BundesratStenographisches Protokoll881. Sitzung, 881. Sitzung des Bundesrates am 28. Juni 2018 / Seite 132

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Der Bericht liegt Ihnen in schriftlicher Form vor, somit komme ich zur Antragstellung.

Der Umweltausschuss stellt nach Beratung der Vorlage am 26. Juni 2018 mit Stim­meneinhelligkeit den Antrag,

1. gegen den vorliegenden Beschluss des Nationalrates keinen Einspruch zu erheben,

2. dem vorliegenden Beschluss des Nationalrates gemäß Art. 50 Abs. 2 Z 2 B-VG die verfassungsmäßige Zustimmung zu erteilen.


Präsident Reinhard Todt: Danke für den Bericht.

Zu Wort gemeldet ist Frau Bundesrätin Andrea Wagner. Ich erteile ihr dieses.


16.25.40

Bundesrätin Andrea Wagner (ÖVP, Niederösterreich)|: Geschätzte Frau Bundes­minis­terin! Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuse­herinnen und Zuseher vor den Bildschirmen und auf der Galerie! FCKW, Haarspray, Ozonloch – diese Wörter verbinde ich automatisch mit meiner Schulzeit und mit einem gewissen mulmigen Gefühl, um nicht zu sagen, mit einer gewissen Angst. Warum? – Ich kann mich noch an die Werbung erinnern mit den Spraydosen, auf denen groß FCKW oben gestanden ist, und daneben die Weltkugel mit einem Loch drüber. Wenn man als junges Mädchen damit konfrontiert wird, dass man, sobald man sich fesch macht und sich von der Mama den Haarspray borgt, die Umwelt auf dem Gewissen hat, ist man damit – ich war das, wir waren das – schon ein bissel überfordert, denn das wollten wir auf keinen Fall haben, dass wir da unsere Erde, unseren Lebensraum zerstören.

Dann ist FCKW-frei auf den Spraydosen gestanden, und wir oder besser gesagt die Erwachsenen waren skeptisch, ob das wirklich besser ist. Mit dem Montrealer Protokoll habe ich das dazumal natürlich nicht in Verbindung gebracht. Das Montrealer Protokoll über Stoffe, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen, ist ein multilaterales Um­welt­abkommen und damit ein völkerrechtlich verbindlicher Vertrag des Umweltrechts. Es beruht auf dem Vorsorgeprinzip und ist ein Meilenstein im Umweltvölkerrecht.

Mit der Änderung des Montrealer Protokolls zum Schutz der Ozonschicht haben sich die Vereinten Nationen das Ziel gesetzt, die industrielle Nutzung von klimaschädlichen Stoffen weiter einzudämmen. Die zuletzt 2016 in Kigali beschlossenen Änderungen gehen über den Schutz der Ozonschicht hinaus und dienen im Wesentlichen dem Ziel des Klimaschutzes. Nach dem Verbot der FCKWs, die eben in Spraydosen und als Kältemittel in Kühlschränken und Klimaanlagen verwendet worden sind und von denen die Ozonschicht massiv zerstört worden ist, hat man eben einen Ersatz in den HFKWs gefunden, den Fluorkohlenwasserstoffen. Die tragen erheblich zur Klimaerwärmung bei. Sie sind zirka tausend Mal so treibhausgaswirksam wie Kohlendioxid. Durch eine weltweite Durchführung der vorliegenden Änderung des Montrealer Protokolls wird es zu einer Verringerung der globalen Erwärmung um zirka ein halbes Grad bis 2100 kommen. Es leistet so einen unverzichtbaren Beitrag auch zur Erfüllung des Pariser Übereinkommens.

Wichtig ist mir auch noch zu sagen, dass durch den multilateralen Fonds den Ent­wicklungsländern geholfen wird, aus der Verwendung dieser Ersatzstoffe auszustei­gen.

Derzeit habe ich gerade ein mulmiges Gefühl bei den Wörtern Klimawandel, Trocken­heit und Borkenkäfer. Ich kann oder will mir eigentlich gar nicht vorstellen, wie das Waldviertel ohne Wald ausschaut. Ich habe erst gestern ein Video vom Truppen­übungs­platz in Allentsteig gesehen, wo links und rechts neben einem Weg kilometer-


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