Dossiers EU & Internationales 30.07.2025

Neues aus Brüssel: Polen übergibt Ratsvorsitz an Dänemark

Jährliches Treffen der Präsident:innen der nationalen Parlamente der EU-Mitgliedstaaten und des Europäischen Parlaments

Von 11. bis 13. Mai fand das jährliche Treffen der Präsident:innen der nationalen Parlamente der EU-Mitgliedstaaten und des Europäischen Parlaments (EP) in Budapest statt.

Als Eröffnungsredner sprach der ungarische Premierminister Viktor Orban zu den Teilnehmenden. Nationalratspräsident Walter Rosenkranz hielt im Rahmen des Tagesordnungspunktes zum Thema "Die Europäische Union der Zukunft - Allgemeine Perspektiven / Föderalismus oder nationale Souveränität" eine Keynote. Er betonte, dass es über die Frage, ob oder wie weit nationale Kompetenzen in Richtung der Europäischen Union abgegeben werden sollen, unterschiedliche Auffassungen gebe. Sicher sei jedenfalls, dass bestimmte Fragen nur gemeinsam gelöst werden können. Es sei entscheidend, ob die EU tatsächlich jene großen, bereits bestehenden Probleme lösen wird können, die kein Staat allein bewältigen kann. In der weiteren Keynote zu dieser Session sprach die Präsidentin des Europäischen Parlaments Roberta Metsola. Sie bekräftigte, dass alle in Europa Fortschritt und Wohlstand wollen. Dafür sei aber die Zusammenarbeit erforderlich, um den Herausforderungen zu begegnen, und alle hätten dabei ihre Rolle zu spielen, die EU könne nicht unkoordiniert agieren. Bundesratspräsidentin Andrea Eder-Gitschthaler erklärte in ihrem Redebeitrag zum Debattenthema "Regionalismus in Europa und die Wahrung der kulturellen Identität Europas", dass Europa mehr denn je als Wertegemeinschaft und als gestaltende Kraft für die Zukunft wichtig sei.

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Gruppenfoto mit Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ) (5. Reihe, 3. von rechts) und Bundesratspräsidentin Andrea Eder-Gitschthaler (ÖVP) (2. Reihe, 5. von rechts)

Interparlamentarische Konferenzen

In den vergangenen Monaten organisierte der polnische EU-Vorsitz zudem mehrere interparlamentarische Konferenzen.

Emissionsfreie Energieerzeugung: ein Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit der EU

Am 13.-14. April fand eine Konferenz zum Thema "Emissionsfreie Energieerzeugung: ein Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit der EU" statt.

Für das österreichische Parlament nahm der Obmann des Umweltausschusses Abg. Lukas Hammer (G) teil. In drei Sessionen befassten sich die Teilnehmer:innen mit den Themen Kompass für Wettbewerbsfähigkeit, Deal für eine saubere Industrie sowie emissionsfreie Energieerzeugung für die Sicherheit der EU. Stanisław Gawłowski, Vorsitzender des Klima- und Umweltausschusses des polnischen Senats, betonte wie andere Redner:innen den polnischen Fokus auf Energiesicherheit vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Miłosz Motyka, Unterstaatssekretär im polnischen Ministerium für Klima und Umwelt, hob hervor, dass die Energiewende vor dem Hintergrund notwendiger systemischer, wirtschaftlicher und infrastruktureller Änderungen große Herausforderungen für die nächste Dekade mit sich bringen werde. Jerzy Buzek, ehemaliger polnischer Premierminister und ehemaliger Präsident des EP erinnerte daran, dass die Energiepreise vielleicht der wichtigste Aspekt überhaupt seien.

