vor allem für den Arbeitsmarkt freigemacht. Es ist jetzt möglich, dass wir mehr Geld in die aktive Arbeitsmarktpolitik investieren (Abg.
Steiner [FPÖ]: Ins Staatssekretariat ...!), auch in garantierte existenzsichernde Arbeitsplätze für über 55-jährige arbeitslose Kollegen und Kolleginnen, und das ist so, so wichtig in diesen Zeiten mit steigender Arbeitslosigkeit, das
brauchen wir. (Beifall bei der SPÖ.)
Die sozialdemokratische Regierungsbeteiligung hat viel verhindert, was zum Nachteil der Vielen gewesen wäre: Es ist im Raum gestanden, das Pensionsantrittsalter anzuheben, weitere Steuergeschenke für Konzerne zu machen, Massensteuern anzuheben. Darum ist es so wichtig für die
Vielen, dass wir mitregieren und dass es vor allem jetzt nach 25 Jahren wieder einen sozialdemokratischen Finanzminister gibt, einen Finanzminister,
der sich auskennt, für den die Budgetsanierung kein Selbstzweck ist, der mit seiner Seriosität eine Wohltat ist, auch im Vergleich zu manchen seiner Vorgänger, der mit seiner Art, seinem professionellen, pragmatischen Zugang Zuversicht ausstrahlt, Verlässlichkeit verkörpert. Das brauchen wir
ganz, ganz dringend in diesen Zeiten, um Österreich wieder auf Kurs zu bringen. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
11.22
Präsident Peter Haubner: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Martina von Künsberg Sarre.
RN/22
11.22
Abgeordnete Mag. Martina von Künsberg Sarre (NEOS): Herr Präsident!
Herr Finanzminister! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Werte Zuschauerinnen und Zuschauer! Zu lange wurde der Bildungsbereich von den früheren Regierungen stiefmütterlich behandelt. Es gibt eine gute Nachricht: Damit ist Schluss! (Beifall bei den NEOS.)
Wir NEOS halten unser Versprechen und stellen Bildung über alles. Wir starten mit dieser Regierung, mit dieser neuen Regierung zu dritt eine echte Aufholjagd in der Bildung, weil wir daran glauben, dass jedes Kind etwas kann; weil wir daran glauben, dass jedes Kind in der Gesellschaft seinen Platz finden
soll und auch muss, und weil wir wissen, dass Investitionen in die Bildung die beste und größte Rendite bringen. (Beifall bei den NEOS.)
Es rechnet sich bei der Integration, am Arbeitsmarkt und bei der Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes.
Frau Kollegin Gewessler, wenn es einen Preis für den größten Moralapostel geben würde, dann würden Sie ihn mit Abstand gewinnen. (Beifall bei den NEOS.) Weil: Warum sind wir denn in dieser Budgetsituation? –
Unter anderem, weil Sie nicht nur mit einer Gießkanne durchs Land gefahren sind, sondern gleich mit mehreren herumgezogen sind (Abg.
Schwarz [Grüne]: Das geht sich alles nicht aus, bitte! Ihr verwechselt Millionen mit Milliarden!), deswegen sind wir unter anderem auch in dieser Situation.
(Abg. Kogler [Grüne]: Rechnen Sie einmal nach, bevor Sie so etwas behaupten!) Es gibt aber auch etwas Gutes: dass wir trotz der Sanierung des Budgets
(weitere Zwischenrufe bei Grünen und FPÖ) – stimmt offensichtlich – (Abg.
Kogler [Grüne]: Da stimmt genau gar nichts!) die Türen für wichtige Zukunftsinvestitionen offen gelassen haben. 2025 wird das Bildungsbudget mit fast 12 Milliarden Euro so hoch wie nie sein. (Abg. Kogler [Grüne]: Ich hab’
schon Respekt vor den NEOS, aber Sie leiden unter Dyskalkulie!) Wir werden auch nicht so weitermachen im Bildungsbereich, sondern es gibt ganz, ganz
konkrete Vorhaben, die schon längst in einem Regierungsprogramm hätten Platz finden müssen und jetzt endlich durch die NEOS-Mitregierung drinnen
sind. (Beifall bei den NEOS.)
Wir werden in die Entlastung der Schulleitungen und Lehrkräfte investieren, eine Ausbildungs- und Qualitätsoffensive Elementarpädagogik starten,
das zweite verpflichtende Kindergartenjahr einführen; wir werden die größte und umfassendste Deutschoffensive in Kindergarten und Schule
umsetzen – allein 61 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung; geplant ist auch die verpflichtende Sommerschule für außerordentliche Schülerinnen und Schüler.
Wir werden den Chancenbonus für Schulen mit besonderen Herausforderungen auf den Weg bringen, 65 Millionen Euro sind hier vorgesehen, die schulautonom eingesetzt werden können; und auch digitale Lehr- und Lernmittel werden künftig endlich verstärkt in den Schulen eingesetzt werden
können, 20 Millionen Euro sind bereits ab dem kommenden Schuljahr dafür vorgesehen.
Meine Damen und Herren, Sie sehen also: Wir sparen nicht bei den Kindern, wir sparen nicht bei den Klassen, wir sparen auch nicht bei den Lehrkräften
und Kindergartenpädagog:innen. (Zwischenruf des Abg. Brückl.) Gespart wird vor allem in der Verwaltung, wir setzen auf mehr Effizienz und einen besseren Einsatz der Mittel und auf Bürokratieabbau. (Abg. Schwarz [Grüne]: Weil wir Stützkräfte in der Verwaltung eingesetzt hätten ...!)
Unser Ziel ist, dass Kinder und Jugendliche gerne in die Schule gehen und
dafür die besten Voraussetzungen vorfinden; dass sie, wenn sie aus der Schule rauskommen, wissen, was sie können, und nicht nur, was sie nicht können;
dass Lehrer gern in der Schule arbeiten und gerne jeden Tag hingehen.
(Abg. Gewessler [Grüne]: Ja, mit der Streichung von ...!)
Mit diesem Budget ist der erste Schritt in diese Richtung gelungen, und ich lade alle ein, FPÖ und Grüne, sich hier konstruktiv einzubringen. Es geht nämlich nicht um die Unterstützung der Bundesregierung oder darum, uns hier im Hohen Haus etwas Gutes zu tun, sondern es geht darum, für die Kinder
und Jugendlichen das Beste zu machen. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
11.26
Präsident Peter Haubner: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Alma Zadić. Ich habe die Redezeit auf 4 Minuten eingestellt.
RN/23
11.26
Abgeordnete Dr. Alma Zadić, LL.M. (Grüne): Vielen Dank, Herr Präsident! Geschätzter Herr Finanzminister! Liebe Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Bereits vor einigen Wochen, Herr Finanzminister, haben Sie angekündigt, es wird ein Sparbudget, das alle spüren werden.
(Abg. Steiner [FPÖ]: Außer der Sepp!) Und ja, es ist ein Sparbudget, aber trotzdem sieht man am Budget, und die Zahlen liegen uns ja vor: Manche spüren
es mehr. (Abg. Kogler [Grüne]: Genau!) Die Regierung kürzt genau
dort, wo unsere Zukunft liegt: bei Familien, bei Kindern, bei Alleinerzieher:innen. Je weniger Einkommen, je mehr Kinder, je weiter weg die Familie
wohnt, umso härter trifft sie dieses Budget, umso größer ist auch die Kürzung, die die Familien real spüren. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wurm [FPÖ]:
Wer ist schuld? – Abg. Kucher [SPÖ]: Na schon ihr beide!)
Das ist herzlos, das ist nicht sozial, und damit werden wir Grüne uns nicht still und leise abfinden.
Warum ist das so? (Abg. Shetty [NEOS]: Ja, warum? Gute Frage! Warum
stehen wir vor der Budgetsituation?) Die Regierung streicht den Klimabonus für alle, auch für jene, die eben jeden Cent umdrehen müssen, damit sie
das notwendige Geld haben. (Abg. von Künsberg Sarre [NEOS]: Gießkanne!) Sie reduzieren die Familienleistungen. Ja, das tun Sie, denn wenn Sie die Familienleistungen nicht an die Inflation anpassen, was passiert dann? Dann hat man real einfach weniger in der Geldbörse. Eine Familie mit zwei
Kindern in Retz hat dadurch im nächsten Jahr einen realen Verlust von 1 000 Euro (Abg. Wurm [FPÖ]: Alma, deine Schuld! Deine Schuld, Alma!), das ist viel Geld, das ist viel Geld, teures Geld, das beim Einkaufen, beim
täglichen Einkaufen von Lebensmitteln und Co den Familien fehlt. (Beifall bei
den Grünen.)
Die Sozialdemokratie hat gesagt und hat versprochen: Tag eins mit einer starken SPÖ wird ein guter Tag für Familien und für Kinder. (Abg. Shetty [NEOS]:
Das ist eine Selbstanklageschrift!) Ich weiß, dass Ihnen das am Herzen liegt, ich weiß es! Trotzdem ist es mit diesem Budget eben genau umgekehrt: Die Familien werden wieder zu Bittstellern, sie sind wieder davon abhängig, dass die Regierung irgendwann einmal die Familienleistungen wieder erhöht
(Zwischenruf der Abg. Doppelbauer [NEOS]) – so war das auch vor der automatischen Inflationsanpassung. (Beifall bei den Grünen.)
Ja, die SPÖ hat die automatische Inflationsanpassung gefordert, aber wir
Grüne haben sie umgesetzt! Und ja, das kostet Geld, aber es ist gutes Geld für Familien, die es dringend brauchen.
Lassen Sie mich ein paar Worte zur Justiz sagen. Herr Finanzminister,
Sie haben gesagt: Die Demokratie ist eine Errungenschaft, genauso wie unser Sozialstaat. Die Demokratie ist wichtig, und das heißt auch, dass wir
einen starken Rechtsstaat brauchen, eine starke Justiz, aber ich habe in Ihrer gestrigen Rede kein einziges Wort über die Justiz gehört.
Die Gerichtsgebühren werden erhöht, um über 20 Prozent werden
die Gerichtsgebühren erhöht; die Richter:innen und Staatsanwält:innen müssen immer mehr leisten, und die Justiz muss inflationsbedingt 40 Millionen
Euro sparen. Junge, frisch ausgebildete Kandidat:innen, die auf die Aufnahme in den richterlichen Dienst gewartet haben, werden jetzt einfach heimgeschickt, weil gespart werden muss. Dringend benötigte Richter:innen, Staatsanwält:innen, die für unseren Rechtsstaat arbeiten, die notwendig sind,
um die Qualität unseres Rechtsstaates zu erhalten, werden heimgeschickt. (Abg. Egger [ÖVP]: Warum sind sie vorher noch nicht aufgenommen worden?) Ich
glaube, es wäre für unsere Demokratie notwendig gewesen, mehr in die Justiz zu investieren. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen.)
11.30
Präsident Peter Haubner: Als Nächster zu Wort gemeldet hat sich Herr Staatssekretär Josef Schellhorn.
RN/24
11.30
Staatssekretär im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten Josef Schellhorn: Vielen Dank, Herr Präsident!
(Abg. Wurm [FPÖ]: Audi-Sepp!) Sehr geehrter Herr Finanzminister! Frau Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Werte Bürgerinnen und Bürger! Ich möchte mich zu Beginn auch für den, wie Sie schon eingangs erwähnt haben, guten, vertrauensvollen, wenn auch in der Sache sehr harten Prozess, den wir zum Budget durchgemacht haben, bedanken – bei
Ihnen, Herr Minister Marterbauer, auch bei Ihnen, Frau Staatssekretär, aber auch bei allen Kolleginnen und Kollegen, bei den Klubobmännern,
die einen enormen Beitrag dazu geleistet haben –, dafür, dass wir an diesem Budget gemeinsam gearbeitet haben und dass wir dieses Budget
nicht nur als ein Krisenbudget betrachten, sondern auch als Zukunftsbudget.
Wir haben ein schweres Erbe angetreten. Das ist uns allen klar: Wenn
es um die Zukunft geht, dann müssen wir auch in die Vergangenheit schauen. Trotz dieses schweren Erbes, dieser schweren budgetären Last,
die wir in den Konsolidierungspfad miteinfließen haben lassen, trotz dieser schweren Last, dieses schweren Erbes, das auch von Vorgängerregierungen mitverantwortet wurde, haben wir gemeinsam einen Weg gefunden, im Moment das Richtige zu tun und vor allem für die Zukunft das Richtige zu tun. Jetzt ist das Nötige zu tun. (Beifall bei den NEOS und
bei Abgeordneten der SPÖ.)
Es war uns besonders wichtig, dass nicht nur die Konsolidierung das zentrale Projekt dieser Bundesregierung ist, sondern dass wir in einem gemeinsamen Projekt von Bund, Ländern und Gemeinden dies zu einem Prozess machen, mit Entschlossenheit und vor allem mit Geschlossenheit. (Abg.
Steiner [FPÖ]: Und Beinfreiheit!) Das ist mir ganz wichtig zu betonen: Dies ist vor allem mit Geschlossenheit gelungen, weil der intensive Dialog nicht nur
schon begonnen wurde, sondern auch auf einem guten Pfad mit den Gebietskörperschaften ist. Es ist nämlich allen bewusst, dass wir einen Beitrag
dazu leisten müssen. (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Kucher [SPÖ]. – Abg. Steiner [FPÖ]: Außer du!)
Um ein Budget zu gesunden, bedarf es nicht nur einer gemeinsamen Kraftanstrengung, es ist sogar diese Kraftanstrengung als Gewinn zu sehen, wie wir gemeinsam arbeiten, nämlich nach außen sowie nach innen in einer
ganz klaren Mission: Dieses Budget muss mit Zuversicht und einer Geschlossenheit entstehen – ist entstanden –, um auch die Bevölkerung mitzuziehen. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: A8 für alle!) Das ist uns gelungen, weil wir gemeinsam aufgetreten sind. Es gab keinen Dissens, es gab harte Verhandlungen, aber das klare Zeichen ist: Wir müssen den Menschen Zuversicht geben, und die Zuversicht ist etwas Wichtiges, weil wir klar und transparent darlegen können und müssen, wie die nächsten Pfade zu beschreiten sind. (Abg. Steiner [FPÖ]: In einem Audi!) Das löst Blockaden, um Themen angehen zu können. Zuversicht brauchen wir genauso wie Konsequenz und den Reformwillen, wenn wir Österreich finanziell wieder auf gesunde
Beine stellen wollen.
Sie erlauben mir, geschätzte Damen und Herren, nun aus meiner Sicht die wichtigsten Punkte aus diesem Doppelbudget zusammenzufassen:
Unser Ziel war es, eine Balance zwischen einem dringend nötigen Sanierungskurs und dem Anspruch, Konjunktur und Konsum nicht abzuwürgen, zu finden. Es ist für uns daher der richtige Ansatz, dass mehr als zwei
Drittel – das wurde schon erwähnt – der Konsolidierung ausgabenseitig erfolgen, und zwar mit Konsequenz und Hausverstand. (Beifall bei den NEOS.)
Wir sind nicht – das darf ich mir erlauben –, wie es die FPÖ geplant hat,
mit dem Rasenmäher drübergefahren (Ruf bei der FPÖ: Audi! – Abg.
Kassegger [FPÖ]: Sondern mit dem A8! – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Ihr fahrt nur noch mit dem A8!), wir haben trotz knapper Kassen klare Schwerpunkte
gesetzt und etwa bei den Kindergärten, bei den Schulen oder in der Integration gute Ansätze und auch große Schritte geplant, damit diese auch funktionieren. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ.)
In diesem Budget, das der Finanzminister gestern umfassend dargestellt hat, geht es nicht nur um Zahlen und Prozente. Es geht vor allem darum –
das muss uns allen klar sein –, insgesamt das Mindset zu ändern. Die milliardenschwere „Koste es was es wolle“-Politik (Abg. Kassegger [FPÖ]:
Wird fortgesetzt!) und die Fördergießkanne, mit der man viel zu lange, viel zu viel durch das Land gezogen ist, haben wir als NEOS immer kritisiert. (Abg.
Steiner [FPÖ]: Und das ohne Beinfreiheit!)
Da muss man schon sagen, auch in Richtung FPÖ, weil Sie schon wieder hereinschreien: So laut, wie Sie jetzt schimpfen, so ganz vorne war die FPÖ in den letzten Jahren beim Geldausgeben dabei, nicht nur hier im Hohen
Haus, sondern auch im Ministerium. (Zwischenruf des Abg. Lukas
Hammer [Grüne].) Ich erinnere nur: Der damalige Innenminister hat sein Budget, das wir heute wiedergutmachen müssen, um 280 Millionen Euro überschritten. (Abg. Kassegger [FPÖ]: Geh, red nicht so einen Blödsinn! –
Abg. Belakowitsch [FPÖ]: So ein Blödsinn!) Das sind 770 000 Euro pro Tag, in zwei Tagen hätten wir das zusammen, was Kollege Steiner die ganze Zeit
hereinruft. Er will heute offensichtlich den Rekord an Zwischenrufen brechen. Was Gescheites ist dabei noch nicht rausgekommen. (Beifall bei NEOS, ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Eines kann ich Ihnen aber sagen: Diese Patientenmilliarde, die auch Sie damals versprochen haben, war ein Marketinggag: Sie hat nicht nur nichts gebracht, sie hat auch 215 Millionen Euro Mehrkosten verursacht. (Zwischenruf der Abg. Schartel [FPÖ].) Das ist wiederum ein Betrag, den wir heute wieder abbauen müssen (Abg. Steiner [FPÖ]: Außer du!), weil sich die Schulden natürlich aufbauen. Das kennen Sie nicht. (Beifall bei den NEOS.)
Also wenn Sie jetzt rufen: Haltet den Dieb!, Kollege Steiner (Abg. Steiner [FPÖ]: Ja!), dann greif lieber deinem Sitznachbarn an den Ärmel, bevor du uns kritisierst! (Abg. Steiner [FPÖ] wendet sich erheitert Abg. Leinfellner [FPÖ] zu.) Trotz vieler Milliarden wurden Ihre Ziele verfehlt, das ist ganz klar zu
sehen. (Abg. Kassegger [FPÖ]: ... Diebstahl!) Ich habe bis heute noch keinen konstruktiven Beitrag von Ihnen dazu gehört, wie wir gemeinsam
aus dieser Krise herauskommen. Ich werde später noch dazu kommen. (Beifall bei NEOS, ÖVP und SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Steiner [FPÖ].)
Diese Politik, die Sie damals auch schon angefangen haben, hat Österreich als Arbeits- und Wirtschaftsstandort enorm geschwächt. (Abg. Kassegger [FPÖ]: Also, wie man nur so viel Blödsinn reden kann! – Zwischenruf des Abg.
Wurm [FPÖ].) Gott sei Dank ist diese Regierung in dieser Konstellation jetzt auch proeuropäisch. (Abg. Kassegger [FPÖ]: Sepp, wie man nur so viel
Blödsinn reden kann! Das ist ja unfassbar! Ihr macht 90 Milliarden Miese und den Rest von 200 Millionen!) Es sind der Wohlstand und die Wertschöpfung gefährdet. Wir sind bereits im dritten Jahr der Rezession. Jeder Kaufmann – da gibt es nicht so viele bei euch (Ruf bei der FPÖ: Mehr wie bei euch!) –, jede Geschäftsfrau weiß: Du kannst auf Dauer nicht mehr ausgeben, als du
einnehmen kannst. (Rufe bei der FPÖ: Ah so!) Und du kannst nicht immer zuerst darüber nachdenken, wie du als Staat die Steuern erhöhen kannst
(Abg. Steiner [FPÖ]: Sepp, was machst du da gerade?); das geht sich nicht aus.
Ich stimme da dem Herrn Finanzminister völlig zu: Derzeit, in der
Rezession, in der sich unsere Betriebe besonders schwertun, ist eigentlich kein guter Zeitpunkt zum Sanieren. (Abg. Kassegger [FPÖ]: Ihr gebt um
80 Milliarden mehr aus, als ihr einnehmt! 80 Milliarden! Ist das Satire oder was ist das?) Jetzt bräuchte es eigentlich die Entlastung von Arbeitnehmer:innen
(Abg. Kassegger [FPÖ]: Die gibt’s aber nicht!) für die Betriebe, damit wir wieder schneller ins Wachstum kommen. Jetzt müssten wir eigentlich die Lohnnebenkosten senken (Abg. Steiner [FPÖ]: Ist das Kritik?), aber das ist leider nicht möglich. Das ist uns allen klar und das tut doppelt weh (Abg.
Steiner [FPÖ]: Außer dir!) – aufpassen! –, weil Österreich ja keine Insel ist, auch wenn die Kolleginnen und Kollegen der FPÖ uns das manchmal vorgaukeln. Wir sind in einem globalen Wettbewerb, wir bräuchten für diese Wettbewerbsfähigkeit gerade den Kostenfaktor Arbeit gesenkt. (Ruf bei der FPÖ: Kammerumlage!) Man kann auch keine Mauern rundherum aufbauen, wenn man Freiheit und Wohlstand möchte. (Abg. Steiner [FPÖ]: Beinfreiheit!)
Das geht sich bei euch nicht aus. Deswegen treffen die negativen Effekte wie Putins Angriffskrieg auf die Ukraine oder Trumps Zollpolitik Österreich als
kleines Land besonders hart. (Abg. Wurm [FPÖ]: Aha! – Rufe bei der FPÖ: Ah so!)
Aber: „Never waste a good crisis“ hat der Herr Bundeskanzler vor
Kurzem gesagt, und wenn wir jetzt sanieren – das ist das Wichtige, merken Sie sich das! –, machen wir nur den halben Job. Das ist für uns zu wenig.
Wir müssen jetzt reformieren (Abg. Steiner [FPÖ]: Mehr Autos!) und auch beginnen, zu modernisieren; zuerst sanieren, dann reformieren, um dann
diesen Staat, diese Republik zu modernisieren (Ruf bei der FPÖ: Kammerumlage 2!), damit wir wieder gestärkt und mit Zuversicht aus dieser Anstrengung herauskommen. (Zwischenruf des Abg. Linder [FPÖ].)
Meine Damen und Herren, dieses Doppelbudget ist nachhaltig,
weil es nach Jahren endlich wieder auf Treffsicherheit, Wirksamkeit und Leistung setzt. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg.
Linder [FPÖ].)
Dieses Doppelbudget ist zukunftsorientiert, weil wir nicht nur sanieren, sondern eben auch reformieren und modernisieren. (Rufe bei der FPÖ: Wo?! –
Abg. Steiner [FPÖ]: Bei der Beinfreiheit!) Wir haben den Anspruch und den festen Willen, jetzt die Schritte zu setzen, damit wir uns nicht in ein paar Jahren
wieder in der gleichen Misere befinden. (Abg. Wurm [FPÖ]: Wo gibt es Reformen?) Auch wenn Konjunktur und Konsum wieder anspringen: Die Zeiten,
in denen wir uns veraltete, ineffiziente, bürokratische Strukturen und Systeme leisten können, sind wahrlich vorbei, und das ist uns allen bewusst.
Wir müssen aus einer Verantwortung den nächsten Generationen gegenüber auch im Sinne der nächsten Generationen handeln, damit auch diese
wieder eine Perspektive haben und – da komme ich auch zu Ihnen, Kollege Kogler – damit diese uns wieder vertrauen können und mit ihrer
eigenen Leistung ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben aufbauen können. Wir brauchen, wie auch richtig gesagt wurde, alle Gebietskörperschaften,
wir brauchen die Länder dazu, wir brauchen eine Zweidrittelmehrheit. Ich lade alle in diesem Saal ein, mit uns zentral an diesen Aufgaben zu arbeiten.
Wir werden aus dieser Krise leider nicht einfach herauswachsen; wir müssen in dieser Krise extrem hart arbeiten, damit wir auf gute neue Linien,
Reformlinien (Zwischenruf des Abg. Steiner [FPÖ]) und einen modernen Staat kommen. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Aus meiner Sicht geht es vor allem um zwei zentrale Bereiche: zum einen um den Start der Reform des Pensionssystems, bei dem wir erstmals nicht
nur das Ziel haben, das faktische Antrittsalter zu erhöhen, sondern auch verbindliche Konsequenzen setzen, wenn das Ziel nicht erreicht ist – das
ist ganz zentral –, und zum Zweiten um ein Durchforsten des Förderdschungels. Da ist viel zu viel gewachsen, das wissen wir alle. Aber so groß kann eine Heckenschere gar nicht sein, dass wir diesen Förderdschungel durchdringen können. Wir müssen ihn durchdringen, und wir müssen alles daran setzen.
Man könnte sich martialischere Werkzeuge einfallen lassen, die will ich hier in diesem Hohen Haus nicht erwähnen. Dass es im Sinne der Förderungen
ist, sie zu Recht in Anspruch zu nehmen, ist klar, aber es ist nicht klar, dass sie mit einer Gießkanne verteilt werden, weder für die öffentliche Hand
noch für jene, die nur einen Anschub dazu brauchen.
Wir haben Schlingpflanzen im Dschungel der Förderungen und Milliarden Euro an Kosten für Bürokratie zu beseitigen. Das gehen wir nun als Bundesregierung an, das ist ganz klar. Da gibt es auch in Zukunft eine ganz klare Schnittstelle in meinem Büro als zentrale Anlaufstelle für Entbürokratisierung und Deregulierung sowie eine klare Rollenverteilung, was Bund, Länder,
Städte und Gemeinden betrifft.
Ich unterstreiche das, was Herr Finanzminister Marterbauer gestern gesagt hat: „Österreich kann, wenn es will.“ Wir sind guten Mutes, dass auch die
Länder wollen (Abg. Kogler [Grüne]: Ja, ja!), dass Österreich kann. Dazu brauchen wir aber auch Sie.
Ich ergänze: Wenn ganz Österreich will, können wir zusammen noch viel mehr, und das muss uns bewusst sein.
Das ist gerade der Appell auch an die FPÖ, an die Opposition: Sie haben
einen Landeshauptmann und vier Landeshauptmannstellvertreter.
(Abg. Kogler [Grüne]: Stimmt!) Deshalb liegt es auch an Ihnen, ob Sie mit uns gehen, damit in Österreich endlich etwas weitergeht. (Abg.
Steiner [FPÖ]: Wir wollen ja nicht untergehen!) Das liegt auch in Ihrer Verantwortung. Dass Sie sich dazu verpflichten, wäre vielleicht der einzig konstruktive Beitrag, den Sie heute leisten können – weil ich bis jetzt noch keinen Lösungsvorschlag von Ihnen gehört habe. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Wir müssen dieses Land durchlüften. Und ganz, ganz wichtig: Wer jetzt blockiert, ist kein Freund unserer Heimat. (Zwischenruf des Abg. Ragger [FPÖ].) Das Heimatgefühl haben Sie ja ganz besonders. (Beifall bei den NEOS
sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Werte Damen und Herren, dieses Doppelbudget ist politisch für uns nicht das Ende der Sanierung, sondern der Beginn, um Spielräume für die Zukunft
zu schaffen. Deshalb müssen wir es konsequent und ehrlich machen, denn gegen Ende dieser Legislaturperiode sollten alle sagen können: Wir zahlen
nicht länger drauf, sondern es hat sich ausgezahlt, damit es sich
wieder auszahlt! Wir können als Wirtschafts- und Arbeitsstandort wieder etwas leisten, und die Menschen können sich wieder etwas mehr leisten! Das ist
unser gemeinsames Ziel.
Lassen Sie mich noch einen Schlusssatz sagen, Herr Kollege Steiner,
weil Sie immer wieder hereingerufen haben: Der damalige Innenminister Kickl hat ja die Schimmel verbeamtet, nicht? (Zwischenruf des Abg.
Stögmüller [Grüne].) Meine Position ist, den Amtsschimmel zu beseitigen – ohne weiteren Kommentar. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
11.44
Präsident Peter Haubner: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Barbara Kolm. Ich habe die Zeit auf 5 Minuten eingestellt.
RN/25
11.44
Abgeordnete Dr. Barbara Kolm (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Sehr geehrte Damen und Herren hier im Haus und zu Hause! Hohes Haus! Was Kollege Schellhorn jetzt
gerade gesagt hat – sanieren, reformieren, modernisieren –, kann man parallel machen, und zwar sofort und jetzt. Die Spielräume müssen jetzt
geschaffen werden und nicht mit einem sogenannten Krisenbudget und Zukunftsbudget, sodass sich einfach alles noch weiter nach hinten verschiebt. Das ist nicht das Richtige, das ist nicht der Ansatz, den wir brauchen.
(Beifall bei der FPÖ.)
Was hier vorliegt, ist ein ideologisches Glaubensbekenntnis. Das Doppelbudget offenbart sich als Dokument der Staatsgläubigkeit, der zentralistischen
Lenkung und des Verlustes an Vertrauen in unsere Bürger und in marktwirtschaftliche Kräfte. Es verkörpert eine Mischung aus naivem
Keynesianismus und verkapptem Marxismus – und damit genau das Gegenteil dessen, was freiheitliche Wirtschaftspolitik ist (Abg. Michael
Hammer [ÖVP]: Was ist das?), nämlich angebotsorientierte Wirtschaftspolitik.
Der falsche Weg heißt: weitere Schulden ohne Strukturreformen.
Neue Defizite werden jedes Jahr gemacht: 90 Milliarden Euro Neuverschuldung bis 2029. In Summe ergibt das über 490 Milliarden Euro bis an das
Ende dieser Legislaturperiode. Diesen Schuldenberg wird die nächste Generation abbauen müssen. (Abg. Höfinger [ÖVP]: Noch wer wollte das! Schaut
euch einmal die Anträge an, Frau Kollegin, von euch!)
Das sind die Dinge: Die Steuerzahler zahlen die Zeche.
Die Regierung spricht von Konsolidierung, aber konsolidiert wird nur auf dem Papier. Es wird immer nur der Konjunktiv verwendet.
Keynesianismus ist verfehlt und wirkungslos. (Abg. Michael Hammer [ÖVP]: Kennst du dich da aus?) Die Nachfrage durch staatlichen Konsum zu
erzeugen, funktioniert nicht. Diese multiplikativen Effekte funktionieren nicht, wenn wir in einem überregulierten Hochsteuerland wie Österreich sind.
Da geht das nicht. Genau deswegen müssen Sie zuerst die Hausaufgaben machen, nämlich: Einsparen! Steuern runter! Entlasten! Das sind die Dinge,
die Wachstum erzeugen. (Beifall bei der FPÖ.)
Echte Budgetkonsolidierung bedeutet auch nicht, bei den sozial Bedürftigen und Pensionisten zu sparen, den Mittelstand zu schröpfen, sondern
am System anzusetzen. Das sieht man da leider nicht.
Dieses Budget hat auch nichts mit Gerechtigkeit zu tun.
Marxismus in der Budgetpolitik, Eigentum als Generalverdacht – das ist das, was Ihr in Zahlen gegossenes Papier ist. Wer mehr hat, soll mehr zahlen.
(Abg. Krainer [SPÖ]: In Zahlen gegossenes Papier? Was ist in Zahlen gegossenes Papier?) – Ja, ich habe mich versprochen. Danke. – Wer mehr hat, soll
mehr zahlen, so lautet das Motto.
Herr Finanzminister Dr. Marterbauer hat gestern in der „ZIB 2“ auch gesagt, er hätte gerne eine Erbschaftssteuer und eine Vermögensteuer. Offenbar
wird es auch darauf hinauslaufen. Abgaben auf Kapitalbesitz, auf Stiftungen und so weiter sind keine marktkonformen Maßnahmen, sondern Ausdruck
eines misstrauischen Staatsbildes, das Eigentum und Leistung als illegitim betrachtet. (Abg. Krainer [SPÖ]: Oho!) Wenn man Innovation, Wohlstand
für alle will, dann muss man entlasten und muss den Menschen die Freiheit geben, selbst zu entscheiden. (Beifall bei der FPÖ.)
Der Staat ist kein allwissender Planer, das ist ein gefährlicher Irrtum,
das ist Anmaßung von Wissen. Ich wüsste kein Ministerium, das besser weiß, welche Technologien der Zukunft künftig für Wachstum sorgen werden.
Diese Entscheidungen sollen bei den Unternehmern auf dem Markt bleiben.
Staatlich gelenkte Wirtschaftspolitik führt zu Fehlallokation und Ineffizienz und zu Überschuldung, wie wir ja jetzt gemerkt haben. Das heißt, Subventionen statt Ordnungspolitik sind ein gefährliches Spiel, und dieses Spiel
wird weitergespielt. Der Klimabonus wird abgeschafft, dafür wird ein Chancenbonus eingeführt. Das System bleibt bestehen, die Bürokratie herrscht
über den Markt.
Belastungen statt Entlastungen, falsche Prioritäten – das wurde zunächst schon ausgeführt –: Die Einnahmen werden bis zum Ende der Legislaturperiode
um 13,6 Prozent steigen, die Ausgaben – unter Anführungsstrichen – „nur“ um 8,1 Prozent. In Wirklichkeit gehört bei den Ausgaben ein Minus davor,
denn das ist genauso wie bei dem negativen Wirtschaftswachstum, das wir jetzt haben. Wir schrumpfen, und daher nützt es auch nichts, wenn wir bei
den Ausgaben in kleinem Ausmaß reduzieren. Es muss massiv gestrichen werden. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Hanger [ÖVP]: Wo? Wo denn?)
Die umfassende Entlastung für unsere arbeitenden Menschen, die KMUs und Investoren kann und muss sofort erfolgen. (Abg. Kassegger [FPÖ]:
Bei der Wirtschaftskammer könnte man gleich einmal eine Milliarde sparen!)
Budgetkonsolidierung heißt für unsere Begriffe: keine neuen Steuern, keine neuen Abgaben, keine neuen Schulden. (Abg. Kogler [Grüne]: Nix!)
Anstatt weniger neue Schulden: keine, null. (Abg. Michael Hammer [ÖVP]: Einfach nix, genau!) Der Staatshaushalt wird nicht gesundgeschrumpft, sondern er
wird weiterhin aufgebläht. Das ist mangelhafte Haushaltsdisziplin.
Im internationalen Vergleich werden wir leider weiter zurückfallen. Nehmen Sie doch bitte – wirklich! – eine Anleihe an der Schweiz, die macht es vor.
Die Schuldenquote ist unter 40 Prozent, die Abgabenquote ist
unter 30 Prozent. Eine effiziente Verwaltung, robuste Sozialsysteme, und das alles ohne Umverteilungsfetischismus. Ich glaube, die Schweizer
sind sicherlich sehr zufrieden mit ihren Systemen. Wenn wir das machen würden, würde es bei uns auch so funktionieren.
Und schließlich: Let’s check the box – wenn man das Budget ansieht
(Abg. Kogler [Grüne]: Die Schweizer haben leicht leben mit dem Blutgeld der halben Welt!): Eigentum als Grundlage von Wohlstand – ist wohl vergessen –; Preisbildung durch den Markt und nicht durch die Ministerien; Sparsamkeit statt Verschuldung und Unternehmertum statt Staatsplanung; Freiheitsdenken
vor Anspruchsdenken. Was wir brauchen, ist eine Schuldenbremse
nach Schweizer Vorbild im Verfassungsrang; eine Steuerbremse, die neue Belastungen verhindert; eine Verwaltungsreform, die den Staat auf
seine Kernaufgaben beschränkt, und eine neue Mentalität
(Abg. Bogner-Strauß [ÖVP]: Kennen Sie das Pensionsalter in der Schweiz?): weniger Anspruchsdenken, mehr Freiheit. In anderen Worten: Leistungsprinzip, Eigenverantwortung und Wettbewerb.
Dieses Budget ist eigentlich nichts anderes, als dass es beweist, dass die handelnde Regierung die Staatsgläubigkeit anstelle der Marktwirtschaft in den Vordergrund stellt. Das ist eine Rückkehr zur zentral gelenkten Planung.
Sosehr Sie sie in Brüssel schätzen, sosehr wollen Sie das hier in Wien oder aus Wien hinaus auch machen. Es geht nicht, dass mehr Staat die Lösung
ist, wir brauchen einen schlanken, effizienten Staat, aber nicht das, was Sie hier vorgelegt haben. – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Kogler [Grüne]:
Wie auch immer, fangen Sie einmal in der Steiermark an! Das ist ja ein Eldorado an Verschwendung in der Steiermark!)
