sozialen, religiösen und moralischen Werten orientiert Verantwortung für sich selbst, Mitmenschen, Umwelt und nachfolgende Generationen zu übernehmen. Jeder Jugendliche soll seiner Entwicklung und seinem Bildungsweg entsprechend zu selbständigem Urteil und sozialem Verständnis geführt werden, dem politischen, religiösen und weltanschaulichen Denken anderer aufgeschlossen sein sowie befähigt werden, am Kultur- und Wirtschaftsleben Österreichs, Europas und der Welt teilzunehmen […].“
Daher meine Frage an Sie:
„Was unternehmen Sie, damit Kinder, die an keinem konfessionellen Religionsunterricht teilnehmen, dennoch eine Wertevermittlung unserer Gesellschaft erhalten?“
Präsidentin Doris Bures: Frau Bundesministerin, bitte.
Bundesministerin für Bildung Mag. Dr. Sonja Hammerschmid: Ich darf auch einen Paragrafen zitieren, nämlich § 2 Schulorganisationsgesetz:
„Die österreichische Schule hat die Aufgabe, an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach den sittlichen, religiösen und sozialen Werten sowie nach den Werten des Wahren, Guten und Schönen durch einen ihrer Entwicklungsstufe und ihrem Bildungsweg entsprechenden Unterricht mitzuwirken.“
Das ist bereits jetzt Gesetz, eigentlich schon lange Gesetz.
Wir haben an den Volksschulen Wertevermittlung, nämlich die Vermittlung von demokratischen Grundwerten und die Vermittlung von Kinderrechten im Sachunterricht, in den Lehrplänen implementiert. Wir haben bei der Sekundarstufe I ganz besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass Werteerziehung auch im Fach Politische Bildung eingearbeitet wird.
Wir haben mittlerweile Politische Bildung ab der 6. Schulstufe flächendeckend implementiert. Es sind Module geschaffen worden, um genau diese Wertevermittlung in den Mittelpunkt zu stellen. Bei der Sekundarstufe II sind es Fächer wie Philosophie und Wirtschaftsethik, aber auch Geschichte und Politische Bildung, in welchen diese Wertevermittlung geschehen kann und vor allem geschehen soll.
Hinzu kommt, dass Schulen jetzt schon autonom befähigt sind, Schwerpunkte zu setzen. Es gibt Schulen, die auf den Ethikunterricht einen Schwerpunkt gelegt und diesen in ihr Unterrichtskonzept mit zusätzlichen Stunden implementiert haben. Abgesehen davon ist es im Deutschunterricht, aber auch in anderen Fächern möglich, Werte zu vermitteln. Das halte ich für ganz wichtig.
Präsidentin Doris Bures: Zusatzfrage? – Bitte, Herr Abgeordneter.
Abgeordneter Asdin El Habbassi, BA (ÖVP): Da möchte ich konkretisieren: Ist angedacht, im Regelschulwesen den Ethikunterricht für all jene, die den Religionsunterricht besuchen, einzuführen? Und wenn ja, sind Sie bezüglich dieser wichtigen Frage auch mit den gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften im Austausch?
Präsidentin Doris Bures: Frau Bundesministerin, bitte.
Bundesministerin für Bildung Mag. Dr. Sonja Hammerschmid: Ethikunterricht für alle ist immer wieder Thema einer Diskussion; das ist keine Frage. Ich bin diesbezüglich auch im Austausch mit den Religionsgemeinschaften. Ich habe auch mit Kardinal Schönborn vor nicht allzu langer Zeit darüber diskutiert. Es ging dabei auch darum, einen interkonfessionellen Unterricht zu gestalten. Ein Konzept, was das sein könnte, befindet sich in Erarbeitung, wo darüber nachgedacht wird, wie man dieses Thema angehen könnte.
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