Stellungnahme zu Petition
Stellungnahme zu der Petition betreffend "Erhaltung des Internationalen Gebrauchshundesports in all seinen Facetten in Österreich", überreicht vom Abgeordneten Alois Kainz (137/PET)
Bei den Stellungnahmen handelt es sich nicht um die Meinung der Parlamentsdirektion, sondern um jene der einbringenden Person bzw. Institution. Mehr Informationen finden Sie in den Nutzungsbedingungen.
Inhalt
Sehr geehrter Herr Bundesminister Rauch,
Mein Name ist STICHA Georg und ich schreibe Ihnen als Vorstand des ÖRV Langenzersdorf,
welcher sich seit dem Jahr 1999 mit der Resozialisierung von problematischen Hunden
beschäftigt. Ich bin internationaler Wesensrichter, von der NÖ Landesregierung zur Abnahme
der Sachkunde bzw. Sachkunde für Listenhunde berufen, und bilde Hunde in allen
Prüfungssparten wie Obedience, Rally Obedience aber auch Gebrauchshundeausbildung aus.
Nun schon seit ca. 9 Wochen – seit dem Unfall in Naarn mit dem Amstaff Rüden, bei dem eine
Joggerin zu Tode kam - unterstellt der Tierschutz und Fr. Entenfellner/Kronen Zeitung den
Gebrauchshundesportlern, dass Gebrauchshundeausbildung der Grund allen Übels ist.
Fakt ist allerdings – und dies wurde mittlerweile bewiesen – dass dieser Hund keine
Gebrauchshundeausbildung durchlaufen hat.
Am 3.12.2023 konnte ich in einem Bericht der Kronen Zeitung ein Bild eines fletschenden
Malinois sehen, welcher sich offensichtlich vor dem Foto in seinem Maul ekelte und daher
nicht hineinbiss. (Sarkasmus off)
Wollten Sie nun auch noch durch diesen Bericht mit Unterstützung der Kronenzeitung
vermitteln, dass Belgische Schäferhunde aggressiv sind? Wenn man sich das geschriebene
Wort in diesem Artikel auf der Zunge zergehen lässt, kommt man zu dem Eindruck, dass der
Schreiberling wohl allen Gebrauchshundesportlern mitteilen wollte, dass Sie Herr
Bundesminister kein Interesse haben, Ihre durch faktenverdrehende Einsager geplante
Verordnung durch sachliche Aufarbeitung mit Experten abzuändern.
Jetzt fragen wir uns, ob sie nur der Bundesminister für eine Kleinstgruppe aus dem Tierschutz
sind, oder nach ihrem Amtseid alle Österreicher sachlich fundiert vertreten sollen.
Reicht es Ihnen nicht, dass das Bundesministerium für Inneres, und das Bundesministerium
für Landesverteidigung ihren Verordnungsvorschlag abgelehnt haben, da das
Diensthundewesen in Österreich massiv geschädigt werden würde?
Warum ignorieren Sie aktuelle Expertenmeinungen, welche sich nicht auf uralte negative
Abhandlungen von Feddersen-Petersen 1986 (37 Jahre !!) und Fr. Binder 2006 (18 Jahre !!)
stützen, und damit aufzeigen, dass Sie Herr Bundesminister vor einen Karren der
Kleinstgruppe gespannt werden?
Wussten Sie, dass Feddersen-Petersen im Jahre 2000 in der Evaluierung des SV sogar positiv
über Gebrauchshundeausbildung schrieb (die Frage war, ob Gebrauchshundeausbildung noch
zeitgemäß wäre, und weiters kam Sie zum Schluss, dass die Gebrauchshundeausbildung
unverzichtbar für die Zuchtauswahl ist)?
Warum hören Sie nicht den Österreichischen Kynologen Verband und Experten aus dem
Gebrauchshundewesen?
Warum besuchen Sie nicht persönlich (zu den Personen rund um Entenfellner finden sie sich
ja auch ein) Fachleute aus der Gebrauchshundeausbildung welche Ihnen beweisen, dass in
dieser Ausbildung KEIN Hund zu einer Beißmaschine bzw. zu Angriffsverhalten gegen
Menschen gebracht wird?
Warum hören Sie nicht den Betreiber der öffentlichen Petition (rund 43.000 Unterstützer)
welcher das 1. Österreichische Problemhunde Therapiezentrum in Langenzersdorf (1999
eröffnet – vor 24 Jahren) leitet, und tagtäglich die Hunde welche durch keine oder schlechte
Ausbildung zu Schaden kamen, wieder an die Gesellschaft Mensch angliedert?
Wie Sie lesen gäbe es genug Fragen welche sich ein Bundesminister ALLER Bürger stellen
sollte.
Herr Bundesminister zeigen Sie Österreich und den 42.000 Menschen aus der Petition das sie
ihr Amt ernst nehmen, und ihr Ansinnen wirklich zum Besten von Österreichs Bürgern wäre.
Hören Sie die „andere Seite“ und lassen Sie sich von möglichen Kompromissen
(Trainerzertifizierungen „IGP-Sachkundiger“ des ÖKV und der ÖHU von Personen welche
Gebrauchshundeausbildung betreiben) informieren, damit dieser Feldzug gegen
Gebrauchshundeausbildung endlich beendet werden kann.
Entgegen den untergriffigen falschen Behauptungen gewisser Personen aus dem Tierschutz
stehen Gebrauchshundesportler weltweit für GUTE TIERSCHUTZKONFORME
Hundeausbildung mit Sachverstand und Herz zu ihrem Hund und dem gemeinsam betrieben
Hundesport.
Mit freundlichen Grüßen
Sticha Georg