Abg. Lukas Hammer unterstrich in seiner Wortmeldung, dass keiner der EU-Mitgliedstaaten alleine gegen China oder die USA bestehen könne. Gemeinsam könne dies aber gelingen. Der Deal für eine saubere Industrie sei ein guter Weg zu einer gemeinsamen EU-Industriepolitik. Chaotische Zeiten seien auch eine Chance, die Bedeutung der europäischen Integration zu erkennen. Parlamentarier:innen haben dabei die Pflicht, die EU nicht nur aus ihren Hauptstädten heraus zu tadeln, sondern ebenfalls enger zusammenzuarbeiten. Hammer sprach sich gegen Atomkraft aus und appellierte, effizienter zu sein und sich auf erneuerbare Energieformen, die schnell genutzt werden können, zu konzentrieren.

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Herausforderungen für die Gesundheitssicherheit in der EU

Von 18. bis 19. Mai fand eine interparlamentarische Konferenz zum Thema "Herausforderungen für die Gesundheitssicherheit in der EU" in Warschau statt, an der Bundesrätin Isabella Theuermann (F) als österreichische Delegierte teilnahm.

In drei Sessionen tauschten sich die Teilnehmer:innen zu den Themen Arzneimittelsicherheit, Herausforderungen im Zusammenhang mit der digitalen Sucht von Kindern und Jugendlichen sowie Herausforderungen für die präventive Gesundheitsversorgung aus. In den Debatten wurde betont, dass die Herstellung von Arzneimitteln zwar teuer sei, aber dies den Regierungen in der EU für eine gute Qualität der Produkte wert sein müsse. Angesprochen wurden Vorschläge wie EU-weite Regulativen für die digitale Nutzung bei Kindern, ein Handyverbot in Schulen, die Einführung von Altersgrenzen und ein einheitliches Schutzlevel innerhalb der EU. Vertrauen und Information wurden als Wege der Prävention identifiziert.

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Interparlamentarische Ausschusstreffen

Zusätzlich zu den interparlamentarischen Konferenzen tauschten sich die Mitglieder der nationalen Parlamente sowie des EP auch im Rahmen von interparlamentarischen Ausschusstreffen aus.

Interparlamentarisches Ausschusstreffen zum Thema leistbarer Wohnraum

Am 9. April stand das Thema leistbarer Wohnraum auf dem Programm, zu dem Abg. Elke Hanel-Torsch (S) nach Brüssel reiste.

Der EU-Kommissar für Energie und Wohnen, Dan Jorgensen gab einleitend zu bedenken, dass alle Mitgliedstaaten vor unterschiedlichen Herausforderungen stehen. Es werde mehr Wohnraum benötigt, die Kosten seien gestiegen, und es gehe nicht nur um Menge, sondern auch um Qualität. Wohnen müsse nachhaltiger werden, es brauche Hilfe bei der Gebäudesanierung für jene Menschen, die sich keinen Wohnraum leisten können. Kommendes Jahr plane die EU-Kommission einen europäische Plan für erschwinglichen Wohnraum vorzulegen. Zu Wort kam außerdem die Obfrau des EP-Ausschusses für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten, Li Andersson, die betonte, dass Wohnraum zunehmend als Finanzvermögenswert gesehen werde. Die Obfrau des Sonderausschusses für die Wohnraumkrise in der EU, Irene Tinagli erläuterte den Aufgabenbereich des Ausschusses. Anacláudia Rossbach, Vertreterin von UN-Habitat gab zu bedenken, dass die Wohnraumkrise kein rein europäisches, sondern ein weltweites Problem sei. 300 Mio. Menschen seien von Obdachlosigkeit betroffen, und man stehe vor historischen Versorgungsproblemen. Weitere Themen waren die Finanzialisierung des Wohnungswesens und ihre sozialen Folgen, integrativer Wohnraum für gefährdete Bevölkerungsgruppen, sowie der Ausbau von erschwinglichem, nachhaltigem und klimaresistentem Wohnraum.

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Nationalratsabgeordnete Elke Hanel-Torsch (S)

Interparlamentarisches Ausschusstreffen zum Thema Entwicklungsfinanzierung

Am 20. April stand das Thema Entwicklungsfinanzierung auf der Tagesordnung eines vom EP-Entwicklungsausschusses (DEVE) initiierten Treffens. Das österreichische Parlament war bei diesem Termin durch die Obfrau des Außenpolitischen Ausschusses, Abg. Petra Bayr (S) vertreten.