11.52
Präsident Peter Haubner: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Georg Strasser. – Ich habe Ihre Redezeit auf 4 Minuten eingestellt.
RN/26
11.52
Abgeordneter Dipl.-Ing. Georg Strasser (ÖVP): Geschätzter Herr Präsident! Geschätzter Herr Minister! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär!
Meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! Ich darf einleitend im Namen von Kollegen Josef Hechenberger auf der
Galerie zwei Klassen aus der Mittelschule Sankt Johann in Tirol begrüßen und im Namen von Kollegin Heike Eder die vierte Klasse der MS Kettenbrücke Innsbruck und im Speziellen Livia, ihre Verwandte. Applaus! Herzlich willkommen! (Allgemeiner Beifall.)
Es ist zweifellos so, dass die Situation herausfordernd ist, aber eine
kleine Manöverkritik der letzten fünf Jahre sei mir gestattet. Wir sind seit fünf Jahren in einem Krisenmodus, global und auch national, und die Maßnahmen, welche die vorhergegangene Bundesregierung in den letzten fünf Jahren getroffen hat – Kaufkraft stärken, Arbeitsplätze sichern, Wirtschaft unterstützen, für soziale Sicherheit sorgen –, waren schon wichtig. Wenn ich mir die politischen Reflexe oder die Diskussionen, die im Speziellen
immer von der FPÖ gekommen sind, anschaue – es ist zu wenig, es geht zu langsam, und zusätzliche Milliardenwünsche sind eingebracht worden –:
Also da würde ich bitten, den Ball ein wenig flach zu halten. Die vorhergegangene Bundesregierung hat sich immens bemüht, aber es haben sich die Vorzeichen geändert und jetzt besteht natürlich Handlungsbedarf.
Ich sage es in aller Deutlichkeit, ein großer Teil der Bevölkerung hat diese öffentlichen Beleidigungen von Politikern und Politikerinnen und auch
den öffentlichen Streit wirklich satt. Ich bin froh, dass Sie, Herr Finanzminister, und auch Sie, Frau Staatssekretärin, sozusagen als die Schirmherrin und
der Schirmherr für diese Budgetverhandlungen, mit ruhiger Hand
und mit kühlem Kopf und ohne öffentlichen Streit die Verhandlungen mit uns geführt haben. Ich glaube, das ist ein Vorbild und verdient großen
Applaus. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Dieses Budget ist aber nicht nur ein Sparbudget, sondern es ist auch ein Budget, das investiert. Ich darf da in aller Kürze drei Themen herausnehmen, zum einen ein agrarisches: Es werden ja Leistungen unterstützt,
und auch die Bäuerinnen und Bauern erbringen Leistungen – im Bereich der Ökologisierung, im Bereich der Bergbauern, im Bereich der
Investitionen, die in unseren Betrieben gemacht werden –, und ich bin froh darüber, dass wir neben den Sparnotwendigkeiten, die auch die
Landwirtschaft und Forstwirtschaft betreffen, das Budget in der Gemeinsamen Agrarpolitik stabil halten konnten. Das ist ein wichtiges Signal für den
ländlichen Raum und für die bäuerliche Welt.
Wir wollen ja auch die Wirtschaft ankurbeln. Ich darf da auch aus der Forstwirtschaft und aus der regionalen Wirtschaft ein Beispiel bringen: Aus
Biomasse kann man sehr elegant Wärme und Strom erzeugen, und es wird eine Fortführung beim Heizkesseltausch geben, es wird sauberes Heizen für einkommensschwache Haushalte geben und es wird in klimafreundliche Fernwärmestrukturen investiert. Das ist gut für die regionale Wirtschaft, für
die Forstwirtschaft und auch für die Klimabilanz. – Vielen Dank.
Abschließend: Die ÖVP und die SPÖ stellen ja die meisten Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in diesem Land. Unser Herz schlägt für die Kommunen,
denn dort sind die Familien zu Hause (Beifall der Abgeordneten
Scheucher-Pichler [ÖVP] und Herr [SPÖ]), dort gehen die Kinder in die Schule und in den Kindergarten, dort verbringt man seine Freizeit und dort
werden auch Straßen gebaut. Ich möchte mich bei den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern bedanken und ihnen meinen Respekt zollen, dass sie
trotz der schwierigen Situation ihren Job machen. (Zwischenruf
des Abg. Schallmeiner [Grüne].) Dieses Signal, diese 880 Millionen Euro bis 2028, sind nicht nur ein Zeichen der Wertschätzung, sondern schlicht und
ergreifend eine Notwendigkeit zur Unterstützung unserer österreichischen Gemeinden. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Abschließend: Es liegen auch Reformen vor uns. Die Zahlen werden wir jetzt mittelfristig in den Griff bekommen, aber wir brauchen schnell Reformansätze bei den Pensionen, in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Migration, damit wir auch mittelfristig aus diesen Reformen sozusagen Profit
schlagen können. Daher ersuche ich auch um einen offenen Diskurs, wie gesagt mit ruhiger Hand und mit kühlem Kopf, und ich bin davon überzeugt,
dass wir diesen Aufschwung in Österreich schaffen können. Warum? – Weil wir es können, weil wir es wollen und weil wir es in der Vergangenheit
schon oft bewiesen haben. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Ja, genau! – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch [FPÖ].) – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
11.57
Präsident Peter Haubner: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Reinhold Binder. Ich habe die Redezeit auf 3 Minuten eingestellt. –
Sie sind am Wort.
RN/27
11.57
Abgeordneter Reinhold Binder (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Werte Zuseherinnen und
Zuseher auf der Galerie und vor den Bildschirmen! Ab heute stopfen wir die Budgetlöcher der Vorgängerregierungen.
Mehrere Jahre Teuerungskrise haben die Ersparnisse vieler Menschen verschlungen und sorgen bis heute für Unsicherheit in den Haushalten. Trotz dessen sprechen wir über ein Budget, das Zuversicht verbreitet. Diese Zuversicht für die Menschen in unserem Land ist auch dringend notwendig. Wir schaufeln binnen zwei Jahren 15 Milliarden Euro frei, nicht durch Kahlschlag, sondern durch kluge Strukturreformen und gerechte Einnahmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Wie gelingt uns das? – Erstens: Die Teuerung wird endlich gestoppt. Die Inflationsrate lag im April bei 3,1 Prozent. Das ist immer noch zu hoch, aber ein Drittel des Vorjahreswertes. Dennoch spüren die Haushalte jede Preisänderung, da viele Menschen finanziell noch immer am Limit sind. Darum hat die Regierung den Mietpreisstopp umgesetzt. Wir arbeiten an einem Energieausgleichsfonds, der Netzentgelte sozial staffelt, da Strom noch immer teuer ist.
Zweitens: gerechte Finanzierung. Mit der erhöhten Bankenabgabe,
dem Beitrag der Energiekonzerne und weiteren Maßnahmen leisten jene einen fairen Beitrag, die auch am meisten zur Verfügung haben. Diese breiten Schultern werden in den nächsten Jahren einen Beitrag von rund 2 Milliarden Euro leisten. Das ist auch recht und gerecht.
Drittens: null Toleranz für Steuerbetrug. Maßnahmen wie die Schließung von Steuerschlupflöchern über strengere Immobilienbesteuerungen bis hin zur Aufstockung des Personals für das Amt für Betrugsbekämpfung
bringen 770 Millionen Euro. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Strasser [ÖVP].)
Viertens: in Zukunft investieren. 50 000 Arbeitslose in Beschäftigung
bringen dem Budget im Schnitt 1,5 Milliarden Euro. Menschen eine Arbeit zu geben, bedeutet Zukunftsperspektiven und Wertschätzung. Dies wird
durch Maßnahmen wie die Aktion 55 plus und eine aktive Arbeitsmarktpolitik gewährleistet. Dieser Respekt vor den Menschen sichert Kaufkraft.
(Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Parallel dazu starten wir eine Offensive für thermische Gebäudesanierung und den Heizkesseltausch – von 2026 bis 2030 investieren wir da 1,8 Milliarden Euro. So senken wir Heizkosten, schaffen Arbeitsplätze und
bringen die Emissionen des Gebäudesektors konsequent in Richtung null. Im Unterschied zu den Grünen fördern wir treffsicher und öffnen nicht blind die Geldschleusen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Der Pendlereuro wird von derzeit 2 Euro auf 6 Euro pro Kilometer erhöht. Damit unterstützen wir alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die auf das Pendeln zur Arbeitsstätte angewiesen sind.
Nun eine Botschaft an alle Menschen in unserem Land – wie es unser Finanzminister Markus Marterbauer sagte, ich zitiere –: Jeder Euro in Bildung, Gesundheit und Beschäftigung ist besser eingesetzt als für Zinszahlungen. – Zitatende. Wir holen Beiträge dort, wo sie verkraftbar sind, schließen Steuerlücken und setzen auf Innovationen. Österreich war immer dann erfolgreich, wenn zusammengearbeitet wurde – für ein Österreich,
das stärker, gerechter und klimafit aus dieser Zeit hervorgeht. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
12.01
Präsident Peter Haubner: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Nikolaus Scherak. – 3 Minuten habe ich eingestellt.
RN/28
12.01
Abgeordneter Dr. Nikolaus Scherak, MA (NEOS): Danke, Herr Präsident! Herr Finanzminister! Frau Staatssekretärin! Ich bin überzeugt, dass man eigentlich alle Debatten hier im Haus mit großer Ehrlichkeit führen sollte, insbesondere dann, wenn es um Budgetdebatten geht. Wenn wir uns das Doppelbudget anschauen, dann müssen wir auch so ehrlich sein, zu sagen, dass das wohl ein erster Schritt in die richtige Richtung ist, aber sicherlich nicht
der Befreiungsschlag, den wir brauchen.
Das bedeutet – und kommt natürlich auch daher –, dass wir auch dann ehrlich sein müssen, wenn wir uns anschauen müssen, wieso das so ist. Es ist
natürlich Faktum, dass wir die letzten Jahre und Jahrzehnte weit über unsere Verhältnisse gelebt haben. Wenn man viele Jahre, viele Jahrzehnte weit
über seine Verhältnisse lebt, dann steigt natürlich auch die Zinslast irgendwann einmal ins nahezu Unermessliche. Herr Finanzminister, Sie haben ja
gestern gesagt, dass Sie lieber gar keine Zinsen zahlen würden. Ich sehe das sehr ähnlich. Ich glaube, dass es überhaupt sinnvoll wäre, wenn wir uns
nicht jedes Jahr aufs Neue immer wieder verschulden.
Das Problem ist, dass wir es leider auch dieses Jahr – was natürlich mit der Situation zusammenhängt, aber nichtsdestotrotz – nicht schaffen, trotz Rekordeinnahmen das Budget weiter zu sanieren. Wir schaffen es, dass wir trotz Rekordeinnahmen weiterhin eines der höchsten Defizite im
Euroraum haben – und das bei Staatseinnahmen, mit denen wir im OECD-Schnitt auf Rang zwei sind.
Herr Finanzminister, ich will Sie gar nicht bewusst missverstehen, aber Sie haben gestern gesagt, die Steuer- und Abgabenquote steigt auf 45,5 Prozent und bleibt dort stabil. Ich habe stabil so gewertet, dass Sie sich freuen,
dass sie nicht noch weiter steigt. Ich wäre ja eher für den Aufruf zur Trendumkehr. Ich bin überzeugt davon, dass wir, wenn wir bei einer Steuer- und Abgabenquote von 45,5 Prozent sind, die Trendumkehr angehen müssen und schauen müssen, dass wir sie hinunterbekommen. Das ist in dieser
budgetären Situation nahezu nicht möglich, das stimmt schon, aber wir müssen schauen, dass wir da weiterkommen. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Was mich dann schon wundert, auch hier in der Debatte heute, ist einerseits eine Aussage von Frau Kollegin Gewessler, die, glaube ich, gesagt hat,
wir kürzen die Zukunft weg. Das ist schon einigermaßen skurril, wenn man das sagt, wenn man solch unfassbare Schuldenrucksäcke hinterlassen hat.
Sich dann hierherzustellen und zu sagen: Nein, nein, wir waren es ja nicht, das sind jetzt die, die die Zukunft wegkürzen! (Zwischenruf der Abg.
Gewessler [Grüne]), da sollte man sich an der Nase nehmen (Abg. Wurm [FPÖ]: Ja, hast recht!) und überlegen, ob es immer sinnvoll ist, dass man über die
eigenen Verhältnisse lebt, oder ob man nicht eher anders staatspolitisch agiert. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Vielleicht andererseits noch eine Anmerkung zu Frau Kollegin Kolm: Ich
kann ja mit vielem, was Sie gesagt haben, einiges anfangen, ich bin mir nur nicht sicher, ob das bei Ihnen im Klub auch so eine Mehrheit findet. (Heiterkeit
bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abg. Taschner [ÖVP] und
Wurm [FPÖ]. – Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.) Ich kann viel nachvollziehen, aber es ist vielleicht doch nicht so.
Fakt ist, dass das Sparprogramm maximal ein erster Schritt sein kann. (Abg. Krainer [SPÖ]: Ist das jetzt ein Bewerbungsgespräch?) Das Sparprogramm
wird natürlich das Problem nicht dauerhaft lösen, was insbesondere damit zu tun hat, dass eines in den letzten Jahrzehnten immer so sicher wie das
Amen im Gebet war, nämlich dass wir mehr Geld ausgegeben als eingenommen haben.
Herr Finanzminister, jetzt werden Sie als überzeugter Keynesianist sagen:
Na ja, es gibt schon Zeiten, in denen man entsprechend investieren muss und einmal mehr ausgeben muss, als man einnimmt! – Ich bin, wie Sie sich
vorstellen können, eher ein Anhänger von Hayek, aber ich habe meinen Keynes natürlich trotzdem bis zum Ende gelesen – und das ist ja das, was so
wichtig ist und was so viele in Österreich immer vergessen: Keynes geht ja davon aus, dass man in schwierigen Zeiten Geld ausgibt, um zu investieren. Er sagt aber auch, dass man in Zeiten der sprudelnden Steuereinnahmen
etwas auf die Seite legt (Abg. Herr [SPÖ]: Eh! Zyklisch! – Abg. Krainer [SPÖ]: Eh!), und das ist das, was in den letzten Jahrzehnten in Österreich leider Gottes
fast alle immer vergessen haben. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Krainer [SPÖ]: Ja, wir nicht!)
Ich habe, Herr Kollege Krainer, jetzt, in dieser Situation, niemandem vorgeworfen, dass er es vergessen hat. Ich glaube, es ist wichtig, dass man ehrlich miteinander umgeht, und wenn man sagt, man muss in schwierigen Zeiten investieren, dann muss man eben in Zeiten, in denen es gut ist, auch etwas auf die Seite legen. (Abg. Krainer [SPÖ]: Ja! – Abg. Herr [SPÖ]:
Richtig!) Denn wenn man das nicht tut, dann passiert genau das, was jetzt das große Problem ist: dass wir über Jahrzehnte über unsere Verhältnisse
gelebt haben, und das auf Kosten der nächsten Generation.
Deswegen braucht es jetzt strukturelle Reformen, insbesondere im Pensionssystem. Da ist einmal ein Anfang gemacht mit den Anpassungen bei der Korridorpension und auch mit der Teilpension.
Vielleicht ein Letztes, Herr Finanzminister: Sie haben ja gesagt, ein gutes Pensionssystem ist nur dann gut, wenn es langfristig finanzierbar ist. Darin
sind wir uns, glaube ich, alle einig. Ich glaube nur, dass die langfristige Finanzierbarkeit nicht nur an der Beschäftigungsquote und den hohen Gehältern
hängt und nur damit gewährleistet ist, sondern dass man sich auch ein bisserl mit der Realität insofern auseinandersetzen muss, als die Tatsache,
dass wir alle immer älter werden – was ja etwas Großartiges ist – und die meisten von uns zum Glück auch immer gesünder älter werden, natürlich auch eine Auswirkung auf das Pensionssystem hat. Man sollte nicht negieren,
dass nahezu alle unsere Nachbarstaaten sich natürlich auch darüber Gedanken machen, ob die Menschen länger werden arbeiten müssen, damit das Pensionssystem – und das ist unser aller Ziel – langfristig weiterhin finanzierbar ist.
In diesem Sinne: Ich glaube, um für die nächsten Generationen etwas weiterzubringen, kann dieses Doppelbudget ein erster Schritt sein, aber wir müssen bei den nachhaltigen Reformen, glaube ich, in den nächsten
Jahren noch einiges nachlegen. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten
der ÖVP.)
12.06
Präsident Peter Haubner: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Jakob Schwarz. Ich habe die Redezeit auf 5 Minuten eingestellt. –
Bitte.
RN/29
12.07
Abgeordneter Mag. Dr. Jakob Schwarz, BA (Grüne): Danke schön, Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Ich kriege ja, wenn ich
mir die Einsparungen im Budget bei Familien und im Klimaschutz so durchlese, meistens einen ziemlichen Grant, aber ich habe mir vorgenommen, mich
davon nicht treiben zu lassen, sondern einen Schritt zurück zu machen und auch darauf zu schauen, was denn positiv ist am Budget – oder was man positiv sehen könnte.
Ich finde, es ist klar: Es gibt einen Konsolidierungsbedarf; der ist auch
groß. Ich habe ziemlichen Respekt davor, dass Sie in dem Zusammenhang grundsätzlich das tun, was Sie angekündigt haben – also diese Verlässlichkeit, die muss man Ihnen schon zugestehen. Das wird auch notwendig sein,
um das Vertrauen der Bevölkerung, das gebraucht werden wird, damit man solche Sanierungen durchsetzen kann, zu haben.
Ich finde auch, Sie haben in einer relativ kurzen Zeit – erstmals in
einer Dreierkoalition, wo man drei Partner zusammenbringen muss – und ohne wesentliche öffentliche Auseinandersetzung diese Einigung zustande
gebracht. Das finde ich auch handwerklich gelungen. Daran kann man, glaube ich, grundsätzlich nichts aussetzen, und ich muss auch Jan Krainer ausnahmsweise einmal recht geben. (Heiterkeit des Abg. Silvan [SPÖ]. – Heiterkeit des Redners.) Sie haben als SPÖ nämlich das schwarz-blaue Sparpaket im Wesentlichen schon verbessert. Die verschiedenen Maßnahmen, die da gesetzt worden sind – Bankenabgabe, auch der Beitrag der Stiftungen, wenn
auch klein –, sind Verbesserungen des Pakets davor. Es ist aber immer noch ein blau-schwarzes Sparpaket, das da umgesetzt wird, das möchte ich nicht verschweigen, und auf das werde ich gleich eingehen, nämlich darauf, was das mit sich bringt.
Mir tut auch das leid, Herr Minister: Sie haben in Ihrer Budgetrede
gesagt, Sie hätten „gern ein Budget vorgelegt, das umfangreiche Investitionen in“ Klima, Naturschutz und Armutsvermeidung umfasst. – Ja, eh, aber
es werden nicht nur nicht solche Investitionen getätigt, sondern es wird in diesen Bereichen massiv gekürzt, das macht ja bitte einen Unterschied. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Herr [SPÖ]: Das stimmt nicht ganz!) Aufgabe der SPÖ
und der NEOS wäre gewesen, einfach Nein zu sagen.
Ich möchte auf das noch einmal hinweisen, auf die Klimaschutzmaßnahmen: Wir haben die aktive Zustimmung der ÖVP zum Klimaschutz gebraucht und wir haben sie dazu zwingen müssen – mehr oder weniger. (Zwischenruf des
Abg. Höfinger [ÖVP]. – Weiterer Ruf bei der ÖVP: Geh!) Sie hätten einfach nur sagen müssen: Nein!, liebe ÖVP, bringt neue, andere, alternative Klimaschutzmaßnahmen daher (Abg. Kogler [Grüne]: Ja!) – von mir aus auch effizientere, weil uns immer vorgeworfen wird, die waren nicht effizient;
ich bezweifle das ja (Abg. Herr [SPÖ]: Na, der Klimabonus war sehr effizient!) –, her mit den Alternativen! Und dann kann man sagen: Okay, das weg, das her,
der Klimaschutz ist immer noch da und man spart auch noch Geld. Das wurde aber nicht gemacht, sondern es wird im Klimaschutz einfach gekürzt –
und ersetzt wird das durch nichts.
Dann hat man zusätzlich auch noch 1,2 Milliarden Euro jährlich, um in klimaschädliche Subventionen zu investieren (Abg. Kogler [Grüne]: Ja! Das ist
es! Was heißt! 2 Milliarden!), und baut das auch noch aus. Das muss mir doch einmal jemand erklären, wie das alles zusammengeht. (Beifall bei den
Grünen. – Abg. Kogler [Grüne]: Bravo!)
Geeinigt hat man sich in der Regierung auch darauf, dass Familien – das habe ich in diese Richtung schon einmal verdeutlicht – den größten Beitrag zu
diesem Sparpaket leisten. (Abg. Herr [SPÖ]: Stimmt ja nicht!) Bis zu 1 000 Euro zahlt eine Familie mit zwei Kindern beispielsweise in Retz in dieses Sparpaket ein. Bei den Digitalkonzernen – und ich finde, es gäbe viele Gründe, dass man die einmal gescheit zur Kasse bittet – hat man sich am Ende nicht
einmal zu den 50 Millionen Euro durchringen können. Ich verstehe das einfach nicht, das ist eine soziale Unausgewogenheit, über die ich wirklich verdutzt
bin.
Diese soziale Schieflage, die da sozusagen im Großen vorhanden ist, zieht sich auch durchs Kleine. Ich kann das beispielsweise am Klimabonus verdeutlichen. Wir haben da wirklich Hunderte Male gehört, insbesondere von SPÖ und NEOS, wie unfair diese regionale Staffelung denn sei, weil die Familie,
die in Wien mit ihrer Gasheizung sitzt und aufgrund der CO2-Bepreisung für das Gas mehr zahlen muss und aus dem Gas quasi nicht raus kann, weniger Kompensation erhält als die Familie am Land, die irgendwohin weit pendeln muss.
Was machen Sie jetzt? – Sie streichen jetzt den ganzen Klimabonus und ersetzen ihn gerade durch eine Pendlerförderung. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen! Jetzt hat die Familie in Wien gar nichts.
Vorher hat sie wenigstens den halben Klimabonus gehabt. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kogler [Grüne]: Ein Auto brauchen sie halt, einen gscheiten
Diesel!) – Ja, ein Auto wäre praktisch. Gebaut wird dafür ja eh.
Und dann wieder im Kleinen, ein Beispiel: die kalte Progression. Wir haben damals der Abschaffung der kalten Progression zugestimmt, weil wir auch
der Meinung sind, sozusagen hinterrücks die Steuern zu erhöhen, ist nicht sauber und nicht transparente Steuerpolitik, stimmt, aber wir haben auch immer darauf hingewiesen, dass das sozusagen, wenn man es quasi nur durch eine automatische Tarifstufenverschiebung macht, dazu führt, dass Leute, die besser verdienen, mehr davon haben als Leute, die weniger verdienen. Also haben
wir eine Reihe von Dingen hineinverhandelt, die das Ganze sozial ausgewogener machen, beispielsweise die Valorisierung der Sozialleistungen und das
dritte Drittel, das wir genutzt haben, um beispielsweise Alleinerziehende steuerlich stärker zu entlasten als Leute, die mehr verdienen.
Was machen Sie jetzt? – Sie streichen jetzt all diese Zusatzmaßnahmen,
die quasi diese soziale Ausgewogenheit herstellen hätten sollen, weg und lassen die zwei Drittel dann wirken. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Doppelbauer [NEOS].)
Das heißt, die Bestverdiener haben mit Ihrem Paket jährlich immer noch mehrere Hunderte Euro Entlastung zusätzlich, aber unten bei den Alleinerzieher:innen wird eingefroren. Das geht alles nicht zusammen und ist einfach unfair! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kogler [Grüne]: Bravo! – Abg.
Krainer [SPÖ]: Das war wirklich ein schlechtes Modell, das stimmt, aber es ist trotzdem Ihr Modell! Es hat Sie keiner gezwungen, so ein blödes Modell
zu beschließen!)
Letzter Punkt dazu ist – und das betonen Sie ja immer zu Recht –, dass, wenn man auf die kalte Progression schaut, gerade die, die wenig verdienen,
das Geld ja ausgeben. Das heißt, wenn man dort kürzt oder wenn die dann real weniger zur Verfügung haben – um sozusagen fair zu bleiben –, dann geht
das Geld einfach nicht in den Konsum und fehlt uns dort, wo wir es dringend bräuchten, während die, die viel verdienen, das eh auf die hohe Kante
legen. Daher halte ich das auch wirtschaftspolitisch für genau das Falsche. Es bleibt also ein bitterer Tag für Österreich. – Vielen Dank. (Beifall bei den
Grünen.)
12.12
Präsident Peter Haubner: Als Nächster ist Herr Abgeordneter Michael Hammer zu Wort gemeldet. Ich habe die Redezeit auf 4 Minuten eingestellt.
RN/30
12.13
Abgeordneter Mag. Michael Hammer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Finanzminister! Herr Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! Die heutige Budgetdebatte, das kann
man eingangs wirklich positiv vermerken, wird angesichts der Herausforderungen, vor denen wir stehen, von mehreren Fraktionen weitestgehend wirklich sachlich und konstruktiv geführt – und das tut in Zeiten wie diesen sehr, sehr gut –, abgesehen natürlich, aber das sind wir ja gewohnt und das
sollten wir auch nicht besonders würdigen, von der Destruktivität, Ideenlosigkeit und dem üblichen Geschwurbel vonseiten der Freiheitlichen.
(Abg. Stefan [FPÖ]: Die Freiheitlichen!)
Aber heute bei dieser Budgetdebatte ist es schon ein bisschen spezieller. Es tut fast schon weh, wenn man hier Maßnahmen diskutiert, die in Regierungsverhandlungen zwischen ÖVP und FPÖ fast ident so ausgearbeitet
wurden (Abg. Stefan [FPÖ]: Die Ideenlosigkeit ist ausgearbeitet worden!), und die Kollegen von der FPÖ sich heute hierherstellen und sagen, dass sie all
das nicht wollen. (Abg. Stefan [FPÖ]: Ist die Ideenlosigkeit ausgearbeitet worden?)
Nun ist man das von eurer Führung und von eurer Partei so gewohnt.
(Abg. Stefan [FPÖ]: Wie ist das mit der Ideenlosigkeit?) Es sitzen aber auch Verhandler hier, nämlich Kollege Schiefer und Kollege Fuchs, die das mitverhandelt haben, die das am Ende auch unterschrieben haben (Ruf bei der FPÖ: Destruktiv!) und von denen man auch glauben könnte, dass sie
sich beim Budget auskennen und etwas Konstruktives beitragen können. Die stellen sich aber heute hierher, leugnen alles und geben Ideenlosigkeit
und destruktive Beiträge ab.
Wir können da nur sagen, Herr Kollege Schiefer, da fühlen wir uns fast ein bisschen geschiefert, und vom ach so schlauen Fuchs ist heute auch
nicht viel erkennbar gewesen, muss man sagen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Stefan [FPÖ]: Geistreich!)
Zum Doppelbudget: Das Doppelbudget ist ein ganz wichtiger Schritt. Es soll vor allem Stabilität und Sicherheit bringen – unser Wirtschaftsstandort braucht
das, die Österreicherinnen und Österreicher brauchen das –, und vor allem auch Zuversicht. – Das ist auch ein Appell an euch (in Richtung FPÖ), ihr lebt ja
von Destruktivität und Angstmache. Wir brauchen Zuversicht, Optimismus und Investitionsfreudigkeit. (Abg. Stefan [FPÖ]: Bräuchtet ihr!)
Es ist jetzt die Zeit, das Richtige zu tun, das Budget trägt auch diesen Titel.
Man kann immer wieder über die Ausgangssituation diskutieren, nur, sie ist jetzt einmal so, weil wir einfach krisenhafte Jahre hinter uns haben: Coronapandemie, Überfallskrieg auf die Ukraine, Teuerung, Energiekrise. Da war es sicher wichtig, dass wir gegengesteuert haben. Es wurde viel Geld dafür
zur Verfügung gestellt, ob es die Kurzarbeit war, ob es die Energiekostenzuschüsse waren, die Kaufkraftsicherung, und das hat natürlich viel Geld gekostet. Daher gibt dieses Budget die Antworten, wie man den Haushalt wieder konsolidieren kann.
Wir konsolidieren aus einem Mix: zwei Drittel Ausgabensenkungen, ein Drittel zusätzliche Einnahmen. Es wird mit Augenmaß konsolidiert. (Abg.
Belakowitsch [FPÖ]: Ihr könntet euch einfach nur entschuldigen!) Ich darf da noch einmal den Begriff des Finanzministers erwähnen: Es wird schnell konsolidiert, weil die Maßnahmen, nämlich die wirksamsten und gravierendsten, schnell und sofort wirken. Wir können Österreich dadurch wieder stabil steuern und modernisieren und auch entsprechende Reformschritte setzen.
Klar muss sein, und das ist der Grundgedanke dieses Budgets: Jeder Euro muss zweimal umgedreht werden. Die Gratismentalität muss wieder durch
mehr Leistung ersetzt werden (Abg. Stefan [FPÖ]: Nicht wie bisher! – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Wer hat denn die Gratismentalität eingeführt?),
und wir brauchen entsprechend Zuversicht, um die Wirtschaft auch anzukurbeln, damit der Konsum entsprechend anspringt. Eine Erkenntnis war
ja, dass die Mittel, die zur Verfügung gestellt worden sind, leider nicht voll in den Konsum durchgeschlagen haben (Abg. Stefan [FPÖ]: ... die Inflation!), sondern aufgrund der Unsicherheit die Sparquote gesteigert wurde, wie es auch der Herr Finanzminister gestern angesprochen hat. Wenn es uns gelingt,
den Inlandskonsum zu stimulieren – und hier sehen wir eine Reihe von Maßnahmen vor –, wird auch das gelingen.
Wichtige Maßnahmen sind auch Investitionen in die Zukunft und in die Sicherheit – ich darf das nur überblicksmäßig sagen –: natürlich in den Arbeitsmarkt, natürlich in die Sicherheit, in die Landesverteidigung, wo der Aufbauplan, der Aufwuchsplan entsprechend fortgesetzt wird, Investitionen in die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger, durch die Abschaffung des Klimabonus, durch die Verdreifachung des Pendlereuro, womit wir wieder
die arbeitenden Menschen, die Leistungsträger, entsprechend entlasten.
Abschließend möchte ich als Bürgermeister das Gemeindeinvestitionspaket erwähnen, mit dem wir 881 Millionen Euro schnell, unbürokratisch und
für die Gemeinden vielseitig einsetzbar zur Verfügung stellen. Das wird auch dort die Konjunktur stärken und den Gemeinden helfen.
In Summe ist das ein ausgewogenes Budget, das konsolidiert und auch Antworten für die Zukunft gibt. Wir können froh sein, dass mit diesem Doppelbudget für die nächsten zwei Jahre ein guter Rahmen gelegt werden
kann. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Herr [SPÖ].)
12.17
Präsident Peter Haubner: Als Nächste ist Frau Abgeordnete Sabine Schatz zu Wort gemeldet. Ich habe die Uhr auf 3 Minuten eingestellt.
RN/31
12.18
Abgeordnete Sabine Schatz (SPÖ): Danke, Herr Präsident! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Wir machen diese Budgetsanierung „nicht aus Jux und Tollerei“, hat der Herr Finanzminister gestern in seiner Rede gesagt, sondern weil es eben dringend notwendig ist. Ich sage es ganz offen: Die SPÖ hat dieses Budgetdesaster nicht verursacht. Wir waren das nicht. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Ihr wart aber alle dabei! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen.) – Wir waren nicht dabei (Ruf bei der FPÖ: Doch!) in den Vorgängerregierungen, die uns dieses Desaster de facto vererbt haben. (Abg. Steiner [FPÖ]: ... Überschuss! – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Ihr habt
überall mitgestimmt!)
Ich sage es ganz offen: Ja, wir hätten auch gerne volle Kassen für Offensivmaßnahmen vorgefunden, die wir gerne gesetzt hätten. Und einen Sidestep
muss ich mir schon erlauben: Liebe Kolleginnen und Kollegen von den Grünen! Die Kindesweglegung, die ihr heute macht, ist nicht sehr glaubwürdig.
(Abg. Stögmüller [Grüne]: Ich glaub’, ich hol’ die ganzen Reden von der Julia Herr heraus, ... das Doppelte gefordert ...!) Ihr wart die letzten fünf Jahre Teil
der Bundesregierung, ihr habt dieses Budgetdesaster mitzuverantworten! (Beifall bei der SPÖ.) Wir waren das nicht.
Ich sage aber auch ganz offen: Die SPÖ stellt sich dieser Verantwortung! Ja, wir werden uns dieser Verantwortung stellen, gemeinsam mit ÖVP und
NEOS, und wir werden unser Land aus diesem Finanzdesaster wieder herausholen.
Unser sozialdemokratischer Zugang ist: Jene, die mehr haben, müssen
auch ihren Beitrag leisten (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Mindestpensionisten!), und deswegen, wegen der Sozialdemokratie, gibt es auch einen Beitrag der Energiekonzerne, einen Beitrag der Stiftungen, einen Beitrag der Banken, den es ohne uns nicht gegeben hätte. (Beifall bei der SPÖ.) Und bei den
Pensionen, und das möchte ich schon einmal sagen, wird wegen der Sozialdemokratie nicht gekürzt.
Ja, wir sanieren dieses Budget, aber wir sichern gleichzeitig andere Bereiche ab. Unserer Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner ist es gelungen, dass das Frauenbudget trotz des Sparzwangs um keinen einzigen Cent gekürzt wird – kein einziger Cent weniger für die Frauenpolitik! (Beifall bei
der SPÖ sowie der Abgeordneten Brandstötter [NEOS] und Bogner-Strauß [ÖVP]. – Zwischenrufe der Abgeordneten Maurer [Grüne] und Belakowitsch [FPÖ].) –
Im Gegenteil: Das Frauenbudget steigt, Frau Kollegin Maurer! Das Frauenbudget steigt nächstes Jahr sogar auf 34,1 Millionen Euro. (Zwischenruf der Abg. Maurer [Grüne].) – Wir hätten es ja gerne mehr erhöht, aber ihr
habt uns halt leere Kassen hinterlassen. Das müsst ihr halt auch irgendwann einmal zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Trotzdem setzen wir gleichzeitig auch frauenpolitische Offensivmaßnahmen. Wir bringen einen dringend notwendigen nationalen Aktionsplan gegen Gewalt auf den Weg. Wir sorgen mit diesem Budgetbegleitgesetz dafür,
dass Menstruationsartikel und Verhütungsmittel endlich steuerfrei werden. Das wird jede Frau entsprechend im Börsl spüren. (Beifall bei der SPÖ.)
Wir setzen mit dem Unterhaltsgarantiefonds um, was den Vorgängerregierungen nicht gelungen ist, nämlich eine finanzielle Absicherung für Alleinerzieher:innen, wenn der Unterhalt ausbleibt. Das gibt es trotz des Sparzwanges in unserem Frauenbudget, und das möchte ich schon explizit erwähnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Trotz der Budgetmisere ist es uns gelungen, dass wir aktiv in Gleichstellung, ökonomische Unabhängigkeit, Frauengesundheit, Selbstbestimmung und Gewaltschutz investieren. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ und
bei Abgeordneten der ÖVP.)
12.21
Präsident Peter Haubner: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Markus Hofer. Ich habe die Uhr auf 3 Minuten eingestellt. – Bitte,
Herr Abgeordneter.
RN/32
12.21
Abgeordneter MMag. Markus Hofer (NEOS): Danke, Herr Präsident!
Frau Staatssekretärin! Lieber Herr Staatssekretär! Sehr verehrte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuhörer und Zuseher im Saal und zu Hause! Es ist,
was es ist (Abg. Steiner [FPÖ]: Lauter Schas!): Wir sind in einer Situation, die herausfordernd ist, und wir haben eine Einigkeit in diesem Haus,
dass die Staatsfinanzen saniert werden müssen. Wir hätten es uns einfach machen können, wir hätten uns zurücklehnen können (Zwischenruf
der Abg. Belakowitsch [FPÖ]), aber wir haben die Verantwortung übernommen, und wir tun es für dieses Land, auch wenn es herausfordernd ist.
(Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ.)
