Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll183. Sitzung / Seite 155

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fristig betrachtet ist dieser Überhang mit 6,5 Prozent zu 2,6 Prozent noch deutlich größer.

Diese Zahlen, meine Damen und Herren, zeigen aber auch, wie groß der Konkurrenz­kampf ist, und deswegen ist die Ansage von Sebastian Kurz, die Abgabenquote auf unter 40 Prozent zu drücken, absolut richtig, ja notwendig (Abg. Scherak: In 30 Jahren! – Abg. Hafenecker: Wenn das 30 Jahre braucht ...!) und wird auch unseren heimischen Tourismusbetrieben den notwendigen Spielraum und die Entlastung bringen, die sie nötig haben. Wir stehen dahinter. (Beifall bei der ÖVP.)

14.34

 


Präsident Ing. Norbert Hofer: Herr Abgeordneter Schmuckenschlager ist der nächste Redner. – Bitte, Herr Abgeordneter.

 


14.34.36

Abgeordneter Johannes Schmuckenschlager (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundes­minister! Hohes Haus! Geschätzte Damen und Herren! Der Tourismusbericht für das Jahr 2016 zeigt eine extrem positive Entwicklung, und es ist gut, dass sich der Tourismus in Österreich nach vorne entwickelt hat.

Wir sehen aber, wenn wir die Zahlen genauer betrachten, dass wir vor allem im Bereich der preisbereinigten Umsätze nicht ganz so große Sprünge machen. Eine Entwicklung, eine Aufwärtsentwicklung, ist auch da zu sehen, jedoch stellt sich die Frage: Wenn die Zahl der Übernachtungen steigt, die preisbereinigten Umsätze aber nicht im selben Ausmaß, wo liegt dann der Fehler? – Und da muss man schon danach trachten, in den Qualitätstourismus zu kommen, wodurch wir hochwertig Wertschöp­fung erzielen können.

Der Tourismus ist ein Dienstleistungsgewerbe und erfordert höchste Flexibilisierung, da muss man sich weiterentwickeln, damit sich diese Arbeitswelten auch in den Rechts­regeln, in den Regulatorien widerspiegeln, damit wir Sicherheit für die Unter­nehmer, aber auch für die Arbeitnehmer haben. Er ist aber nicht nur das, er ist eine mehrteilige Angelegenheit.

Worum geht es beim Tourismus? – Ausschlaggebend sind auch die Sicherheit eines Landes, die Sauberkeit eines Landes, die Kulinarik, letztendlich die Volkskultur – da denke ich an zahlreiche ehrenamtliche Initiativen, Festivitäten und dergleichen, die gerade im Sommer in Österreich sehr häufig stattfinden –, aber auch die Infrastruktur ist ein wesentlicher Faktor, da geht es um die Fragen: Wie ist man per Flugzeug erreichbar, wie sind da die Infrastrukturanbindungen, was macht die Schiene, und wie sieht es mit der Straße aus?

All diese Faktoren müssen berücksichtigt werden, und wir müssen lernen, diese mehrfachen Stabilisationsfaktoren für den Tourismus immer wieder aufs Neue zu betrachten, diese touristische Brille auch bei anderen Themen aufzusetzen – wenn es zum Beispiel um die Raumordnung geht. Wir können uns darüber mokieren, ob es notwendig ist, aufgrund des Klimawandels da oder dort vielleicht eine Schneekanone mehr zu montieren; das ist aber eine Scheindiskussion. Wenn ich mir ansehe, was wir in vielen Landstrichen raumordnungsmäßig verschachteln und verschandeln, dann hat das wahrscheinlich viel gravierendere Auswirkungen.

Partnerschaftlich weiterentwickeln wird auch beim Thema der Digitalisierung wesent­lich sein, damit wir vorankommen. Ebenso wesentlich ist das Thema Einkommens­kombinationen: dass man in ländlichen Regionen, die vielleicht nicht so beschäf­tigungsintensiv sind, über Einkommenskombinationsmodelle für Menschen mit mehre­ren Berufen perfekte Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen kann.

 


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