In ihrem Eröffnungsstatement betonte Camilla Brückner (VN/UNDP Büro Brüssel) die starke Partnerschaft zwischen der EU und den Vereinten Nationen (VN). Sie gab zu bedenken, dass die Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDG) nur langsam vorangehe. Wenn es jemals einen Zeitpunkt gab, die globale Solidarität zu stärken, sei dieser nun – auch vor dem Hintergrund der 4. Hochrangigen Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung (FfD4) von 30. Juni bis 3. Juli in Sevilla - gekommen. Brückner nannte als Herausforderungen die nicht nachhaltige Schuldenarchitektur sowie die Finanzierungslücke von jährlich 4 Billionen USD zur Erreichung der SDG, die sich täglich auf die am wenigsten entwickelten Länder (LDCs) auswirke. Die internationale Entwicklungszusammenarbeit (EZA) müsse gestärkt und gesteigert werden, hin zu langfristiger Entwicklung, so Brückner. Andernfalls untergrabe man die weltweite Stabilität.

Abg. Bayr thematisierte die Frage der effektiven Messung der Fortschritte bei der Verwirklichung der Beschlüsse der FfD4. Zur Frage der zukünftigen Entwicklungsfinanzierung wurde beim nächsten Tagesordnungspunkt betont, dass die EU ihre Ankündigungen auch umsetzen müsse, um glaubwürdig zu sein. Thematisiert wurde außerdem, dass die EU-Initiative Global Gateway entwicklungspolitische Ziele und die Bedürfnisse der Partnerländer berücksichtigen müsse, und private Investitionen mobilisiert werden müssten. Abg. Bayr sprach das Thema Besteuerung an, wobei die bestehenden Abkommen und Verträge nicht immer im Interesse des globalen Südens seien. Zum Thema Sorgfaltspflicht in der Lieferkette äußerte sie die Befürchtung, dass die aktuelle Omnibus-Diskussion zu einer Schwächung der bereits beschlossenen Rahmenwerke und damit zu weniger Schutz von Menschenrechten, Klima und sozialer Sicherheit führen könnte.

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Nationalratsabgeordnete Petra Bayr (S)

Interparlamentarisches Ausschusstreffen zum Thema EU-Erweiterung

Am 24. Juni stand schließlich ein interparlamentarisches Ausschusstreffen mit dem EP-Ausschuss für konstitutionelle Fragen (AFCO) zum Thema EU-Erweiterung am Programm, an dem für das österreichische Parlament die Stellvertretende Obfrau des Ständigen EU-Unterausschusses, Abg. z NR Dr. Dagmar Belakowitsch (F) teilnahm.

In seinem Eröffnungsstatement wies der Vorsitzende des AFCO-Ausschusses Sven Simon darauf hin, dass institutionelle Reformen von wesentlicher Bedeutung seien, damit die EU für zukünftige Erweiterungen bereit sei. Er erinnerte an den EP-Vorschlag zur Einleitung eines Vertragsänderungsverfahrens aus der vergangenen Wahlperiode, mit denen man der EU-Kommission und dem Rat bereits Reformvorschläge unterbreitet habe. Eine künftige Erweiterung hänge auch von der Leistung der Kandidatenstaaten und der Aufnahmekapazität der EU ab. Berichterstatter Sandro Gozi (Renew) verwies auf drei Herausforderungen: Effizienz, Ressourcen und Demokratie. Gozi merkte an, dass die Union mit ihren 27 Mitgliedstaaten nicht immer effizient funktioniere, insbesondere wenn sie mit neuen Problemen konfrontiert sei. Wichtige Fragen seien die Ausweitung der Anwendungsfälle der qualifizierten Mehrheit sowie die Ausgestaltung des künftigen Mehrjährigen Finanzrahmens der EU für die Periode 2028 bis 2035.

