Auf einen Blick
Vier Jahrzehnte nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl gibt es nach wie vor viele Sichtweisen zur Realität und zum Risiko von Atomenergie. Die beiden schwersten Kernkraftwerksunfälle, Tschernobyl und Fukushima Daiichi, führten zu erheblichen Freisetzungen radioaktiver Stoffe und weitreichenden Folgen für Mensch und Umwelt. Die Nutzung der Kernenergie ist mit Risiken verbunden, die über nationale Grenzen hinausreichen und politische Stabilität, Umwelt und Sicherheit betreffen. Gleichzeitig erfährt die Kernenergie aufgrund des anhaltend starken Wachstums des globalen Energiebedarfs, gepaart mit dem Argument von positiven Effekten in Bezug auf Klimaneutralität und die Erreichung der Klimaziele, in vielen Ländern eine Renaissance.
Ursprünglich auf militärische Zwecke ausgerichtet, wurde die Kernenergie nach dem Zweiten Weltkrieg zunehmend zivil genutzt, insbesondere zur Stromerzeugung. Heute sind weltweit 412 Reaktoren in 31 Ländern in Betrieb. Darüber hinaus werden derzeit 63 neue Reaktoren in 15 Ländern gebaut.
Dieses Dossier des Dienstes EU & Internationales der Parlamentsdirektion beleuchtet den Reaktorunfall von Tschernobyl im Jahr 1986 und die Entwicklung der internationalen Sicherheitsarchitektur im Zusammenhang mit Atomenergie seit damals. Weiters werden drei nationale Atomenergiestrategien vorgestellt. Abschließend wird die parlamentarische Behandlung von Atomenergie in Österreich vorgestellt. Ziel ist es, dabei ein breites Bild der Realitäten und Risiken von Atomenergie im globalen Kontext zu vermitteln.
Dossier "40 Jahre nach Tschernobyl: Realität und Risiko von Atomenergie" lesen / PDF, 971 KB
Die Katastrophe von Tschernobyl 1986 festigte die Ablehnung der Atomkraft, die mit dem Bundesverfassungsgesetzfür ein atomfreies Österreich von 1999 in Verfassungsrang gehoben wurde.