Dieser Beitrag wurde am 22.11.2023 mit dem „Monitoring November 2023“ erstveröffentlicht und am 30.05.2025 anlässlich des „Monitoring Mai 2025“ aktualisiert.
Hirnorganoide
Hirnorganoide dienen der Erforschung von Gehirnentwicklung und neurologischen Krankheiten. Reichen die bisherigen Vorschriften zur Beurteilung und Durchführung dieser Forschung? (30. Mai 2025)
Zusammenfassung
Die Erzeugung dreidimensionaler Gebilde aus menschlichen Stammzellen, die derzeit nur in Teilen Strukturen und funktionelle Merkmale des Gehirns ausbilden – sogenannte Hirnorganoide – haben in den letzten Jahren neue Modellsysteme zur Erforschung der Gehirnentwicklung sowie von neurologischen Krankheiten ermöglicht. Es werden jedoch auch ethische Probleme diskutiert, die sich insbesondere aus der Entwicklung von Bewusstsein und Schmerzwahrnehmung solcher Organoide in Gewebekultur oder nach deren Transplantation in das Gehirn von Tieren ergeben könnten. Aufgrund der fehlenden Komplexität aktueller und in näherer Zukunft erzeugbarer Hirnorgano-ide dürften diese Probleme auf absehbare Zeit kaum relevant werden oder zu gesetzgeberischem Handlungsbedarf führen. In Bezug auf mögliche Transplantationen in vorgeburtliche Stadien – und der damit verbundenen Möglichkeit einer weitergehenden Entwicklung und funktionellen Integration menschlicher Zellen in das Tiergehirn – erscheint es dagegen ratsam zu prüfen, ob die derzeitigen Vorschriften zur Beurteilung und Durchführung solcher Forschung ausreichen.
Monitoring Mai 2025 / PDF, 4 MB
Das Monitoring wird erstellt vom Institut für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW-ITA) im Auftrag des österreichischen Parlaments.