Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll162. Sitzung / Seite 26

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sozialen, religiösen und moralischen Werten orientiert Verantwortung für sich selbst, Mitmenschen, Umwelt und nachfolgende Generationen zu übernehmen. Jeder Jugend­liche soll seiner Entwicklung und seinem Bildungsweg entsprechend zu selbständigem Urteil und sozialem Verständnis geführt werden, dem politischen, religiösen und welt­anschaulichen Denken anderer aufgeschlossen sein sowie befähigt werden, am Kultur- und Wirtschaftsleben Österreichs, Europas und der Welt teilzunehmen […].“

Daher meine Frage an Sie:

254/M

„Was unternehmen Sie, damit Kinder, die an keinem konfessionellen Religionsunter­richt teilnehmen, dennoch eine Wertevermittlung unserer Gesellschaft erhalten?“

 


Präsidentin Doris Bures: Frau Bundesministerin, bitte.

 


Bundesministerin für Bildung Mag. Dr. Sonja Hammerschmid: Ich darf auch einen Pa­ragrafen zitieren, nämlich § 2 Schulorganisationsgesetz:

„Die österreichische Schule hat die Aufgabe, an der Entwicklung der Anlagen der Ju­gend nach den sittlichen, religiösen und sozialen Werten sowie nach den Werten des Wahren, Guten und Schönen durch einen ihrer Entwicklungsstufe und ihrem Bildungs­weg entsprechenden Unterricht mitzuwirken.“

Das ist bereits jetzt Gesetz, eigentlich schon lange Gesetz.

Wir haben an den Volksschulen Wertevermittlung, nämlich die Vermittlung von demo­kratischen Grundwerten und die Vermittlung von Kinderrechten im Sachunterricht, in den Lehrplänen implementiert. Wir haben bei der Sekundarstufe I ganz besonderes Au­genmerk darauf gelegt, dass Werteerziehung auch im Fach Politische Bildung eingear­beitet wird.

Wir haben mittlerweile Politische Bildung ab der 6. Schulstufe flächendeckend imple­mentiert. Es sind Module geschaffen worden, um genau diese Wertevermittlung in den Mittelpunkt zu stellen. Bei der Sekundarstufe II sind es Fächer wie Philosophie und Wirtschaftsethik, aber auch Geschichte und Politische Bildung, in welchen diese Wer­tevermittlung geschehen kann und vor allem geschehen soll.

Hinzu kommt, dass Schulen jetzt schon autonom befähigt sind, Schwerpunkte zu set­zen. Es gibt Schulen, die auf den Ethikunterricht einen Schwerpunkt gelegt und diesen in ihr Unterrichtskonzept mit zusätzlichen Stunden implementiert haben. Abgesehen da­von ist es im Deutschunterricht, aber auch in anderen Fächern möglich, Werte zu ver­mitteln. Das halte ich für ganz wichtig.

 


Präsidentin Doris Bures: Zusatzfrage? – Bitte, Herr Abgeordneter.

 


Abgeordneter Asdin El Habbassi, BA (ÖVP): Da möchte ich konkretisieren: Ist ange­dacht, im Regelschulwesen den Ethikunterricht für all jene, die den Religionsunterricht besuchen, einzuführen? Und wenn ja, sind Sie bezüglich dieser wichtigen Frage auch mit den gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften im Austausch?

 


Präsidentin Doris Bures: Frau Bundesministerin, bitte.

 


Bundesministerin für Bildung Mag. Dr. Sonja Hammerschmid: Ethikunterricht für alle ist immer wieder Thema einer Diskussion; das ist keine Frage. Ich bin diesbezüg­lich auch im Austausch mit den Religionsgemeinschaften. Ich habe auch mit Kardinal Schönborn vor nicht allzu langer Zeit darüber diskutiert. Es ging dabei auch darum, ei­nen interkonfessionellen Unterricht zu gestalten. Ein Konzept, was das sein könnte, be­findet sich in Erarbeitung, wo darüber nachgedacht wird, wie man dieses Thema ange­hen könnte.

 


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