Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll138. Sitzung / Seite 35

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„Wie weit sind die Vorbereitungen für die Einführung eines bundesweit einheitlichen Bildungskompasses für alle Kinder ab 3,5 Jahren gediehen?“

 


Präsidentin Doris Bures: Frau Bundesministerin, bitte.

 


Bundesministerin für Familien und Jugend MMag. Dr. Sophie Karmasin|: Der Bil­dungskompass ist für uns ein sehr wichtiges Thema, weil er, wie ich glaube, sehr, sehr wertvoll ist, um Kinder individuell zu betrachten, zu beobachten, ihre Stärken zu se­hen, vor allem im elementarpädagogischen Bereich ihre Stärken und Ressourcen hervor­zu­heben, um sie im wahrsten Sinne des Wortes für den Übergang in die Schule zu stärken.

Wir arbeiten an diesem System mit einer Arbeitsgruppe: Das Charlotte Bühler Institut hat die wissenschaftliche Leitung übernommen und arbeitet seit rund sechs Monaten an diesem Methodenspektrum. Wir sind da in den letzten Detailüberlegungen einer Methodenvorstellung, die wir im Sommer dieses Jahres vornehmen können. Wir werden also in diesem Sommer präsentieren, wie wir uns die Methodik vorstellen, den Ablauf und welche Instrumente oder Beobachtungsverfahren hier eingesetzt werden sollten – jedenfalls erster Schritt: Elementarpädagogik für Vier- und Fünfjährige und Übergang in die Volksschule. Das werden wir im Sommer vorstellen.

 


Präsidentin Doris Bures: Zusatzfrage? – Bitte, Frau Abgeordnete Holzinger.

 


Abgeordnete Daniela Holzinger-Vogtenhuber, BA (SPÖ): Guten Morgen, Frau Ministerin! Der Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen als erste Bildungseinrich­tung stellt für uns oberste Priorität dar. Deshalb verfolgen wir auch das Ziel, dass wir gemeinsam einheitliche hohe Qualitätsstandards, Qualitätskriterien in der Kinderbe­treuung erreichen.

Im Regierungsübereinkommen ist der bundesweite Qualitätsrahmen in elementarpä­da­gogischen Einrichtungen fixiert und eben als Schwerpunkt bis 2016 festgelegt. Auch in Ihrem Ministerratsvortrag vom November letzten Jahres haben Sie gesagt, dass Sie den Kontakt zu den Ländern suchen werden, um diesbezüglich einen Schritt weiterzu­kommen. Deshalb meine Frage:

Wo stehen wir in diesem Zusammenhang und wie steht es um die Aufbringung der Mittel für den Ausbau und die Verbesserung der Qualität der Kinderbetreuung in den einzelnen Bundesländern?

 


Präsidentin Doris Bures: Frau Bundesministerin, bitte.

 


Bundesministerin für Familien und Jugend MMag. Dr. Sophie Karmasin|: Zum einen haben wir schon 2014 einen ersten großen Schritt gemacht. In der Artikel-15a-Vereinbarung sind Qualitätskriterien enthalten, die besondere finanzielle Unterstützung erfahren. Es wurden auch Mittel abgeholt – also in den Bundesländern wird etwas getan –, aber wir wollen noch weiter gehen, wie Sie es formuliert haben.

Deswegen haben wir vor rund zwei Monaten im Rahmen eines großen Elementar­päda­gogik-Symposiums einen Qualitätskompass präsentiert, wo von wissenschaftlicher Seite die Grundlagen präsentiert wurden, welche Qualitätsfaktoren in der Elementar­pädagogik überhaupt entscheidend sind – von Ernährung, Bewegung bis zum Quali­täts­schlüssel pädagogische Zeit oder Vorbereitungszeit. Diese Grundlagen sind jetzt einmal aufgearbeitet, und jetzt geht es an den nächsten Schritt, nämlich in den ange­sprochenen Arbeitsgruppen mit den Ländern zu diskutieren, welchen Plan wir realisie­ren können, möglicherweise auch über den aufgabenorientierten Finanzausgleich.

Hier sind also im Moment verschiedene Wege in Diskussion – wir halten Sie auf dem Laufenden.

 


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