RN/32.1
Ich zeige Ihnen noch einmal die Grafik, die Sie heute schon einmal gesehen haben (eine Tafel, auf der ein Diagramm unter der Überschrift „Sparkurs
wirkt: Wir sanieren das Budget“ zu sehen ist, in die Höhe haltend): Wäre der Konsolidierungs- und Sanierungspfad, den diese Bundesregierung jetzt auf den
Weg bringt, nicht gekommen, wären wir mittelfristig bei beinahe 100 Prozent Staatsverschuldung gelandet. Das zeigt noch einmal die Notwendigkeit
dessen, was wir tun. (Abg. Kogler [Grüne]: Es geht um das Wie! Es hätte ja eh jeder etwas machen müssen, aber wie, ist die Frage!) Es geht genau darum, Herr
Kollege Klubobmann Kogler, nämlich zu akzeptieren, was die Fakten sind, und dann Themen wirklich umzusetzen und Lösungen zu bringen.
Ich möchte noch einmal herausstreichen, was heute schon gesagt wurde: Dass drei Parteien, die sicher Unterschiedlichkeiten in ihrer Ausrichtung haben,
in dieser kurzen Zeit einen gemeinsamen Weg finden, ist etwas sehr Positives. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: So kurz war die Zeit gar nicht!) In Richtung FPÖ:
Es tut mir wirklich leid für Sie, dass die angesagte Sollbruchstelle der Bundesregierung, nämlich das Doppelbudget, nicht eingetreten ist und
dass es ein konstruktives Zusammenarbeiten und ein Nach-vorne-Sehen gibt.
Wir tun das, was wir angekündigt haben: Wir sanieren zu zwei Dritteln ausgabenseitig. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Auf Kosten der sozial Schwachen!) Gleichzeitig haben wir Offensivmaßnahmen vorgesehen und setzen Zeichen in der Bildung, in der Integration und – ganz wichtig – auch für den Standort
und für die Wirtschaft. Die Offensivmaßnahmen im Wirtschaftsbereich sind unter anderen – da sollten Sie vielleicht zuhören –: die steuerfreie Mitarbeiterprämie, ein Mittelstandspaket, Attraktivierung des Arbeitens im Alter, Verkürzung der Genehmigungsverfahren (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Wie schaut es aus mit der 24-Stunden-Betreuung?) und eine Fachkräfteoffensive.
Ich möchte aber eines auch klarstellen: Das heute ist ein erster, ein wichtiger Schritt, kann aber nicht der letzte Schritt sein. Es geht um Sanieren, Reformieren, Investieren. Wir sind in einem Umfeld, in dem wir die notwendigen Entlastungen für Bürgerinnen und Bürger, für Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer, für Unternehmen noch nicht in dem Ausmaß geleistet haben, wie wir sie brauchen. Bei einer Abgabenquote, die bei 45 Prozent liegt, brauchen wir den zweiten und den dritten Schritt – mit Mut. NEOS
lösen das ein, was wir versprochen haben. Wir denken an das Übermorgen, nicht nur an die nächste Wahl. Unser Budget ist eine in Zahlen
gegossene Botschaft: sanieren, reformieren (Abg. Darmann [FPÖ]: Postenschacher!), investieren. – Danke. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.)
12.25
Präsident Peter Haubner: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Barbara Neßler. – Ich habe Ihre Redezeit auf 3 Minuten eingestellt.
RN/33
12.25
Abgeordnete Barbara Neßler (Grüne): Geschätzte Kollegen und Kolleginnen! Herr Vizekanzler Babler hat gesagt: Breite Schultern können mehr
tragen. – Ich frage die SPÖ: Wer ist damit gemeint, mit den breiten Schultern? (Abg. Herr [SPÖ]: Die Banken, Energiekonzerne, Stiftungen, Immobilienunternehmen!) Sind es die Familien? Sind es die Alleinerziehenden? Sind es die Kinder?
Herr Bundeskanzler Stocker hat wortwörtlich gemeint: „Niemand wird
weniger erhalten“. – Ganz ehrlich: Ist das Ihr Ernst? Die Realität sieht nämlich ganz anders aus: Das Leben wird immer teurer, und Sie streichen genau
dort, wo es am meisten wehtut: bei den Familien. Zuerst wird der Klimabonus
gestrichen, dann wird die Inflationsanpassung der Familienleistungen ausgesetzt.
Was heißt das in der Praxis? – Eine Familie in Jenbach in Tirol mit zwei Kindern beispielsweise verliert dadurch 1 035 Euro pro Jahr. Das sind umgerechnet 20 Euro in der Woche. Alle, die jetzt sagen, na ja, so viel ist das ja eigentlich gar nicht, sollen jetzt aufpassen: 1 Liter Milch, 1 Kilo Brot, eine Packung Eier,
eine Packung Käse, ein Stück Butter, 1 Kilo Äpfel und Kartoffeln sowie eine Packung Nudeln – all das nehmen Sie den Familien weg, und zwar
Woche für Woche! (Beifall bei den Grünen.)
Diese automatische Inflationsanpassung war ein Schutzschild für die Familien, und die haben wir hart gegen die ÖVP erkämpft. (Abg. Herr [SPÖ]: Gegenfinanziert halt nicht! Wo war die Gegenfinanzierung?) Deshalb ist es extrem enttäuschend, dass ausgerechnet die SPÖ diesen Schutzschild kippt. Das
ist nicht nur enttäuschend, das ist verantwortungslos gegenüber allen Familien in diesem Land. Also, liebe SPÖ: Ist das Ihre Vorstellung von sozialer Gerechtigkeit? (Beifall bei den Grünen.)
Und ja, Sparen ist notwendig, aber nicht auf dem Rücken derer, die ohnehin schon jeden Euro doppelt und dreifach umdrehen müssen. Während klimaschädliche Subventionen nicht angetastet werden, fette Steuerprivilegien bleiben und Techkonzerne wie Meta, Google und Co nichts zahlen,
weil die Regierung bei der Digitalsteuer umgefallen ist, während Superreiche keinen fairen Beitrag zur Sanierung leisten, kürzt man genau bei denjenigen, die es ohnehin schon nicht einfach haben. Das ist kein sinnvolles Sparen, das ist deppertes Kürzen. Das, was hier passiert, ist herz- und kopflos.
(Beifall bei den Grünen.)
12.27
Präsident Peter Haubner: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Kurt Egger. – Ich habe Ihre Redezeit auf 4 Minuten eingestellt.
RN/34
12.28
Abgeordneter Mag. (FH) Kurt Egger (ÖVP): Danke schön, Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuseherinnen und Zuseher! Ich würde gerne, bevor wir quasi in die Zukunft blicken, noch ein wenig in die Vergangenheit schauen (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Besser nicht!) und noch einmal darauf hinweisen, dass die SPÖ – ah, nicht die SPÖ, die Freiheitliche Partei (Heiterkeit bei Abgeordneten von FPÖ und SPÖ), vielleicht auch die SPÖ –, dass die FPÖ in den letzten Jahren 70 Milliarden Euro an Ausgaben mitbeschlossen hat, die wir in
der Vergangenheit auch gebraucht haben, gebraucht haben, um Arbeitsplätze zu sichern, um die Kurzarbeit den Betrieben dementsprechend zur Verfügung
zu stellen, um den Unternehmern eine Perspektive zu geben und die Kaufkraft zu erhalten.
Wir übernehmen Verantwortung, wenn es notwendig ist. Wir drücken uns
nicht weg wie der Will-nicht-Kanzler Kickl. Das ist nicht immer ein bequemer, aber ein notwendiger Weg. Dieses Regierungsprogramm und dieses
Budget bieten Stabilität und Verlässlichkeit für die Zukunft. Wir setzen auf Eigenverantwortung und stellen die Gratismentalität ab. Arbeit soll sich lohnen, wer mehr leistet, soll auch mehr haben – die Mitarbeiterprämie für
die fleißigen Mitarbeiter in den Betrieben ist ein Teil dieser Maßnahmen.
Der Zuverdienst beim Arbeitslosengeld wird gestrichen. Das Arbeiten im Alter wird attraktiviert. Wir kurbeln mit der Erhöhung der Basispauschalierung
die Wirtschaft an (Abg. Darmann [FPÖ]: Die Wirtschaft weiß nur nichts davon! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch [FPÖ]), indem wir dort die Bürokratie vereinfachen. Es kommt die NoVA-Befreiung für die Handwerkerautos. Mehr als 99 Prozent der Betriebe in Österreich sind klassische Klein- und Mittelbetriebe; die Wirtschaft wird davon profitieren – die Arbeitgeber
und die Arbeitnehmer gemeinsam.
Wir leben in einem Land, das liebens- und lebenswert ist. Wir haben hochwertige Arbeitsplätze, wir haben ein Sozial- und Gesundheitssystem, um das uns sehr viele beneiden. Wir sind ein Kulturland, das gut aufgebaut
ist, wir sind Tourismusland, wir sind Sportland, wir haben eine gute, eine ausgezeichnete Bildung und Infrastruktur. Damit wir das alles aber auch
erhalten können, brauchen wir einen Aufschwung, für den wir kämpfen. Österreich wird dafür dankbar sein. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg.
Gasser [NEOS].)
12.31
Präsident Peter Haubner: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Rudolf Silvan. Ich habe 3 Minuten eingestellt.
RN/35
12.31
Abgeordneter Rudolf Silvan (SPÖ): Danke, Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Werte Kolleginnen und werte
Kollegen! Trotz des dringenden Sanierungsbedarfs im Bereich des Staatshaushaltes und auch im Bereich der Sozialversicherungen aufgrund
der missglückten Fusionierung der neun Gebietskrankenkassen in die ÖGK investiert diese Regierung in das Gesundheitssystem und investiert
sie in die Gesundheit der Menschen.
Wir haben es schon gehört: Die Menschen werden zum Glück älter, und je älter man wird, umso höher ist der Bedarf an Arzneimitteln, der Bedarf an medizinischer Versorgung, und das ist natürlich eine Belastung für ältere Menschen, das ist natürlich eine Belastung für chronisch kranke Menschen,
eine Belastung für alleinerziehende Menschen. Eine Maßnahme, die diese Regierung gesetzt hat und die auch im Budget vorgesehen ist, ist, dass als erster Schritt die Rezeptgebühr 2026 auf dem Niveau von 2025 eingefroren
wird. Als zweiten Schritt gibt es einen sogenannten Arzneimittelkostendeckel, das heißt, diese Rezeptgebühr wird umgewandelt und es werden von
diesem Arzneimittelkostendeckel nicht nur jene Medikamente erfasst, deren Kosten über der Rezeptgebühr liegen, sondern auch jene, deren Kosten
unter der Rezeptgebühr liegen (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Weil die Rezeptgebühr schon so hoch ist!) – das ist eine massive Erleichterung für die betroffenen Menschen (Beifall bei der SPÖ) – danke schön –, und das Zweite ist, dass er natürlich auch von 2 Prozent auf 1,5 Prozent des Jahresnettoeinkommens gesenkt wird.
Das zweite Paket ist das sogenannte Maßnahmenpaket zur Frauengesundheit. Da wird in die Prävention im Bereich Frauengesundheit investiert, und
das Angebot für spezifische Frauengesundheitsthemen wird erweitert. Es soll einen Investitionsfonds zur Stärkung der ambulanten Versorgung
geben, speziell eine Stärkung der ambulanten Versorgung im ländlichen Raum.
Darüber hinaus soll massiv in die Digitalisierung im Gesundheitssystem investiert werden, denn es kann doch nicht sein, dass auf der einen Seite Fachärzte – beispielsweise Radiologen – die Bilder von den Patientinnen und Patienten ans Spital schicken und dieses diese Bilder aufgrund fehlender Software nicht herunterladen kann. Weiters soll es die Digitalisierung den Patienten ermöglichen, dass sie sich im Gesundheitssystem besser zurechtfinden und dass sie so quasi zur richtigen Zeit zur richtigen Ärztin mit der richtigen Behandlung kommen.
Die Therapieangebote für die psychosoziale Versorgung sollen ausgebaut werden, speziell im Bereich der Kinder- und Jugendlichenversorgung.
Gesund werden darf keine Frage der Geldbörse sein, liebe Kolleginnen und Kollegen. Wir sind gemeinsam dabei, dieses Gesundheitssystem in die Zukunft zu bringen, und, wie der Herr Finanzminister gesagt hat, jeder ins Gesundheitssystem investierte Euro ist besser angelegt als einer, der in Zinszahlungen fließt. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
12.34
Präsident Peter Haubner: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Johannes Gasser. Ich habe die Redezeit auf 3 Minuten eingestellt.
RN/36
12.34
Abgeordneter Johannes Gasser, BA Bakk. MSc (NEOS): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Liebe Kolleginnen
und Kollegen! Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer! Wir NEOS sind auch in diese Bundesregierung eingetreten, weil wir gesagt haben, dass es darum
geht, strukturelle Reformen in Österreich voranzutreiben, nämlich Reformen, bei denen nicht nur an den nächsten Wahltag gedacht wird, sondern
auch an die kommenden Generationen. Und genau das Budget, das wir heute hier zum ersten Mal diskutieren, ist auch ein Grundstein, um genau
diese Reformen anzugehen und vor allem die Stopptaste zu drücken bezüglich des Geldverteilungspopulismus, der in den letzten Jahren um sich
gegriffen hat – leider auch im Pensionssystem. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Wir machen das aus Verantwortung für die kommenden Generationen,
und ja, die Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters ist das erklärte Ziel, und ja, da wird es ohne entsprechende Reformen – auch bei einigen Frühpensionierungsmöglichkeiten wie der Korridorpension – leider nicht gehen. Wir machen aber noch Weiteres: Wir führen eine Teilpension ein, die Altersteilzeit wird treffsicherer gestaltet, eine Reform des Rehageldes steht an, und der größte und wesentlichste Hebel wird der Nachhaltigkeitsmechanismus sein, denn wenn die geplanten Kostendämpfungen nicht eingehalten werden, ja, dann sind weitere Maßnahmen zu setzen. (Beifall bei
den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Das bedeutet, dass das die größte Pensionsreform der letzten 20 Jahre ist, weil es eine Wirkungsgarantie gibt – eine Wirkungsgarantie, die es bisher
nicht gegeben hat. Und da würde mich schon eines interessieren, weil Kollege Schiefer oder Kollege Fuchs große Reformen einfordern. Ich frage mich:
Wie wollen Sie mit dem größten Ausgabenposten dieser Republik
ohne Reformen umgehen – ihn nämlich sogar noch weiter aufblasend – und dabei glauben, dass dieses Budget irgendwann ausgeglichen sein
kann? – Das wird sich am Ende nicht ausgehen, wenn man nicht auch bei den Pensionen schaut, wie man bei Beiträgen, die wir in der Vergangenheit
auch angehoben haben, das auch wieder ausgleichen kann. Da geht es natürlich auch um die Krankenversicherungsbeiträge für die Pensionistinnen und Pensionisten.
Die Pensionsanpassungen in den letzten Jahren waren größtenteils immer wieder über der Inflation, das heißt, nicht so, wie es eigentlich gesetzlich vorgesehen war, und genau dem werden wir auch teilweise mit der Anhebung der Krankenversicherungsbeiträge entgegentreten. Ich wundere
mich da schon über die Kritik vonseiten der FPÖ, nachdem Sie als FPÖ ja selber, auch wenn Sie es immer wieder leugnen, genau dafür eine Unterschrift hergegeben haben.
Für uns ist aber wichtig, dass das Geld, das in die Krankenkassen kommt, nicht einfach nur dorthin fließt, sondern dass wir mit dem Gesundheitsreformfonds auch entsprechend sicherstellen, dass das Geld nicht in den Strukturen der Krankenversicherung, der Sozialversicherung versickert – sparen im
System sozusagen –, sondern dass wir als Bundesregierung auch besser darauf schauen können, wie wir Gesundheitsreformziele erreichen können.
Abschließend noch ein grundsätzlicher Gedanke zur Sozialpolitik: In der Sozialpolitik ist es nicht immer nur entscheidend, wie viel Geld man ausgibt.
Nur weil man Rekordmeister bei den Ausgaben im Sozialbereich ist, heißt das nicht, dass die Ausgaben treffsicher dort ankommen, wo sie ankommen müssen – das betrifft die Pensionen, das betrifft genauso die Gesundheitspolitik, die Arbeitsmarktpolitik, aber auch die Familienpolitik. Mit diesem Doppelbudget setzen wir wieder auf Treffsicherheit, Wirksamkeit und Leistung und stellen sicher, dass das Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler
auch tatsächlich dort ankommt, wo es gebraucht wird. – Danke. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.)
12.37
Präsident Peter Haubner: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Süleyman Zorba. – Ich habe Ihre Redezeit auf 3 Minuten eingestellt.
RN/37
12.37
Abgeordneter Süleyman Zorba (Grüne): Danke, Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuseherinnen und Zuseher! Wie es
aussieht, hat sich die Sozialdemokratie in den Budgetverhandlungen doch besser durchgesetzt als geglaubt: Die langjährige Forderung betreffend
ein Recht auf analoges Leben wird jetzt zur Realität. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.)
Wir debattieren seit gestern das Budget in allen möglichen Aspekten
und Sichtweisen, aber ein Thema fehlt komplett, nämlich die Digitalisierung – kein Wort vom Finanzminister, keine Zeile vom zuständigen Staatssekretär, kein Signal, kein Plan und auch kein Budget. Ehrlich gesagt verstehe ich das auch: Die Digitalisierung ist eine Querschnittsmaterie, also sie
betrifft fast alle Ressorts, und es gibt in fast allen Ressorts Kürzungen bei diesem Thema, teilweise bis zu 50 Prozent. (Rufe bei den Grünen: Oh!
Ui! – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Noch vor fünf Jahren haben wir in der letzten Regierung mit Investitionen in Infrastrukturmaßnahmen, beim E-Government, bei KI-Initiativen oder
bei der digitalen Bildung eine Aufholjagd gestartet. Österreich hat aufgeholt: In fast allen internationalen Rankings sind wir aufgestiegen, aber jetzt droht
der Rückschritt, und das mit Anlauf. (Beifall bei den Grünen.) Was gibt
es stattdessen? – Kürzungen bei Familien, bei Kindern, beim Klima und auch bei der Digitalisierung.
Wo aber wären eigentlich Einsparungen dringend notwendig? – Umweltschädliche Subventionen, die bleiben, Autobahnprojekte aus dem letzten Jahrhundert, die bleiben, aber die Digitalsteuer, bei der man
eine Erhöhung angedacht hat, die lässt man fallen. Dabei wäre jetzt der richtige Moment, um diese milliardenschweren Techkonzerne zur Kasse zu
bitten. In einer Zeit, in der Familien jeden Euro zweimal umdrehen müssen, kürzt man Unterstützungen für Kinder – Tiktok und Co lässt man in
Ruhe. Vielleicht ist auch der zuständige Staatssekretär mit seiner Nebenrolle – oder Hauptrolle – als Regierungskoordinator zu beschäftigt, um sich
diesem Thema zu widmen.
In einer der größten Regierungen, die wir je hatten und jetzt haben, fühlt sich niemand zuständig für die Digitalisierung – außer vielleicht der Innenminister, der mit seinen digitalen Überwachungsfantasien aufblitzt. Für den Bundestrojaner ist anscheinend genug Geld da, aber für den digitalen Fortschritt nicht. (Beifall bei den Grünen.)
Im Jahr 2025 sollten die digitale und die ökologische Transformation kein Luxus sein, sondern ein Muss. Dieses Budget ist fossil, analog und ehrlich gesagt
weit entfernt von sozial. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
12.40
Präsident Peter Haubner: Danke.
Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Andreas Ottenschläger, ebenfalls 3 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter.
RN/38
12.40
Abgeordneter Andreas Ottenschläger (ÖVP): Vielen Dank, Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuseherinnen und Zuseher! Wir debattieren einmal zu Beginn das Budget 2025/2026, das natürlich unter großen Herausforderungen
erstellt werden musste.
Niki Scherak von den NEOS hat vorhin gesagt, wir sollen ehrlich diskutieren und uns auch alle einmal bei der Nase nehmen. – Ich nehme da auch uns nicht
aus. Wenn wir uns an vergangene Budgetdebatten erinnern – und ich tue das –, dann kann man nur feststellen: Es kommen aus allen möglichen Bereichen immer Forderungen nach dort mehr, dort mehr und da mehr, aber sehr selten kommen konkrete Vorschläge, wo wir denn eigentlich auch
einsparen könnten.
Ich muss schon sagen, liebe Kolleginnen und Kollegen von den Freiheitlichen, es waren heute zwei recht interessante theoretische Redebeiträge von Kollegin Kolm und von Kollegen Schiefer, die ich beide grundsätzlich sehr schätze, aber ich muss leider an dieser Stelle noch einmal eindeutig feststellen:
Es kommt kein einziger konkreter Vorschlag (Abg. Kaniak [FPÖ]: Zuhören hilft!), wie Sie, wenn Sie in Verantwortung wären – und das sind Sie ja bekannterweise und wahrscheinlich Gott sei Dank nicht (Abg. Kogler [Grüne]: Aber in der Steiermark! Dort geht’s drunter und drüber!) –, konkret das Budget erstellt
hätten und welche Einsparungen Sie denn getroffen hätten. Das trauen Sie sich nämlich nicht, denn dann müssten Sie auch Ihren Wählern und Wählerinnen sagen, wo eingespart werden müsste. (Abg. Darmann [FPÖ]: Wo sich die ÖVP verweigert hat!) Dafür haben Sie eben nicht die Bereitschaft, und deswegen übernehmen Sie auch nicht gerne die Verantwortung – und wie gesagt, wahrscheinlich ist es auch besser so. (Beifall bei der ÖVP. – Abg.
Darmann [FPÖ]: Völkerwanderung stoppen! – Abg. Kaniak [FPÖ]: Oder die Protokolle von den Regierungsverhandlungen, da haben wir es ganz
genau drinnen, ...!)
Ich bin ja wirklich sehr gespannt: Wenn wir dann in den nächsten Wochen hier noch über die Detailbudgets debattieren werden, dann werden wir ja feststellen können, wo Sie oder auch die Kolleginnen und Kollegen von den Grünen dann ganz konkrete Vorschläge machen werden, wo Sie einsparen werden (Zwischenruf der Abg. Gewessler [Grüne] – Abg. Schwarz [Grüne]: Die oberen zwei Drittel ...!) beziehungsweise welche Steuern Sie möglicherweise
erhöhen wollen. (Abg. Koza [Grüne]: Kalte Progression ...!)
Weil es ja wieder gekommen ist, und es ist ja tatsächlich faszinierend, dass Sie sich sozusagen noch immer trauen, hier überhaupt diese Argumentation vorzubringen – es ist immer das Gleiche –: Sie reden von Straßenbauprojekten – dass wir einsparen könnten, wenn wir keine Autobahn bauen
würden. (Abg. Gewessler [Grüne]: ... Klima Geld für Straßenbau freigegeben! Sorry, aber ihr machts das gerade!) – Das ist schlicht und einfach falsch, meine
Damen und Herren, denn das zahlen die Nutzer, das zahlen wir über die Autobahnvignette und über die Lkw-Maut. (Abg. Schwarz [Grüne]: Andreas,
das KIP wird jetzt verwendet für Straßenbau ...!) Das hat nichts mit dem Budget zu tun, aber wir debattieren über das Budget, und das wissen Sie ganz
genau, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kogler [Grüne]: Aber die Dividende ziehen Sie schon raus! Da dürfte es keine Dividende geben!)
Lassen Sie mich abschließend vielleicht nur noch ein paar wenige Sätze ganz grundsätzlich sagen: Wir werden wie gesagt das Budget noch im Detail diskutieren, aber grundsätzlich ist es wichtig, dass wir jetzt eben diesen ersten Schritt hier vorliegen haben: die Konsolidierung auf der einen Seite und
auf der anderen Seite wie schon erwähnt auch ein paar sehr positive Maßnahmen für den Wirtschaftsstandort.
Ich sage Ihnen auch als Unternehmer: Das, was wir jetzt brauchen, sind
eben stabile Rahmenbedingungen, weil die fehlende Investitionsbereitschaft beziehungsweise die Kaufzurückhaltung oder Konsumzurückhaltung sowohl bei den Unternehmen als auch bei den Privaten einfach da sind, und die sind
ja ein Teil unserer Herausforderung, weil – wir haben heute eigentlich
noch relativ wenig darüber gehört und diskutiert – ein Teil unserer Herausforderung, was die Sanierung des Budgets betrifft, auch die Konjunktur ist.
Von ihr sind wir natürlich auch abhängig, und wir werden alles daransetzen, dass wir sie wiederbeleben. Das braucht Zuversicht, das braucht Stabilität, und dieses Budget ist ein erster wichtiger Schritt dazu. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS.)
12.44
Präsident Peter Haubner: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Heinrich Himmer, 3 Minuten. – Bitte.
RN/39
12.44
Abgeordneter Mag. Heinrich Himmer (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen
und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Ja, es ist ein „Kraftakt“ – das hast du, liebe Barbara, auch im gestrigen Interview im „Kurier“ gesagt,
und so ist es: Es ist ein Kraftakt. Es ist für eine Bundesregierung alles andere als einfach, hier zu stehen und mit Erklärungen von Möglichkeiten,
einzusparen, zu beginnen. Viel schöner ist es, zu verteilen.
Wir wissen aber auch, dass es nicht möglich ist, einfach nur zu verteilen, sondern dass wir das, was in den letzten Jahren zu viel ausgegeben worden ist, auch gemeinsam konsolidieren müssen. Das ist ein Beitrag, den jeder und
jede leisten muss. Ich bin aber auch sehr stolz darauf, dass es der Bundesregierung mit diesem Budget gelungen ist, Menschen ernst zu nehmen, ihre Bedürfnisse weiter ernst zu nehmen und gerade in den Bereichen, die uns allen wichtig sind – im Gesundheitsbereich, in der Arbeitswelt, aber auch und besonders in der Bildung –, weiterhin Offensivmaßnahmen zu setzen, nämlich die Menschen abzuholen und nicht nur einfach alleine stehen zu lassen.
(Beifall bei der SPÖ.)
In der Budgetrede des Finanzministers steht ganz bewusst, dass man auf das Erreichte mit Stolz zurückblicken kann, aber dass es jetzt auch Budgetpolitik braucht, damit wir mit Stolz und mit Zuversicht in die Zukunft gehen können. Das hat viel mit Respekt zu tun – mit Respekt vor den Menschen, die jeden Tag hart daran arbeiten, ihr eigenes Leben gestalten zu können.
Ich bin sehr dankbar, dass es besonders im Bildungs-, im Wissenschafts-,
im Forschungsbereich gelungen ist, Schwerpunkte zu setzen. Das
zeigt die Handschrift dieser Bundesregierung, aber auch von uns allen. Für mich als Sozialdemokraten ist es besonders erfreulich, dass wir Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg in ihre eigene Zukunft stärken, dass wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bildungseinrichtungen, in den Schulen
stärken, dass wir den Weg zum Deutschlernen stärken, dass wir
mit dem Chancenindex dort besonders hinschauen, wo die Herausforderungen groß sind. Das ist nicht selbstverständlich. (Beifall bei der SPÖ.)
Das ist ganz besonders dann nicht selbstverständlich, wenn man sieht,
dass viele – durchaus auch in der Vergangenheit – mit dem Rasenmäher einfach drüberfahren wollen. Ich bin sehr beeindruckt davon, dass es auch gelungen ist, dass wir gemeinsam zu dieser Verantwortung stehen und
dass diese Konstruktivität, die auch nicht selbstverständlich ist, hier gemeinsam getragen wird und auch stattfinden kann.
Ich glaube, man kann durchaus auch mit dem zum Ende kommen, was
gestern zu Beginn die Überschrift der Budgetrede war: „Die Staatsfinanzen sanieren“ – das ist der erste Schritt, den wir heute auch ganz intensiv diskutieren –; „Das Richtige tun“ – nämlich zu entscheiden, wo wer wie viel sparen muss, und dabei eben viele Menschen und ihre Bedürfnisse
ganz bewusst ernst zu nehmen –; und „Für Zuversicht sorgen“, indem wir weiterhin in Bildung, in Wissenschaft, in Forschung, in das Zusammenleben in unserem Land investieren. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ sowie
bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS.)
12.47
Präsident Peter Haubner: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Sophie Marie Wotschke. 3 Minuten habe ich eingestellt. – Bitte, Frau Abgeordnete.
RN/40
12.48
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Ein absolut zentraler Punkt
dieses Budgets – das wurde in der Debatte schon oft angesprochen – sind die Pensionen. Sie sind auch ein emotionaler Punkt: Wenn wir „Heute“ aufschlagen, dann kommt einem direkt entgegen, bei den Pensionen
werde geraubt. Es wird getitelt: „Mieser Verrat an Pensionisten“. – Das ist aber haarsträubend falsch. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Die Wahrheit ist, dass wir keiner einzigen Person eine Pension kürzen – niemandem wird etwas weggenommen. Im Gegenteil: Was wir hier machen,
das sind strukturelle Reformen, mit denen wir den Staatshaushalt entlasten und auch die Pensionen sichern – für kommende Generationen, auch für meine Generation, und für alle in Österreich, die jetzt gerade erwerbstätig sind. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Das ist nicht nur ein Thema der Koste-es-was-es-wolle-Politik der letzten Bundesregierung – nein, das ist auch eine Frage des demografischen Wandels in Österreich. Wir werden zum Glück immer älter, aber Fakt ist auch, dass
immer weniger Erwerbstätige immer mehr Pensionen zahlen müssen und sich das nach jeder Mathematik einfach nicht ausgehen kann.
Genau da setzen wir an. Die letzten Regierungen haben zugesehen, es war ihnen zwar bewusst, aber sie wollten es nicht angehen. Wir hingegen
tun endlich etwas, wir machen strukturelle Reformen.
Wir heben das Alter für die Korridorpension an. Das heißt also, man kann nicht mit 62, sondern erst mit 63 in Frühpension gehen. Vorhin wurde die
Schweiz angesprochen. Wo sehen wir, dass das funktioniert? – In der Schweiz, da liegt das faktische Antrittsalter bei 65, bei uns ist es bei 61. Darin liegt unglaublich viel budgetäres Potenzial.
Wir heben auch die notwendigen Versicherungsjahre an, von 40 auf 42, und wir führen eine Teilpension ein – ein erster Schritt, um Leute länger im Erwerbsleben zu halten und so auch eine Flexipension einzuführen, wie es sie in Skandinavien gibt. Das ist eine uralte NEOS-Kernforderung, der wir jetzt deutlich näher kommen, nicht nur für das jetzige Budget, auch für die kommenden Generationen! (Beifall bei den NEOS.)
Zu alledem tun wir etwas, das es noch nie gegeben hat: Wir führen
einen Nachhaltigkeitsmechanismus ein, das heißt also eine gesetzliche Pflicht, zu handeln, wenn das faktische Pensionsantrittsalter nicht ausreichend
steigt. Dann muss die nächste Bundesregierung nämlich aus drei oder mehreren Maßnahmen auswählen: das gesetzliche Antrittsalter erhöhen, Pensionskürzungen machen oder eben strukturelle Reformen angehen. Das wollen wir, das wollen wir jetzt tun und das wird unglaublich wichtig.
Gleichzeitig, damit es auch die nötigen Jobs gibt und die Leute gesund arbeiten, investieren wir auch in die Gesundheit und schauen, dass es ein Maßnahmenpaket für die weitere Arbeit gibt. In Summe sind das gute Nachrichten für die nächsten Generationen und für das Budget. – Danke. (Beifall bei
den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.)
12.51
Präsident Peter Haubner: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Klubobmann Kogler zu Wort gemeldet. – Ich glaube, ich brauche Ihnen
die Bestimmungen nicht zu erklären. Bitte, Herr Abgeordneter.
RN/41
12.51
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Danke, Herr Präsident. – Der von mir sehr geschätzte – oder ansonsten sehr geschätzte – Kollege Ottenschläger hat hier behauptet: Straßen- und insbesondere der Autobahnbau hätten „nichts mit dem Budget zu tun“.
Ich möchte Sie erinnern, Ihren eigenen Budgetbericht und die korrespondierende UG 41 durchzulesen. Darin steht nämlich, dass Sie die Dividenden aus der Asfinag herausnehmen – das ist ja wohl eine Einzahlung ins
Budget –, und zweitens erhöhen Sie sie jedes Jahr auch noch um 30 Millionen Euro, Sie ziehen sie also auch zur Sanierung heran.
Ergo dessen: Straßen- und Autobahnbau hat etwas mit dem Budget zu
tun. Sie versuchen so, Geld rauszuholen. Das finde ich richtig. Wir wollen noch mehr. (Abg. Jachs [ÖVP]: Ist aber keine tatsächliche Berichtigung! – Präsident Haubner gibt das Glockenzeichen.) – Na sicher! Es hat etwas mit dem Budget zu tun. Er behauptet, das habe nichts mit dem Budget zu tun! (Abg.
Kaniak [FPÖ] – erheitert –: Das ist eine Rede!)
12.52
Präsident Peter Haubner: Gut, da können wir jetzt darüber streiten, aber ich lasse es gelten.
Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Johanna Jachs. Ich habe die Redezeit auf 3 Minuten eingestellt.
RN/42
12.52
Abgeordnete Mag. Johanna Jachs (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Regierungsmitglieder! Sehr geehrte Zuhörerinnen und Zuhörer!
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Vorredner haben es schon gesagt: Die letzten Jahre waren von Krisen behaftet; und uns als Volkspartei ist es
immer darum gegangen, den Menschen die Arbeitsplätze zu erhalten und auch die Kaufkraft zu sichern. Das haben wir geschafft. (Abg. Darmann [FPÖ]:
Das ist ja super gelungen! Ein Vollchaos habt ihr angerichtet!)
Aber ja, jetzt ist es an der Zeit, zu konsolidieren, zu sparen, zu reformieren, zu modernisieren und den Menschen auch wieder Zuversicht zu geben,
also auch das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. (Abg. Darmann [FPÖ]: In jedem Land, wo die ÖVP nicht regiert hat, schaut es besser aus als bei uns!) Darum
sind wir wirklich bemüht, damit auch unsere Kinder wieder eine gute Ausgangsbasis vorfinden.
Da bin ich jetzt auch schon beim Thema: Ja, wir werden die Familienleistungen in den nächsten beiden Jahren leider nicht an die Inflation anpassen können. Es stimmt aber auch nicht, dass da gekürzt wird, sondern
Tatsache ist, dass sie vorerst für zwei Jahre gleich bleiben. Im selben Atemzug muss man dazusagen, dass Österreich Europameister ist, was die Höhe
der Familienleistungen angeht: Wir waren schon vor der Valorisierung Europameister, haben die meisten Unterstützungsleistungen an unsere Familien bezahlt; wir sind es seit der Valorisierung; und wir werden das auch in den nächsten beiden Jahren bleiben. (Beifall bei der ÖVP.)
RN/42.1
Selbstverständlich verstehe ich aber die Kritik. Ich bin selbst Mama! Ich weiß, was Familienarbeit bedeutet, und darum ist es mir wichtig, dass wir uns
einmal die Zahlen ansehen. Hier (eine Tafel mit einem entsprechenden Graphen in die Höhe haltend) sehen wir die Entwicklungen der Höhe: Sie steigen
dann in den letzten drei Jahren sprunghaft an. (Abg. Darmann [FPÖ]: Das ist eine gescheite Grafik! Die kann jeder lesen!)
In Summe sind das über 21 Prozent mehr Familienleistungen seit 2022,
und da wäre es auch nicht ganz fair, wenn man so tut, als ob die Familienleistungen nur das Kinderbetreuungsgeld und die Familienbeihilfe wären.
Das ist ja noch viel mehr. Wenn man dann auch noch den Klimabonus in Äpfeln, Kartoffeln und Milch aufwiegt und dazurechnet, ist das eben auch nicht
ganz richtig (Abg. Neßler [Grüne]: ...! Das ist die Realität! – Abg.
Gewessler [Grüne]: ... Familie, die einen Tausender weniger ..., ein Tausender weniger! – Abg. Neßler [Grüne]: ... trotzdem ... Tausender weniger!),
denn Familienleistungen sind mehr: Kinderbetreuungsgeld, Familienbeihilfe; es gibt einen Kindermehrbetrag, den Familienbonus; es gibt Kinderbetreuungsplätze, die wir zur Verfügung stellen; wir sorgen für ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr; wir wollen eine gesunde Jause
in den Kindergärten (Zwischenruf des Abg. Koza [Grüne]); wir arbeiten an einem Unterhaltsgarantiefonds.
