Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll134. Sitzung / Seite 12

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tren oder Netzwerke betreffen. Sie haben die Gesundheits- und Krankenpflegeberufe ge­nannt. Jetzt gibt es auch den großen Bereich der medizinisch-technischen Dienste, aus dem ich persönlich komme. Diese wären geradezu prädestiniert dafür, Leistungen im Bereich der Prävention zu erbringen und wirklich für die Patienten vor Ort da zu sein. Es gibt internationale Beispiele wie Mobile Radiographers, also mobile Radiologietech­nologen, die vor Ort, auch im ländlichen Raum, Versorgung sicherstellen können.

Meine Frage ist: Wie weit sind Überlegungen gediehen, diese Berufe auch wirklich mit­einzubeziehen?

 


Präsidentin Doris Bures: Frau Bundesministerin, bitte.

 


Bundesministerin für Gesundheit Dr. Sabine Oberhauser, MAS: Also an die Mobile Radiographers habe ich nicht primär gedacht, aber etwa bei dem Beispiel der Ernäh­rung an ErnährungswissenschaftlerInnen, ErnährungsdiätologInnen, PhysiotherapeutIn­nen. Ich glaube, dass sich da ein weites Feld ergibt, je nachdem, wo man die Schwer­punkte setzt. Die Schwerpunkte in der Primärversorgung, entweder im Zentrum oder im Netzwerk, werden regional unterschiedlich sein. Ich denke daher, dass es durchaus ver­nünftig wäre, in dieser Blumengrafik der Primärversorgung auch Plätze für die medizi­nisch-technischen Dienste zu suchen.

 


Präsidentin Doris Bures: Zusatzfrage? – Bitte, Frau Abgeordnete Dr. Belakowitsch-Jenewein.

 


Abgeordnete Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein (FPÖ): Frau Bundesminister! Sie haben auf die Frage des Kollegen Spindelberger gesagt, Sie erwarten sich sehr viel von den Primärversorgungszentren, und auch die Bevölkerung tut das. Es ist nur so: Ganz so funktioniert es ja nicht. Wir wissen, dass die Ärzteschaft davon gar nicht so begeistert ist. Das erste Primärversorgungszentrum im 6. Bezirk in Wien hat auch kei­nen großartigen Zulauf.

Daher meine Zusatzfrage: Wie wollen Sie es denn vor allem auch für das ärztliche Per­sonal attraktiv machen, beziehungsweise wie wollen Sie es schaffen, dass sich genug Ärzte dafür melden, in diesem staatlichen System zu arbeiten?

 


Präsidentin Doris Bures: Frau Bundesministerin, bitte.

 


Bundesministerin für Gesundheit Dr. Sabine Oberhauser, MAS: Ich habe schon in einem Interview gesagt, dass mir die Passagen, in denen „Die Ärztekammer begrüßt freudig“ steht, fehlen. Die gibt es bei vielen Dingen nicht, ich erinnere an die e-card, ich erinnere an viele Dinge, bei denen Ärztinnen und Ärzte skeptisch waren.

Wir sitzen derzeit viele Stunden mit der Ärztekammer am Tisch, um zu überzeugen, dass diese Versorgungsform eine gute ist. Da sind wir auch auf einem wirklich guten Weg. Woran es sich spießt, ist die Frage der Vertragsgestaltung. Da werden wir dem­nächst, so hoffe ich, in die härteren Verhandlungen gehen.

Es gibt genug Ärztinnen und Ärzte, die das gerne machen würden, sie möchten aller­dings die Rahmenbedingungen kennen. Dabei spießt es sich. Das heißt, wir hängen mit dem Gesetz, das muss man durchaus sagen, wir sind nicht ganz pünktlich mit dem Gesetz, und die Ärzte haben keine Grundvoraussetzungen. Ich bin überzeugt davon, dass wir genug Ärztinnen und Ärzte finden, die nicht allein arbeiten wollen, sondern im Team, entweder in einem Haus oder in einem Netzwerk, miteinander arbeiten werden.

 


Präsidentin Doris Bures: Zusatzfrage? – Bitte, Frau Abgeordnete Dr. Mückstein.

 


Abgeordnete Dr. Eva Mückstein (Grüne): Guten Morgen, Frau Ministerin! Ich knüpfe bei meiner Vorrednerin an. Das Primärversorgungsgesetz ist ja hauptsächlich wegen seiner Organisations- und Vertragsformen umstritten. Ich denke, da kommt es schon auch sehr darauf an, was Ihre persönliche Haltung dazu ist.

 


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