Stellungnahme zu Ministerialentwurf
Stellungnahme zu dem Ministerialentwurf betreffend Bundesgesetz, mit dem das Bundesgesetz, mit dem nähere Regelungen zu einem Elektronischen Eltern-Kind-Pass getroffen werden (eEltern-Kind-Pass-Gesetz – EKPG) erlassen und das Gesundheitstelematikgesetz 2012, das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz, das Kinderbetreuungsgeldgesetz sowie das Familienlastenausgleichsgesetz 1967 geändert werden (Eltern-Kind-Pass-Gesetz)
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Inhalt
Während in der Kurzinformation als Ziel die „Entwicklung einer Informationsplattform, auf der Informationen über (…) Elternbildung dargestellt werden“ genannt ist, wird die Elternbildung im Gesetzesentwurf selbst nicht ausdrücklich erwähnt. Dort kommt nur die Elternberatung (Familienberatung) vor. Zur Abgrenzung der Begriffe verweisen wir auf die Definition auf der Website des Bundeskanzleramtes: https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/familie/begleitung-beratung-hilfe/elternbildung-erziehungsfragen/definition.html
Ziel von Elternbildung ist es, elterliche Kompetenz und Erziehungsfähigkeit zu stärken und damit Schwierigkeiten in der Eltern-Kind-Beziehung vorzubeugen. Elternbildung leistet so einen wichtigen Beitrag zur umfassenden Gesundheitsförderung, zu den Frühen Hilfen sowie zur Gewalt- und Suchtprävention. Elternbildung ist eine einfache, aber wirkungsvolle Präventionsmaßnahme, welche – in Form von Workshops, Eltern-Kind-Gruppen, Gesprächsrunden u.v.m. – der krisenhaften Zuspitzung von Problemen früh vorbeugen kann.
Familien sind Mitgestaltende der Gesellschaft und werden von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflusst. Der Kontakt über mehrere Generationen und Altersgruppen ist nicht mehr selbstverständlich und seit Corona wissen wir, was (gefühlte) soziale Isolation bewirkt. Schon die Sicherheit, mit der neuen Situation als Eltern nicht alleine zu sein, im Austausch mit anderen bestärkt zu werden und sich als kompetent zu erleben, unterstreicht den wichtigen, nicht-defizitorientierten Zugang von Elternbildung.
Elternbildung sollte kostenlos und freiwillig zur Verfügung stehen. Eine ausdrückliche Verankerung im Eltern-Kind-Pass würde sie ins Blickfeld junger Eltern rücken, was für Niederschwelligkeit und Nachhaltigkeit sorgt. In diesem Zusammenhang ist auf das breite Angebot von Online-Elternbildung zu verweisen, mit dem auch Mütter und (insbesondere auch) Väter erreicht werden, die aufgrund von Zeitmangel oder Entfernung nicht in der Lage sind, an einem traditionellen Programm teilzunehmen.