Wir setzen also ganz, ganz viele Maßnahmen, die eben dazuzählen,
und darum muss man dieses Thema auch gesamthaft betrachten. (Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Neßler [Grüne] und Koza [Grüne].) Ich
will auch nichts schönreden, so ehrlich bin ich, aber ich glaube, wenn man das in der Summe sieht, ist die vorübergehende Aussetzung der Erhöhung für
zwei Jahre vertretbar. (Ruf bei den Grünen: 35 Cent für ..., das geht sich nicht aus!)
Sehr geehrte Damen und Herren, als Vizebürgermeisterin von Freistadt
ist es mir natürlich auch noch ein großes Anliegen, zu erwähnen, dass ich mich sehr freue, dass den Gemeinden zukünftig unbürokratisch Investmittel zugewiesen werden können. (Abg. Götze [Grüne]: ... Straßenbau ...!) Für meine Heimatgemeinde, für unser Freistadt, sind das über 500 000 Euro,
die wir dringend im Budget brauchen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) Das brauchen wir für die lokale Wirtschaft – diese wird angekurbelt –,
sichert dort Arbeitsplätze und kommt ja im Endeffekt auch wieder den Familien zugute.
Sehr geehrte Damen und Herren, zum Abschluss möchte ich noch eines festhalten, was heute – wieder einmal – ganz offensichtlich wurde: Das V in FPÖ und Herbert Kickl steht für Verantwortung. – Hoppla, jetzt kommen
wir drauf: Da steckt ja gar keines drinnen. Ist auch besser so, denn Sie verhalten sich wirklich sehr verantwortungslos! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
12.55
Präsident Peter Haubner: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Wolfgang Moitzi. Ich habe die Redezeit auf 3 Minuten eingestellt.
RN/43
12.55
Abgeordneter Wolfgang Moitzi (SPÖ): Sehr geehrter Präsident! Sehr geehrter Herr Finanzminister! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! 2017 war die Sozialdemokratie das letzte Mal in der Regierung, und wir haben ein strukturell ausgeglichenes Budget übergeben. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Na ja, ein bissl ein Defizit war schon, nicht? – Abg. Kaniak [FPÖ]: Das haben wir schon berichtigt! – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Wir
können es aber noch einmal berichtigen!) Von 2018 bis 2025 waren wir bekanntermaßen nicht in der Regierung, und das Ergebnis ist mittlerweile auch bekannt, nämlich 104 Milliarden Euro zusätzlicher Schulden in nur
sieben Jahren. (Abg. Kaniak [FPÖ]: Noch einmal die tatsächliche Berichtigung vom Hubert Fuchs – ihr habt überhaupt nichts ausgeglichen übergeben! – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Ihr seid ja bekannt für ausgeglichene Budgets!)
Dieses Budgetfiasko haben definitiv nicht wir verursacht, aber wir übernehmen jetzt die Verantwortung dafür (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Ihr habt ja überall mitbeschlossen, ihr wart überall dabei! – Abg. Bogner-Strauß [ÖVP]: Ihr ja nicht, oder? – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Nein, wir nicht! Wir waren bei keinem
einzigen Lockdown dabei! – Abg. Bogner-Strauß [ÖVP]: Nur ...!), dass Österreich aus dieser Misere wieder herausgeführt wird und in den nächsten Jahren
diese Schuldenentwicklung endlich wieder gestoppt wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Für uns als Sozialdemokratie war klar, dass breitere Schultern auch einen breiteren Beitrag leisten müssen. Deshalb haben wir dafür gesorgt, dass Banken endlich einen gerechten Beitrag leisten, dass Energiekonzerne einen
gerechten Beitrag leisten müssen, weil die in den letzten Jahren einen überdurchschnittlich hohen Gewinn gehabt haben, oder auch, dass große Immobilienfirmen endlich einen fairen Beitrag leisten.
Was mir als Verkehrssprecher auch besonders wichtig ist, ist, dass nicht nur breitere Schultern einen größeren Beitrag leisten, sondern auch breitere Reifen. Durch die Erhöhung der Lkw-Maut, die hauptsächlich – Frau Gewessler
hat es vorhin angesprochen – ausländische Frächter bezahlen, kommen jährlich in Zukunft 42 Millionen Euro an zusätzlichen Einnahmen herein. (Beifall
bei der SPÖ sowie des Abg. Oberhofer [NEOS].)
Auch die Asfinag, wie es Werner Kogler vorhin angesprochen hat, muss eine Sonderdividende von 30 Millionen Euro pro Jahr abliefern. Was tun wir
mit diesem Geld von der Straße? – Wir nehmen dieses Geld von der Straße her, damit wir endlich den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene
bekommen, damit die Mobilitätswende endlich gelingt. Da ist das Geld gut angelegt! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Strasser [ÖVP].)
Wir weiten auch die Öffitickets für junge Menschen aus. In Zukunft haben auch Lehrlinge bis 21 endlich Anspruch auf Öffitickets, und es ist gut, dass sie
in Zukunft ein Top-Jugendticket bekommen.
Zu guter Letzt möchte ich noch kurz den Rahmenplan ansprechen: Liebe Kolleginnen und Kollegen, es ist ganz klar, wo der Fokus des Verkehrsministers liegt, nämlich auf den Ausbau der Öffis. Wir geben doppelt so viel Geld
pro Jahr für den Ausbau der Öffis aus wie für Straßensanierungen und den Bau von Straßen. Ich glaube, in Zeiten wie diesen ist es wichtig, dass der klare
Fokus auf dem Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel liegt. (Beifall bei der SPÖ.)
Bis 2030 werden wir um die 20 Milliarden Euro in die Erhaltung und den Ausbau der ÖBB und des Rahmenplans stecken. Ich glaube, in einer Zeit, in der die Konjunktur insgesamt eher schlecht ist, ist es extrem wichtig, dass wir
damit die Konjunktur ankurbeln und den Fahrgästen dieses Geld zugute kommt. (Präsidentin Bures übernimmt den Vorsitz.)
Als allerletzten Punkt noch, weil dies auch immer wieder kritisiert wird:
der Pendlereuro. Ja, wir wissen, manche sind auf das Auto angewiesen, viele am Land sind auf das Auto angewiesen. Ich habe gerade letzte Woche einen Krankenpfleger aus Mühlen im Bezirk Murau getroffen. Dieser muss
auf die Stolzalpe ins LKH pendeln. Er kann mit den Öffis zu den Zeiten, zu denen er arbeiten muss, nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, und genau für diese Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhöhen wir den Pendlereuro, damit wir eine zielgerichtete Maßnahme haben, die 200 Millionen Euro kostet und nicht die Klimabonusgießkanne mit 2 Milliarden. (Beifall
bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Koza [Grüne].)
12.59
Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dominik Oberhofer.
RN/44
12.59
Abgeordneter Dominik Oberhofer (NEOS): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Finanzminister! Ich bin jetzt echt überrascht. Jetzt haben
wir 40 Vorrednerinnen und Vorredner hier im Plenum gehabt, und die haben sich bei allen möglichen Menschen, die mit dem Budget zu tun gehabt
haben, bedankt, aber bei jenen Menschen, denen ich jetzt danken will, nämlich den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern, die dieses ganze Budget
überhaupt erst ermöglichen, hat sich bisher keiner der Rednerinnen oder Redner bedankt. Deshalb: Herzlichen Dank, liebe Steuerzahlerinnen
und Steuerzahler! (Beifall bei den NEOS.)
Ich verstehe ja die Aufregung der FPÖ ganz besonders. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Wir sind ja gar nicht aufgeregt! Was redest denn da?) Warum? – Weil wir
NEOS uns durchgesetzt haben und genau dort kürzen, wo es euch am meisten wehtut, nämlich bei der fetten Parteienförderung. Mit der Aussetzung
der Valorisierung der Parteienförderung heißt es nämlich für die FPÖ am Ende des Tages: weniger Geld (Abg. Kaniak [FPÖ]: Wir sind die einzige Partei,
die keine Schulden hat, ihr Kasperln! Das ist ein Wahnsinn!) – weniger Geld für FPÖ-TV, weniger Geld für die blauen Zeltfeste und weniger Geld am Ende auch für die Otti-Band. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Das ist
ein ziemlicher Quatsch, den Sie da jetzt von sich gegeben haben!)
Uns liegt auch Transparenz besonders am Herzen, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ. Deshalb haben wir überhaupt kein Thema, öffentlich darauf hinzuweisen, dass unser Staatssekretariat im Außenamt 1,7 Millionen Euro kosten wird. Warum? – Weil wir diese 1,7 Millionen Euro ganz bewusst investieren wollen: in die Deregulierung (Ruf bei der
FPÖ: Mit einem Posten, einem zusätzlichen!) und in die Bekämpfung der Bürokratie. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Mit einem zusätzlichen Staatssekretärsposten!)
Herr Kickl ist leider nicht anwesend, ich kann mich nie mit ihm unterhalten, weil er nie im Plenum ist, außer wenn er selber redet, und dann ist er gleich
dahin. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Recht hat er!) So viel dazu, dass Sie den Bürgerinnen und Bürgern zuhören, dass Sie ein Ohr für die Demokratie haben.
Er ist nie da. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Wo ist denn der Herr Shetty? Der ist auch nie da! – Abg. Gasser [NEOS]: Der war bis vor einer Stunde die ganze Zeit
da! – Ruf bei den NEOS: Ja, er ist die ganze Zeit da!) Ich würde ihm nämlich gerne sagen: Wir investieren 1,7 Millionen Euro selbstbewusst in den Bürokratieabbau – und ich kann Ihnen garantieren, dass der kommt (Ruf bei der FPÖ: Wo ist der Shetty? – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Der Shetty ist nie da!), nämlich
mit dem Sepp Schellhorn –, und Sie haben im Innenministerium 2,3 Millionen Euro für Ihre Pferde ausgegeben. Das muss einmal klar gesagt werden.
(Beifall bei den NEOS. – Ruf bei der FPÖ: Fragt einmal beim Kollegen Großschartner! – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Das war aber auspaktiert!)
Wenn ich jetzt über das Budget des Außenmin- - (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Das war der Wunsch der ÖVP!) – Sehr geehrte Frau Kollegin von der FPÖ, ich
habe Sie auch reden lassen. Es wäre nett, wenn ich ausreden darf.
Wenn wir jetzt über das Budget des Außenministeriums reden, dann möchte ich auch eines richtigstellen: Ja, wir geben 10 Millionen Euro im Jahr in diesem Doppelbudget jetzt für die Ukrainehilfe aus (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: 10 Millionen? 3 Milliarden!), weil wir weltanschaulich komplett anderer Meinung sind als Sie von der FPÖ, aber es sind nicht die Milliarden (Abg.
Belakowitsch [FPÖ]: O ja! 3 Milliarden!), die Sie auf Tiktok und auf Instagram immer behaupten. 10 Millionen Euro (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: 3 Milliarden!) als Solidaritätsbeitrag für Kinder in der Ukraine, das ist notwendig und
wichtig. – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: 3 Milliarden, Herr Kollege! – Ruf bei der FPÖ:
Über die 82 Milliarden neue Schulden, die ihr gerade beschlossen habt, habt ihr nicht geredet!)
13.03
Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Gabriel Obernosterer.
RN/45
13.03
Abgeordneter Gabriel Obernosterer (ÖVP): Danke vielmals, Frau Präsidentin! Herr Finanzminister! Herr Staatssekretär! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren auf der Galerie und vor den Fernsehschirmen! Wir haben gestern die Budgetrede von unserem Finanzminister gehört und haben heute wie gesagt die Möglichkeit, über diese Rede auch zu diskutieren – in der sogenannten ersten Lesung des
Budgets. Es wird dann dem Budgetausschuss zugewiesen. Dann haben wir alle – wir 183 Abgeordnete – im Budgetausschuss eine Woche lang
Zeit, mit jedem einzelnen Ministerium Punkt für Punkt durchzugehen, warum gewisse Dinge gemacht worden sind und warum gewisse Dinge nicht
gemacht worden sind. Erst dann kommt es – in der zweiten Junihälfte, Mitte Juni – endlich zum Beschluss hier im Plenum, anlässlich dessen wir das nochmals diskutieren.
Wir haben ja gehört, wir müssen das Budget in Ordnung bringen, das Budget ist aus dem Ruder gelaufen – das ist kein Geheimnis, der Herr Finanzminister
hat das ganz klar gesagt. Die Sparmaßnahmen belaufen sich auf 6,4 Milliarden Euro im Jahr 2025 und auf 8,7 Milliarden Euro im Jahr 2026. Das muss
man erst einmal zusammenbringen. Ich gratuliere zu den Verhandlungen! Sie haben auch gesagt, es wird jeden ein bisschen treffen, aber es wird
niemand arm – das können wir laut und deutlich sagen. Wir wissen, dass zwei Drittel der Konsolidierung über Einsparungsmaßnahmen passieren
sollen und ein Drittel über neue Abgaben – Übergewinnbesteuerung et cetera, et cetera. Es sind ja meine Vorredner vorhin schon im Einzelnen darauf eingegangen.
Was ist in diesem Zusammenhang auch ganz wichtig? – Es ist auch wichtig, dass man ein bisschen die Weichen stellt. Wir müssen die Leistung wieder ein bisschen mehr in den Vordergrund stellen. Die Vollkaskomentalität, Leute, die funktioniert nicht. Irgendwann ist das Geld gar.
Da und dort ist auch zu sparen. Sicherheit ist nicht verhandelbar bei
der Sparerei. Weil darauf hingewiesen wurde, im Innenministerium muss auch gespart werden: Wisst ihr, wo da gespart wird? – Im Asylbereich, wo
wir uns dazu bekennen, dass die Ausgaben begrenzt werden, aber nicht bei der Sicherheit, denn wir wissen, was die Sicherheit für Österreich wert ist.
(Beifall bei der ÖVP.)
Und wo kann ich in der Wirtschaft am meisten helfen? – Herr Staatssekretär, Sie sind ja selber ein Wirtschaftler; ich auch. (Abg. Steiner [FPÖ]: Jetzt
ist es ein Audi ...!) – Lasst uns mehr arbeiten und weniger im Büro sitzen – auf Deutsch gesagt und runtergebrochen. Ich habe wie gesagt volles Vertrauen in Sie und in die gesamte Bundesregierung, dass Sie das durchbringen. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS sowie des Abg. Krainer [SPÖ].)
Ja, wir haben zu viel Geld ausgegeben. Wir haben das Geld aber nicht beim Fenster rausgeschmissen. Bei der Brotverteilung waren alle Hände in
der Höhe, es war sogar noch für jeden zu wenig und es war zu langsam. Da habe ich nichts davon gehört, dass es zu viel wäre. (Abg. Kaniak [FPÖ]: Also beim
80-prozentigen Umsatzersatz haben wir auch gesagt, das ist zu viel!) Es hat noch
x Anträge gegeben, bei denen wir noch mehr Geld hätten ausgeben
können. Etwas, was wir nicht im Griff gehabt haben, war einfach der Umstand, dass die Wirtschaftsentwicklung leider nicht so gelaufen ist, wie wir uns
das vorgestellt haben (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Welche Überraschung!) – und nicht nur wir, sondern alle Experten. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Sind jetzt
schon wieder die Experten schuld?) Dadurch ist im Grunde genommen einfach dieses Loch entstanden.
Was noch dazugekommen ist, ist, dass aufgrund der Unsicherheit, die
auf der ganzen Welt herrscht, das Geld, das bei den Menschen angekommen ist, nicht in den Konsum gebracht wurde, sondern es sind allein im letzten
Jahr in Österreich im privaten Bereich 8 Milliarden Euro mehr aufs Sparbuch gekommen. Das ist natürlich auch ein Faktor, der mit ein Grund dafür
ist, dass sich die Wirtschaft so entwickelt hat.
Sie haben gestern gesagt, Herr Finanzminister, wir sind ein gutes Land, wir können stolz sein auf unser Österreich. Viele andere Länder wären froh, wenn sie nur diese Sorgen hätten, die wir jetzt hier mit diesem Budget haben.
Wir sind nach wie vor europaweit im Spitzenfeld bei der Armutsbekämpfung, bei den Sozialleistungen (Ruf bei der FPÖ: Und bei den Schulden!) und bei
den Pensionen. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Und vor allem bei der Überschuldung und bei der Rezession!) Redet dieses Österreich nicht so schlecht, wenn
ihr schon die Österreichpartei sein wollt! (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Eure Politik hat dazu geführt, dass wir jetzt das dritte Jahr in der Rezession sind, als
einziges Industrieland!)
Eines sage ich auch dazu – ein ganz normales Grundprinzip, für das ihr auch immer steht –: Wisst ihr, wann eine Familie am erfolgreichsten ist?
Wenn sie zusammenhält oder wenn sie streitet? Das brauche ich euch nicht zu erklären. Wisst ihr, wann in einem Dorf draußen am meisten passiert? –
Wenn das Dorf zusammenhält und nicht, wenn es streitet. Dasselbe gilt hier. Ich bedanke mich daher wirklich bei der gesamten Regierungspartei, der ich
Gott sei Dank auch angehöre (Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ – Zwischenruf des Abg. Mölzer [FPÖ]), auch bei den Grünen, und ich bitte euch von der Freiheitlichen Partei: Tut weniger zündeln und helfen wir mehr zusammen! Es würde uns allen nur guttun. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS. – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Oje! Macht einmal eine gescheite Politik, dann können wir das machen! – Abg. Mölzer [FPÖ]: Das ist
das Einzige, was ihnen wichtig ist: in der Regierung ...!)
13.07
Präsidentin Doris Bures: Zu Wort gelangt nun Frau Abgeordnete Selma Yildirim.
RN/46
13.07
Abgeordnete Mag. Selma Yildirim (SPÖ): Danke sehr, Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Finanzminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine
Damen und Herren! 2017, als wir auf der Oppositionsbank gelandet sind, haben wir – das möchte ich in diesem Haus schon in Erinnerung rufen – ein ausgeglichenes Budget übergeben. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Ja, ja, 6 Milliarden! – Ruf bei der FPÖ: Wie oft erzählt ihr denselben Blödsinn wieder? –
Abg. Belakowitsch [FPÖ]: 6 Milliarden Minus!)
Danach ist Geld ausgegeben worden. Es ist Geld ausgegeben worden, das nicht da war (Rufe bei der FPÖ: Unglaublich! – Alle gleich ..., jeder erzählt denselben Blödsinn!), und der Wirtschaft ist es schlechter gegangen. Es sind in
diesem Haus Entscheidungen getroffen worden, die nun einmal ein besorgniserregendes Defizit verursacht haben. Nichtsdestotrotz sind wir in schwierigen Zeiten selbstverständlich bereit, da Verantwortung zu übernehmen. Glauben Sie mir, es ist nicht sehr angenehm und es fällt mir nicht leicht, als Justizsprecherin unserer Fraktion, als Abgeordnete, die seit sieben Jahren unermüdlich 200 Planstellen für unsere Richter:innen und Staatsanwält:innen in der Justiz gefordert hat, weil einfach in den letzten Jahrzehnten eine Fülle
von Aufgaben auch für die Justiz beschlossen wurde (Abg. Steiner [FPÖ]: Sie sind gescheitert, persönlich gescheitert!), wir aber beim Personal keine entsprechenden Maßnahmen gesetzt haben – Jahr für Jahr habe ich diese 200 Planstellen gefordert, und ich verstehe auch die Besorgnis der Standesvertretung und der Richter:innenvereinigung –, hier zu stehen und zu sagen, es gibt derzeit keine neuen Planstellen, die vorgesehen sind. (Abg. Steiner [FPÖ]:
Somit bist du gescheitert!)
Nicht wir sind gescheitert (Abg. Steiner [FPÖ]: Du! Nein, du! Du bist gescheitert! Sieben Jahre lang umsonst! Sieben Jahre für die Fisch’ im Haus!), sondern
wir alle sind gefordert, Herr Kollege. Wir alle sind gefordert, und ich sage Ihnen eines: Was wichtig ist, sind Ehrlichkeit, Transparenz und Vertrauen (Abg.
Steiner [FPÖ]: Aber was ist das? Ich werde wohl noch ein bisschen einischreien dürfen! Oder ist das auch nicht mehr angenehm?) – und das habe ich die letzten Jahre vermisst. Beginnend mit euch Blauen in der Regierung habe ich
einfach diese Transparenz im Budget vermisst. Das ist wichtig: Transparenz und Vertrauen. (Abg. Belakowitsch [FPÖ] – erheitert –: Wir waren seit fünf Jahren
nicht in der Regierung! Es war Schwarz-Grün, Frau Kollegin!)
Ich möchte noch eines hier betonen: Wir werden in enger Abstimmung mit der Standesvertretung und der Richter:innenvereinigung weiterhin zusammenarbeiten und sehen, wo wir Gegenmaßnahmen setzen können, wo wir die Effizienz der Justiz steigern können. Es wird eine Reihe von nicht schwer budgetwirksamen Maßnahmen geben, aber wir werden wichtige Projekte forcieren, um die Unabhängigkeit der Justiz zu stärken. Wir werden selbstverständlich bei der Weisungsspitze der Staatsanwaltschaften bleiben. Die unabhängige Bundesstaatsanwaltschaft werden wir umsetzen.
Was für mich als Frauenpolitikerin auch ganz wichtig ist, sind die Gewaltambulanzen. Das ist auch ganz eng damit verbunden, wie es in der Justiz zugeht. Ja, wir brauchen diese Gewaltambulanzen und es ist eine gute Sache, dass wir da Finanzierungsmöglichkeiten gefunden haben. Danke, Herr Finanzminister, dass wir da ausbauen können. Darüber hinaus wird es für die Justizanstalten mit der Ermöglichung der Fußfessel bei einer Strafandrohung von bis zu zwei Jahren auch eine Erleichterung geben. Es wird also keine Untätigkeit in der Justiz geben. Wir werden eng mit der Justiz weiterarbeiten und wir werden aus dieser schwierigen Zeit wieder herausfinden und dann mehr tun können. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS.)
13.11
Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Manfred Hofinger.
RN/47
13.11
Abgeordneter Ing. Manfred Hofinger (ÖVP): Danke, Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Ja, wir diskutieren heute das Doppelbudget, ein Budget, das Stabilität für Österreich bringt. Es bringt Stabilität für
die Pensionen, genauso für die Gesundheit, aber auch für die wirtschaftliche Entwicklung von Österreich. Der Konsolidierungspfad, den wir einschlagen, bringt nachhaltige Strukturveränderungen, sodass auch Investitionen in die Zukunft notwendig sind und möglich sind und auch Entlastungen gemacht werden können.
Entlastungen brauchen zum Beispiel unsere Gemeinden besonders.
Die Gemeinden sind das Rückgrat unseres Landes. Sie sorgen tagtäglich dafür, dass die Infrastruktur passt, aber genauso die Kinderbetreuung, die Schulen
und so weiter, und die Versorgung überhaupt gegeben ist. Sie gestalten Lebensqualität dort, wo sie gebraucht wird, direkt bei den Bürgern. Aber die vergangenen Krisenjahre haben tiefe Spuren in den Gemeinde-, aber genauso in den Landes- und Bundesbudgets hinterlassen. Daher ist es umso wichtiger,
da gezielt zu helfen. Genau das hat die Bundesregierung erkannt und sie hilft da und hat klare Antworten.
Mit dem Doppelbudget sorgen wir für Zuversicht und für Zuversicht für
unsere Gemeinden. Wir setzen auf Leistung statt Gratismentalität. Leistung muss sich wieder lohnen: Das ist für die Gemeinden indirekt, aber auch
direkt besonders wichtig, weil wir natürlich mit den Steuereinnahmen der Gemeinden direkt von der Wirtschaft abhängig sind. Wir schaffen mit
dem kommunalen Investitionsgesetz 2025 eine Möglichkeit, den Gemeinden zu helfen. Insgesamt werden in den nächsten vier Jahren 881 Millionen Euro unbürokratisch, ohne große Anträge, ohne Projekthintergründe in vier Tranchen überwiesen. Dies beginnt jetzt schon im Oktober und erfolgt danach im
Jänner der folgenden Jahre. Dieses kommunale Investitionsprogramm bringt Stabilität für unsere Gemeinden. Wir werden auch die Gelder, die in den
KIG 2020 und 2023 nicht abgeholt wurden, da einfließen lassen, sodass auch diese Gelder indirekt über die Gemeinden an die Bürgerinnen und Bürgern ausbezahlt werden.
Es ist ein Vertrauensbeweis der Bundesregierung gegenüber den Gemeinden und den kommunalen Strukturen, denn die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister wissen am besten, wo in ihren Gemeinden Investitionen notwendig sind. Zudem wird die regionale Wirtschaft gestärkt. (Beifall bei der ÖVP.)
Neben diesem Investitionsprogramm ist es aber auch wichtig, Strukturen
für die Gemeinden langfristig zu ändern. Da möchte ich drei Punkte besonders herausgreifen: Erstens einmal brauchen wir eine funktionierende Wirtschaft. Nur dann, wenn sich Leistung lohnt und die Menschen Arbeit haben, die Firmen sich entwickeln können, haben wir genügend Steuereinnahmen,
um unseren Wohlstand in unseren Gemeinden sicherstellen zu können.
Zweitens: der kommende Finanzausgleich 2028. Da wird es wichtig sein, dass wir eine faire und klare Aufgabenverteilung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden und eine verlässliche Finanzierung der jeweiligen Zuständigkeiten haben. Wir von der Bundesregierung haben uns in den Regierungsverhandlungen darauf geeinigt, eine Arbeitsgruppe einzurichten, die den Finanzausgleich fundiert vorbereiten wird.
Drittens: Auch wir als Gemeinden müssen unsere Hausaufgaben machen. Es ist wichtig, intelligent zwischen den Gemeinden, vor allem in den Verwaltungsbereichen, zusammenzuarbeiten, beispielsweise in kommunalen Dienstleistungszentren auf Bezirksebene. Ob die Lohnverrechnung oder die Buchhaltung auf Bezirksebene erfolgt oder nicht, macht keinen Unterschied für den einzelnen Bürger, bringt aber weniger Aufgaben, geringere Kosten
und effizientere Abläufe. Gerade im ländlichen Raum ist viel Potenzial drinnen.
Die Gemeinde ist nicht nur eine Heimat, sondern auch Zukunftsraum für Familien, Betriebe und für unsere Gemeinden. Mit den gezielten Investitionen und Reformen, die wir auf den Weg bringen, geben wir Zuversicht
zurück: für eine starke kommunale Ebene, eine gute Zukunft für unsere Regionen.
Ich möchte mich abschließend bei allen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern für ihre Arbeit, die nicht immer die einfachste ist, recht herzlich
bedanken. Ich möchte mich aber auch beim Herrn Finanzminister, beim Staatssekretär, beim gesamten Kabinett, bei den Kommunalsprechern, bei
allen Verhandlern bedanken, dass dieses kommunale Investitionsgesetz auch in Zukunft möglich wird. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
13.16
Präsidentin Doris Bures: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs.
RN/48
13.16
Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Geschätzte Präsidentin! Geschätzter Herr Minister! Herr Staatssekretär! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Ja, nach über 25 Jahren in der Elementarpädagogik weiß ich, wie viel Hoffnung, aber auch wie viel Verantwortung in den ersten Lebensjahren eines Kindes stecken. Ich weiß auch, wenn wir
es mit Chancengerechtigkeit ernst meinen, dann beginnt sie ganz
früh. Die Versäumnisse und Entscheidungen früherer Regierungen zwingen uns heute zu einem klaren Kurswechsel, aber dank der Sozialdemokratie
werden breite Schultern – wir haben es heute schon gehört – wie Banken, Energiekonzerne, Profiteure bei Immo-Deals und Stiftungen zukünftig
mehr leisten. (Beifall bei der SPÖ.)
Ein Satz hat mich gestern während der Budgetrede ganz besonders berührt, weil er – so denke ich; ich weiß es – von Herzen kommt und aus
vollster, faktenbasierter Überzeugung unseres Finanzministers: „Kinderbildung ist die wichtigste Investition in die Zukunft.“ (Beifall bei der SPÖ.)
Es ist wichtig und richtig, dass sich das nicht nur in den Worten, sondern tatsächlich auch im Budget widerspiegelt. Es ist ein Sparpaket, doch wir kürzen nicht in der Kinderbildung, wir investieren. Was tun wir und warum? –
Wir ermöglichen das zweite verpflichtende Kindergartenjahr. Alle bekommen mehr Zeit zum Lernen, mehr Zeit fürs Spielen, fürs Üben der Sprache
und dafür, sich zu entwickeln, egal wie viel Förderung gerade auch von zu Hause aus möglich ist. Das bedeutet weniger Stress und mehr Planbarkeit für Eltern. Wer im Kindergarten gut gefördert ist, braucht später weniger
Nachhilfe, hat einen besseren Start im Berufsleben und entlastet dadurch auch das Bildungssystem und unseren Sozialstaat.
Ich freue mich über das gemeinsame Verständnis der gesamten Bundesregierung, dass Investition in die frühe Bildung nicht nur individuell für das einzelne Kind und seine Persönlichkeit von Nutzen ist, sondern vor allem
auch ein volkswirtschaftlicher Nutzen für unsere Gesellschaft. Das zweite verpflichtende Kindergartenjahr ist demnach kein Kostenfaktor, sondern
ein Gerechtigkeitsmotor, so würde ich das verstehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Die Personaloffensive in der Elementarpädagogik kommt und sie ist
längst überfällig, denn gute Bildung beginnt mit den Menschen, die unsere Kinder tagtäglich begleiten, fördern und stärken.
Die gesunde Jause im Kindergarten kommt – und sie ist kein Luxus, nein, sie ist ein Beitrag zur Chancengerechtigkeit und zur Kindergesundheit und entlastet das Geldbörsel der Eltern.
Wir sagen Kinderarmut durch eine Kindergrundsicherung den Kampf an, durch den Unterhaltsgarantiefonds, durch den Mietpreisstopp. Wir schaffen wirkliche, echte Verbesserungen. Und weil das Spiel in der Elementarpädagogik und den ersten Lebensjahren die wirksamste Lernform überhaupt ist, erlaube
ich mir dein Zitat, lieber Finanzminister, noch zu ergänzen, nämlich: Wir investieren in Spielräume, in Schule, Schiene und Spitäler. Man kann es nicht
oft genug sagen: „Kinderbildung ist die wichtigste Investition in die Zukunft.“ (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg.
Shetty [NEOS].)
13.19
Präsidentin Doris Bures: Herr Abgeordneter Friedrich Ofenauer, Sie haben das Wort.
RN/49
13.19
Abgeordneter Mag. Friedrich Ofenauer (ÖVP): Vielen Dank, Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen im Hohen Haus! Werte Zuseherinnen und Zuseher! Ja, es ist ein gutes Land, und es hat eine gute Regierung, die mit Zuversicht in
die Zukunft blickt und mit diesem Doppelbudget 2025/26 in herausfordernden Zeiten das Richtige tut. Das ist die eine Seite: die Regierung und die Regierungsparteien, die Verantwortung übernehmen, Herausforderungen ins Auge blicken und Probleme lösen (Abg. Darmann [FPÖ]: Jetzt nimmst
du die rosarote Brille ab!), die trotz aller Schwierigkeiten positiv in die Zukunft blicken, die das Richtige tun, auch wenn es schwer ist.
Die andere Seite, die Kickl-FPÖ, duckt sich weg, wenn es schwierig
wird, sie schmeißt mit Phrasen um sich, ohne Lösungen zu präsentieren. Wenn man Lösungen präsentieren würde, dann müsste man sich nämlich auch manchmal erklären und Verantwortung dafür übernehmen, und das
tut die Kickl-FPÖ nicht. (Abg. Darmann [FPÖ]: Ihr lehnt seit Jahren Hunderte Anträge von uns ab! Hunderte Anträge werden seit Jahren von euch eingestampft! – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Wer hat uns denn diese Misere gebracht? – Abg. Darmann [FPÖ]: Also hör auf mit Lösungsansätzen! – Ruf bei der FPÖ: Das ist ja unfassbar!) – Ihr positiver Beitrag zur politischen Kultur ist eher enden
wollend, Herr Kollege, es ist leider so, wie auch Ihr Beitrag zum
Thema Sicherheit.
Die Positionen, die in den Gott sei Dank gescheiterten Regierungsverhandlungen zum Vorschein gekommen sind – keine internationalen Kooperationen, kein Raketenschutzschirm –, tragen nicht zur Sicherheit Österreichs bei. Wer die Demokratie ernst nimmt, meine Damen und Herren (Ruf bei der
FPÖ: Die Neutralität nehmen wir ernst! – Abg. Darmann [FPÖ]: Ihr seid eine Gefahr für die Demokratie!), wer Verantwortung für dieses Land übernehmen
will, arbeitet konstruktiv an Lösungen und streut nicht Sand ins Getriebe. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Wer Österreich ernst nimmt, führt es nicht in den
Ruin! – Abg. Steiner [FPÖ]: Vor allem nicht ins Getriebe vom Sepp! – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Ja, weil sonst braucht er ein drittes Auto!)
„Das Richtige tun“ heißt zu konsolidieren, zu reformieren und zu investieren, und so macht es auch das Bundesministerium für Landesverteidigung.
Wenn gespart wird, dann in der Verwaltung, nicht bei der Truppe und nicht beim Aufbauplan 2032 plus. Da wird investiert. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Deshalb wird auch das Verteidigungsbudget von 2024 auf 2025 um
rund 18 Prozent auf 4,74 Milliarden Euro steigen und auf 2026 dann nochmals um 8,5 Prozent auf circa 5,1 Milliarden Euro. Damit hat sich das Verteidigungsbudget seit 2020 mehr als verdoppelt, und das ist auch gut so, denn es ist notwendig, dass wir unsere Verteidigungsfähigkeit ausbauen, dass
die Modernisierung unserer Kasernen weitergeht, dass die Ausrüstung unserer Soldatinnen und Soldaten verbessert wird, dass neues Gerät angeschafft werden kann und der Aufbauplan 2032 plus umgesetzt wird.
Das ist auch notwendig, denn die Neutralität alleine schützt uns nicht. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Was wollen Sie jetzt damit sagen?) Das kann nur ein
gut ausgestattetes, trainiertes und modernes österreichisches Bundesheer, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei Abgeordneten
der ÖVP.)
An dieser Stelle, also zum Abschluss, ein herzliches Dankeschön an all diejenigen, die sich für die Sicherheit in diesem Land einsetzen, an die Soldatinnen und Soldaten, die Zivilbediensteten, die Polizistinnen und Polizisten und an alle Rettungskräfte. Ein herzliches Dankeschön dafür. (Beifall bei
der ÖVP. – Abg. Steiner [FPÖ]: Ich glaube, er wollte eigentlich Pfarrer werden!)
13.22
Präsidentin Doris Bures: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Elke Hanel-Torsch.
RN/50
13.22
Abgeordnete Mag. Elke Hanel-Torsch (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Staatssekretär:innen! Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen!
Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher! Gestern hat unser Finanzminister hier seine Budgetrede gehalten: Sie war klar, sie war unaufgeregt, ehrlich, transparent und trotz dieser schwierigen Herausforderungen mit Zuversicht ausgestattet, und genau das braucht es in Zeiten wie diesen.
(Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Shetty [NEOS].)
Die Suppe, die nun auf dem Tisch steht, haben andere gekocht,
dieses Milliardendefizit haben die anderen verursacht, die SPÖ aber hat sich nicht feig weggeduckt wie die FPÖ, sondern sie hat, wie in der Vergangenheit schon so oft, Verantwortung übernommen. Gemeinsam mit den anderen Regierungsparteien werden wir Österreich wieder nach vorne bringen.
(Beifall bei der SPÖ.)
Wir wollen, dass breite Schultern mehr tragen, und wir wollen, dass die Budgetsanierung sozial und gerecht erfolgt, und zwar ohne Massensteuererhöhungen und ohne Pensionskürzungen, wie es andere Parteien hier im Haus durchaus vorgesehen gehabt hätten. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Genau!)
Ich möchte heute hier auf zwei Maßnahmen eingehen, die sehr genau zeigen, dass breite Schultern mehr tragen werden. Sie haben mit dem Thema
Wohnen zu tun.
Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Ansätze, wie man mit diesem Thema umgehen kann. Da ist der eine Ansatz, der besagt, dass der Markt es
schon regeln wird, dass man quasi nur die Hände wegtun und stillhalten müsse, weil dann, das glauben so manche, diese unsichtbare Hand des Marktes
kommt und die Dinge auf wundersame Weise selbst regelt.
Das ist aber ein Rezept, das nicht funktioniert. Das macht wenige reich und viele arm, und deshalb gehen wir einen anderen Weg. Wir haben
erstens den erfolgreichen Mietpreisstopp umgesetzt. Dazu gibt es jetzt auch zwei wichtige Maßnahmen im Budget, die einen Lenkungseffekt im
Bereich des Wohnbaus haben und zusätzlich Geld bringen werden. Das ist zum einen die 30-prozentige Umwidmungsabgabe. Diese wird nun auch für Spekulationen in Grund und Boden schlagend, wir machen solche unattraktiv und dämmen so die Profite von Immobilienspekulant:innen ein. (Beifall
bei der SPÖ.)
Der zweite Punkt betrifft die sogenannten Share-Deals: Bisher konnte man eine Gesellschaft erwerben, der eine Immobilie gehört hat, und musste dafür
in vielen Fällen überhaupt keine Grunderwerbsteuer zahlen. Das war eine total unfaire Regelung gegenüber Privaten. Hiermit wird dieses Steuerschlupfloch geschlossen, und das ist, glaube ich, ein ganz, ganz wichtiger Schritt.
Abschließend möchte ich zu diesem Budget noch eines sagen: Es gibt
natürlich massiven Spardruck. Wir haben es heute mehrfach gehört, ja, aber trotzdem gibt es auch viele Zukunftsinvestitionen, vor allem in den
Bereichen Bildung, Gesundheit und Arbeitsmarkt. Wir übernehmen Verantwortung, wir stemmen nicht nur die Lasten aus der Vergangenheit,
wir meistern auch die Herausforderungen der Gegenwart und beschreiten gemeinsam einen gerechten und sozialen Weg in die Zukunft. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch [FPÖ] und
Darmann [FPÖ].)
13.25
Präsidentin Doris Bures: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Juliane Bogner-Strauß.
RN/51
13.25
Abgeordnete Mag. Dr. Juliane Bogner-Strauß (ÖVP): Danke, Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Staatssekretärin! Geschätzter Herr Staatssekretär! Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Werte Zuseherinnen und Zuseher hier im Plenum, zu Hause vor den Bildschirmen oder von wo immer Sie diese erste Lesung verfolgen! Ich darf Ihnen sagen, wir übernehmen Verantwortung, wir tun jetzt das Richtige, und wir haben das auch schon (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: In
der Vergangenheit getan!) in den letzten Jahren getan. (Abg. Steiner [FPÖ]: Ja, super! – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Ja, super, das Budgetdefizit ...!) Wir
haben das auch schon in den Jahren der multiplen Krisen getan. Denken Sie an die Krisen – Pandemie, Energiekrise, Stromkrise –, die wir hatten; leider
haben wir auch noch immer einen Krieg auf europäischem Festland,
in der Ukraine.
Wir haben das nach bestem Wissen und Gewissen getan. (Abg. Darmann [FPÖ]: Steht Österreich deswegen so schlecht da im Wettbewerb? – Abg.
Belakowitsch [FPÖ]: Weil ihr das Richtige getan habt! – Abg. Wöginger [ÖVP]: Gerade ein Kärntner darf da nichts sagen! Kärnten haben wir gerettet
vor zig Jahren! – Abg. Steiner [FPÖ]: Weil der Pröll zurückgekauft hat! Der Pröll hat zurückgekauft! Das war der Fehler!) Nach bestem Wissen und Gewissen:
Das möchte ich heute betonen, weil es nämlich, und ich denke, das kennen alle, ein Sprichwort in allen Sprachen dieser Welt gibt, das besagt, dass man hinterher klüger werden kann. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Man hätte es aber schon gleich wissen können! Ihr hättet nur auf uns hören müssen!) Das sollten
wir alle gemeinsam tun. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Steiner [FPÖ]: Zurückkaufen war der Fehler! Ich kaufe ja nichts Hiniges zurück!)
Und was ich hier auch sagen möchte, weil ich heute doch von einigen Rednerinnen und Rednern gehört habe, dass vor allem die beiden Regierungsparteien der letzten Jahre für diese Budgetsanierung verantwortlich sind (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Vor allem fürs Budgetdefizit!), für das Defizit verantwortlich sind: Ich möchte daran erinnern, dass beinahe alle, die hier im Saal sitzen, und vermutlich stehen Sie auch heute noch dazu, dafür
waren, manchmal mit der Gießkanne Geld auszugeben. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Die Cofag?) Wer von Ihnen war gegen Kurzarbeit? Wer von
Ihnen war gegen eine Energiekostensenkung? (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Welche Energiekostensenkung? Was redet sie da? Wo haben wir denn eine Energiekostensenkung gehabt?) Wer von Ihnen war gegen eine Strompreisbremse? Wir haben das gemeinsam beschlossen. Wir haben dieses
Geld gemeinsam ausgegeben, um die Menschen zu unterstützen, um die Wirtschaft zu unterstützen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. –
Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Wir waren gegen die Cofag, wir waren gegen die Lockdowns, wir waren gegen die Impfpflicht!)
Nichtsdestotrotz, wir sind im dritten Jahr einer Rezession, und es braucht eine zielgerichtete und gerechte Budgetsanierung, und jeder, fast jeder/jede
wird etwas beitragen müssen (Abg. Steiner [FPÖ]: Der Sepp weniger!), aber jene, denen es finanziell besser geht, werden mehr beitragen, und dafür sage
ich Danke. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Die tragen gar nichts bei! –
Abg. Kassegger [FPÖ]: Das aus dem Munde eines ÖVPlers! Das ist Sozialistensprech!)
Ich möchte auch einige Beispiele erwähnen: Wir setzen auf Leistung
statt Gratismentalität. Die Unternehmen haben die Möglichkeit, einen leistungsbezogenen 1 000-Euro-Mitarbeiterbonus steuerfrei auszubezahlen. Wir schaffen die Möglichkeit geringfügigen Zuverdienstes, wenn man Arbeitslosengeld bezieht, großteils ab. Wir investieren in die Zukunft
unserer Kinder (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Ah, darum tun Sie die Familienleistungen nicht valorisieren!), denn die Kinder sind nicht nur unsere Gegenwart,
sie sind auch unsere Zukunft, und wir werden vor allem jene unterstützen – weil das auch von Kollegen Kogler und von Kollegin Neßler kam –, die es
brauchen, nämlich monetär und mit Sachleistungen.
Ich nenne nur das zweite Gratiskindergartenjahr (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Na grandios!) und Deutschförderklassen, denn wir wissen alle, es ist unglaublich wichtig, die Sprache zu beherrschen, um sich zu integrieren, um unserem durchwegs guten Bildungssystem auch folgen zu können. (Abg.
Belakowitsch [FPÖ]: Ja eh! Was machen Sie für unsere Kinder?!) Wir führen den Chancenbonus für Kinder ein und einen Unterhaltsfonds, um einen
Unterhalt für Kinder zu garantieren, die keinen bekommen. Wir sichern das Frauenbudget (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Ganz wichtig, das Binnen-I, wichtig!), es kommt die Umsatzsteuerbefreiung auf Hygieneartikel, auf Verhütungsmittel, um die Selbstbestimmung zu erhöhen, es sind 18 Millionen Euro für den Gewaltschutz vorgesehen, und wir verbessern die Frauengesundheit.
(Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Wie genau?)
Überhaupt wird es einen zweckgebundenen Fonds für zielgerichtete Verbesserungen in der Gesundheit geben, damit Sie alle davon profitieren (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Genau!): von verkürzten Wartezeiten, von einer besseren Versorgung am richtigen Ort.
Sehr geehrte Damen und Herren! Die FPÖ lebt von Problemen, sie findet keine Lösungen. (Abg. Brückl [FPÖ]: Wir leben aber gut offensichtlich!) Die FPÖ hat
sich vor der Regierungsarbeit gedrückt, weil ihr Posten wichtiger als Lösungen sind – heute sage ich: Gott sei Dank! (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Ja genau! –
Abg. Steiner [FPÖ]: Das sagen ausgerechnet Sie! Sie reden über Posten! Ausgerechnet Sie reden über Posten, Sie als Person!)
Die FPÖ hat ein Budgetsanierungspaket unterschrieben und nach Brüssel geschickt. Die FPÖ hat es unterschrieben und nach Brüssel geschickt und leugnet dieses Paket jetzt (Abg. Steiner [FPÖ] – erheitert –: Ausgerechnet!
Die wird durchgereicht durch’s ganze Land von Mandat zu Mandat und redet über Posten!), weil ihr unpopuläre und richtige Maßnahmen nicht ins Oppositionskonzept passen. (Abg. Lindinger [ÖVP]: Ah!) – Ja! Oh!
Wir hingegen, wir reden nicht nur, wir tun, und zwar das Richtige für unser schönes Land, für unser wunderschönes Österreich (Abg. Darmann [FPÖ]: Ihr zerstört dieses Land!) und für die Zukunft der Menschen, die in unserem schönen Land leben. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten
der SPÖ. – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Super Rede ....! – Abg. Steiner [FPÖ]: Ich werde die Rede teilen, dann haben wir wieder ein paar Stimmen!)
13.31
Präsidentin Doris Bures: Nun gelangt Herr Abgeordneter Markus Koza zu Wort. – Bitte.
RN/52
13.31
Abgeordneter Mag. Markus Koza (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Staatssekretär:innen auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher! Ja, die Frage ist ja schon lange nicht mehr, ob gespart werden muss, sondern die zentrale Frage ist ja nach wie vor,
wo und wie (Abg. Kogler [Grüne]: Richtig!) gespart werden soll. Und wenn gestern davon die Rede war, dass jene, die mehr haben, auch mehr beitragen,
wenn davon die Rede war, dass die Sanierungslasten gerecht zwischen den sozialen Gruppen und den wirtschaftlichen Akteuren verteilt sind,
dass alle davon betroffen sein werden, aber es gerecht zugehen muss, dann war das gestern zwar eine wunderschöne Rede, nur mit dem Budget hat
diese Rede absolut nichts zu tun. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Krainer [SPÖ]: Das traut er sich nur, weil der Markus nicht da ist!)
Beispiels eins sind die Abschaffung des Klimabonus und der Inflationsanpassung der Familienleistungen: Ja, das betrifft natürlich schon alle, nur treffen tut es höchst unterschiedlich. Uns hier herinnen, den Herrn Bundeskanzler, den Herrn Vizekanzler, uns Abgeordnete, na, uns trifft es kaum. Treffen tut es aber ausgerechnet die Familien mit vielen Kindern,
treffen tut es ausgerechnet die Familien mit wenig Einkommen und treffen tut es ausgerechnet die Familien mit einer geringen Anbindung an den öffentlichen Verkehr.
RN/52.1
Weil ein Bild bekanntlich mehr als tausend Worte sagt, habe ich diese wunderschöne Grafik mitgebracht. (Der Redner hält eine Tafel mit der Überschrift „Verluste für Familien“ und einem Balkendiagramm in die Höhe.) Die zeigt
eindeutig, dass es in diesem Budget eben nicht sozial gerecht zugeht, wenn in der Donaustadt eine Alleinerzieherin mit zwei Kindern 555 Euro verliert,
zwei Erwachsene mit zwei Kindern in Jenbach über 1 000 Euro (Zwischenruf des Abg. Egger [ÖVP]) und in Gamlitz eine Familie mit zwei Erwachsenen und
vier Kindern über 1 500 Euro. Meine sehr geehrten Damen und
Herren, da muss ich nimmer darüber reden, ob das sozial gerecht ist oder nicht: Nein, das ist es nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Dabei gäbe es ja Alternativen. Es ist ja vollkommen absurd: Je dringender
eine Familie Geld braucht, umso stärker wird gekürzt. Es gäbe Alternativen. Es gibt ja auch Familienleistungen für Besserverdienende, nur da hat man interessanterweise nicht zugegriffen.
Zweites Beispiel: Pensionen. Das tatsächliche Pensionsantrittsalter soll näher an das gesetzliche herangeführt werden. – Ja, richtig, wichtig, gut so, haben
wir auch gemacht, brauchen wir, damit wir unser Pensionssystem weiter finanzieren können. Nur: Wenn man Menschen länger in Beschäftigung halten
will, dann muss man auch dafür sorgen, dass es die entsprechenden Jobs für die älteren Beschäftigten gibt, dann muss man dafür sorgen, dass Jobs angeboten werden, in denen ältere Beschäftigte gesund in Pension gehen können. (Beifall bei den Grünen.)
Genau darum fordern wir ja schon seit Langem ein Bonus-Malus-System,
von dem Betriebe, die ältere Leute beschäftigen, profitieren sollen, während Betriebe, die ältere Beschäftigte raushauen, mehr ins AMS einzahlen.
Das wäre ein entsprechender Anreiz, weil genauso wie die Arbeitnehmer natürlich auch die Betriebe in der Pflicht sind. (Beifall bei den Grünen.)
Nur: Abgesehen davon, dass kein Beitrag der Unternehmen zur Beschäftigung älterer Arbeitsloser im Budget vorgesehen ist, gibt es noch einen ganz interessanten Aspekt, es soll nämlich für ältere Arbeitnehmer:innen, also für Pensionist:innen, die noch arbeiten gehen, künftig eine Sondersteuer
von 25 Prozent geben. Und nicht nur das soll es für arbeitende Pensionist:innen geben, auch die Sozialbeiträge, welche die Unternehmen zu leisten haben, sollen geringer sein als die für aktiv Beschäftigte.
Jetzt muss ich kein großer Raketenwissenschafter sein: Wenn ich als Betrieb die Wahl zwischen einem 63-jährigen Arbeitslosen und einem 65-jährigen Pensionisten habe und für den 65-jährigen Pensionisten weniger Sozialbeiträge zahlen muss, na, wen werde ich einstellen? Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist einfach ein Schildbürgerstreich! (Beifall bei den Grünen.)
Wir konterkarieren mit dieser Maßnahme genau das Ziel, das wir haben,
wenn wir nämlich arbeitende Pensionisten billiger als ältere Arbeitnehmer:innen machen. Wir konterkarieren genau das Ziel, dass wir mehr ältere Menschen, ältere Arbeitnehmer:innen in Beschäftigung halten und in Beschäftigung bringen. Es ist noch dazu ein enormes Steuergeschenk. Wir kratzen überall
im Pensionsbereich Gelder zusammen, damit wir weniger Budgetmittel
in die Pensionen reinschießen müssen, und jetzt werden da um die 500 Millionen Euro an Steuergeschenken für pensionierte Arbeitnehmer:innen ausgeschüttet – wie gesagt: ein einziger Schildbürgerstreich! (Beifall bei den Grünen.)
Noch ganz kurz: Zum sozialen Drittel ist schon viel gesagt worden. Das Prinzip ist ganz einfach: Entlaste ich das untere Einkommensdrittel, gibt es einen höheren Konsum. Entlaste ich die oberen Einkommensdrittel, gibt es
eine höhere Sparquote. Kürze ich beim unteren Einkommensdrittel, kürze ich den Konsum. Entlaste ich das obere Einkommensdrittel, erhöht sich immer noch die Sparquote, und die Sparquote ist ja das große Problem. Wir brauchen nämlich mehr Konsum, darum ist es ja genau die falsche Maßnahme,
beim sozialen Drittel und nicht oben anzusetzen. (Beifall bei den Grünen.)
Meine sehr geehrten Damen und Herren, zum Abschluss: Gespart wird nicht bei denen mit den breiten Schultern, sondern bei denen mit den schmalen Geldbörsen. Die Reichen dürfen sich freuen, ihre Schultern bleiben weiterhin unbelastet, und genau das ist das Problem. – Danke. (Beifall bei den
Grünen. – Abg. Lukas Hammer [Grüne]: Das war ausgezeichnet!)
13.36
Präsidentin Doris Bures: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Dagmar Belakowitsch.
RN/53
13.36
Abgeordnete Dr. Dagmar Belakowitsch (FPÖ): Vielen Dank, Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Frau Staatssekretärin! Sehr geehrte Damen und Herren zu Hause vor den Bildschirmen und hier herinnen! Ja, wir diskutieren heute schon den ganzen Tag das Budget beziehungsweise das, was wir jetzt hier
auf den Tisch gelegt bekommen haben, und man hat ein bisschen den Eindruck, manche von Ihnen leben tatsächlich in einer Parallelwelt. (Abg. Michael
Hammer [ÖVP]: Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Heilung!)
Wir haben ein Budgetdefizit in nicht geahnter Höhe, und, meine Damen und Herren, vor allem von der Österreichischen Volkspartei, aber auch von
den Grünen, Sie haben die letzte Bundesregierung gestellt. Sie sind verantwortlich für dieses Defizit, Ihr damaliger Finanzminister Brunner, Ihr damaliger Kanzler Nehammer, die Sie dann in weiterer Folge für diesen Scherbenhaufen, den sie uns da im Budget hinterlassen haben, auch noch in
hoch dotierte Posten weggelobt haben. Nehammer ist jetzt sogar Banker in der EU – na das kann was werden, meine Damen und Herren! (Beifall bei
der FPÖ.)
Und Sie stellen sich allen Ernstes hier heraus und erklären, was Sie jetzt da nicht alles Großartiges geleistet haben!? Also ich meine, das muss Ihnen doch
selber auffallen, wie krank das ist. Sie sind dafür verantwortlich.
Auch die SPÖ kann man aber nicht aus der Verantwortung rauslassen: Sie waren überall dabei, bei nahezu allen Abstimmungen in den letzten fünf Jahren.
Und was kommt jetzt, heute? Wo sparen Sie ein? Sozial ausgewogen? – Nein, danke, das machen Sie natürlich nicht.
Die größten Einsparungsmaßnahmen treffen natürlich die Pensionisten.
Nicht nur, dass sie jetzt erhöhte Krankenkassenbeiträge haben: Was Sie mit Ihrem – Sie haben es jetzt umgetauft, Sie nennen das jetzt so – Nachhaltigkeitsmechanismus wollen, ist nichts anderes, als dass das gesetzliche Pensionsalter hinaufgesetzt werden soll. Die Redner der NEOS haben
es wenigstens ehrlich heute hier gesagt und zugegeben. – Das wird jetzt passieren: Es wird das gesetzliche Pensionsalter hinaufgesetzt.
(Abg. Shetty [NEOS]: Ja, und ihr habt die Korridorpension mitbeschlossen!)
Sie sparen bei den Pflegebedürftigen ein. Ich meine, es steht zwar hier in dieser Budgetrede drinnen, dass die Valorisierung des Pflegegeldes nicht ausgesetzt wird, aber wenn man sich das anschaut und sieht, dass Sie das
Budget runterfahren, dann stelle ich mir die Frage: Wo sparen Sie denn beim Pflegegeld ein? Offensichtlich geht es um die Vergabe. Das heißt, wenn
Sie, meine Damen und Herren, um Pflegegeld ansuchen, wird es
immer schwieriger werden, dass Sie überhaupt eines bekommen. Es wird noch restriktiver werden. Die Leute werden noch niedriger eingestuft werden,
als es jetzt schon teilweise der Fall ist. – Das wird passieren.
Die Länder und die Landessozialräte diskutieren ja schon fleißig, ob man Personen, die in Pflegeheimen liegen, nicht die 13. und 14. Pension, die bis
jetzt als einziges Taschengeld geblieben ist, auch noch wegnehmen soll. – Da wird gespart.
Bei Menschen mit Behinderungen: Einsparungen von 124,6 Millionen
Euro; 24-Stunden-Pflege: Einsparungspotenzial von 28,9 Millionen Euro. Bei den Familien sparen Sie ein. Sie sparen überall dort ein, wo es die
Schwächsten trifft: die Familien mit den Kindern, die Pensionisten, die Pflegebedürftigen und die Menschen mit Behinderungen. Gleichzeitig ist aber
genug Geld für die Migranten da. Da wird überhaupt nicht hingeschaut, da wird auch nichts angegriffen. Wenn Sie wissen wollen, wohin das Geld
auch weiterhin kommt: zu Migranten und auf der anderen Seite in die Ukraine – 3 Milliarden Euro für die Ukraine.
Meine Damen und Herren, Sie haben fertig! Sie können es nicht! Sie sollten sich endlich dazu bereit erklären: Machen Sie Neuwahlen, die Österreicherinnen und Österreicher haben es sich verdient! (Beifall bei
der FPÖ. – Abg. Steiner [FPÖ]: Das mit den Neuwahlen bezweifle ich! – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
13.40
Präsidentin Doris Bures: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Abgeordneter Nico Marchetti zu Wort gemeldet. – Bitte, Herr Abgeordneter.
RN/54
13.40
Abgeordneter Nico Marchetti (ÖVP): Kollegin Belakowitsch hat gerade behauptet, dass wir das gesetzliche Pensionsantrittsalter erhöhen würden. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: „Wollen“ habe ich gesagt! Wollen! Erhöhen wollen!)
Ich berichtige tatsächlich: Das ist nicht der Fall. Das ist weder Beschlusslage noch ist es eine Forderung. Das ist einfach unwahr, und deswegen
möchte ich es richtigstellen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Nachhaltigkeitsmechanismus! Das ist das andere
Wort für Erhöhung!)
13.40
Präsidentin Doris Bures: Nun ist Herr Abgeordneter Gerhard Kaniak zu Wort gemeldet.
RN/55
13.40
Abgeordneter Mag. Gerhard Kaniak (FPÖ): Danke, Frau Präsident! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Sehr geehrte Zuhörerinnen und Zuhörer! Ja, die heutige Debatte hat schon einiges an Skurrilität zu bieten. (Abg. Michael Hammer [ÖVP]: Das stimmt!) Da haben wir eine SPÖ-Fraktion dasitzen, die tatsächlich in vollkommener Geschichtsverklärung glaubt, 2017 ein ausgeglichenes Budget übergeben zu haben. (Abg. Michael Hammer [ÖVP]: Stimmt! Das hat mit dem Erstredner angefangen!) Ein Redner nach dem anderen kommt
heraus und behauptet diese Unwahrheit (Abg. Kucher [SPÖ]: Das
stimmt ja wohl!), obwohl das Defizit über 6 Milliarden Euro betragen hat, als die Freiheitliche Partei 2017 dann Regierungsverantwortung übernommen
hat. Das ist bei Statistik Austria einfach nachzulesen. Einfach einmal nachschauen! (Abg. Krainer [SPÖ]: Das ist interessant, wie Sie hier ihr Nichtwissen offenkundig vor allen vor sich hertragen! Das ist ein bisschen peinlich für jemanden, der im Budgetausschuss sitzt, der zeigt, dass er keine Ahnung
über Budgetmechaniken hat! Aber wenn man bei den Freiheitlichen ist, ist einem anscheinend nichts mehr peinlich!)
Aber auch die ÖVP ist in totaler Vergangenheitsvergessenheit. Dass die ÖVP in den letzten fünf Jahren in der Bundesregierung war und fast 90 Milliarden
Euro Defizit aufgebaut hat, das wird komplett außer Acht gelassen,
das wird komplett abgetan. Man hat immer schon verantwortungsbewusst gehandelt, die Wirtschaft hat man auch so gestärkt! – Darum sind wir das dritte Jahr in der Rezession! (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.)
Die NEOS tragen diesen ganzen Wahnsinn noch mit. Ja, Kollege Shetty
lacht hier vorne. Wie man sich hierherstellen kann und das als nachhaltiges Budget verkaufen kann, wenn der Schuldenrucksack für die nächsten Generationen in den nächsten fünf Jahren um noch einmal 80 Milliarden Euro größer wird, wenn das Defizit auf Bundesebene in den Jahren 2025
und 2026 de facto überhaupt nicht zurückgehen wird, und das schon bei geschönten Wirtschaftsprognosen, das frage ich mich. Ich frage
mich: Wo ist denn da die nachhaltige Politik der NEOS, die die NEOS in den vergangenen Jahren immer gefordert haben? Ihr Parteigründer und
auch viele andere Mitglieder der NEOS, die jetzt nicht hier herinnen sitzen, würden sich im Grab umdrehen angesichts dessen, was Sie hier alles mittragen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scherak [NEOS]: Die leben alle noch! – Heiterkeit
bei den NEOS.)
Aber schauen wir uns das Gesundheitsbudget ein bisschen im Detail an. Da ist ja genau dasselbe: viele Floskeln, viele großartige Erklärungen, und in Wirklichkeit ist in den Zahlen etwas ganz anderes versteckt. Das Gesundheitsbudget, die Untergruppe 24, hat tatsächlich noch immer ein Budgetvolumen von 2,8 Milliarden Euro. Denken wir zurück: Vor Corona war das nur 1 Milliarde Euro, die über das Gesundheitsressort geflossen ist, jetzt
sind es 2,8 Milliarden Euro. Da sind noch die Nachwehen von Corona mit dabei. Die Krise ist zwar schon seit zwei Jahren vorbei, aber wir haben noch
immer 144 Millionen Euro coronabedingte Ausgaben im Gesundheitsressort. Da fragt man sich auch, wie das möglich ist nach mehr als zwei Jahren nach
Ende der Krise.
Ein ganz großer Brocken der Belastung im Gesundheitsbudget ist natürlich die fast 1 Milliarde Euro, die im Rahmen des letzten Finanzausgleichs den
Ländern und den Sozialversicherungen zugesprochen worden ist. Fast 1 Milliarde Euro Steuergeld, mit der eine Parallelfinanzierung aufgebaut wird,
meine sehr geehrten Damen und Herren! Auch das muss man einmal ansprechen. Da wird aus dem Steuertopf zusätzlich in den Gesundheitsbereich subventioniert, weil die Gesundheitskassen mit dem Geld hinten und vorne nicht auskommen und weil natürlich auch die Sozialversicherungsreform
von 2018 bis heute noch nicht vollständig umgesetzt worden ist und innerorganisatorisch noch genau dieselben Urständ herrschen wie vor der
Reform, weil das einfach nicht umgesetzt worden ist.
Schauen wir uns weitere Details an: die, wie Sie sagen, Aktivmaßnahmen, die im Bereich der Gesundheit jetzt neu gesetzt werden! Es wird breit verkündet: 50 Millionen Euro für die Stärkung der ambulanten Versorgung. – Ja,
auf der einen Seite geben Sie 50 Millionen Euro, auf der anderen Seite kürzen Sie aber gleichzeitig die im Regelbudget enthaltenen Mittel um 17,5 Millionen Euro. Das heißt, ein Drittel dessen, was Sie da groß ankündigen, haben Sie selbst durch Kürzungen schon wieder hereingeholt und kommt im Versorgungsbereich gar nicht an. Auch das ist wieder eine Luftblase, eine Chimäre, die Sie hier produzieren, und hat mit tatsächlichen Verbesserungen nichts zu tun.
Das ist übrigens auch der große Kritikpunkt gerade auch in Richtung
SPÖ. Vielleicht lesen Sie einmal die Kritik zu dem aktuellen Budget, die heute auch Herr Landeshauptmann Doskozil von sich gegeben hat. Er hat das
Budget zerrissen und vor allem den Gesundheitsbereich massiv kritisiert. (Abg. Scherak [NEOS]: Sie müssen alles lesen!)
Es finden sich einfach keine Strukturreformen. Sie machen genau dasselbe wie die Vorgängerregierung, ein Weiter-wie-bisher; die Kosten explodieren, Sie versorgen gratis alle Drittstaatsangehörigen, alle aus dem Asyl-
und Migrationsbereich. (Abg. Bogner-Strauß [ÖVP]: Das stimmt nicht! Die Asylkosten werden reduziert!) Die werden voll weiterversorgt, kein Thema,
aber bei der eigenen Bevölkerung gibt es natürlich Zugangsbarrieren, Leistungskürzungen und zusätzliche Gebühren und Selbstbehalte. (Abg. Kucher [SPÖ]:
Du hast der Hartinger-Klein zugejubelt!) Das ist das, was ihr zu verantworten habt, und das verkauft ihr dann als sozial gerecht und ausgeglichen. Das ist ja an Peinlichkeit nicht zu überbieten, Kollege Kucher. (Beifall bei der FPÖ.)
Noch zum Sparen im System: Im Gesundheitsministerium werden strukturell in der Verwaltung 20 Millionen Euro eingespart. Das liegt angesichts der 2,8 Milliarden Euro nicht einmal im Promillebereich. Das ist genau derselbe Witz wie bei der ÖGK, die auch ankündigt, 86 Stellen einsparen zu wollen – bei einem Gesamtdefizit von 1 Milliarde Euro, das jetzt über Leistungskürzungen, Zugangshürden und Selbstbehalte wieder reingeholt werden muss.
Ich kann nur sagen: Zurück an den Start! Ein echter Reformwille ist nicht erkennbar, es ist ein klares Weiter-wie-bisher, und das haben sich die Österreicherinnen und Österreicher bei Gott nicht verdient. (Beifall bei der FPÖ.)
13.46
Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Rudolf Taschner.
RN/56
13.46
Abgeordneter Mag. Dr. Rudolf Taschner (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Als ich den Herrn Finanzminister vor einiger Zeit traf, habe
ich ihm erzählt, dass ich mit seinem ehemaligen Lehrer Ewald Nowotny – später Gouverneur der Nationalbank – gesprochen habe und Nowotny mir gesagt
hat, ihm bereite das Budget natürlich gewisse Sorgen, aber viel größere Sorgen bereite ihm, dass die Wirtschaft stagniert. Tatsächlich ist es so, dass wir
dafür sorgen müssen, dass die Wirtschaft wieder in Gang kommt, dann sind die Budgetprobleme eigentlich nicht mehr so groß.
Das Budget, das vom Herrn Finanzminister gestern hier vorgestellt worden
ist, ist tatsächlich in einer Art und Weise präsentiert worden, dass man
sieht, dass es lege artis gemacht worden ist, so wie es sich für ein Budget gehört, das einem soliden Staatshaushalt entsprechen soll. Es wird wirklich
dafür gesorgt, dass das Defizit eingeschränkt wird, und wir haben auch dafür gesorgt, dass die Wirtschaft hoffentlich wieder in Gang gesetzt wird,
und zwar möglichst bald.
Es ist zum Beispiel sozusagen als Duftmarke im Budget enthalten, dass bei Bildung und Forschung in keiner Weise gespart wird. Es wird darauf
gehofft – und wir können diese Hoffnung haben –, dass die Wirtschaft von dieser Seite aus wieder in Gang kommt.
Ich möchte das von zwei Seiten her betrachten: In der Forschung und
in den Mint-Bereichen ist es ja so, dass das die Basis dafür ist,
dass in Ingenieurbetrieben und anderen betroffenen Betrieben die Wirtschaft wirklich wieder angekurbelt wird. Wir hoffen natürlich darauf, dass von Deutschland her auch Initiativen gesetzt werden, dort werden ja große Summen dafür eingesetzt, und dass wir unser Know-how mit einbringen können.
Wir brauchen eine wachsende Wirtschaft in dem Bereich.
Was die Bildung anlangt, meine sehr geehrten Damen und Herren, so ist das demografische Problem, das auf uns zukommt, wohl das allergrößte,
das wir bewältigen müssen. Wir müssen dafür sorgen, dass die jungen Menschen alle Österreicher werden, dass sie arbeitsam werden, dass sie
loyal zum Staat sind und dass sie gut ausgebildet werden. Dass wir in diesem Bereich auch nicht sparen, sogar Investitionen vorantreiben, das ist eine wichtige Botschaft, denn auch das ist entscheidend dafür.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dass die Wirtschaft funktioniert, das hat in gewissem Sinne auch mit Psychologie zu tun. Wir hatten in Österreich eine Zeit des großen Wirtschaftswunders, als Raab/Kamitz ihren Kurs propagierten. Wir hatten eine Zeit eines prosperierenden Landes, als
Kreisky und Androsch die Wirtschaft in Gang gehalten haben. Auch in Zeiten von Schüssel und Riess ist es gut vorangegangen, obwohl manche linke zeitgeistige Geschichtsschreiber das nicht wahrhaben wollen; aber es war eine gute Zeit.
Und es wird jetzt auch eine gute Zeit kommen, weil wir hier auf Stabilität,
auf Sicherheit und auf eine gute Investition hoffen. Wir werden eine Stocker-Marterbauer-Zeit erleben. Wir müssen uns diese Stocker-Marterbauer-Zeit verinnerlichen und sagen: Ja, wir erleben eine Zeit des Aufbruchs!, und diese Überzeugung müssen wir auch in die Bevölkerung hineintragen,
denn Wirtschaft hat viel mit Psychologie zu tun. Nehmen wir also
diese Stocker-Marterbauer-Zeit als Programm in uns auf und setzen wir darauf, dass wir jetzt eine Zeit des Aufbruchs erleben werden! Wenn die
Wirtschaft floriert, wird es auch beim Budget keine Probleme geben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
13.49
Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Wolfgang Kocevar.
RN/57
13.49
Abgeordneter Wolfgang Kocevar (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren Staatssekretäre! Werte Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuseherinnen und Zuseher! Jetzt ist der Herr Vizekanzler
außer Dienst leider Gottes nicht da. Herr Kogler sagte tatsächlich in seiner Rede, den Gemeinden würde ohne Auflagen das Geld nachgeschmissen. – Herr Vizekanzler a. D., vielleicht geben wir GSD, also Gott sei Dank, noch
dazu zu Ihrem Titel außer D. (Abg. Schallmeiner [Grüne]: Der war aber super!), denn wer von Nachschmeißen von Geld in Richtung Gemeinden redet,
hat letztendlich von Kommunen überhaupt keine Ahnung. (Zwischenruf des Abg. Schallmeiner [Grüne].)
Ich darf den Grünen vielleicht ganz kurz auch auf die Sprünge helfen.
(Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) Ich sage Ihnen ganz schnell vier Beispiele.
Ertragsanteile, die jetzt an die Gemeinden ausbezahlt werden sollten:
Breitenau hätte 83 000 Euro kriegen sollen, kriegt tatsächlich abzüglich der Gesundheitszulage, der Kinder- und Jugendhilfe und so weiter
1 175 Euro. 124 000 Euro würde die Gemeinde Schwadorf kriegen; 87 Euro bleiben nach Abzügen über. (Abg. Schallmeiner [Grüne]: Vielleicht in Niederösterreich!) 516 000 Euro für die Gemeinde Guntramsdorf – das ist überhaupt das Beste –: Die muss 100 000 Euro nachzahlen. So viel zum Thema: Wir schwimmen alle im Geld und den Gemeinden geht es so gut. Ich
möchte mich hier für die sehr, sehr gute Arbeit wirklich bedanken, auch wenn sich die Gemeinden mehr verdient hätten. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von Grünen und SPÖ.)
Weil meine Kollegin vorhin davon gesprochen hat, dass das V in FPÖ für verantwortungslos steht (Zwischenruf der Abg. Jachs [ÖVP]): Nein, ich kann
es ganz richtig sagen, da Sie vorhin gesagt haben, wir haben ein asoziales Budget: Das Einzige, das asozial ist, ist die Wortwahl der FPÖ. FPÖ steht für
feigste Partei Österreichs, denn sie könnte heute in der Regierung
sitzen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Kassegger [FPÖ]: Das V in FPÖ steht für: Ab da habe ich nicht mehr zugehört! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
13.51
Präsidentin Doris Bures: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Hermann Brückl.
RN/58
13.51
Abgeordneter Hermann Brückl, MA (FPÖ): Vielen Dank, Frau Präsidentin! Hohes Haus! Der Herr Bundesminister machte in seiner gestrigen
Rede – und da hat man nicht genau hinhören müssen, da hat man auch nicht zwischen den Zeilen lesen können müssen – eine schonungslose
Abrechnung mit der Vorgängerregierung. Es war eine schonungslose Abrechnung mit ÖVP und Grünen. Er hat in seiner Rede vom Staatshaushalt gesprochen, der besorgniserregend ist, von der Wirtschaftspolitik, die für die Budgetmisere verantwortlich ist. Er hat von einer kostspieligen, nicht zielgerichteten Klimapolitik gesprochen. Bei dieser Politik muss man auch den Hausverstand hinterfragen. Alles, was Grün-Schwarz gemacht hat, hat
der Herr Bundesminister gestern infrage gestellt. Ich glaube, das darf man auch so stehen lassen. (Beifall bei der FPÖ.) Es war hier tatsächlich ein Scherbengericht.