Abg. Belakowitsch betonte, dass im Erweiterungsprozess zwischen den Beitrittskandidaten unterschieden werden müsse, je nachdem, wie weit sie vorangeschritten seien. Länder, wie die Westbalkanstaaten, die seit vielen Jahren auf den Beitritt warteten und bereits umfassende Reformen umgesetzt hätten, hätten es nicht verdient, gemeinsam mit anderen Staaten weiterhin warten zu müssen. Gerade für kleine Mitgliedstaaten und Beitrittskandidaten wie Montenegro sei es von zentraler Bedeutung, dass das Einstimmigkeitsprinzip erhalten bleibe. Die Ausweitung der qualifizierten Mehrheit führe zu einem Abbau demokratischer Mitbestimmung, da kleinere Länder dann kaum mehr in der Lage wären, ihre eigenen Interessen durchzusetzen.

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Nationalratsabgeordnete Dagmar Belakowitsch (F)

LXXIII. COSAC (Konferenz der Europausschüsse) in Warschau

Im Rahmen der parlamentarischen Dimension des polnischen EU-Ratsvorsitzes fand außerdem von 8.-10. Juni die LXXIII. COSAC (Konferenz der Europausschüsse) in Warschau statt. Bei dieser Konferenz war das ö. Parlament durch die Abgeordneten Christofer Ranzmaier (F) und Pia Maria Wieninger (S) sowie durch die Bundesräte Bernadette Geieregger (V) und Andreas Arthur Spanring (F) vertreten.

Die Tagesordnung umfasste unter anderem die Themen Prioritäten des polnischen EU-Ratsvorsitzes, die Arbeitsprogramme der EU-Kommission und des EP im neuen institutionellen Zyklus, den neuen Mehrjährigen Finanzrahmen der EU (MFR), die Erweiterungspolitik der EU sowie die Verbesserung der Cyberresilienz und Bewältigung von Desinformation. Rückblickend auf das Halbjahr des polnischen EU-Vorsitzes erläuterte der polnische Minister für EU-Angelegenheiten Adam Szłapka, dass dieser in eine besondere Periode der Risiken und Bedrohungen gefallen sei. Der Vorsitz habe Entwicklungen für die kommenden Jahre angestoßen. Dazu zählen die Neudefinition der externen Sicherheit der EU, das Weißbuch zur europäischen Verteidigung, neue Sanktionspakete gegen Russland und Fortschritte bei den Beitrittsverhandlungen. Die Debatte zum MFR bezeichnete Szłapka als die wichtigste und schwierigste in diesem Jahrzehnt. Die Herausforderungen seien größer als bisher: Der Haushalt müsse diesen und zukünftigen standhalten. Man dürfe daher nicht nur auf Zahlen schauen, sondern auch auf die Einigkeit und den Binnenmarkt. EP-Vizepräsident Esteban González Pons übte Kritik, dass die EU-Kommission bei dieser COSAC nicht vertreten war. Die Strategische Agenda 2024-2029 basiere auf drei Säulen: Freies und demokratisches Europa; starkes und sicheres Europa; wohlhabendes und wettbewerbsfähiges Europa. Der EU-Binnenmarkt sei größer als jener der USA und es seien verstärkte Beziehungen mit Mercosur und Mexiko anzustreben, so Gonzáles Pons. Ebenso sei die Zusammenarbeit zwischen dem EP und den nationalen Parlamenten essenziell für ein demokratisches Europa.

Zum MFR betonte Abg. Wieninger, dass eine starke EU ausreichend Mittel brauche, um die Herausforderungen bewältigen zu können, gleichzeitig sei Haushaltsdisziplin unerlässlich. Wichtig sei zudem ein starkes soziales Europa mit dem Fokus auf sozialen Rechten, sozialer Inklusion und leistbarem Wohnen.

BR Spanring gab zu bedenken, dass bisher nur besprochen wurde, was die EU finanzieren solle und wofür sie mehr Geld brauche. Es seien aber auch die Zuständigkeiten der EU zu berücksichtigen und dass eigentlich gespart werden müsse. Die EU habe kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem.

