Stellungnahme zu Ministerialentwurf
Stellungnahme zu dem Ministerialentwurf betreffend Bundesgesetz, mit dem das Maklergesetz geändert wird (Maklergesetz-Änderungsgesetz – MaklerG-ÄG)
Bei den Stellungnahmen handelt es sich nicht um die Meinung der Parlamentsdirektion, sondern um jene der einbringenden Person bzw. Institution. Mehr Informationen finden Sie in den Nutzungsbedingungen.
Inhalt
Ich halte ein derartiges Eingreifen in eine freie Marktwirtschaft für generell bedenklich (auch für andere Branchen) und weise darauf hin, dass es sich hier um ein vorwiegendes "Wiener Problem" handelt, welches durch einen derartigen Eingriff jedoch weder verbessert noch gelöst wird.
Die Maklerprovisionen regulieren sich durch Angebot und Nachfrage. In den Bundesländern Kärnten, der Steiermark und weiteren, wie auch im 21. und 22. Wiener Bezirk ist es bereits so, dass aufgrund des hohen Mietwohnungsangebotes viele Makler die Provisionen vom Abgeber generieren und damit auch werben.
In Wien ist man allerdings nicht in der Lage ein ausreichend leistbares Wohnangebot für Österreicher, wie auch eingeladene Zuwanderer zu schaffen, dadurch sind Mietwohnungen äußerst vergriffen und so entsteht die Situation, dass hauptsächlich Mieter die Provisionen zahlen.
Dass die Baukosten, Spritkosten und Steuerbelastungen stetig steigen, verbessert die Situation nicht.
Wer glaubt, dass ein derartiges Eingreifen der Situation dienlich ist, der möge bitte versuchen in Berlin (wo das Bestellerprinzip bereits eingeführt ist) eine Mietwohnung zu finden.
Was ist passiert:
1) die Mieten wurden höher
2) Der Makler berät hauptsächlich den Abgeber
3) der Markt wurde intransparent, Tür und Tor für Korruption, erhöhte Ablösen und unzulässigen Zahlungen wurde geöffnet.
4) Makler halten gute Angebote zurück
5) Vermieter lassen Wohnungen leer stehen, weil eine Vermietung durch immer stärkere Regulierungen nicht mehr lukrativ ist.
Was passiert am Markt:
1) Kleine Unternehmen gehen unter
2) Weitere Branchen gehen mit unter (Fotografen, Werber, etc)
3) Monopol bzw. Oligopolstellungen entstehen und sorgen für ein weiteres Ungleichgewicht
4) Gesetzliche Eingriffe erfordern weitere gesetzliche Eingriffe, wie z. B. eine „Leerstandsabgabe“, weil Vermieter, als Antwort auf diese Gesetze, Wohnungen leer stehen lassen.
Ich verstehe die Idee einer kostenlosen Welt, auch kommunistische Systeme haben in der Grund-Idee ihren Reiz... die Frage ist, ob man so leben will.
Heute ist es die Maklerprovision, morgen ist es die Leerstandsabgabe und übermorgen die Enteignung.
Das schlimmste jedoch ist nicht das Bestellerprinzip an sich, sondern, dass es von Menschen ausgearbeitet wird, die von der Arbeit eines Maklers weniger Ahnung haben als so mancher Vorschüler.
Zitat Rendi-Wagner: "Wieso soll ich für die Vermittlung einer Wohnung bezahlen, die ich selbst im Internet gefunden habe?"
Unsere Antwort darauf: „Aus demselben Grund, weshalb Sie für eine Wurstsemmel bezahlen, die Sie selbst im Supermarkt gefunden haben."
Fazit: Die WKO wie auch die Branchenvertreter und der ÖVI sind in derartige Entscheidungen miteinzubeziehen. (Diese wurden von den Verhandlungen ausgeladen)