Von 9. bis 10. September 2024 fand in Budapest ein Treffen der Mitglieder der außenpolitischen Ausschüsse statt. Für das österreichische Parlament nahmen an dieser Konferenz die Abgeordneten Wolfgang Gerstl (ÖVP), Michael Hammer (ÖVP), Harald Troch (SPÖ), Dagmar Belakowitsch (FPÖ), Ewa Ernst-Dziedzic (Grüne) sowie Bundesrätin Christine Schwarz-Fuchs (ÖVP) teil. Die Konferenz wurde durch Reden des Vizepräsidenten der ungarischen Nationalversammlung, János Latorcai, und des Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses, Lajos Kósa, sowie des außenpolitischen Ausschusses des ungarischen Parlaments, Zsolt Németh, und des Europäischen Parlaments, David McAllister, eröffnet. Zu den Prioritäten und aktuellen Fragen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik und der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik führte der Hohe Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik und Vizepräsident der EK, Josep Borrell, aus, dass die EU eine "Supermacht" sei. Dies habe sich nicht zuletzt in ihrer effektiven Antwort auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine gezeigt. In Bezug auf den Nahen Osten gelinge dies jedoch nicht. Hier bestünde über humanitäre Hilfe hinaus keine Einigkeit. Es sei jedoch dringlich notwendig, in Zusammenarbeit mit den engsten Partnern eine gemeinsame Position der EU zu finden. Laut Gerstl stehe Österreich, als militärisch neutrales, aber niemals politisch neutrales Land, hinter der Ukraine und leiste, wo möglich, Unterstützung.
Zum Thema geopolitische, strategische Verschiebungen in der Welt erläuterte Péter Sztáray, Staatssekretär für Sicherheitspolitik und Energiesicherheit, dass sich die Welt im Übergang von einem bi- zu einem multipolaren System befinde. Europa müsse seine Identität bewahren, seine Widerstandfähigkeit stärken und neue Instrumente finden, um Einfluss ausüben zu können. Pia Kauma, Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung der OSZE, betrachtete unter den vielfältigen aktuellen Herausforderungen die Ukraine als besonders dringlich. Sie unterstrich die besondere Rolle, die die OSZE als Plattform für den Dialog auch zwischen Staaten in Kriegssituationen einnehmen könne. Nicolás Pascual de la Parte, Mitglied des Unterausschusses für Sicherheit und Verteidigung des Europäischen Parlaments, führte aus, dass die nach dem zweiten Weltkrieg geschaffene Ordnung nun in Frage gestellt werde. Zudem verändere der Zugang zu disruptiven Technologien, wie KI und Robotik, die Stellung der Staaten als Hauptakteure. Weitere Sessionen befassten sich mit dem Schutz der Außengrenzen und der illegalen Migration, sowie dem zukünftigen Europa und den Ländern, die der EU beitreten wollen.