Zum Thema Cyberresilienz und Bekämpfung von Desinformation kamen der polnische Unterstaatssekretär für Digitales, Rafał Rosiński sowie eine Vertreterin des EEAS, Martyna Bildziukiewicz zu Wort. In der Debatte wurden die Bedrohungen im Cyberraum, die Gefahren von Desinformation für die Gesellschaft und demokratische Institutionen, die notwendige Bewusstseinsbildung bei der Bevölkerung, die Rolle von Social Media Plattformen und ihren Algorithmen und die Frage der Balance zwischen Meinungsfreiheit und Meinungshoheit thematisiert.

BR Geieregger gab zu bedenken, dass eine zunehmend digitale Welt zahlreiche Bedrohungen berge, die die Demokratie unterwandern können. Kein MS könne dies allein beantworten. Die EU habe wichtige Standards gesetzt. Wichtig sei auch der Kampf gegen Desinformation, denn es gehe um die Frage, was wir für wahr halten und wer unsere Wahrnehmung beeinflusse. Dies betreffe besonders junge Menschen, die sich durch soziale Medien, Influencer und leider oft auch durch Hassprediger eine Meinung bilden.

Abg. Ranzmair gab zu bedenken, dass man beim Kampf gegen Desinformation mit den Freiheiten der Bürger spiele. Dies habe man auch in der Pandemie erlebt, bei der sich heute zeige, was als Wahrheit bzw. Lüge enttarnt und von der EU finanziert wurde.

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v. l. n. r.: Bundesrat Andreas Arthur Spanring (F), NR-Abgeordneter Christofer Ranzmaier (F), NR-Abgeordnete Pia Maria Wieninger (S) und Bundesrätin Bernadette Geieregger (V)

Hej Danmark! Dänemark übernimmt im 2. Halbjahr 2025 den EU-Ratsvorsitz

Mit 1. Juli übernahm Dänemark den EU-Vorsitz zum achten Mal. Das Programm steht unter dem Motto "A strong Europe in a changing world!", wobei die Themen Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit im Mittelpunkt stehen werden. Unter dänischem Vorsitz beginnen auch die Verhandlungen über den nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen 2028-2035.

Der erste Schwerpunkt wird auf der Stärkung der Handlungsfähigkeit der EU in einem sich rasch entwickelnden Sicherheitsumfeld liegen. Während die NATO der Eckpfeiler der Verteidigung der meisten EU-Mitgliedstaaten bleiben wird, habe Russlands Aggression gegen die Ukraine die Notwendigkeit einer aktiveren Rolle der EU in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung unterstrichen. Der Vorsitz betont die Notwendigkeit, die europäische Rüstungsindustrie auszubauen und Fähigkeitslücken zu schließen. Doch es gehe nicht nur um Verteidigungsfähigkeiten. Die Agenda ist breiter und umfasst unter anderem auch Cyber-Bedrohungen, Sabotage, Einmischung in demokratische Wahlen. Ein weiterer wichtiger Teil der Sicherheitsagenda wird die EU-Erweiterung sein.

Die Wiederbelebung der europäischen Wirtschaftsdynamik ist ein weiterer Schwerpunkt. Auf der Grundlage der Berichte zur Zukunft der EU-Wettbewerbsfähigkeit und zur Zukunft des Binnenmarktes möchte sich der dänische EU-Vorsitz auf das rückläufige Produktivitätswachstum und die nachlassende Innovationsleistung der EU - insbesondere im Vergleich zu den USA und China - konzentrieren. Dies beinhaltet Reformen zur Förderung von Innovation, Investitionen, Produktivität und Arbeitsplätzen –der grüne Wandel sollte Wachstum und Energieunabhängigkeiten vorantreiben. Der Vorsitz wird sich außerdem für eine Vereinfachung der Regulierung und einen agileren Binnenmarkt einsetzen. Dazu zählen die Vertiefung der Kapitalmarktunion, der bessere Zugang zu Risikokapital für KMU und Start-ups und die Förderung neuer Technologien.

Website der parlamentarischen Dimension des dänischen EU-Vorsitzes: