COVID-19-Impfpflichtgesetz – COVID-19-IG (63657/SN-164/ME)

Stellungnahme zu Ministerialentwurf

Stellungnahme zu dem Ministerialentwurf betreffend Bundesgesetz über die Impfpflicht gegen COVID-19 (COVID-19-Impfpflichtgesetz – COVID-19-IG)

Bei den Stellungnahmen handelt es sich nicht um die Meinung der Parlaments­direktion, sondern um jene der einbringenden Person bzw. Institution. Mehr Informationen finden Sie in den Nutzungsbedingungen.

Inhalt

Guten Tag,

Ich selber leite eine christliche überkonfessionelle Organisation mit 20 angestellten Mitarbeiter/innen und mehr als 50 ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen. Unsere Schwerpunkte sind einerseits humanitäre Arbeit in Krisengebieten und andererseits Angebote für Jugendliche wie Jugendevents, Ausbildung von ehrenamtlichen kirchlichen Jugendmitarbeiter/innen und verschiedene 7-tägige Jugendcamps mit bis zu 200 teilnehmenden Jugendlichen in Österreich. Diesen Herbst lancierten wir im Bundesland Salzburg die "Gott is ma untakemma" Hoffnungs-Kampagne (siehe Medienmitteilung im Anhang) mit acht Geschichten der Hoffnung - hier dazu der Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=2KBt3ri_xu4 und der Youtube Kanal mit bereits 300'000 Views der Videos in den letzten zwei Monaten: https://www.youtube.com/channel/UCuSU57wFkAQ4Y-w3KjRVbow

Als Familie leben wir in Saalfelden, meine Frau arbeitete viele Jahre in der Pflege unter anderem bei Caritas Salzburg. Nun arbeitet sie teilzeitlich als DGKP bei einer Fachärztin für innere Medizin.

Ich erlebe in den letzten Monaten den starken Druck auf Jugendlichen, gerade zu dem Thema 2G und Impfpflicht. In der Mediendiskussion melden sich vor allem Erwachsene zu Wort, die sich entweder für oder gegen die Impfpflicht einsetzen - meist dabei an sich selber und ihre Bedürfnisse denkend - was sehr verständlich ist. Die Bedürfnisse oder Perspektive der 14-17-jährigen Jugendlichen kommt dabei aber fast nicht vor. Deswegen möchte ich dieses Mail schreiben, um diesen vielen Jugendlichen eine Stimme zu geben.

Es ist sehr schwierig für einen 14.-17-jährigen Jugendlichen, der in einem Abhängigkeitsverhältnis zu Eltern, Lehrern oder anderen Erziehungsberechtigten steht, in die eine oder andere Richtung eine Meinung bezüglich 2G-Regeln oder Impfpflicht zu formulieren, da in den Diskussionen mittlerweile so starke Emotionen mitschwingen. Ein 14-17-jährige/r Jugendliche/r, die/der ohne Erziehungsberechtigten keinen Handyvertrag unterschreiben kann oder mit 14./15.Jahren seine Meinung politisch nicht in einer Wahl zum Ausdruck bringen kann, ist stark von seinem Umfeld abhängig.

Ich möchte sie darum ersuchen, dass Jugendliche, welche bereits jetzt durch die Pandemie und Schul-Lockdowns unter die Räder kamen, nicht noch durch die Impfpflicht zusätzlich unter Druck gesetzt werden. Es hat weiterhin viele 14-17-jährige Jugendliche, welche nicht geimpft sind (ca. 30%). Diese werden in den nächsten Monaten stark unter Druck und in emotional zerreissende Situationen kommen.

Wie die breit abgestützte Studienlage heute zeigt, sind die Jugendlichen selber nicht gefährdet an Covid stark zu erkranken und die Pandemie wird (spätestens mit Omikron wird dies deutlich) durch ungeimpfte wie auch geimpfte Personen weiterverbreitet. Ihr Impfstatus ist daher für die Pandemie nicht entscheidend. Bitte entlasten sie daher die Situation der 14.-17-jährigen Jugendlichen durch eine Impfpflicht erst ab 18 Jahren.

herzliche Grüsse von
Matthias Langhans

Stellungnahme von

Langhans, Matthias

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