In der Langfristprognose 2025 wurde, wie bereits 2022, eine Analyse der Auswirkungen des Klimawandels auf die öffentlichen Finanzen vorgenommen. Hierzu wurden Projektionen der Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) in Österreich sowie damit verbundene budgetäre Effekte modelliert. Dabei wurden ein Basisszenario, das im Wesentlichen den aktuellen Gesetzesstand und die in den Bundesfinanzgesetzen (BFG) 2025 und 2026 bzw. im Bundesfinanzrahmengesetz (BFRG) 2026‑2029 vorgesehenen Maßnahmen umfasst, und ein Aktivitätsszenario mit darüber hinausgehenden Vorhaben aus dem Regierungsprogramm betrachtet.
Gemäß den Treibhausgasprojektionen im Basisszenario verfehlt Österreich ab dem Jahr 2028 die nationalen Zielvorgaben gemäß EU‑Lastenteilungsverordnung (ESR), sofern keine zusätzlichen Emissionszertifikate angekauft werden. Dies gilt trotz der Nutzung verfügbarer Flexibilitätsmechanismen. Die daraus resultierenden Kosten für die Periode 2021 bis 2030 betragen im Basisszenario 2,86 Mrd. EUR zu laufenden Preisen. Außerdem können nicht versteigerte Zertifikate aus dem Anteil Österreichs im EU ETS für die Ziel-Erreichung im ESR verwendet werden (ETS-Flexibilität). Dadurch entstehen aber Mindereinnahmen iHv etwa 1 Mrd. EUR im Zeitraum 2021 bis 2030. Im Zeitraum 2030 bis 2050 sind die erwarteten Kosten für Zertifikatsankäufe deutlich höher und betragen jährlich durchschnittlich 0,37 % des BIP.
Auch im Klima-Aktivitätsszenario besteht langfristig eine deutliche Lücke zu den EU‑Klimazielen. Weil die Abweichung aber geringer ist, sinken die Ausgaben für die Klima-Zielerreichung (Zertifikatsankäufe) im Vergleich zum Basisszenario um 0,11 %‑Punkte auf durchschnittlich etwa 0,26 % des BIP pro Jahr im Zeitraum 2030 bis 2060. Dafür steigen die Kosten für die Klimawandelanpassung und Maßnahmen zur Reduktion der THG-Emissionen.
Von zentraler Bedeutung für die Ergebnisse im Klima-Aktivitätsszenario der Langfristprognose 2025 sind die angenommenen Abschläge auf das Wachstum der Gesamtproduktivität und damit auf das reale BIP-Wachstum. Im Klima-Aktivitätsszenario entfallen diese Abschläge infolge verstärkter Klimawandelanpassungsmaßnahmen weitgehend, sodass das reale BIP im Vergleich zum Basisszenario um etwa 0,1 %‑Punkte pro Jahr stärker wächst.
Im Jahr 2060 liegt das reale BIP im Aktivitätsszenario um etwa 3,0 % über dem Basisszenario. Insgesamt ist das Maastricht-Defizit im Aktivitätsszenario um knapp 0,3 % des BIP niedriger. Der Schuldenstand ist im Aktivitätsszenario im Jahr 2060 um 0,6 % niedriger. Primär aufgrund der höheren Wirtschaftsleistung fällt die Schuldenquote im Aktivitätsszenario mit 142,2 % des BIP um 5,9 %‑Punkte niedriger aus als im Basisszenario.