In Österreich leben sechs anerkannte autochthone Volksgruppen: die slowenische, burgenlandkroatische, ungarische, tschechische, slowakische Volksgruppe sowie die Volksgruppe der Roma. Sie sind österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger mit eigener Sprache, Kultur und Geschichte.
Seit Jahrhunderten bereichern sie das gesellschaftliche, kulturelle und sprachliche Leben des Landes – von Kärnten über das Burgenland bis nach Wien. Ihre Wurzeln reichen bis in die Zeit der Habsburgermonarchie zurück, als viele Völker in einem gemeinsamen Staat zusammenlebten.
Das Volksgruppengesetz definiert sie als jene "in Teilen des Bundesgebietes wohnhaften und beheimateten Gruppen österreichischer Staatsbürger mit nichtdeutscher Muttersprache und eigenem Volkstum".
Besonders wichtig ist die Erhaltung der Sprache und Kultur. Durch ihre jahrhundertelange Präsenz – die sogenannte Autochthonie – unterscheiden sich die Volksgruppen von Minderheiten, die durch Zuwanderung entstanden sind. Ihr kulturelles Erbe prägt Österreich bis heute in Sprache, Brauchtum, Musik, Bildung und regionaler Identität.