Der Herr Bundesminister hat unter anderem von Sparen im Kleinen gesprochen; er will auch im Kleinen sparen. 3,5 Tonnen Papier spart er jetzt ein,
weil es das Budget nicht mehr in gedruckter Form gibt. Ja, das ist okay. Ich weiß nicht, reden wir da von 6 000 Euro?
Aber: Kollege Christoph Steiner, du hast mich heute gefragt, wie das mit
dem Upgrade vom Audi A6 auf den Audi A8 ausschaut. Da sprechen wir von 60 000 Euro beim Basismodell. Auch das darf erwähnt werden.
Transparenz ist ein Begriff, der nicht nur heute strapaziert wurde, sondern auch schon gestern in der Rede des Herrn Bundesministers. Da frage ich mich
dann auch: Ja, war das bisher anders? War es anders mit der Transparenz, hat man die anders gehandhabt? – Ja, hat man, denn denken wir zurück an
Herrn Finanzminister Brunner: Vor der Wahl war alles gut, vor der Wahl war das Budget in Ordnung, man hatte alles im Griff, aber vier Tage nach der Wahl
war das Desaster komplett und es war da.
Jetzt komme ich zu meinem Thema, zum Thema Bildung: Hohes Haus, ich bin es satt, wenn sich die Redner der Regierungsparteien hier heraußen herstellen
und sagen, wie wichtig, wie notwendig Bildung ist und dass sie überhaupt das Allerwichtigste ist, denn zwei der Regierungsparteien, ÖVP und SPÖ,
sind dafür verantwortlich, dass unser Bildungssystem in den letzten 20 Jahren vollkommen an die Wand gefahren wurde. Auch das muss gesagt sein!
(Beifall bei der FPÖ.)
Jetzt gibt es 500 Millionen Euro an Geld mehr für das Bildungsbudget, auf der anderen Seite werden 100 Millionen Euro eingespart. Wir wissen aber
auch, wo diese 500 Millionen Euro – mehr oder weniger – hingehen: Die gehen in die Gehaltserhöhungen, die gehen in die Gehälter. Tatsächlich neue Investitionen, einen neuen Schub bringen die nicht. Es gibt das neue – oder jetzt dann das verpflichtende – zweite Kindergartenjahr für alle. Wir haben
immer gesagt: Verpflichtend ja, aber nur für jene Kinder, die es
brauchen; also jene, die nicht ausreichend Deutsch können, sollen wir in den Kindergarten schicken, aber nicht jene, die es ganz einfach nicht
notwendig haben, denn es gibt heute schon zu wenig Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen. Jetzt frage ich Sie: Wo wollen Sie denn
die hernehmen? Wo wollen Sie dieses Personal hernehmen, wenn wir heute schon zu wenig haben? Wo wollen Sie die Infrastruktur hernehmen,
die nicht da ist, die heute schon fehlt? Auch das ist also eine Sache, die in Wirklichkeit nicht funktionieren wird, die aber als großer Erfolg
der Regierungsparteien verkauft wird.
Wie schaut es mit der Deutschförderung aus? – Gute Sache, ja: Wir investieren heuer 55 Millionen Euro in die Deutschförderung, nächstes Jahr sind es 90 Millionen Euro, und die Regierungsparteien reden von massiven Verbesserungen. (Abg. Taschner [ÖVP]: Hört, hört, ja!) Sehr geehrte Damen und
Herren, ich sage Ihnen aber auch: Sie können da das Doppelte, das Fünffache, das Zehnfache investieren, denn solange Schüler ohne ausreichende Deutschkenntnisse am Regelunterricht teilnehmen, wird sich da nichts ändern; solange Sie nicht klare Bildungsziele definieren, solange Sie nicht klare Vorgaben machen, wird sich da nichts ändern; und solange Sie diese ungebremste Zuwanderung nach Österreich unter dem Vorwand des
Asyls nicht endlich stoppen, wird das nichts werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Ich frage Sie daher: Wie wollen Sie mit dieser Bildungspolitik erreichen, dass wir endlich wieder zufriedene Eltern sehen, die sich keine Sorgen um die
Zukunft ihrer Kinder machen, dass wir endlich wieder Schüler in den Klassenzimmern finden, die leistungsbereit sind, weil sie eine Zukunftsperspektive haben, weil sie Hoffnung haben? Wie wollen Sie das schaffen, solange es keine Lehrer gibt, die gerne unterrichten, weil sie sich Tag für Tag in ihrem Traumjob wiederfinden? – Liebe Bundesregierung, so wie Sie das machen, wird das nichts, und so geht Bildung auch nicht. (Beifall bei der FPÖ.)
13.56
Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Lukas Brandweiner.
RN/59
13.56
Abgeordneter Lukas Brandweiner (ÖVP): Ich habe gar nicht gewusst, dass Herr Brückl nicht nur Bildungssprecher, sondern auch ausgewiesener Autoexperte ist. Es wäre ja spannend, was der S-Klasse-Mercedes deines Bundesobmanns kostet, mit dem er so durch die Gegend fährt. (Abg. Schnedlitz [FPÖ]:
Wenn es die NEOS zahlen, kann der Schellhorn ... Autos haben! – Abg.
Stefan [FPÖ]: ... wenn man nachplappert, passiert so etwas!)
Geschätzte Frau Präsidentin! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Geschätzte Damen und Herren Kolleg:innen hier im Plenarsaal!
Liebe Österreicherinnen und Österreicher hier auf der Galerie und vor den Bildschirmen! Am Ende einer intensiven Budgetdebatte ist es mir ein besonderes Anliegen, Folgendes zu sagen: Ehrlichkeit ist den Bürgerinnen und Bürgern zumutbar. Und genau das tut dieses Doppelbudget, das wir
gestern präsentiert bekommen haben: Probleme werden offen und ehrlich angesprochen, um sie anschließend auch bestmöglich zu lösen. Das sind wir den Menschen in unserem Land auch schuldig.
Es ist kein Wohlfühlbudget, aber ein ehrliches, verantwortungsvolles und notwendiges Budget. Wir leben in einer Zeit der großen Herausforderungen – wirtschaftlich, gesellschaftlich, aber auch geopolitisch. In einer solchen
Lage braucht es keine Schlagzeilen, sondern Stabilität, keine Wunschkonzerte, sondern eine verantwortungsvolle Politik. Und eines ist klar: Wir übernehmen diese Verantwortung, auch wenn das unbequem ist.
Da sind uns drei Schwerpunkte besonders wichtig: Leistung statt Gratismentalität, die Wirtschaft wieder ankurbeln und sparen bei Asyl, aber nicht bei
der Sicherheit. Ja, wir sparen im Asylbereich, denn es ist nicht gerecht, wenn Menschen, die in ein System noch nie eingezahlt haben, dauerhaft mehr erhalten als jene, die ihr Leben lang ihren Beitrag geleistet haben. Gegenüber 2024 werden wir 94,2 Millionen Euro einsparen und dieses Geld auch
wieder in die Sicherheit reinvestieren, denn im Bereich Sicherheit werden wir weiterhin in Polizei und Justiz, aber auch in die Landesverteidigung
investieren. Insgesamt steigt das Budget im Sicherheitsbereich von 4 Milliarden auf 4,15 Milliarden Euro.
Ja, auch im Sozialbereich müssen wir eingreifen. Wir wollen eben wieder Leistung statt Gratismentalität, aber wir bleiben auch weiterhin ein
starker Sozialstaat. Wir sind Europameister, was die Familienleistungen angeht. Unser Ziel ist ein Sozialstaat, der nicht unter seiner eigenen Last zusammenbricht, sondern zukunftsfähig, solidarisch, effizient und vor allem auch gerecht bleibt.
Gleichzeitig braucht unser Land aber auch wirtschaftliche Impulse.
Die Schaffung einer Standort- und Industriestrategie ist dafür zentral. Wir müssen jene unterstützen, die etwas leisten. Daher werden wir auch
eine steuerfreie Mitarbeiterprämie in Höhe von 1 000 Euro ermöglichen. Wir werden den Pendlereuro von 2 auf 6 Euro erhöhen, damit wir eben jene unterstützen, die tagtäglich arbeiten und ihren Beitrag leisten.
Dieses Budget ist ein klares Bekenntnis zu Leistung, Eigenverantwortung und Generationengerechtigkeit. Wir geben nicht mehr aus, als wir einnehmen,
wir investieren gezielt, wir reformieren mutig und vergessen dabei auch nicht auf die Gemeinden. (Abg. Kassegger [FPÖ]: Wir geben nicht mehr aus,
als wir einnehmen? Hast du das Budget gelesen? Ihr habt 8 Milliarden Defizit!) Im Gegensatz zu Herbert Kickl übernehmen wir Verantwortung für heute,
für morgen, für unser gemeinsames Österreich. (Abg. Stefan [FPÖ]:
Seid verantwortlich! Seid verantwortlich für den Schaden, den ihr angerichtet habt!) Wir sagen klar: Jetzt ist nicht die Zeit für Ausreden, für eure Ausreden,
jetzt ist Zeit, das Richtige zu tun. (Beifall bei der ÖVP.)
14.00
Präsidentin Doris Bures: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Rosa Ecker.
RN/60
14.00
Abgeordnete Rosa Ecker, MBA (FPÖ): Danke, Frau Präsidentin! Geschätzte Frau, geschätzter Herr Staatssekretär! Rotes Wunschdenken – das ist
die Quintessenz der Budgetrede, die wir gestern gehört haben, ein konsolidierter Haushalt ist das sicher nicht. Dieses ganze Budgetdesaster ist
ja nicht vom Himmel gefallen, es war absehbar. (Ruf bei den NEOS: Was habt ihr gehabt? – Abg. Doppelbauer [NEOS]: 72 Milliarden!) Die Koste-es-was-es-
wolle-Politik der schwarz-grünen Regierung mitsamt der rot-pinken Unterstützung ist dafür verantwortlich. (Beifall bei der FPÖ.)
Aber, sehr geehrte Damen und Herren, die Zeit ist ja gnädig, es wird viel verdrängt. Derzeit wird eher über Staatskarossen diskutiert – Schellhorn, Schumann. Bei dieser Diskussion fliegt die ÖVP quasi unter dem Radar, sie
trägt aber die Hauptverantwortung für dieses Defizit. (Abg. Strasser [ÖVP]: Was habts ihr mitbeschlossen?)
Sehr geehrte Damen und Herren, erinnern Sie sich noch an die Werbeausgaben der Regierung? (Abg. Lindinger [ÖVP]: Ihr seids eh fast bei allem mitgegangen! Sucht euch die Protokolle raus, dann seht ihr, wo ihr zugestimmt habt überall!) – 2020: 65 Millionen Euro, 2022: 54 Millionen Euro, 2024: 48 Millionen Euro – da war zwar keine Krise mehr, dafür aber ein Wahljahr; und nach der Wahl zahlt der Bürger die Zeche. Schlechtes Gewissen oder Charakter? – Bei der ÖVP: Fehlanzeige. (Beifall bei der FPÖ.)
August Wöginger sagt – jetzt ist er gerade am Hinausgehen (Abg. Lindinger [ÖVP]: Das hört er sich nicht an, ihr habt eh bei den meisten Sachen mitgestimmt!) –: Wir nehmen den Familien im Land nichts weg, wir setzen lediglich die automatische Valorisierung für zwei Jahre aus! – Was
glaubt er denn? Natürlich nehmen Sie den Familien das Geld weg (Abg. Lindinger [ÖVP]: Das ist ein Blödsinn, das bleibt gleich!), indem Sie ihnen diese Summe vorenthalten, Hunderte Euro pro Jahr! (Abg. Lindinger [ÖVP]: Ihr wollt sparen, und dann kritisiert ihr es! Was habt ihr für Lösungen?) Sie sparen dadurch im
Budget 2026: 200 Millionen Euro, und 2027: 400 Millionen Euro, und das geht auf Kosten der Familien, insbesondere der Frauen, denn die trifft es
beim Kinderbetreuungsgeld, bei der Familienbeihilfe und bei den Absetzbeträgen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Hoyos-Trauttmansdorff [NEOS]: Frau
Kollegin, haben Sie bei den Reden zugehört?)
Sie haben diese Valorisierung bejubelt und streichen jetzt bei den einheimischen Familien; dafür gibt es mehr Geld für integrationspolitische
Projekte, für Zugewanderte, die noch am wenigsten ins Sozialsystem eingezahlt haben. Sie gefährden den sozialen Frieden und die Zukunft unserer Kinder
und Enkelkinder. (Beifall bei der FPÖ.)
Junge Menschen gründen keine Familie mit einem oder mehr Kindern, wenn sie sich auf den Staat und die Familienleistungen nicht verlassen können,
wenn diese nicht vertrauenswürdig sind. Machen Sie verlässliche Familienpolitik und kürzen Sie nicht beim Fundament unserer Gesellschaft! – Das kritisieren die Unicef, der Katholische Familienverband und viele andere Organisationen. (Abg. Michael Hammer [ÖVP]: Sind das Vorfeldorganisationen von euch?) Das Einkommen reicht für viele Familien knapp oder gar nicht,
dafür steigen die Gesundheitskosten, die E-Card-Gebühr, die Krankenversicherungsbeiträge für Pensionisten und noch vieles mehr. Das sind die Zuckerl
der Koalition – bittere Pillen.
Was in den nächsten Budgets an Einsparungen bei den Familien noch daherkommt, das wissen wir noch gar nicht. Die Regierung will Armut bekämpfen, insbesondere unter Kindern, aber so wird es nicht funktionieren. (Beifall bei der FPÖ.)
Der Finanzminister sagt: Neue Finanzierungsformen müssen gefunden werden!, und er persönlich hätte da eine Reihe von Ideen für die nächsten Legislaturperioden. Na, das wird der Wähler dann doch zu verhindern wissen und uns alle davor beschützen.
Und zu Ihrem Wording – Österreich kann, wenn es will! –: Österreich kann, wenn es will, aber an Österreich ist es ja auch nicht gescheitert, sondern an der Politik der Regierung. (Beifall bei der FPÖ.)
Der Minister glaubt, die Bürgerinnen und Bürger seien bereit, zur Sanierung des Budgets beizutragen. Hat der Herr Finanzminister die Bürger auch
gefragt? – Nein, und sie haben auch keine Wahl. Der Herr Finanzminister sagt: Sparen ist nicht leicht, aber mit gutem Willen machbar! – Na was er nicht
sagt! Österreich kann, wenn es will! – Ja sicher, der Herr Minister redet es sich leicht. Wo muss er denn selbst sparen? Wo trifft es denn ihn?
Geschätzte Staatssekretärin, auch Sie wird dieses Budgetdebakel am allerwenigsten treffen.
Ja, Österreich kann viel, weil fleißige Menschen in unserem Land arbeiten und Leistung erbringen – bezahlt und unbezahlt. Aber, meine sehr geehrten
Damen und Herren: Diese Regierung will – vielleicht –, aber sie kann es nicht. (Beifall bei der FPÖ.)
14.05
Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Lukas Hammer.
RN/61
14.05
Abgeordneter Mag. Lukas Hammer (Grüne): Danke, Frau Präsidentin! Sehr geehrte Mitglieder auf der Regierungsbank! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich fand die heutige Diskussion über das Budget ein bisschen sonderbar. Die Kollegen Wöginger und Hammer haben es heute immer wieder angesprochen: Das, was wir heute diskutieren, das, was auch nach Brüssel geschickt
wurde, ist in den wesentlichen Grundzügen ein blau-schwarzes Budget. Ich frage mich, ob euch das nicht irgendwie peinlich ist: Ihr beschließt es,
ihr verhandelt es mit der ÖVP, ihr schickt es nach Brüssel (Abg. Kaniak [FPÖ]: Jetzt hören wir zum fünften Mal denselben Blödsinn!), und wenn es die
anderen dann beschließen, dann schreit ihr: Mordio! Mordio! Weltuntergang! – Ist euch das nicht peinlich? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten
der SPÖ. – Abg. Darmann [FPÖ]: Da hat sogar der Finanzminister den Kopf geschüttelt! – Abg. Stefan [FPÖ]: Warum klatschen die Roten da?)
Genauso unverständlich finde ich es aber, dass die Sozialdemokratie,
vor allem aber auch die NEOS dieses Budget, das in Grundzügen eben ein blau-schwarzes Budget ist – unsozial, unökologisch, mit ein paar kosmetischen Änderungen –, dann derart abfeiern. Aber gut, das, was man im Endeffekt sieht und das, was wir im Wesentlichen in diesem Hohen Haus sehen, ist, dass
man sich am Ende des Tages doch auf etwas einigen kann: Beim Klimaschutz wird gekürzt, bei der Zukunft wird gekürzt, bei der Digitalisierung wird gekürzt. – Da haben wir nicht solch eine Klientel, das halten wir aus! In Sonntagsreden sagen wir immer noch: Ja, der Klimaschutz ist eigentlich
so wichtig, aber leider können wir uns den Klimaschutz nicht mehr leisten!
Und: Für alle, die jetzt Klimaschutz machen, wird es empfindlich
teurer. Das Klimaticket, das wir eingeführt haben, wird um 220 Euro teurer, das heißt, alle Pendlerinnen und Pendler zahlen jetzt mehr. Wer sich ein
E-Auto angeschafft hat, zahlt jetzt 1 000 Euro mehr im Jahr. Und wer in Erneuerbare investieren will – in die Energieformen Wind und Solar, die unseren Strom langfristig leistbar machen –, zahlt jetzt auch mehr, dem nehmen Sie mit dem Energiekrisenbeitrag noch mehr weg.
Man könnte sagen: Na ja, alles wird halt teurer, jeder Euro wird umgedreht!, aber für manche wird es günstiger. Wenn ich mir, sobald dieses Gesetz dann in Kraft tritt, den fettesten energiefressenden SUV, solch einen
Pick-up kaufen will: Wissen Sie, wie viel NoVA ich dann zahlen werde, im Gegensatz zu allen anderen Autos? – 0 Euro! Vorher hätte ich
20 000 Euro - - (Abg. Ottenschläger [ÖVP]: Bist du Unternehmer?) – Ich glaube, es kaufen nicht nur Unternehmer diese fetten Pick-ups wie einen Dodge
RAM. (Zwischenruf der Abg. Tanja Graf [ÖVP].) Sie verbilligen die
CO2-fressenden, klimaschädlichsten SUVs um bis zu 25 000 Euro, und das ist eine klimapolitische Schande! Dafür haben Sie offensichtlich genug
Geld. (Beifall bei den Grünen.)
Sie kürzen mit der Kettensäge beim Klimaschutz (neuerlicher Zwischenruf
der Abg. Tanja Graf [ÖVP]) und sagen: Na ja, es müssen eh alle zahlen, es werden eh alle zur Kasse gebeten! – Das ist ein Schmäh, das stimmt einfach nicht. Kollege Zorba hat es angesprochen: Was ist mit den Techkonzernen? Holen Sie sich da irgendetwas? – Nein, Fehlanzeige. Was ist mit den Millionenerben?
Was ist mit den breiten Schultern? Sehen wir da irgendetwas? – Nein,
nichts. (Abg. Herr [SPÖ]: Bankenabgabe, Energiekonzernabgabe, Stiftungen, die stärker besteuert werden!) Oder was ist mit den Kollegen von den NEOS?
Ich kann mich noch an Kollegen Shetty erinnern, wie er hier breitbeinig gestanden ist und gesagt hat: Wenn wir in der Regierung sind, dann sind die 5,7 Milliarden Euro an klimaschädlichen Subventionen dahin! – Keinen einzigen Cent, nichts – nichts! – holen Sie; 5,7 Milliarden Euro!
Und es ist nicht nur so, dass Sie keine klimaschädlichen Subventionen abbauen und damit wesentliche Teile des Budgets sanieren (Zwischenruf der Abg.
Reiter [ÖVP]), Sie schaffen neue klimaschädliche Subventionen in der Höhe von 250 Millionen Euro, die das Klima und vor allem auch das Budget zusätzlich belasten. Das ist eine Schande! Sie machen hier eine klimapolitische Geisterfahrt. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen.)
Vielleicht zum Schluss, weil es heute bekannt geworden ist – und das
werden wir noch weiterdiskutieren –: Die Einsparungen beim ÖBB-Rahmenplan werden auch die Regionen treffen, und da werden sich auch die hier vertretenen Parteien in den Ländern vielleicht uneins werden, wenn wir dann hören: Es sollen Regionalbahnen eingestellt werden.
RN/61.1
Präsidentin Doris Bures: Herr Abgeordneter, Sie müssen jetzt den Schlusssatz formulieren, weil die Redezeit Ihrer Fraktion bereits ausgeschöpft ist.
(Rufe: Oh! – Abg. Tanja Graf [ÖVP]: Gott sei Dank!)
Abgeordneter Mag. Lukas Hammer (fortsetzend): Schlusssatz: Wir können es uns nicht leisten, dass weiterhin für Milliarden neue Autobahnkilometer
gebaut werden, während Schienen herausgerissen werden. – Das ist die falsche Politik. (Beifall bei den Grünen.)
14.10
Präsidentin Doris Bures: Nun gelangt Frau Abgeordnete Karin Greiner zu Wort. – Bitte.
RN/62
14.10
Abgeordnete Mag. Karin Greiner (SPÖ): Herzlichen Dank, Frau Präsidentin! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Liebe Kolleginnen und
Kollegen! Lieber Kollege Lukas Hammer, die Schienen werden nicht herausgerissen. Vielleicht haben Sie meinem Kollegen Wolfgang Moitzi vorhin
nicht zugehört: Im Infrastrukturbudget ist einiges vorgesehen. Nachschauen, zuhören, merken! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. –
Abg. Lukas Hammer [Grüne]: Almtalbahn zum Beispiel! Steiermark! Oberösterreich!)
In der gestrigen Budgetrede war ganz klar die Aussage, das Doppelbudget 2025/26 ist schwierig zu bewältigen, das Budget ist zu sanieren. Die Bundesregierung ist vor einigen Monaten angetreten, um gemeinsam die Verantwortung wahrzunehmen, Beschlüsse gemeinsam zu fassen –
mit Augenmaß. Diese gemeinsame Verantwortung ist gestern auch in der Budgetrede sehr stark zum Ausdruck gekommen und auch, dass alle
sparen werden müssen. Das hat aber schon in den einzelnen Ressorts begonnen, in den Ministerien – 1,1 Milliarden Euro heuer, 1,3 Milliarden nächstes Jahr.
Wie ist die Herangehensweise dieser Bundesregierung? – Sie schaut so
aus, dass aufgrund von Daten, von Fakten, von Zahlen pragmatische Lösungen gesucht werden. Es ist auch schon gezeigt worden, es sind schon Einsparungen beschlossen worden, und zwar so, wie es unser großer Wunsch war: dass die Belastungen wirklich von breiteren Schultern getragen werden und auf diesen lasten. Wir haben die Erhöhung der Bankenabgabe beschlossen, 350 Millionen Euro pro Jahr. Wir haben die Abgabe für Energiekonzerne beschlossen, 200 Millionen Euro pro Jahr. In Zukunft werden auch Stiftungen ihren Beitrag leisten müssen, 30 Millionen Euro pro Jahr. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) Es ist klar, es ist zu sparen, aber es ist auch - -
(Zwischenruf der Abg. Tomaselli [Grüne].) – Frau Tomaselli, wir beten da nicht, wir haben ein Budget zu sanieren. Und je mehr da mithelfen und mit anpacken, desto besser wird das auch gelingen. (Beifall bei der SPÖ.)
Es sind auch schon Entlastungen beschlossen worden: Denken wir an den Mietpreisstopp seit 1.4. dieses Jahres! 1,4 Millionen Betroffene haben davon
schon profitieren können. Und was jetzt ganz wichtig ist: Es wird gespart, aber warum muss man das so maßvoll machen? – Damit man Spielraum für Investitionen hat, die ganz zukunftsentscheidend sind. Investitionen in die Bildung – wir haben schon davon gesprochen –: zweites Kindergartenjahr, mehr Geld für Brennpunktschulen, mehr Geld für Deutschförderungen.
Wir brauchen Investitionen in die Gesundheit. Es macht uns keine
Freude, die Krankenversicherungsbeiträge zu erhöhen, aber, und das große Aber ist, es wird die Rezeptgebühr gedeckelt, es bleiben Arzneimittel
auch für niedrige Einkommen leistbar. (Beifall bei der SPÖ.)
Investitionen in die Pflege, in die Arbeitsmarktpolitik: 1,5 Milliarden Euro.
Wir waren jetzt beim Sparen, beim Sanieren, beim Investieren, das
notwendig ist, und ein ganz wesentlicher Punkt, der mir als Rechnungshofsprecherin wirklich am Herzen liegt, ist Transparenz. (Zwischenruf der
Abg. Tomaselli [Grüne].) Die Bürger:innen müssen nachvollziehen können, wie viel wofür für wen an Steuergeldern verwendet wird. Und da ist es
dringend erforderlich, die Förderungen zu durchforsten: Sind sie richtig angekommen? Haben die richtigen Personen sie bekommen? In welcher Höhe ist das passiert?
Der Kollege von den Grünen vor mir hat gesagt, es wird alles eingespart.
Ganz ehrlich, der Rechnungshof hat bestätigt, die Förderungen im Energiebereich waren nicht ausreichend zielgerichtet. (Abg. Zorba [Grüne]: Damals waren wir zu wenig ...!) Sie sind mit der großen Gießkanne durchs Land gegangen, aber das Geld, das da ausgeschüttet worden ist, ist leider
nicht erneuert worden. (Beifall bei der SPÖ.)
Betreffend Heizungstausch: Ganz ehrlich, da sind nicht alte Heizungsanlagen erneuert worden, da sind neue durch ganz neue ersetzt worden, nur
weil die Förderungen derart großzügig waren. Reden Sie einmal mit den Installateurbetrieben! (Zwischenrufe der Abgeordneten Voglauer [Grüne] und Zorba [Grüne].) Das war alles nicht notwendig. Bitte genau nachdenken! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Sehr geehrte Damen und Herren, dieser Sanierungskurs wird erfolgreich
sein, denn die Bundesregierung hat gemeinsam gezeigt, sie wird die Verantwortung tragen und sie wird durch Zusammenhalt für Zuversicht sorgen. –
Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS.)
14.14
Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Alexander Petschnig.
RN/63
14.14
Abgeordneter MMag. Alexander Petschnig (FPÖ): Danke, Frau Präsidentin! Staatssekretäre! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! In seiner
gestrigen Budgetrede hat der Finanzminister ja hier gesagt, er streckt die Hände auch in Richtung der Oppositionsparteien aus. Das werden wir sehr
gerne aufnehmen, wir werden aber auch entsprechend Kritik an Vorhaben üben, die nicht in die richtige Richtung steuern, und werden Sie auch daran
messen, wie Sie mit dieser Kritik umgehen, denn das könnte man natürlich, wenn man ein bissl von der Hetzbremse runtergeht, auch als konstruktive Kritik ansehen.
RN/63.1
Schauen wir uns also einige Aspekte dieses Budgets an! Da gibt es zum
Beispiel in diesem Elaborat (eine Kopie der Budgetrede in die Höhe haltend) seitenlange Ausführungen zu Steuererhöhungen, zu geplanten neuen
Ausgaben, es wird aber beispielsweise mit keinem einzigen Wort das gesellschaftspolitische Megathema der letzten 30 Jahre erwähnt – das wäre
ein konkreter Einsparungsvorschlag –, und zwar das Thema Asyl, Migration und Zuwanderung. Ganz im Gegenteil, in diesem Bereich wird um zig Millionen erhöht: Dafür ist Geld da, für die Pensionistinnen und Pensionisten
nicht! (Beifall bei der FPÖ.)
Das ist insofern noch bemerkenswerter, als dieser Themenkomplex
bekanntlich einer der größten Ausgabentreiber ist, und zwar in unterschiedlichen Politikbereichen – von der Sicherheit über die Bildung bis hin
zum Sozialsystem. Und das wirft auch die Frage auf, wie ernst man es mit diesem angeblich ausgabenseitigen Sparen wirklich nimmt. Einen der
größten Kostentreiber lässt man offenbar aus ideologischen Gründen schlichtweg außen vor.
Wenn man sich übrigens die Gesamtschau des ausgabenseitigen
Sparens ein bissl anschaut, fällt auf: Die Justiz spart über höhere Gerichtsgebühren. Der Verkehrsbereich spart über höhere Mautgebühren. Die
Wirtschaft spart über höhere Dividendenausschüttungen. Das Bundeskanzleramt spart durch die Streichung ohnehin nicht ausgeschütteter
Gelder für Digitalisierung, durch höhere Gebühren für Reisepässe, Führerscheine und so weiter, und sämtliche Ministerien sparen, weil sie
durch die Aussetzung der Valorisierung die Mietkosten drücken, natürlich auf Kosten der Bundesimmobiliengesellschaft, die eh dem Staat selber
gehört. Linke Tasche, rechte Tasche! Also dass man das Ganze als Schmähpackung bezeichnen muss, das wird Sie nicht verwundern.
RN/63.2
Die Folge ist klar: Mit diesem – unter Anführungszeichen – „ausgabenseitigen Sparen“ befinden wir uns bei einer Staatsquote von bis zu 57 Prozent
innerhalb der Europäischen Union auf Platz zwei, auf dem traurigen Platz zwei, hinter dem bekannt etatistischen Frankreich. Gleichzeitig steigt die Einnahmenquote auf bis zu 52,3 Prozent an und verharrt dort. Das heißt, Begriffe wie Leistung, wie Entlastung, wie Mittelstand, wie Familien sucht man in dieser Budgetrede und in diesem Elaborat (neuerlich die Kopie der
Budgetrede in die Höhe haltend) völlig vergeblich. Außerdem steigt die Zinsbelastung – der Finanzminister hat gesagt, eigentlich würde er dieses Geld
lieber anders ausgeben – von 1,5 auf 2,4 Prozent des BIPs an. Das klingt nicht gar so dramatisch, das sind aber rund 4,5 Milliarden Euro – und das trotz tendenziell sinkender Leitzinsen. Das muss man auch erst einmal zusammenbringen.
Man könnte hier stundenlang über solche Diskrepanzen und Unstimmigkeiten in dieser Budgetrede debattieren und diese aufzeigen, aber eines ist schon
jetzt sonnenklar – das habe ich Ihnen auch schon in meinem letzten Redebeitrag von diesem Rednerpult aus gesagt –: So, auf diese Art und Weise
wird diese Bundesregierung die miserable Stimmung im Land, das Angstsparen und die Zukunftsängste im unternehmerischen Sektor mit Sicherheit
nicht überwinden können.
Ich darf mit dem Befund eines bekannten österreichischen Ökonomen schließen – wiederum ein Netzfund, nichtsdestoweniger wahr –: „Das ist
keine Sanierung. Das ist ein ‚Weiter wie bisher‘. Nur mit höheren Steuern.“ (Beifall bei der FPÖ.)
14.18
Präsidentin Doris Bures: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Abgeordneter Ernst Gödl zu Wort gemeldet. – Bitte.
RN/64
14.18
Abgeordneter Mag. Ernst Gödl (ÖVP): Herr Abgeordneter MMag. Petschnig hat behauptet, im Asylbereich würden die Kosten steigen.
Ich berichtige tatsächlich (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Sie sinken!):
Von 2024 auf 2025 sinken die Ausgaben um 94,2 Millionen Euro. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Ja, genau!)
Wir sparen nicht bei der Sicherheit, aber sehr wohl im Asylbereich. (Beifall bei der ÖVP.)
14.18
Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Michael Fürtbauer.
RN/65
14.18
Abgeordneter Michael Fürtbauer (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsident! Hohes Haus! Werte Österreicherinnen und Österreicher! Geschätzte Leistungsträger und somit Zwangsmitglieder! Ich zitiere aus einem Vortrag beziehungsweise einem Vorwort der Frau Rechnungshofpräsident – Zitat –: „Voraussetzung für Vertrauen in den Staat ist es, dass die staatlichen
Organe alles tun, um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger nicht zu enttäuschen. Geschönte Wahrheiten oder Fake News erschüttern das Vertrauen enorm. Fakten und sachliche Arbeit schaffen Vertrauen.“ (Abg.
Hanger [ÖVP]: Ist das Selbstkritik?)
Sehr geehrte Damen und Herren von der ÖVP! Ob Ihr Umgang mit dem Budget 2024 zumindest unter geschönte Wahrheit fällt, stellt in diesem Haus wahrscheinlich keiner infrage, nicht einmal Sie. (Abg. Hanger [ÖVP]:
Fake News!)
Frau Staatssekretär, die Annahmen, die Sie nun für 2025 und 2026 treffen, wirken aber wieder wie eine Neuauflage des Prinzips Hoffnung. Sie kalkulieren mit Wirtschaftswachstum, niedriger Arbeitslosigkeit – dieser Optimismus
für ein Wirtschaftswachstum ist für mich zumindest momentan nicht gerechtfertigt, denn wir tun dafür gar nichts. Wenn wir weiterhin tatenlos
zusehen, wie energieintensive Betriebe unter den hohen Energiepreisen leiden, wird sich diese Industrie aus Österreich verabschieden. Das bedeutet
nicht Wachstum, sondern das bedeutet Schrumpfung. (Beifall bei der FPÖ.)
Frau Staatssekretär, Sie haben gestern in einem Interview gesagt: Die Regierung wird schauen, dass sich die Energiepreise stabilisieren. – Liebe Regierung,
wenn es zu keiner gravierenden Senkung kommt, wird die Industrieflucht stattfinden, wie wir sie uns noch gar nicht vorstellen können. In der Erklärung des Finanzministers ist zwar die Rede von günstiger Energie, aber mit ein paar Windrädern wird das wahrscheinlich nicht funktionieren. Ohne Garantie auf konkurrenzfähige Energie (Zwischenruf des Abg. Schroll [SPÖ]) verlieren wir Industrie und weiter internationale Konkurrenzfähigkeit.
Wenn es euch gelingt, redet als Vertreter aus der Wirtschaft einmal mit der Zementindustrie! Dort gibt es den Standort Österreich in der strategischen Planung gar nicht mehr.
Der Herr Finanzminister hat sich in seiner Budgetrede aber auch bei den Kammern bedankt. Danke für was? Danke für nichts! Ich muss ja den Betonierern in den Kammern gratulieren: Es gibt keine Festung Österreich, aber es gibt die Festungen Kammern, denn einer der größten Profiteure der
letzten Lohnsteigerungen waren neben dem Staat selbstverständlich die Kammern. Wirtschaftskammer: 2 Milliarden Euro Rücklagen, 1,4 Milliarden
Euro Budget. Ihr Beitrag zur Sanierung? – Machen Sie die Augen zu, dann sehen Sie ihn. (Beifall bei der FPÖ.)
Reformen vielleicht irgendwo, aber sicher nicht bei sich selber! Einsicht, Wille zum Einsparen sind nicht vorhanden! (Zwischenruf der Abg. Reiter [ÖVP].)
Liebe Kolleginnen und Kollegen von den NEOS, wohin sind eure Gründungsideale gekommen? – Wahrscheinlich abgegeben am Eingang der Ministerien. Ihre Bilanz der ersten rund 70 Tage Regierungsbeteiligung:
als Tiger von Eschnapur gestartet, erlegt, gegerbt und aufbereitet
zum Bettvorleger der beiden Proporzparteien. Herr Klubobmann Shetty, werte NEOS, wer soll euch noch ernst nehmen? Herr Staatssekretär Schellhorn,
in 70 Tagen von: Sepp, was denkst du?, zu: Sepp, geht’s noch? (Beifall
bei der FPÖ.)
14.22
Präsidentin Doris Bures: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Tanja Graf.
RN/66
14.22
Abgeordnete Tanja Graf (ÖVP): Vielen Dank, Frau Präsidentin! Geschätzte Staatssekretärin, geschätzter Staatssekretär! Liebe Kollegen und Kolleginnen! Liebe Zuschauer hier im Saal und auch vor den Bildschirmen! Also wenn
man dem letzten Redner zugehört hat, hat man eher den Eindruck, es geht in Richtung Schuldzuweisung: Keiner war dabei, irgendwie war alles sehr ambivalent!, würde ich einmal sagen.
Mir scheint, als wäre irgendwie der Eindruck entstanden, dass wir in den letzten Jahren keine Pandemie hatten, dass wir keine Krisen hatten, dass wir nicht schnell reagieren mussten. (Abg. Kassegger [FPÖ]: Haben wir gehabt, aber wie ihr darauf reagiert habt, war eine Katastrophe! – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Das
haben andere Länder auch gehabt! Auch andere Länder haben das gehabt! – Abg. Kassegger [FPÖ]: Geld rausgeschmissen!) Das will ich schon einmal für die Zuschauer hier auch verdeutlichen: Wir haben schnell reagiert und wir haben auch Geld in die Hand genommen – das ist klar –, aber wir haben das
Geld nicht zum Selbstzweck in die Hand genommen (Rufe bei der FPÖ: Nein!), sondern um die Menschen zu unterstützen. (Beifall bei der ÖVP.)
Wir haben Betriebe unterstützt, wir haben die Menschen unterstützt, wir haben Arbeitsplätze gesichert. Ich darf nur an die Kurzarbeit erinnern: eine
Million Arbeitsplätze wurden mit der Kurzarbeit abgesichert! Wenn das nicht einen Applaus wert ist hier im Haus, dann frage ich mich schon, was die anderen Parteien, die damals zugestimmt haben, sich dabei gedacht haben. (Beifall
bei der ÖVP.)
Jetzt zu den jeweiligen Rednern, zuerst einmal Richtung Lukas Hammer: der fette SUV, den du genannt hast – also ich darf an unsere Forstbetriebe
und unsere Waldbesitzer erinnern, die brauchen einen SUV (Abg. Schallmeiner [Grüne]: Die fahren keinen SUV! – weitere Zwischenrufe bei den Grünen),
die kommen sonst nicht in den Wald hinein. Die haben eine Tätigkeit zu machen. Den Villenbesitzer, den du ansprichst, der fährt das so und so
nicht, weil das Auto unbequem ist. Wir brauchen die Autos als Nutzfahrzeuge.
Das Zweite, was ich erwähnen möchte, in Richtung FPÖ: Es ist schon
sehr, sehr bemerkenswert, Anträge in den letzten Wochen einzubringen, die mehr als 4 Milliarden Euro an Ausgaben verursachen. Ich habe aber
noch keinen einzigen Antrag von euch gesehen, in dem nur irgendein Vorschlag drinnen ist, in dem das Wort Sparen genannt ist. (Abg. Steiner [FPÖ]: Remigration!)
Nur Ausgabenpolitik zu machen, das ist ein bisschen zu wenig. Ich bin davon überzeugt – und die Österreicher haben das die letzten Jahre immer bewiesen –, dass wir sparen können. Die Zeit der Gratismentalität ist auch zu Ende. Beim Klimabonus bitte auch ein bisschen ehrlich sein! Ich weiß
jetzt nicht, wie oft ihr hinsichtlich Klimabonus gehört habt, dass der eine oder andere gesagt hat: Super, da kann ich mir jetzt irgendwelche Sneakers
kaufen oder sonst irgendwas! (Abg. Kogler [Grüne] – auf seine Schuhe weisend –: Ja, da!) Ob das wirklich dafür eingesetzt worden ist, wofür es ursprünglich gedacht war, bezweifle ich schon. Daher ist das auch eine Maßnahme, bei der ich sage, auf die kann man verzichten. Da gehen wir den Weg des Pendlereuros.
Da möchte ich schon einmal erwähnen: Der Pendlereuro ist für die, die tagtäglich in die Arbeit fahren, und nicht für irgendjemanden, der nicht arbeitet oder sonst etwas – es betrifft die, die tagtäglich in die Arbeit fahren.
(Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zum Schluss möchte ich noch erwähnen, dass wir hier schon ein Budget haben, das einen Aufschwung in Richtung Wirtschaft aufzeigt (Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ), indem wir eben auch unterstützend helfen, die Wirtschaft wieder zum Laufen zu bringen, denn: Ohne Wirtschaft, ohne
Wohlstand wird es keine Arbeitsplätze geben, und dann gibt es am Ende des Tages auch kein Budget. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
14.25
Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Maximilian Linder.
RN/67
14.25
Abgeordneter Maximilian Linder (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Frau und geschätzter Herr Staatssekretär! Kolleginnen
und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren Zuhörer! Liebe Kollegin Graf, das Einzige, was man in Erinnerung rufen muss, ist, dass die ÖVP seit
40 Jahren in der Regierung sitzt (Zwischenrufe bei der ÖVP), fast durchgehend den Finanzminister gestellt hat und in der letzten Periode das größte Budgetdefizit, das berühmte schwarze Budgetloch, verursacht hat, das wir heute zu bekämpfen haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Dann gehen Sie heraus und wollen andere Parteien maßregeln und sagen: Erinnert euch! – Ihr wart verantwortlich und ihr habt das angestellt,
ganz einfach. Einfach Mut haben und dazu stehen! (Abg. Strasser [ÖVP]: Überall mitgestimmt! Überall mitgestimmt!)
Sehr geehrte Damen und Herren! Das beste Beispiel waren ja die Einleitungsworte des Finanzministers gestern zum Staatshaushalt, zur derzeitigen Situation. Der hat das ganz klar gesagt: Besorgniserregend ist unser Staatshaushalt. In den letzten zwei Jahren gab es eine extrem schlechte Entwicklung. (Abg. Kogler [Grüne]: Ja, wegen der Wirtschaft!) Wir
haben 50 000 Arbeitslose mehr. Wir haben uns im EU-Vergleich am schlechtesten entwickelt.
Liebe Damen und Herren, das ist euer Finanzminister! Der hat euch das
ganz klar gesagt. Das Einzige, wozu er nicht den Mut gehabt hat: Er hat dann immer gesagt: Österreich hat versucht, die Teuerung zu bekämpfen. –
Nein, meine Damen und Herren, Österreich hat nicht versucht; die schwarz-grüne Regierung hat es versucht und hat es vermasselt. Deswegen sind
wir heute da. (Beifall bei der FPÖ.)
Eines hat mich beim Finanzminister gestern irritiert: Er hat in seiner Rede Frau Staatssekretärin Eibinger-Miedl gedankt, was vielleicht durchaus in Ordnung ist, aber er hat auch Staatssekretär Sepp Schellhorn gedankt – diesem Staatssekretär Sepp Schellhorn, der uns noch bekannt ist mit seinen vollmundigen Reden darüber, wie der Staat zu verändern ist, wie der Staat zu verschlanken ist, wie die Gemeinden sich in den Griff kriegen müssen,
was wir bei den Gemeinden alles reformieren müssen. Und NEOS und Staatssekretär Schellhorn haben als Erstes ein Sonderbüro für die Koordination eingerichtet, das 1,6 Millionen Euro kostet, damit sie sich untereinander ausreden können. – Herr Staatssekretär, das ist für mich wirklich ein
Zeichen dafür, dass Sie es nicht ernst meinen oder nicht können. (Beifall bei der FPÖ.) Und ich will jetzt gar nicht über die Autos reden und urteilen.
Zum Thema Gemeinden: Auch da zeigt die ÖVP ihr wahres Gesicht. Ihr geht hier heraus und sagt: 880 Millionen Euro neu – nein, meine Damen und Herren,
das Geld ist schon längst beschlossen, es gibt schon ein Gesetz dazu,
dass es den Gemeinden zusteht. Ihr verkauft einfach irgendetwas ein zweites Mal, Geld, das uns ja schon längst zusteht. Einzig – und da gebe ich
recht – die Abberufung ist vereinfacht worden. (Abg. Wöginger [ÖVP]: Sehr! – Abg. Schnabel [ÖVP]: Es gibt keine Abberufung, es wird automatisch
überwiesen!)
Dazu muss ich aber auch sagen, liebe Kollegen, und denkt darüber nach: In den Verhandlungen hat euer Verhandlungspartner diese Vorgangsweise abgelehnt, vor allem, was das KIP 23 betrifft. Er hat dagegengestimmt, er hat gesagt, das kommt nicht infrage – euer Mann, Martin Gruber. Ich habe es dort gefordert, da hat er gesagt: Das kommt gar nicht infrage, das machen wir nicht (Abg. Wöginger [ÖVP]: Ja, aber das kriegst jetzt überwiesen, Max!), als
23er! – Aber ihr verkauft es ein zweites Mal, Geld, das uns zusteht (Abg. Wöginger [ÖVP]: Zustehen! Zustehen! Hallo, hallo! Bist ja nicht der Kern! – Abg. Kucher [SPÖ] – in Richtung Abg. Wöginger –: Hallo, hallo!), einfach noch
einmal mit einem Marketingschmäh sagen: Jetzt kriegst du wieder Geld! – Das ist typisch, ganz, ganz, ganz typisch ÖVP.
Noch etwas: Der Herr Finanzminister hat die Digitalisierung so groß in
den Vordergrund gestellt, und im gleichen Atemzug wird die Förderung für den Breitbandausbau für uns Gemeinden eingestellt, vor allem auch jetzt,
wenn wieder Kärnten und die Steiermark dran wären. Ich weiß nicht: Wenn irgendwo eine unliebsame politische Konstellation vorherrscht, streicht
man dort ganz einfach die Breitbandförderung. Das, was wir in Gemeinden und vor allem jetzt im schwierigeren, teureren Bereich für den Ausbau brauchen würden, streicht man.
Eines war sehr bezeichnend für den Herrn Finanzminister: Er geht her und sagt: Die Windkraft darf nicht verhindert werden, durch Kleingeisterei und engstirnigen Konservatismus lassen wir uns nicht an unserem Windkraftausbau hindern. – Ich möchte nur in Erinnerung rufen: In Kärnten haben wir eine Volksbefragung gehabt, mit 76 500 Menschen, die gegen die Windräder gestimmt haben – 51,55 Prozent. (Zwischenruf des Abg. Zorba [Grüne].) Wenn Finanzminister Marterbauer hergeht und diese Menschen als kleingeistig und engstirnig bezeichnet, dann zeigt das, dass er schon längst
Teil dieses Systems geworden ist und nicht für die Menschen steht! (Abg. Krainer [SPÖ]: Er hat das nur nicht gesagt!) Genau so hat er es wortwörtlich gesagt! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Krainer [SPÖ]: Nein, hat er nicht!) – Protokoll abrufen lassen und anschauen, ganz klar! (Abg. Krainer [SPÖ]:
Zitieren Sie richtig! Dann werden Sie draufkommen, dass das ein Blödsinn ist!) Er hat gesagt: Wir lassen uns von Kleingeistereien, von engstirnigem Konservatismus nicht die - - (Abg. Krainer [SPÖ]: Er hat Sie gemeint!) – ja, genau, richtig (Abg. Krainer [SPÖ]: Genau Sie! Sie sind engstirnig!), und die 76 000 Menschen, die dafür gestimmt haben, dass wir sie verbieten. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Krainer [SPÖ]: Sie sind es ja auch! – Abg. Kassegger [FPÖ]: Frau
Präsidentin, können wir die Zwischenreden vom Abgeordneten Krainer bitte stoppen?!)
14.31
Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Harald Thau. (Abg. Hafenecker [FPÖ]: Frau Präsidentin, wollen Sie nicht ein bisschen
Vorsitz führen auch, oder machen wir da so Zwiegespräche?)
RN/68
14.31
Abgeordneter Ing. Harald Thau (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Staatssekretäre! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Budgets für 2025 und 2026 zeigen einmal mehr, wie
verfehlt und verantwortungslos die Politik dieser Ampelregierung ist. Was bleibt, ist ein Milliardenloch, verursacht durch eine Politik, die sich
mehr um linkslinke Utopien, internationale Subventionen, Kriegstreiberei und woke Agenden kümmert als um unser eigenes Land.
Doch anstatt bei den überbordenden Ministerien, bei Luxusdienstwägen –
und ja, Herr Kickl hat eine S-Klasse; Sie (in Richtung Staatssekretär Schellhorn) haben ja zwei, je nachdem wie man es braucht – oder bei den völlig
aus dem Ruder laufenden Ausgaben für Asyl und Migration zu sparen, werden ausgerechnet die Ehrenamtlichen, die Familien, die Schulen oder
unsere Senioren zur Kasse gebeten. Das ist nicht nur falsch, das ist zutiefst unsozial. (Beifall bei der FPÖ.)
Gerade im ländlichen Raum ist das Ehrenamt das Rückgrat unserer Gesellschaft. Ob bei der freiwilligen Feuerwehr, im Rettungsdienst, bei den Musikkapellen oder den Sportvereinen: Überall dort, wo Menschen freiwillig helfen, wo Zusammenhalt gelebt wird, wird gespart. Kürzungen bei der Blasmusik, weniger Geld für Jugendarbeit, keine Planungssicherheit für Tausende Vereine, das ist das traurige Signal dieser Budgets. Währenddessen
fließt weiter Geld in linksideologische Kulturprojekte, in integrationspolitische Luftschlösser und in absurde Genderlehrgänge. Das zeigt: Diese
Regierung hat keine Ahnung von echter Bodenständigkeit und auch keinen Respekt vor denjenigen, die unser Land zusammenhalten. (Beifall bei
der FPÖ.)
Schauen wir uns nur ein Beispiel an: die Wiener Festwochen, ein Festival, das Jahr für Jahr Millionen an Steuergeldern verschlingt, Hunderttausende
Euro direkt vom Bund, also auch von zum Beispiel einer Pensionistin in Tirol, die mit dem ganzen Programm überhaupt nichts anfangen kann, aber trotzdem
über ihre Steuern brav mitzahlen darf. Zum Vergleich: Für die gesamte Blasmusikförderung des Bundes inklusive Jugendförderung gibt es gerade einmal rund 140 000 Euro. (Abg. Gasser [NEOS]: Weil das die Bundesländer machen!) Das ist ein Hohn gegenüber den Tausenden Ehrenamtlichen, die Wochenende für Wochenende ihre Freizeit investieren, ohne Gage oder Günstlingsförderung, einfach aus Liebe zur Heimat, zu den Gemeinden und zur Tradition. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Höfinger [ÖVP]: Hast du eine Ahnung
oder bist du ein Vorleser?)
Wofür wird dieses Geld bei den Wiener Festwochen verwendet? –
Für linkspolitisch gefärbte Agitation auf Steuerzahlerkosten! Da werden auch noch zwei verurteilte RAF-Terroristen, nämlich Karl-Heinz Dellwo und
Gabriele Rollnik, eingeladen, die wegen Terrorismus beziehungsweise Mord und Geiselnahme verurteilt sind! Und das Ganze wird auch noch von einer
ORF-Moderatorin moderiert! (Abg. Oxonitsch [SPÖ]: Das ist der Zettel vom Kollegen von gestern!) Das ist keine Kunst, meine sehr geehrten Damen
und Herren, das ist eine Verhöhnung der Opfer der RAF. (Beifall bei der FPÖ.)
Frau Staatssekretärin Schmidt nannte die Einladung der RAF-Terroristen
in der letzten Sitzung des Kulturausschusses auch noch Teil des politischen Diskurses. Auch auf Nachfrage hat sie es wiederholt. (Abg. Martin
Graf [FPÖ]: Das sind Mörder!) Also wenn Auftritte von verurteilten Mördern und Terroristen auf Kosten der österreichischen Steuerzahler Teil des politischen Diskurses sind, na dann gute Nacht! (Beifall bei der FPÖ.)
Und wer tritt dort noch auf? – Nicht ein einziger österreichischer Künstler ist im Programm zu finden! Ein Kulturland, das seine eigene Kultur nicht mehr
fördert, sondern verachtet, gibt sich selbst auf. So geht unsere Identität verloren, und das können und wollen wir nicht unterstützen! (Beifall bei der FPÖ.)
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir sagen es klar und deutlich: Das Ehrenamt verdient Respekt und Unterstützung, nicht Kürzungen.
Unsere Kultur verdient Förderungen, nicht Umerziehung, und unsere Steuergelder gehören den Bürgerinnen und Bürgern, nicht den linken
Kulturblasen!
Die Freiheitliche Partei wird diesem Budget der falschen Prioritäten nicht zustimmen, denn wir stehen auf der Seite der Ehrenamtlichen, der Familien, der Heimat (Heiterkeit der Abg. Erasim [SPÖ]), und wir werden diese Stimme hier
im Hohen Haus weiter laut und klar erheben! (Beifall bei der FPÖ.)
14.35
Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Klaus Seltenheim.
RN/69
14.36
Abgeordneter Klaus Seltenheim (SPÖ): Sehr geehrte Präsidentin! Werte Staatssekretär:innen! Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Liebe Zuseher:innen! Liebe Österreicher:innen vor den Fernsehbildschirmen! Wir haben es
heute schon öfter gesagt, man kann es aber auch nicht oft genug sagen: Wir als SPÖ haben dieses Budgetfiasko nicht zu verantworten. (Zwischenruf des
Abg. Martin Graf [FPÖ].)
Seit 2018 ist das Wort Gegenfinanzierung in der Regierung abgeschafft gewesen. 2024 gab Österreich 22,5 Milliarden Euro mehr aus, als es eingenommen hat. Es waren harte Verhandlungen, wir konnten auch einige Dinge verhindern. Wir haben es heute schon ein paar Mal gehört: Die blauen Giftzähne, die Wünsche nach einer Erhöhung des Pensionsantrittsalters auf 67 Jahre haben wir gezogen. Wir haben eine weitere Konzernsteuersenkung verhindert. Stattdessen haben wir es geschafft, dass wir die breiten Schultern in diesem Land auch dazu verpflichten, sich daran zu
beteiligen. (Beifall bei der SPÖ.)
Es gibt eine Bankenabgabe, es gibt den Beitrag der Energiekonzerne, es gibt den Beitrag der Stiftungen, es gibt eine Erhöhung des Beitrags beim Glücksspiel. Es gibt die Widmungsabgabe, die ImmoESt. Es gibt die Besteuerung großer Immodeals, sozusagen die Benko-Steuer, damit sich diese Leute nicht
mehr schamlos bereichern können. Es gibt eine Verlängerung des Spitzensteuersatzes um vier Jahre und es wird eine Taskforce zur Steuerbetrugsbekämpfung geben. (Abg. Martin Graf [FPÖ]: Ich liebe die freie Rede!)
Aber natürlich waren auch Kompromisse notwendig, wir haben es heute schon gesagt. Es gibt gewisse Dinge, die in einer Dreierkoalition einfach ausverhandelt werden, und da hat die SPÖ Handschlagqualität. Dazu stehen wir auch. Auch wenn es hart ist, müssen alle bei diesem Sparpaket mithelfen. Es
sind natürlich auch Dinge dabei, die hart sind, egal ob das die Anhebung der Servicegebühr der E-Card ist oder eben auch das Auslaufen des kostenlosen Klimatickets für 18-Jährige. (Abg. Hafenecker [FPÖ]: Jetzt hab’ ich geglaubt, wir müssen auf dich reagieren, dann hältst du so eine Rede!)
Wir haben aber auch einiges nach vorne gebracht. Wir haben beispielsweise die Rezeptgebühr eingefroren, es gibt einen Medikamentenpreisdeckel,
und – was uns auch besonders wichtig ist – es wird ein Meine-Zeitung-Abo für Jugendliche geben, damit Demokratie gestärkt und Journalismus gefördert
wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hafenecker [FPÖ]: Jetzt können wir unsere Rede wieder zurückziehen, wenn du nichts zu sagen hast!)
Ich muss ganz kurz trotzdem noch etwas zur Opposition sagen. In Richtung Grüne muss ich sagen: Ausgerechnet die Gewinnsteuer für die OMV zu senken, war kein klimapolitischer Meilenstein in der letzten Periode.
(Beifall bei der SPÖ.) Es gibt – um es in Ihrer Diktion zu sagen – keinen Planeten B mit mehr Geld und mehr Steuerzahlern. Das ist einfach nicht vorhanden. (Abg. Voglauer [Grüne]: Ihr streicht die Sozialleistungen! Ihr kürzt sie! Das wird nicht besser ...! Ihr bereitet den Weg für ein blau-schwarzes Budget!)
Und man muss auch in Richtung FPÖ sagen, Markus Marterbauer hat es gestern, glaube ich, komplett richtig formuliert: Österreich kann, wenn es
will. Kickl und die FPÖ können nicht und wollen nicht. (Beifall bei der SPÖ.) Es sagt sogar Ihr eigener Parteihistoriker, Kamerad Höbelt, es ist mittlerweile einfach eine verlorene Stimme, die FPÖ zu wählen, denn (Abg. Voglauer [Grüne]: Das braucht er gar nicht, weil mit euch kriegen sie eh das blaue
Budget!) wer die Chance hat, Kanzler und Finanzminister zu werden und sie nicht wahrnimmt, der hat es nicht verdient, dass er noch einmal die
Chance dazu bekommt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ich habe diese Debatte über den S-Klasse-Mercedes von Klubobmann Kickl erst heute richtig mitbekommen, muss ich gestehen, an mir ist das in den letzten Tagen ein bisschen vorbeigegangen. Das finde ich extrem lustig: Der Mann, der sich aus der Verantwortung stiehlt, nämlich der feigste Parteiobmann Österreichs, kann jetzt mit dem teuersten Dienstauto vor der Verantwortung fliehen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS. –
Abg. Martin Graf [FPÖ]: Du hast bewiesen, dass du gut lesen kannst!)
14.39
Präsidentin Doris Bures: Herr Abgeordneter Gernot Darmann, Sie gelangen zu Wort.
RN/70
14.39
Abgeordneter Mag. Gernot Darmann (FPÖ): Danke, Frau Präsident! Werte Staatssekretäre! Hohes Haus! Werter Herr Kollege Seltenheim, spart euch eure Beflegelung der Freiheitlichen Partei, denn damit beflegelt ihr den Hausverstand der österreichischen Bevölkerung! (Beifall bei der FPÖ.)
Werte Kollegen, ich habe mich zu Wort gemeldet, weil Kollege Gödl, der gerade nicht zu sehen ist (Zwischenruf der Abg. Greiner [SPÖ] – Abg. Wöginger [ÖVP]:
Da steht er eh! Er ist Ordner! Er hat auch noch was anderes zu tun!), ah,
gerade neben mir steht, vorhin behauptet hat, und das tatsachenwidrig, dass die Regierungskoalition, diese Verliererampel, nicht bei der Sicherheit der
Bürger sparen würde, vielmehr im Asylbereich. Ich möchte diese kurze Rede dazu verwenden, wieder einmal klarzumachen, mit welchen Unwahrheiten diese Ampelkoalition vor die Bevölkerung tritt und dieser Bevölkerung gleichzeitig
in den Rücken fällt. (Beifall bei der FPÖ.)
Werter Kollege Gödl, Sie wissen selbst, dass bei all diesen negativen Entwicklungen dieser unkontrollierten Massen- und Messerzuwanderung unter dem Deckmantel des Asyls (Zwischenruf des Abg. Schallmeiner [Grüne]),
welche Sie mit Ihrer Partei, den Grünen, den Roten und den NEOS verantwortet haben, nunmehr diese Regierungskoalition – der Herr Finanzminister, gemeinsam, also mit getragen von Herrn Innenminister Karner – bei der Polizei spart und dass rückwirkend seit 1.1.2025 Überstunden gekürzt werden, Schulungen gestrichen werden und Investitionen in moderne Infrastruktur der Vergangenheit angehören. Das ist die Realität. Das wissen Sie. Als Zeugen benenne ich die Landespolizeidirektionen, die entsprechenden Bezirkskommandanten, aber vor allem unsere Polizisten, die tagtäglich ihren Dienst im Sinne unserer Sicherheit versehen. (Beifall bei der FPÖ.)
Herr Gödl, Herr Innenminister Karner baut seine Reduzierung der Ausgaben im Asylbereich auf das Prinzip Hoffnung auf. Er meint, nächstes Jahr werde
es geringere Asylzahlen geben. Dann hofft er, dass die Europäische Union mit ihren Versprechungen endlich in die Gänge kommt, anstatt selbst endlich
Fakten zu schaffen. Wer hindert Sie als Vertreter einer Regierung
eines souveränen Staates daran, endlich selbst die Zügel in die Hand zu nehmen, einen Asylstopp zu verhängen, eine Abschiebeoffensive zu verhängen und damit endlich Gerechtigkeit für unsere Bürger ins Land ziehen zu
lassen? (Beifall bei der FPÖ.)
Milliarden an Einsparungen wären jedes Jahr möglich, und ihr stellt euch heraus und sagt: Na ja, es wird eh beim Asylbereich gespart! – Die Fakten belegen
das Gegenteil.
Unsere Bevölkerung hat sich schon die Wahrheit verdient, und Sicherheit gehört mit der Wahrheit gepaart und auch entsprechend umgesetzt. Das setzt aber auch voraus, die entsprechenden Gelder für unsere Sicherheitsexekutive zur Verfügung zu stellen, denn schlussendlich war das ein Versprechen – wenn auch ein leeres Versprechen – des massiv überforderten Innenministers Karner. Nach dem Anschlag in Villach hat er gesagt, es werde mehr Polizeipräsenz und mehr Sicherheit für unsere Bürger
geben. – Das Gegenteil ist der Fall. Schämen Sie sich dafür! (Beifall bei der FPÖ.)
14.42
Präsidentin Doris Bures: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich
Herr Abgeordneter Ernst Gödl zu Wort gemeldet.
RN/71
14.42
Abgeordneter Mag. Ernst Gödl (ÖVP): Sehr geehrte Damen und Herren! (Ruf bei der FPÖ: Er entschuldigt sich!) Herr Kollege Darmann hat hier vom Rednerpult aus behauptet, dass im Sicherheitsbereich eingespart wird. (Ruf bei der FPÖ: Ist so! – Abg. Darmann [FPÖ]: Das ganze Jahr!)
Ich berichtige tatsächlich: Die Ausgaben im Bereich der Sicherheit steigen im kommenden Jahr gegenüber dem Vorjahr um 100 Millionen Euro, nämlich von 4,011 Milliarden Euro auf 4,155, und im Bereich des Asyls verringern sich die Ausgaben um 94,2 Millionen Euro. (Ruf bei der FPÖ: Na, was
jetzt?) Also: Beim Asyl wird gespart, bei der Sicherheit wird mehr investiert. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Shetty [NEOS]. – Abg. Darmann [FPÖ]:
Sie wissen, dass das Gegenteil der Fall ist! Ihr spart bei den Polizisten bei den Überstunden!)
14.43
Präsidentin Doris Bures: Nun ist Frau Abgeordnete Irene Neumann-Hartberger zu Wort gemeldet.
RN/72
14.43
Abgeordnete Irene Neumann-Hartberger (ÖVP): Vielen Dank, Frau Präsidentin! Werte Frau Staatssekretärin! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Ich möchte im Namen meiner Kollegin Juliane Bogner-Strauß die Schüler:innen und ihre Lehrer:innen der 3. Klasse vom Gibs Graz-Eggenberg sehr herzlich
begrüßen, besonders ihren Sohn. (Allgemeiner Beifall.)
Geschätzte Damen und Herren, wir diskutieren jetzt wirklich schon viele Stunden. Beflegelungen kommen hauptsächlich rechter Hand über dieses Pult. Man muss sich dafür fallweise schon auch genieren und entschuldigen,
was hier von sich gegeben wird. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ, NEOS und Grünen.)
Ich möchte trotzdem dennoch einmal unaufgeregt, ohne großartige Seitenhiebe nach links und rechts die Situation beleuchten: Die Krisensituationen der letzten Jahre haben es einfach notwendig gemacht, Geld in die Hand
zu nehmen und möglichst breit für Abfederung zu sorgen. Es wurde vieles gefordert und es wurde vieles unterstützt und gefördert. Es gibt zahlreiche Maßnahmen, die einfach viel gekostet haben, aber alle hatten ein Ziel: die Menschen und dadurch letztlich auch den Wirtschaftsmotor in
diesem Land am Laufen zu halten. Es war eine notwendige Investition, um für Stabilität in multiplen Krisenzeiten zu sorgen und letztlich auch Perspektiven für die Zukunft zu schaffen.
Angesichts der aktuellen Lage und der nicht florierenden Wirtschaft ist klar: Wir müssen jetzt in Bereichen Einsparungen treffen, wo sie möglich sind, aber
auch gezielt dort investieren, wo es eine klare Notwendigkeit gibt. Einsparungen sind nie populär, aber oftmals und eben gerade jetzt unumgänglich. (Beifall bei der ÖVP.)
In dieser herausfordernden Zeit ist es von zentraler Bedeutung, Perspektiven zu schaffen, die den Menschen insbesondere im ländlichen
Raum Sicherheit und Stabilität bieten. Auch in der Landwirtschaft haben wir da eine eindeutige Linie zu verfolgen, nämlich Betriebe und bäuerliche
Familien auch künftig zu stärken.
Es gibt ein klares Bekenntnis, Unterstützung und spürbare Wertschätzung für die Landwirtschaft. Das war uns in harten Verhandlungen wichtig zu
erreichen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Die Lebensmittelproduktion und die Versorgungssicherheit eines Landes sind ein hohes Gut, und das gilt es zu erhalten. Deshalb wissen wir, dass es notwendig ist, unsere heimischen Betriebe, die Familien, die hinter diesen Betrieben stehen, zu unterstützen. (Beifall bei der ÖVP.)
Die sind es nämlich gewohnt, zu wirtschaften und Leistung zu bringen.
Das ist alltäglich für bäuerliche Familien. Sie durchleben im Laufe ihres Lebens auch mehrfach Zeiten, in denen sie investieren, und dann Phasen, in
denen sie sparen müssen, um eben danach wieder investieren zu können. Und das ist ein üblicher Prozess und keine Katastrophe. (Beifall bei Abgeordneten
der ÖVP.)
Diese Familien tragen tagtäglich Verantwortung aufgrund der vielen Belastungen und Herausforderungen, aber es sind diese Familien, die wir täglich brauchen. Sie versorgen uns nämlich mit Lebensmitteln, Energie und Rohstoffen.
Eines ist klar: Dieses Budget ist kein Wunschkonzert, aber es ist ein realistischer Plan für eine gelingende Zukunft.
Und ja, liebe FPÖ, wir drücken lieber auf die Optimismustube, nicht so wie ihr, die ihr tagtäglich bemüht seid, die Pessimismusnegativspirale am Laufen
zu halten. Zuversicht ist unser Weg. Eurer ist der, der Bevölkerung die Weltuntergangsstimmung einzureden.
Österreich ist eines der schönsten und reichsten Länder der Welt. Mit Zuversicht und Zusammenhalt, den richtigen Maßnahmen zur richtigen Zeit, auch wenn sie hart sind, wenn wir einsparen, konsolidieren und dann
wieder investieren, wird das Österreich mit Sicherheit auch in Zukunft weiterhin sein. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Shetty [NEOS].)
14.47
Präsidentin Doris Bures: Nun ist Herr Abgeordneter Manuel Pfeifer zu
Wort gemeldet. – Herr Abgeordneter, ich glaube, das ist Ihre erste Rede. (Abg. Pfeifer [FPÖ] – auf dem Weg zum Redner:innenpult –: Ja!) – Ja. Dann
würde ich ersuchen, von Zwischenrufen Abstand zu nehmen. – Bitte. (Ruf bei der FPÖ: Mich hat sie nie so beschützt!)
RN/73
14.48
Abgeordneter Manuel Pfeifer (FPÖ): Danke, Frau Präsidentin! Geschätzte Staatssekretärin! Geschätzte Zuschauer! Das vorliegende Budget würde ich als zukunftsvergessenes Sparpaket bezeichnen. Die größte und teuerste Bundesregierung aller Zeiten spart nicht etwa bei sich selbst, sondern bei den Familien, die das Fundament unserer Gesellschaft bilden, bei den Leistungsträgern, sei es bei den Arbeitnehmern oder bei den Arbeitgebern, und drittens bei den Pensionisten, die mit ihrer harten Arbeit den Wohlstand aufgebaut haben, in dem wir heute leben.
Was sehen wir? – Millionen fließen in den engen Kreis der Macht, während der Weitblick für die Zukunft unseres Landes erschreckend fehlt. Gerade
jetzt in einer Zeit akuten Fachkräftemangels und tiefgreifender Veränderung in der Arbeitswelt braucht es verantwortungsvolle, mutige und langfristige Entscheidungen, aber solche sehe ich in diesem Budget leider nicht. (Beifall bei der FPÖ.)
Unsere Lehrlinge, unsere Jugendlichen brauchen nicht nur eine solide fachliche Ausbildung, sondern auch eine menschliche und gesellschaftliche Stärkung, denn sie sind das Rückgrat von morgen. Sie sollen die Pensionen sichern, die Wirtschaft tragen und den sozialen Zusammenhalt bewahren. Doch
was passiert mit der Lehrlingsausbildung in Zukunft? – Statt Förderung gibt es Unterfinanzierung. Als einen negativen Punkt dieses Budgets nenne ich
die Einführung der betrieblichen Lehrlingsförderung. Das gefährdet nicht nur Ausbildungsplätze, sondern den gesamten Wohlstand. (Beifall bei der FPÖ.)
Wenn Sie jetzt nicht handeln, verschärft sich der Fachkräftemangel dramatisch. Sie verspielen nicht nur Chancen, sondern Sie gefährden die Zukunft
unseres Landes. Die Bundesregierung steht an einem Scheideweg: Entscheiden Sie sich für Vernunft, für Leistung, für die Förderung jener, die
dieses Land tragen – oder steuern Sie weiterhin planlos durch einen Nebel aus Symbolpolitik und parteipolitischer Selbstinszenierung! – Danke. (Beifall
bei der FPÖ.)
14.50
Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Christoph Steiner.
RN/74
14.50
Abgeordneter Christoph Steiner (FPÖ): Danke, Frau Präsident. – Ja, seit 9 Uhr diskutieren wir heute das Budget, und das Hauptthema der Einheitspartei
war: Kickl, Kickl, Kickl, Kickl! – Ich vermute einmal ganz stark, ihr habt einen massiven Komplex und braucht dringend eine Therapie. (Beifall bei der
FPÖ. – Zwischenrufe bei ÖVP, SPÖ und NEOS.)
Dann stellt sich der Mitarbeiter oder der Sekretär von Babler, Seltenheim, hier heraus und sagt: Ihr wolltet nicht, ihr wolltet keine Verhandlungen! –
Wir hätten ehrlich, vertrauensvoll mit der Bevölkerung und verantwortungsvoll regieren wollen. Das war mit dieser ÖVP nicht möglich. (Beifall bei der
FPÖ.) Ihr wolltet Posten, Posten, Posten und den Kopf von Babler im Vizekanzleramt retten. Wenn ihr nicht in die Regierung gekommen wärt, Herr Seltenheim, wärst du niemals in die Verlegenheit gekommen, hier zu sitzen, dann wärst du nicht zu uns ins Plenum reingerutscht. – So schaut es
nämlich aus. (Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.)
Und dann frage ich mich jetzt wirklich: Wo ist er jetzt? Sepp, wo bist du? Sepp, was machst du? Wo ist der Deregulator? Wo ist er hin? (Abg.
Schnedlitz [FPÖ]: Auto kaufen! – Rufe bei ÖVP und NEOS: Wo ist der Kickl? Wo ist der Klubobmann?) Jetzt hätte der Sepp einmal Beinfreiheit auf der Regierungsbank, weil sie die Sessel von gestern wieder ausgetauscht haben, es stehen jetzt wieder die gemütlichen Beinfreiheitssessel dort, und dann
ist er weg, der Obertouristiker. Wo ist der Sepp mit seinem Sonderbüro, das uns 2025 1,6 Millionen Euro kostet und 2026 dann 1,7 Millionen Euro? Wo
ist der Sepp nach seiner sehr verwirrten Rede zum Budget? (Neuerliche Zwischenrufe bei ÖVP, SPÖ und NEOS.) Wo ist er jetzt? Wahrscheinlich ist
er Auto kaufen gegangen, weil ihm der neue A8 doch nicht so bequem ist. (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ. – Abg. Wöginger [ÖVP]: Wo ist der
Herbert? – Abg. Shetty [NEOS]: ... weil er sehr anspruchsvoll ist!)
Der Sepp – ich frage mich wirklich, was sein Problem war – hat sich ja beschwert, er ist im Zug angepöbelt worden, das sei eine Frechheit, unglaublich, was da passiert sei. Er hat sich ja dann zu einem Vergleich verstiegen, der
nicht gepasst hat. Ich frage mich aber: Sepp, was machst du in einem Zug, wenn du zwei Dienstautos hast? Warum setzt du dich dieser Gefahr überhaupt
aus, Sepp, in einem öffentlichen Zug zu sitzen? (Beifall bei der FPÖ.)
