Zusammenfassung
Insbesondere mit Blick auf die Problematik von Antibiotikaresistenzen für die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt haben Phagen, also Viren, die Bakterien befallen, das Potenzial, einen wichtigen Beitrag zur Problemlösung zu leisten. Eine deutlich größere Entwicklungsdynamik bzw. eine breitere Verwendung von Phagen als bisher für medizinische Zwecke oder zur Biokontrolle in der Land- und Lebensmittelwirtschaft ist unter den aktuellen Rahmenbedingungen in der Europäischen Union aber kaum zu erwarten. Notwendig dafür wäre eine Anpassung bzw. Flexibilisierung der bislang weitgehend auf Chemikalien ausgerichteten Regulierungen, die Schaffung effektiver wirtschaftlicher Anreizstrukturen und gegebenenfalls von Erstattungsmodellen, z. B. für wirklich neue antimikrobielle Medikamente, sowie eine gezielte Förderung von F&E-Aktivitäten. Primär bräuchte es somit politische Initiativen, um die Regulierung bzw. Rahmenbedingungen in allen Anwendungsbereichen zu überprüfen sowie durch Ergänzung flexibler und innovativer Regelungen weiterzuentwickeln.
Phagen zur Therapie und Biokontrolle / PDF, 367 KB
Monitoring November 2024 / PDF, 4 MB
Das Monitoring wird erstellt vom Institut für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ITA-ÖAW) im Auftrag des österreichischen Parlaments.