Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll183. Sitzung / Seite 132

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Auch das Know-how der touristischen Produktentwicklung gehört koordiniert, um die Regionen und ihre Spezialitäten zu stärken und um gemeinsam noch stärker die touristische Marke Österreich herausbilden zu können. Es macht keinen Sinn, dass wir zum Beispiel neun verschiedene Regelungen haben, was das Campieren betrifft, neun verschiedene Jugendschutzbestimmungen und so weiter und so fort. Wir müssen doch schauen, dass wir diese Überregulierungen bestmöglich wegbringen und einheitliche, klare und einfache Strukturen haben, nicht nur für uns, sondern vor allen Dingen für unsere Gäste.

Wir brauchen, und das ist mir wirklich ein Anliegen, ein eigenes Tourismusministerium. Die Branche, ihre Bedeutung und ihre Bedürfnisse sind so einzigartig und enorm wichtig für Österreich. Die Arbeitnehmerinnen, die Arbeitnehmer, die Unterneh­merin­nen und die Unternehmer in der österreichischen Freizeitwirtschaft schaffen wirklich Großartiges, aber sie fordern auch zu Recht eine eigenständige und dementsprechend starke politische Vertretung. In dieser sollte meiner Meinung nach auch eine soge­nannte Nation Branding Agency Platz haben.

Wir brauchen vor allen Dingen auch eine stärkere wissenschaftliche Auseinanderset­zung mit dem Tourismus, wie wir mit Share Economy, mit Airbnb umgehen werden, wie wir die Nachhaltigkeit noch stärker verankern können, wie wir mit der Klima­erwärmung und verstärkter internationaler Konkurrenz umzugehen haben, wie wir in Zukunft aufgestellt sein sollen.

Und wir brauchen eine Qualitätsoffensive betreffend Arbeit im Tourismus. Uns allen ist klar, dass wir die Arbeit im Tourismus attraktiver gestalten müssen, die Rahmenbe­dingungen freundlicher sein müssen. Ich möchte, dass jede Frau, jeder Mann, jede Familie auf eine Kinderbetreuungsstätte zurückgreifen kann. Was wir brauchen, ist ein Arbeitszeitmodell, bei dem Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, Unternehmer und Unternehmerinnen und auch der Gast Profiteure sein können. Da sind vor allen Dingen auch die Sozialpartner gefordert. Erste Ansätze gibt es schon, einiges davon ist ja auch schon zu Papier gebracht.

Abschließend: Familienbetriebe in Österreich sind die starke Stütze und Aushänge­schild unserer Gastfreundschaft; sie müssen viel stärker gefördert werden, vor allen Dingen bei Betriebsübernahmen innerhalb der Familie. Da gilt es anzupacken, sonst verlieren wir ein Riesenpotenzial. So gut wir heute auch aufgestellt sind, wir brauchen diese Reformen ganz, ganz dringend. Wir müssen Dinge auch verändern, und zwar mit einem Ziel: dass der Tourismus das bleibt, was er ist, einer der stärksten Wirt­schaftsfaktoren Österreichs. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Jarolim: So stelle ich mir eine Rede vor!)

13.35


Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt nun Herr Abgeordneter Brückl. – Bitte.

 


13.35.54

Abgeordneter Hermann Brückl (FPÖ): Herr Präsident! Geschätzter Herr Bundes­minis­ter! Sehr geehrte Damen und Herren dieses Hauses! Der vorliegende Tourismus­bericht ist in manchen Bereichen sehr detailreich ausgestaltet. Die wesentlichen Kennzahlen finden sich in diesem Bericht, sogar Themen wie Privatvermietung oder Urlaub am Bauernhof ist Platz gewidmet. Andere Bereiche wiederum, das sind vor allem jene, die sich eher negativ auf die Beurteilung der Arbeit der Regierung auswirken könnten, sind durchaus nicht so dargestellt und da wird doch ausgespart.

Da steht zum Beispiel das Tourismusjahr 2017 ganz im Zeichen des Tourismus Österreich-Russland, und im gesamten Bericht findet sich gerade einmal ein kurzer Absatz zu dieser Thematik. Dabei, und das bestätigen die nackten Zahlen auch im Be-


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