Mir ist das völlig wurscht, der Sepp kann auch fünf Autos haben, der Sepp kann auch einen Hubschrauber haben, aber, lieber Shetty, das müssen die
NEOS bezahlen und nicht der österreichische Steuerzahler. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei den NEOS. – Ruf bei der ÖVP: Jetzt reicht’s aber einmal!)
Wenn Kollege Shetty sich dann am Anfang hierherstellt und sagt: Wir
sanieren und wir sparen und das hätte die Freiheitliche Partei nie gemacht, denn die hätten so viele Anträge eingebracht, die so viel Geld gekostet hätten!,
dann frage ich ihn: Wissen Sie, was wir auf jeden Fall eingespart hätten? –
Den Deregulierungsstaatssekretär Sepp Audi A8 Schellhorn! Definitiv hätten
wir den eingespart. (Beifall bei der FPÖ.)
Ich frage mich, warum das ganze Land sparen muss, nur einer nicht, und das ist der Sepp – genau jener Sepp, der jahrelang in den Videos, überall gepoltert
hat: Ein Wahnsinn!, und: Das kostet alles viel zu viel!, und: Das alles ist viel zu teuer! – Wer kostet am meisten? – Der neu erfundene Staatssekretär
Sepp Schellhorn, der, wenn die normale Bestuhlung hier ist, fast hinunterfällt, weil er an der Regierungsbank keinen Platz mehr hat – so blad seid ihr
auf der Regierungsbank, so viel Platz braucht ihr und so viel Steuergeld verschwendet ihr von den NEOS. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei ÖVP
und NEOS.)
Ihr von den NEOS gebt euch jetzt her! (Abg. Shetty [NEOS]: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen! Das gibt’s alles ...!) Ihr seid gegründet worden, ich erinnere dich (in Richtung Abg. Shetty [NEOS]) daran, um das alte rot-schwarze System zu überwinden. Und was machst du in deinen
jungen Jahren? – Du bist Lebensverlängerer für ein System, das abgewählt wurde. Du bist Lebensverlängerer für ein solches System – in deinen
jungen Jahren! Ich würde mich schämen! Traurig, dass man sich für so etwas hergibt, aber wenn man halt nichts Besseres weiß, dann kann es auch
so werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Ich habe jetzt nur noch die letzte Minute übrig, zur ÖVP will ich schon noch etwas sagen: Ihr stellt euch einen ganzen Tag lang hierher und sagt:
Wir sanieren jetzt!, als ob ihr die letzten Jahre nichts mit dem Wahnsinn zu tun gehabt hättet! Es war euer Finanzminister, eure Regierung mit den
Grünen, ihr habt alles mitgetragen! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ihr habt Österreich heruntergewirtschaftet, dahingesandelt habt ihr (Abg.
Strasser [ÖVP]: ... gefordert habt ihr!), und jetzt stellt ihr euch hierher und sagt: Na, wir haben mit dem nichts zu tun, aber die ÖVP ist jetzt endlich in
der Bundesregierung, jetzt hat es die ÖVP endlich in die Bundesregierung geschafft, und wir sanieren jetzt das Budget, das irgendwer kaputt gemacht hat, aber die ÖVP war es nicht! (Abg. Strasser [ÖVP]: ... und gefordert habt ihr! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Also ich weiß ja nicht, was ihr da im Schilde führt, aber glaubt ihr wirklich, dass das draußen noch irgendjemand glaubt? Ihr könnt ja nicht irgendetwas herunterwirtschaften und dann sagen: Das, was wir da heruntergewirtschaftet haben, geht uns nichts an, aber wir sanieren das jetzt! – Das glaubt euch
kein Mensch mehr. Schämt euch in Grund und Boden!
Ich freue mich auf die nächste Wahl. Hoffentlich kommt sie früher, als euch lieb ist, und dann werden da noch ein paar Gesichter weniger sitzen als
jetzt schon. Ich freue mich darauf, Herr Gust Wöginger! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Obernosterer [ÖVP]: Christoph, pass auf auf dein Herz!)
14.55
Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Joachim Schnabel.
RN/75
14.55
Abgeordneter Mst. Joachim Schnabel (ÖVP): Danke, Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Lieber Herr Kollege Steiner, es steht mir nicht an, Sepp Schellhorn zu verteidigen, aber wenn man mit
einem Auto das Budget konsolidieren würde, wäre es ja relativ leicht gemacht. (Abg. Steiner [FPÖ]: Nein, mit zwei!) Und es gibt einen großen Unterschied zwischen Herrn Schellhorn und Ihnen: Er ist schon ein erfolgreicher Unternehmer. Das kann man auch wertfrei sagen. (Beifall bei ÖVP und NEOS sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Geschätzte Damen und Herren! Wir sind jetzt schon fast am Ende der heutigen Debatte. Es war ja eigentlich erwartbar, es war eine erwartbare Schwarz-
Weiß-Diskussion: Die regierenden Parteien verteidigen den Budgetentwurf, die Opposition kritisiert ihn. (Präsident Rosenkranz übernimmt den Vorsitz.)
Ich möchte noch ganz kurz auf zwei Dinge eingehen: einerseits auf unseren ehemaligen Koalitionspartner, die Grünen, die ein bisschen Entzugserscheinungen haben und schon mit seltsamer Rhetorik hier am Rednerpult agieren. So hat Frau Kollegin Gewessler gesagt, dass wir den Gemeinden
das Geld nachschmeißen. – Wir schmeißen den Gemeinden kein Geld nach, liebe Frau Kollegin Gewessler, sondern wir unterstützen unsere
Gemeinden – sie sind das Rückgrat in vielen Bereichen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Gewessler [Grüne]: Ihr tut das Geld für Klimaschutz in den Straßenausbau schmeißen, das ...!)
Wir helfen unseren Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern in schwierigen Zeiten. Jetzt verstehe ich, die Grünen wissen nicht, wovon wir reden, weil sie in den Kommunen keine Verantwortung tragen. (Abg. Kogler [Grüne]: Das
stimmt ja überhaupt nicht!) Wir wissen es. Wir machen diese 880 Millionen Euro bürokratiefrei und überweisen diese Gelder automatisch den Gemeinden.
(Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von Grünen und ÖVP.)
Ein weiterer Grund, warum wir von Konsolidierung sprechen müssen – das ist das zweite Wort, „Abrissbagger“; Bagger, ein ganz liebes Wort –, ist, liebe
Frau Kollegin Gewessler, dass wir die Umweltförderungen nicht deshalb kürzen müssen, weil wir sie gemacht haben, sondern weil sie explosionsartig
verteilt wurden, weil Sie sich – und darin unterscheidet sich die jetzige Regierung – in Ihrer Funktion an Abmachungen nicht gehalten haben und
das, was bereitgestellt war, nicht über mehrere Jahre ausbezahlt haben, sondern innerhalb kürzester Zeit unter die Leute gebracht haben. (Abg.
Kassegger [FPÖ]: Wer war denn da in der Regierung? Wer war denn da die Mehrheitspartei in der Regierung, als so „explosionsartig verteilt“ wurde?) Genau deswegen müssen wir das Budget konsolidieren. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen.)
Herr Kollege Steiner! Wir stehlen uns nicht aus der Verantwortung, sondern ich möchte ganz klar festhalten: In den vergangenen Jahren haben wir viele,
viele Maßnahmen beschlossen, weil es mannigfaltige Krisen gegeben hat. Wir haben rasch Maßnahmen für die Wirtschaft, für die Menschen gesetzt
(Abg. Steiner [FPÖ]: Lockdown, Lockdown, Lockdown! – weiterer Ruf bei der FPÖ: Darum sind wir jetzt pleite!), und wir haben danach getrachtet, dass
niemand zurückbleibt. Das war uns wichtig, und das haben wir in den letzten Jahren geleistet. (Beifall bei der ÖVP.)
Noch etwas möchte ich sagen, Herr Kollege Steiner und auch Ihre Vorredner, die hier so explosionsartig reden, und auch Herr Kickl – übrigens, wo
ist er? (Abg. Darmann [FPÖ]: Wo ist der Finanzminister?) In der Früh groß reden und dann, wenn es zum Ende der Debatte geht, ist er nie hier, nie! (Abg. Hafenecker [FPÖ]: Wo ist der Bundeskanzler? Das ist euer Budget!) Er
fährt wahrscheinlich mit seinem Mercedes durch die Lande und will irgendwelche Unwahrheiten verbreiten, aber er ist nie hier. Jetzt am Ende
der Debatte möchte ich auch noch einmal kurz auf ein Thema eingehen. (Rufe bei der FPÖ: Wo ist der Bundeskanzler? Wo ist euer Chef? Wo ist der Sepp? –
Abg. Wöginger [ÖVP]: Wo ist der Herbert? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Was haben Sie gesagt? Sie haben heute auch über alles andere geredet.
Am Ende der Debatte möchte ich noch kurz sagen: Wir übernehmen als Regierungsparteien Verantwortung für dieses Land. Wir distanzieren uns
generell von allen völkischen Sagern, die Sie hier am Rednerpult in den letzten Wochen geleistet haben. (Ruf bei der FPÖ: Peinlich!)
Gerade angesichts 80 Jahre Kriegsende, 70 Jahre Staatsvertrag, 30 Jahre Europäische Union für Österreich (Abg. Hafenecker [FPÖ]: Europäische Union gegen Österreich, müsste es heißen!) gilt es, Verantwortung für die
Zukunft zu tragen, gemeinsam mit der SPÖ und den NEOS dafür einzustehen und verantwortungsvolle Politik zu machen. Das machen wir mit diesem Budget. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS.)
14.59
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Zu einer tatsächlichen Berichtigung
hat sich Herr Abgeordneter Lukas Hammer zu Wort gemeldet. – Sie kennen die einschlägigen Bestimmungen. 2 Minuten.
RN/76
14.59
Abgeordneter Mag. Lukas Hammer (Grüne): Kollege Schnabel hat hier gerade gesagt, dass sich die ehemalige Ministerin Leonore Gewessler nicht an Abmachungen gehalten hätte und die Förderungen explosionsartig unter die Leute gebracht hätte. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist nicht richtig.
Ich berichtige tatsächlich (Abg. Shetty [NEOS]: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!): Das Förderbudget haben wir hier gemeinsam im Nationalrat beschlossen. Das Ministerium und die Ministerin haben sich auf Punkt und Beistrich daran gehalten und das Budget eingehalten. – Erster Punkt.
Zweiter Punkt: Die Förderrichtlinien, die festhalten, wie viel Budget ausgegeben wird und für wie viele Jahre das ausgegeben wird, haben wir in der Umweltförderkommission einstimmig – einstimmig! – beschlossen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Shetty [NEOS]: Keine tatsächliche Berichtigung!)
15.00
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Als vorläufig letzter Redner der Debatte: Herr Abgeordneter Hoyos-Trauttmansdorff. Eingemeldete Redezeit: 5 Minuten. (Abg. Steiner [FPÖ]: Wo ist der Sepp?)
RN/77
15.00
Abgeordneter Douglas Hoyos-Trauttmansdorff (NEOS): Danke, Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Wir haben hier in den letzten Stunden
eine Debatte erlebt, in der wahnsinnig viel behauptet wurde, in der wahnsinnig viel erzählt wurde – insbesondere von den Oppositionsparteien –, das
einfach faktisch nicht stimmt. Wir haben erlebt, wie alle Möglichen schuld an der Politik der letzten Jahre sind, nur man selbst nicht, und alle Verantwortung jeweils auf andere übertragen wurde. (Abg. Martin Graf [FPÖ]: Das war die ÖVP!) Überhaupt: Das Wort Verantwortung wurde in den letzten
Reden Hunderttausende Male wahrgenommen, aber selten hat man wirklich gespürt, worum es gegangen ist.
Ich möchte bei den Grünen beginnen. Die Grünen sprechen sehr oft
über die Verantwortung gerade der nächsten Generation gegenüber. Wir haben jetzt auch wieder die tatsächliche Berichtigung von Kollegen Hammer
gehört zu der Causa Förderungen, die schnell ausgegeben wurden, schon zu einem Zeitpunkt, als sie eigentlich nicht budgetiert beziehungsweise
nicht geplant waren, und alles in die Jahre bis 2024 vorgezogen wurde, obwohl es bis 2027 geplant war. (Zwischenrufe der Abgeordneten Gewessler [Grüne]
und Voglauer [Grüne].)
Faktisch führte das natürlich zu einem Zeitpunkt (Zwischenrufe bei den Grünen) – seien Sie nicht so nervös, das macht es auch nicht besser! (Abg.
Kogler [Grüne]: Entschuldige! Du kannst ja Zusagerahmen und Auszahlung auseinanderhalten!) –, zu dem uns allen die Lage der Republik bewusst war, dazu, dass Sie weiterhin das Geld ausgegeben haben, anstatt einen Förderstopp zu machen, der notwendig gewesen wäre, um jetzt nicht im Nachhinein
alles aufräumen zu müssen. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Gewessler [Grüne] und
Voglauer [Grüne]. – Abg. Lukas Hammer [Grüne]: Wir leben immer noch in einem Rechtsstaat, Herr Kollege!)
Wir haben während der grünen Regierungsbeteiligung einen Klimabonus,
der eigentlich ein Bürokratiebonus und ein Bürokratiemonster war, erlebt, der allein in der Verwaltung Hunderte Millionen Euro gekostet hat. Sie haben
eine eigene Verwaltung geschaffen, obwohl es eine Finanzverwaltung gegeben hat, um diese Maßnahmen abzubilden. Das war natürlich wahnsinnig viel
Geld, das Sie hinausgeworfen haben und das nicht treffsicher angekommen ist. (Zwischenruf der Abg. Voglauer [Grüne].) Das ist genau die Situation,
vor der wir heute stehen: dass genau diese Gelder fehlen. (Beifall des Abg.
Shetty [NEOS].)
Allein beim Klimabonus haben Sie 3,4 Milliarden Euro mehr ausgegeben, als – im Gegensatz zu dem, was ursprünglich versprochen wurde – durch
die CO2-Bepreisung hereingekommen ist. Allein diese 3,4 Milliarden Euro sind die Hälfte von dem, was wir jetzt allein im heurigen Jahr sanieren müssen.
Das zeigt, wie unfassbar unverantwortlich Sie teilweise in der letzten Periode umgegangen sind. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Dann kommen wir zur FPÖ. Die FPÖ – insbesondere diese kabarettistische Einlage jetzt von Herrn Kollegen Steiner war ja sehr amüsant – spricht von viel Verantwortung und sagt: Wir wollten ja, und wir wollten, und es wäre so
schön gewesen und so weiter! (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Hat er gar nicht gesagt! Das stimmt nicht!) Herr Kollege, Sie haben davon gesprochen, wortwörtlich haben Sie gesagt: Koste es, was es wolle!, und: Die ÖVP ist schuld!, und: Die Grünen sind schuld!, und so weiter. (Zwischenruf des Abg. Steiner [FPÖ].) –
Sie sind nicht schuld, haben Sie klar gesagt, oder?
Aber jetzt reden Sie einmal mit den Kolleginnen und Kollegen, die in der letzten Gesetzgebungsperiode schon hier waren! Dann wissen Sie ganz genau,
dass sie immer mit aufgestanden sind, wenn die Regierungsparteien die Maßnahmenpakete gemacht haben. (Abg. Kassegger [FPÖ]: Das stimmt ja
nicht! Das stimmt nicht!) 72 Milliarden Euro von knapp 100 Milliarden Euro sind von Ihnen mitbeschlossen worden. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Kassegger [FPÖ]: Bei den ganzen Ökoförderungen waren wir nicht dabei!) Sie waren immer mit dabei. Immer, wenn es darum ging,
Geld zu verteilen, waren Sie dabei. Immer, wenn es um die Gießkanne gegangen ist, sind Sie brav aufgestanden und waren dabei. Also kommen Sie,
nehmen Sie einmal die Verantwortung wahr, und nehmen Sie insbesondere die Wahrheit ernst! (Abg. Kassegger [FPÖ]: Du weißt ganz genau, dass das nicht stimmt!)
Kollege Darmann hat groß davon gesprochen, wie viel im System gespart wird, insbesondere bei der Sicherheit. Es wurde schon korrigiert, dass das so,
wie Sie es sagen, nicht wahr ist. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Aber Sie haben nicht gelesen, was Sie eingemeldet haben. Sie waren ja, Herr Kollege Darmann,
bei den Budgetverhandlungen oder bei den Verhandlungen, die Sie mit der ÖVP geführt haben, dabei, oder? Da waren Sie dabei. (Abg. Wöginger [ÖVP]:
Nein! Er war nicht dabei!) Sie wissen schon, was Sie gesagt haben? Es ist ja auch wurscht, ob er dabei war. (Ruf bei der ÖVP: Es war ja scheinbar von ihnen
gar keiner dabei!) Er sollte aber mitbekommen haben, was die Koalition da verhandelt hat: 15 Prozent Rasenmäher quer durch alle Ressorts, natürlich inklusive Sicherheitsbereich (Abg. Darmann [FPÖ]: Red nicht, von was du nichts weißt!), quer durch alle Ressorts, das steht überall drinnen. (Ruf bei der
FPÖ: Die nächste Unwahrheit!) Sie nehmen nur nicht einmal das ernst, was Sie selber damals vereinbart haben. Das ist die Problematik. (Beifall bei den
NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
RN/77.1
Da sind wir auch bei diesem wunderschönen Taferl (eine Tafel mit einer Tabelle und den blauen vergrößerten Worten „Klimabonus“, „Pensionen“ und „Sozialversicherung“ sowie einem Foto und der Unterschrift von Herbert Kickl in die Höhe haltend), das heute schon mehrfach gekommen ist. Da steht das
Thema Pensionen: Korridorpension: 150 Millionen Euro, die Sie einsparen wollten – oder nicht einsparen wollten. Sie haben ja nachher gesagt: Na ja, das stimmt ja gar nicht!
Es gibt ja eigentlich nur zwei Theorien, die erklären können, was dahintersteckt: Entweder Kollege Kickl unterschreibt Dinge, von denen er nicht weiß,
dass er sie damals zugesagt hat, und er wollte einfach so schnell wie möglich an die Macht und fertig werden und hat einfach blanko etwas von der ÖVP unterschrieben, oder Sie sagen jetzt die Unwahrheit. Eine andere Theorie gibt es dafür nicht. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP
und SPÖ.) Also entweder Kollege Kickl unterschreibt, ohne zu wissen, was er tut, oder er ist jetzt nicht mehr bei der Wahrheit und nimmt es mit der Wahrheit nicht mehr so genau.
Kommen wir vielleicht noch einmal zu Kollegen Steiner, der darüber
spricht: Koste es, was es wolle!, und der davon nie etwas gewusst hat. (Ruf bei der FPÖ: Was redet denn der?) – Ja, Sie stehen dann immer ganz nervös
da. Sie haben nie etwas davon gewusst. 7,4 Milliarden Euro kostet allein das Antragspaket Herbert Kickls für den Kickl-Tausender, den er verteilen
wollte. 7,4 Millionen Euro (Abg. Wöginger [ÖVP]: Milliarden! Milliarden!) – Milliarden Euro; Entschuldigung! –: Das ist mehr, als wir jetzt sanieren
müssen. Sie sollten schon einmal die Wahrheit ernst nehmen und die Verantwortung ernst nehmen, um die es hier geht, und nicht einfach nur
populistisch etwas machen. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Dieses Budget, das hier vorgestellt wird und das wir beschließen
werden, hat zwei wesentliche Parameter für die nächste Generation. Erstens: Wir stellen Bildung über alles. Trotz aller Sparmaßnahmen haben wir
mehr Geld im Bildungsressort zur Verfügung, um wesentliche Dinge, die notwendig sind und endlich auf den Weg gebracht werden müssen, zu
gestalten: wenn es um die Deutschoffensive geht, um den Chancenbonus für besondere Schulen, die besondere Herausforderungen haben – all das
ist möglich –, und natürlich auch im Kindergarten, wo mehr investiert wird. Das ist trotz Sparmaßnahmen möglich.
Wir haben aber trotzdem natürlich die Situation, dass wir auch schauen
müssen, dass wir im Vergleich generell mehr Investitionen in die Jugend bringen, wenn wir uns das auch in Richtung Pensionen anschauen, wo wir zwei
Drittel mehr zuschießen (Präsident Rosenkranz gibt das Glockenzeichen) – ich komme zum Schluss –, als wir im Bildungsbereich ausgeben.
Das zeigt ja, wie wichtig die Maßnahmen sind, die wir jetzt im Pensionsbereich setzen, die nämlich dazu führen, dass wir ein zukunftsfähiges Budget
haben, dass wir für die nächste Generation gestalten können und dementsprechend auch nächste Schritte gehen können, damit diese Republik auch
in Zukunft lebenswert für junge Menschen sein wird. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
15.07
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Für eine tatsächliche Berichtigung zu Wort gemeldet: Herr Abgeordneter Darmann. – Sie kennen die einschlägigen Bestimmungen.
RN/78
15.07
Abgeordneter Mag. Gernot Darmann (FPÖ): Danke, Herr Präsident! Werte Staatssekretäre! Hohes Haus! Kollege Hoyos hat hier tatsachenwidrig behauptet, die Freiheitliche Partei habe in den Verhandlungen mit der ÖVP eine pauschale 15-prozentige Einsparung im Sicherheitsbereich verhandelt
gehabt. (Abg. Shetty [NEOS]: Nein, das hat er nicht gesagt! Das hat er nicht gesagt!) Das ist unrichtig.
Ich berichtige tatsächlich, dass wir in den Verhandlungen mit Innenminister Karner – und bei diesen war ich persönlich dabei –, darüber
hinaus im Bereich öffentlicher Dienst, eine Einsparung im Sicherheitsbereich sogar ausgeschlossen haben. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
15.08
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Als vorläufig letzte Wortmeldung: Frau Abgeordnete Herr. Eingemeldete Redezeit: 5 Minuten.
RN/79
15.08
Abgeordnete Julia Elisabeth Herr (SPÖ): Vielen Dank, Herr Präsident. – Ich muss sagen, jetzt reden wir schon über 6 Stunden – wenn ich das richtig gezählt habe – über das Budget (Abg. Stögmüller [Grüne]: ... mit der Forderung:
doppeltes Budget!), und es kommen doch immer wieder ein paar Pointen. Es ist ja fast lustig, dass ich nach FPÖ-Abgeordnetem Gernot Darmann sprechen
darf, nach dem blauen Budgetexperten aus Kärnten, der mit seiner Truppe fast ein ganzes Bundesland an den Rand der Zahlungsunfähigkeit gebracht hat. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und NEOS. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Sie stellen sich hier heraus, und wissen Sie: Es wäre ja eigentlich eh sehr spannend, eine Rede von Ihnen zum Budget zu hören. Ich habe ja die Hoffnung gehabt: Vielleicht sind Sie in sich gegangen und erklären uns, wie es nicht
geht, denn wenn es eine Person in diesem Haus gibt, die weiß, wie man nicht mit dem Budget umgeht, dann sind das wirklich Sie. (Zwischenruf des
Abg. Petschnig [FPÖ].) Das haben Sie eindrucksvoll bewiesen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS.)
Aber zurück zum Bundesbudget, über das wir heute hier diskutieren!
Die Diskussion war lang, und da sind viele finanzpolitische Begriffe gefallen, die man vielleicht gar nicht einordnen kann, da sind viele Zahlen genannt
worden, viele Milliardenbeträge. Ich will auf das zurückkommen, was wirklich wesentlich ist und worum es geht, und will das auch für all jene Menschen verständlich machen, die jetzt zu Hause noch zuhören und nicht tagtäglich die Innenpolitikartikel auswendig lernen.
Mich hat nämlich vor zwei Tagen eine ältere Dame gefragt, warum
wir jetzt überhaupt so viel sparen. Sie versteht das nicht, dass gerade wir als Sozialdemokratie sparen, wenn wir jetzt nach sieben Jahren in Opposition wieder in der Bundesregierung sind. Die Frage ist berechtigt, deshalb will ich auch unseren Herrn Finanzminister noch einmal zitieren: Wir sparen
nicht, weil wir wollen. Wir sparen, weil wir müssen. (Beifall bei der SPÖ.) Wir müssen sparen, weil wir vor einem riesigen Budgetloch stehen,
sprich – auf Deutsch – vor einem riesigen Schuldenberg. (Zwischenruf des Abg. Schnedlitz [FPÖ].)
Den hat uns die Vorgängerregierung hinterlassen, den haben wir als SPÖ sicherlich nicht verursacht, aber wenn wir jetzt nicht einschreiten,
dann wird dieser Schuldenberg größer und größer und größer.
(Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Der wird sowieso größer!) Wir zahlen für diese Schulden auch Zinsen, und das hätte bedeutet, dass dieser
Schuldenberg langsam aber sicher unsere Zukunft aufgefressen hätte.
(Abg. Martin Graf [FPÖ]: Ich hab’ das Gefühl ... !) Ganz ehrlich:
Bevor wir Milliarden Euro für Zinszahlungen ausgeben (Zwischenruf der Abg. Voglauer [Grüne]), investieren wir lieber in Bildung, in Gesundheit
und in Klimaschutz. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Strasser [ÖVP] und Shetty [NEOS].)
Deswegen müssen wir sparen, weil es langfristig dann besser wird und wir dieses Land endlich aus dem Budgetloch herausholen; und damit beginnen wir noch heute, noch heuer. Noch im Jahr 2025 beginnen wir mit einem
großen Sparpaket, das alle Menschen treffen wird, so ehrlich sind wir. (Zwischenruf der Abg. Voglauer [Grüne].) Wir wollen auch gar nichts beschönigen. Einen Punkt will ich aber schon hervorheben: Es wird alle treffen, ja, aber es werden auch alle einen Beitrag leisten.
Wir wissen, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung für ein Sparpaket dann steigt, wenn es wirklich fair ist und alle einen Beitrag leisten. Wenn ich
sage alle, dann meine ich auch die Banken, dann meine ich
auch die Energiekonzerne, dann meine ich auch die Vermögenden (Abg. Voglauer [Grüne]: Ja wo denn?), die ihr Vermögen zum Beispiel in
Stiftungen geparkt haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kassegger [FPÖ]: Sie meinen nicht die Kammern, die Arbeiterkammer und die Wirtschaftskammer meinen
Sie nicht!)
Also die Bankenabgabe wird erhöht (Zwischenrufe bei den Grünen), zu Recht, denn die Banken haben in den letzten Jahren noch und noch Gewinne geschrieben, dasselbe gilt für die Energiekonzerne. Es ist nur fair, dass sie jetzt auch einen Beitrag leisten. Das ist aber noch nicht das Ende. Es werden
in Zukunft auch große Immobiliendeals (Zwischenrufe bei den Grünen), also Immobiliendeals à la René Benko stärker besteuert werden. Wir werden auch dort ansetzen, wenn Grundstücke umgewidmet und plötzlich viel
mehr wert werden (Abg. Kaniak [FPÖ]: ... Aufsichtsrat!), denn wir wollen der Spekulation mit Grund und Boden endlich ein Ende setzen. (Beifall bei der SPÖ.)
Wir werden auch Maßnahmen gegen Steuerbetrug setzen. Wir werden
auch Maßnahmen setzen, um von den Glücksspielkonzernen einen fairen Beitrag einzufordern. Auch das wird alles zur Sanierung des Staatshaushalts beitragen. (Abg. Voglauer [Grüne]: ... aber großen Beitrag für ... !)
Ich sage auch noch dazu, ich lese auch oft die Kommentare auf Social Media und wir bekommen alle gerade sehr viele Mails geschickt, in denen die Menschen schreiben: Ja die Politiker, die stellen sich immer hin und sagen, wir müssen alle sparen, aber treffen tut es dann immer nur die kleinen Leute!
Ich stehe jetzt hier und kann mit Recht behaupten, dass das so nicht stimmt, denn es macht einen Unterschied, ob die SPÖ in der Bundesregierung
ist oder nicht (Abg. Kogler [Grüne]: Ah!), denn es werden allein in den kommenden zwei Jahren 2 Milliarden Euro als Beitrag für die Budgetkonsolidierung von Banken, von Konzernen und von Superreichen kommen. (Beifall bei
der SPÖ. )
Lassen Sie mich da auch ein Wort in Richtung FPÖ sagen! Herr Kickl hat ja auch die Bankenabgabe gefordert (Abg. Wöginger [ÖVP]: Ja sicher!), aber durchgesetzt hat er sie nicht. Das war schon die SPÖ. (Beifall bei der SPÖ.)
Als Sie, FPÖ und ÖVP, damals versucht haben, eine Regierung zu bilden, da hat sich Herr Kickl überhaupt nach drei Tagen hingestellt und gesagt: Wir
haben es in drei Tagen schon geschafft! Mit dem Budget ist alles geklärt! – Ja eh: weil Sie nicht um die Bankenabgabe gestritten haben, weil Sie nicht
um die fairen Beiträge gestritten haben. (Beifall bei der SPÖ.) Das war Ihnen ja dann egal, als es wirklich hart auf hart gegangen ist. Gestritten haben
Sie wegen Postenbesetzungen, deshalb ist Ihre Regierung nicht zustande gekommen. (Abg. Hafenecker [FPÖ] ... bei Ihrer Postenschacherei ... ! Sideletter!) Rein machtpolitische Überlegungen, aber nichts mit sozial gerechter Budgetsanierung – das ist die FPÖ, das ist die Machtpolitik des Herrn Kickl. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Shetty [NEOS]: Wo ist denn der Herr Kickl
eigentlich? – Ruf bei der ÖVP: Wo ist er denn?)
Jetzt zum Schluss: Wenn wir über die Zukunft sprechen, müssen wir natürlich über Klimaschutz sprechen. Das hat Markus Marterbauer auch unmissverständlich in seiner Rede klargemacht. Nur wenn wir Naturschutz, wenn wir Klimaschutz betreiben (Zwischenrufe bei den Grünen), sichern
wir langfristig unsere Lebensqualität und sichern auch langfristig
unsere Lebensgrundlage. (Zwischenruf des Abg. Schallmeiner [Grüne].) So einfach ist das, aber auch so essenziell. Es muss aber jedem klar sein, dass wir
die Klimapolitik der letzten fünf Jahre, in denen vor allem große Fördertöpfe ausgeschüttet worden sind, so nicht fortführen können. (Zwischenruf der
Abg. Voglauer [Grüne].) Selbst wenn wir wollten, könnten wir das gar nicht, denn das Geld ist nicht mehr da, das haben Sie schon ausgegeben. Das ist einfach Fakt. (Beifall bei der SPÖ.)
Es gab ja tatsächlich Förderschienen für das Klima, die hätten über mehrere Jahre hinweg ausbezahlt werden sollen. Da haben die Grünen gesagt:
Hinter uns die Sintflut, wir schütten all das Geld aus, solange wir noch in der Regierung sitzen (Beifall bei der SPÖ), dann können wir das schön verkaufen (Zwischenruf der Abg. Voglauer [Grüne]), das grüne Logo noch mit draufdrücken, und die anderen sollen danach schauen, wie sie das
wieder sanieren! – Wissen Sie, da wurden Fördergelder erhöht, ohne dass irgendein CO2 damit eingespart worden ist. Nachhaltig war das nicht. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Voglauer [Grüne].)
Deshalb: Ja, es wird den Klimabonus in der Form nicht mehr geben. Wir werden nicht mehr – auch an die reichsten Menschen in diesem Land – einen Klimabonus auszahlen, nein, wir wollen auch gar nicht. (Abg. Schallmeiner [Grüne]: ... der Alleinerzieherin mit den zwei Kindern!) Wir werden versuchen, mit den begrenzten Budgetmitteln, die da sind, sparsam umzugehen und
sie möglichst treffsicher einzusetzen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Voglauer [Grüne]: ... sparen!) Wir streichen die Klimaförderungen nicht. Ja, auch sie werden leider gekürzt, aber wir wollen damit einen möglichst großen Impact für die Umwelt herausholen.
Es stimmt auch nicht, wenn Sie sagen, da wird jetzt gar nicht investiert. Das Budget gibt uns – wenn überhaupt – so einen schmalen Investitionsrahmen, und auch dort sagen wir, es muss in Klimaschutz investiert werden. (Zwischenruf der Abg. Voglauer [Grüne].) Es gibt zum Beispiel bei den
thermischen Sanierungen ab dem Jahr 2026 360 Millionen Euro pro Jahr, die sich dreifach lohnen, denn wenn man thermisch saniert, spart man
Energie ein, man spart auch Kosten ein und man spart auch CO2 ein. Das sind bis 2030 1,8 Millionen Euro. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg.
Shetty [NEOS]. – Abg. Steiner [FPÖ]: Das kostet das Koordinationsbüro vom Sepp in einem Jahr!)
Das war uns nämlich wichtig, genauso wie das, wo die Förderungen sinnvoll waren. Es gab ja durchaus einige Förderschienen, die wir auch als sinnvoll empfunden haben (Zwischenruf der Abg. Voglauer [Grüne] – Abg. Gewessler [Grüne]: Ihr habt überall mitgestimmt!), zum Beispiel bei der Umweltförderung im Inland. Diese, haben wir gesagt, wollen wir in der bisherigen
Höhe weiterführen. Also das, was da behauptet wird, ist ganz einfach nicht wahr.
Es gibt auch noch mehr Bereiche – ich kann es ja noch weiter ausführen –, zum Beispiel beim Lkw-Verkehr: Wir haben zusätzliches Budget auf die Beine gestellt (Abg. Voglauer [Grüne]: Für die Asfinag!), weil wir sagen, der Warentransport soll nicht länger auf der Straße passieren, sondern auf der Schiene, denn der Zug ist einfach umweltfreundlicher. (Beifall bei der
SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.)
Dafür gibt es jetzt Offensivgelder, dafür gibt es Offensivmaßnahmen. In den letzten Jahren hat sich das nämlich verschlechtert, da wurden wieder
immer mehr Waren auf der Straße statt auf der Schiene transportiert. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Wir wollen das umkehren.
Im Übrigen, wenn Sie sich so aufregen: Wir wollen auch von der Frächterlobby einen Beitrag einfordern, deshalb wird die Lkw-Maut erhöht. Also wir
schaffen es sogar im Umweltbereich, dass wir versuchen, fair und gerecht zu sanieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Ich muss das alles anführen, um da sozusagen ein bisschen dagegenzuhalten, aber unterm Strich will ich sagen: Wir sind nicht der Meinung, dass wir
gegen die Grünen das Klima retten werden. Ich glaube, wir müssen
das gemeinsam schaffen. Das ist notwendig, und dementsprechend müssen wir weiterhin gemeinsam versuchen (Zwischenrufe bei den Grünen), all die notwendigen Gesetze zu beschließen, denn wir werden nicht alles mit dem Budget lösen können. Es wird auch gute Gesetze brauchen, wir müssen endlich auch ein Klimagesetz beschließen. (Abg. Voglauer [Grüne]: Besser nicht! –
Abg. Maurer [Grüne]: Bei euch gibt’s gar nichts! Ihr fahrt das alles runter!) Wir hoffen auf konstruktive Mitarbeit. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Shetty [NEOS]. – Abg. Krainer [SPÖ]: Bravo! – Abg. Schnedlitz [FPÖ]: Besser wie der Kucher! – Ruf bei der FPÖ: Kann viel besser Deutsch!)
15.18
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Zu Wort ist niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen.
RN/80
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Ich weise die Regierungsvorlagen 67 der Beilagen und 68 der Beilagen dem Budgetausschuss zu.
Die Tagesordnung ist erschöpft.
RN/81
Einlauf
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Ich gebe bekannt, dass in der heutigen Sitzung die Selbständigen Anträge 272/A(E) bis 275/A(E) eingebracht worden sind.
Die nächste Sitzung des Nationalrates, die geschäftsordnungsmäßige Mitteilungen und Zuweisungen betreffen wird, berufe ich für 15.18 Uhr – das ist gleich im Anschluss an diese Sitzung – ein.
Diese Sitzung ist geschlossen.
RN/82
Schluss der Sitzung: 15.18 Uhr
RN/83
Anhang
Während der Sitzung eingebrachte Anträge im Gesamtwortlaut und Mitteilungsliste