Wertschätzung gegenüber diesen Fachkräften ist mir in unserem Land aber noch viel zu niedrig, wir bringen sie ihnen nicht entgegen. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.)
Es gibt keine gute, es gibt keine schlechte Ausbildung, es gibt nur Ausbildung, und die ist wichtig. Egal welche Ausbildung unsere Jugend wählt, jeder Jugendliche muss ganz einfach die Wertschätzung dafür erhalten. Das ist ganz wichtig, und es hängt auch sehr viel von uns ab.
Wenn wir weiterhin auf unsere Stärke vertrauen, wenn wir weiterhin auf unsere hoch qualifizierten, motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen, wenn wir Unternehmerinnen und Unternehmer haben, die mit Weitblick und Ruhe und auch mit der nötigen sozialen Kompetenz ihre Betriebe führen und gleichzeitig auch die Unterstützung der Regierung, der Politik haben, dann glaube ich, dass Österreich gut aufgestellt ist, dass wir auch diese jetzt sehr schwierige Situation sehr gut bewältigen und dass wir weiterhin einen Topplatz im internationalen Wettbewerb haben werden. Der Wirtschaftsstandort Österreich ist ein begehrter Standort. Wir erkennen es daran, dass wir viele Gründungen haben und sehr viele internationale Firmen überlegen, sich hier in Österreich niederzulassen.
Ich sage noch einmal ein herzliches Dankeschön. Nur gemeinsam, meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen, können wir Österreich – auch den Wirtschaftsstandort – unterstützen. Damit helfen wir uns allen, und vor allem geben wir unseren Kindern einen guten Ausblick und einen guten Start in die Zukunft. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
9.33
Präsident Dr. Peter Raggl: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Bundesrätin Andrea Kahofer. Ich erteile dieses. – Bitte.
Bundesrätin Andrea Kahofer (SPÖ, Niederösterreich): Hohes Präsidium! Werte Frau Ministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuseherinnen und Zuseher zu Hause! Ich bin, ich möchte schon fast sagen, sehr beruhigt, Sie heute hier zu sehen, Frau Ministerin. Ich hatte schon Angst, dass Sie der Regierung abhandengekommen sind, denn wir haben in der Krise, in der Regierungskrise und auch vor und während des vierten Lockdowns, nicht wirklich viel von Ihnen gehört. Mit „wir“ meine ich die UnternehmerInnen. (Beifall bei der SPÖ sowie der Bundesräte Ofner und Steiner.)
Na ja, gelesen hat man etwas – eine Unterschrift auf einem ominösen Papier, wonach Sie ja aus der Regierung ausscheiden würden, wenn Sebastian Kurz geht. (Bundesrat Steiner: Die Tiroler ÖVP hat immer dann ...!) Und einmal habe ich etwas gehört, das ich in der momentanen Situation für nicht sehr angebracht halte: eine Aussage, in der Sie die Wiener Unternehmerinnen und Unternehmer kritisieren, dass Aufholbedarf bestehe, was die Sonntagsöffnungszeit betrifft. (Beifall bei der SPÖ.)
Ich denke, diese kontroverse Diskussion jetzt, in dieser Situation, den Unternehmerinnen und Unternehmern auch noch zuzumuten und ihnen das vorzuwerfen (Zwischenruf des Bundesrates Bader), ist nicht in Ordnung. (Beifall bei der SPÖ.)
Ja, der letzte Sonntag, dieser eine Tag mit den 180 Millionen Euro, war sicherlich gut für die Wirtschaft, war sicherlich wichtig. Gerettet hat er bestimmt nichts. Am meisten wäre den Unternehmerinnen und Unternehmern geholfen gewesen, wenn Sie, Frau Ministerin, sich dagegengestellt hätten, als Ihre Regierung das Epidemiegesetz ausgehebelt hat, denn dann wären diese Unternehmerinnen und Unternehmer keine Bittsteller, die sich von Lockdown zu Lockdown hanteln und in einer Warteschleife warten müssen, ob, wann und wie viel an Wirtschaftshilfe sie bekommen werden. (Beifall bei der SPÖ.) Diese Warteschleife dauert manchmal so lange, dass es die Unternehmen trotz der immensen Kraft, die unsere Unternehmerinnen und Unternehmer haben, nicht überleben.
HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite