Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll183. Sitzung / Seite 154

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Urlaub am Bauernhof anzubieten, ist in Wirklichkeit für die bäuerlichen Familien eine große Herausforderung, und dazu braucht es viel Herz und natürlich auch sehr viel Engagement. Urlaub-am-Bauernhof-Gäste lernen das Arbeiten und das Leben in der Landwirtschaft näher kennen, sie sehen, wie die Arbeit in den landwirtschaftlichen Betrieben tatsächlich vor sich geht. Mein Eindruck ist, dass gerade in den öffentlichen Medien, beispielsweise in der Fernsehwerbung, das Leben und Arbeiten in der Land­wirtschaft völlig falsch dargestellt werden. In Wirklichkeit funktioniert es nicht so, dass eine Bäuerin im Dirndlkleid bei der Heuarbeit ist oder der Bauer im Trachtenanzug mit dem Drescher fährt oder das Schweinderl im Stall sprechen kann. Das sind alles Dinge, die nicht passen, und es ist nicht verwunderlich, dass Kinder in städtischen Schulen glauben, dass eine Kuh tatsächlich lila ist. Da ist viel Arbeit zu tun, und ich bin froh, dass sich in diese Richtung etwas bewegt.

Österreich ist nicht zuletzt deshalb, weil die Bauern die Kulturlandschaft pflegen, weil Landschaft durch Arbeit erschaffen und nicht der Natur überlassen wird, ein so attraktives Urlaubsland. Ein wichtiger Aspekt ist natürlich auch, dass Gäste vom Urlaub am Bauernhof die österreichischen Lebensmittel näher kennenlernen und damit auch Botschafter sind, was auch wirtschaftliche Vorteile hat.

Landwirtschaft ist Wirtschaft am Lande. Die bäuerlichen Familien investieren ihr Geld wieder in die regionale Wirtschaft, und so gesehen ist natürlich auch Urlaub am Bauern­hof für diese bäuerlichen Familien ein wesentlicher Faktor in der Wertschöp­fung. Die Urlaub-am-Bauernhof-Betriebe und auch die weiteren Tourismusbetriebe arbeiten ja wirtschaftlich gut zusammen, brauchen sich gegenseitig, und das ist durch­aus wertvoll.

Abschließend möchte ich schlicht und einfach allen bäuerlichen Familien ein herzliches Danke für ihre Arbeit aussprechen, nämlich dafür, dass sie Urlaub am Bauernhof anbieten, und allen Gästen von Urlaub am Bauernhof einen schönen, erholsamen Aufenthalt in unserer schönen Heimat wünschen. (Beifall bei der ÖVP.)

14.32


Präsident Ing. Norbert Hofer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Sieber. – Bitte, Herr Abgeordneter.

 


14.32.26

Abgeordneter Norbert Sieber (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Der vorliegende Tourismusbericht 2016 zeigt sehr eindrücklich die funda­mentale Bedeutung des nationalen, aber auch des internationalen Tourismus. So wie in Österreich der Tourismus Arbeitsplätze, Wertschöpfung und damit auch Wohlstand in ländliche, oft entlegene Regionen bringt, so ist der internationale Tourismus auch eine der wichtigsten Möglichkeiten in benachteiligten Regionen dieser Erde, wirt­schaftliche Entwicklungen und damit Lebensgrundlage für viele Millionen Menschen zu schaffen.

Neben den schon mehrfach erwähnten positiven Aspekten dieses Berichts für den österreichischen Tourismus sagt der Bericht auch, dass der Tourismus sich interna­tional äußerst positiv entwickelt hat. So haben zum Beispiel Asien und der pazifische Raum ein Plus von 8,4 Prozent zu verzeichnen. Auch in Afrika, einer Region, die wirklich viel an Input notwendig hat, ist ein Plus von 8,1 Prozent zu verzeichnen. Nord-, Mittel- und Südamerika, einschließlich der Karibik, haben ein Plus von 4,3 Prozent zu verzeichnen. Der Rückgang des Tourismus um 4,1 Prozent im Nahen Osten ist ohne Frage der labilen Situation in dieser Region geschuldet.

Auf Basis der Ankünfte und der realen Tourismusexporte ist der internationale Tourismus mit 2,6 Prozent deutlich kräftiger gewachsen als der Welthandel. Länger-


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